Wettbewerbsfähigkeit – noch ein Ranking

Das Handelsblatt schreibt:

Der Migrationsforscher Klaus Bade warnt unmissverständlich: „Wir befinden uns in einer migratorisch suizidalen Situation.“ Während unser Sozialstaat hunderttausende Unqualifizierter … anzieht, fühlen sich die jungen Vertreter des Leistungsmittelstands hierzulande immer fremder. Der Handwerksmeister, der in Australien nicht vom Bürokratenstaat bedrängt wird, der Arzt, der in Norwegen nicht zum Krankenhausbeamten degradiert wird, der Wissenschaftler, der in den USA bessere Forschungsbedingungen hat, die Hotelfachfrau, die in der Schweiz das Doppelte verdient aber weniger Steuern zahlt, der Bauingenieur, der in Arabien oder China sein Können vergoldet bekommt – die Motive wechseln. Aber eines eint sie alle: Anderswo geht es ihnen besser als daheim.

„So schlimm wird es wohl nicht sein“, sagen einige, andere haben schon lange vermutet, dass da ein Problem ist.

Das eigentliche Problem ist, dass dieser Auszug aus dem Handelsblatt alles andere als neu ist, sondern vom 11. Dezember 2009(!) datiert.

Und heute, 8 Jahre später? Die Antwort gibt „Welt Online“ in einem Artikel „Der schleichende Abstieg Deutschlands“

Standort-D-Wettbewerbsranking

Wie wird die Bilanz in 8 Jahren wohl aussehen?

 

 

Zurück in der Sonne

Nach vier ereignisreichen Wochen in Deutschland, mit Familienfeier, Abi-Jahresfeier, Ostsee-Urlaub und Spargel essen hat uns die Lufthansa am Montag nachmittag wieder planmäßig in Panama eingeflogen. Und zur Einstimmung bekommen wir das volle Programm: Blick zu Las Perlas, Überflug Punta Chame und dann Amador, Kanaleinfahrt mit Brücke und die City Skyline in der Nachmittagssone.

Wir haben eine Menge schöne Zeit verbracht mit Familie und Freunden – und nun wieder Alltag am Pazifischen Ozean.  30°C und 100 km/h statt 5°C und 200 km/h.

Auf der Insel Rügen wollte ich mir unbedingt die Luxusquartiere von Prora anschauen, über die ich hier schon geschrieben hatte. Nachdem wir am ersten Tag bei Regensturm und 4°C unterwegs waren, kamen dann doch sonnige, wenn auch kühle Tage.

In Prora gab es außer einem einzigen Wegweiser zum „ehemaligen KdF-Bad“ keinerlei Werbung für irgendwelche Luxusapartments zu sehen. Auf dem Weg zu dem monströsen Bauwerk standen wir dann erstmal vor einem verschlossenen Tor. Kein Pförtner, keine Information, viele Graffiti. Nach einigen unentschlossenen Minuten näherte sich von hinten ein Auto und das Tor öffnete sich wie von Geisterhand.

Ein Teil des Komplexes vor uns ist Baustelle, der andere Teil ist fertiggestellt und mehr oder weniger bewohnt. Wir suchen Sales Office und Demo Apartment. Kein Hinweis nirgendwo. Die Klingelschilder an den verschlossenen Türen helfen auch nicht weiter. Als schließlich eine Dame aus dem Gebäude kommt, fragen wir nach. Von Sales Office und Demo Apartment weiß sie nichts, aber um die Ecke ist das Büro der Hausverwaltung.  Dort bekommen wir die freundliche Auskunft, dass alles verkauft sei und demnächst noch betreutes Wohnen einzieht. Sehen wir wirklich so bedürftig aus?

Die Visitenkarte des nicht anwesenden Vertriebskollegen stecken wir zwar ein, wissen aber schon, dass wir das nicht mehr brauchen. Wer, bitte schön, hat denn in diesem Umfeld noch Lust, ein sauteures Apartment zu erstehen?

Das Gelände verlassen geht genauso wie bei der Ankunft: warten auf ein Fahrzeug mit irgendeinem Geber zur Torsteuerung. Hat nur 10 Minuten gedauert.

Im Internet, wo sonst, finden wir dann ein schickes Hotel in dem Komplex, das wir vor Ort nicht entdeckt haben. Eigenartig …

Ansonsten ist die Insel und ihre Gastronomie sehr empfehlenswert. Herausheben will ich das „Pier32“ in Glowe, mit einer Speisekarte die schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt und die Auswahl schwer macht.

Was beim Besuch in der alten Heimat auffällt, ist eine starke Polarisierung in politischen Fragen. Das geht verbissen quer durch Freundeskreise und einer meiner Blog-Follower hat mir letztens sogar ernsthaft geraten, nicht so „Deutschland-feindlich“ zu schreiben, sondern mich auf die Beschreibung von Sonne und Strand zu beschränken. Danke für den Hinweis, aber wie wir ja gelernt haben, schützt nicht mal das Schreiben von Kinderbüchern davor, heutzutage anzuecken.

Ich habe gelernt und glaube daran, dass Meinungsfreiheit eine der wichtigsten Errungenschaften unserer Zivilisation ist. Das gibt man nicht freiwillig auf und wenn eine Demokratie das nicht aushält, dann ist es keine.

Und nachdem ich eine Stunde den „Spiegel“ gelesen hatte, empfehle ich Abonnenten gelegentlich mal hier vorbeizuschauen. Broder, Lengsfeld, Maxeiner und andere stehen bei der „Achse des Guten“ für niveauvollen kritischen Journalismus.

Ich werde mich hier also weiterhin gelegentlich kritisch zur deutschen Politik äußern, zumal ein Großteil meiner Leser wegen der „Alternativlosigkeit“ von Eurorettung, Zuwanderungsspolitik und Energiewende ihre persönliche Zukunft längst anderswo plant.

Willkommen in Panama.

Mehr Touristen in Panama

In den ersten 9 Monaten des Jahres haben Touristen mit 3,7 Mrd USD um 5,6% mehr Geld in Panama ausgegeben als im Vorjahr. Und dabei sind zunehmend deutsche Touristen.

Neben der Lufthansa mit ihren planmäßigen Direktflügen, ist am 21. November zum ersten Mal ein Schiff der TUI in Colon angekommen, die Mein Schiff 4. Das ist zwar kein phantasievoller Name, aber ein sehr respektables Kreufahrtschiff.

 

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Quelle: TUI

Mit 2.500 Passagieren dreht es während des europäischen Winters seine Runden in der Karibik. Dabei steht Panama auf dem Plan und im Rahmen eines Landgangs werden sicher die Kanalschleusen von Gatun und Agua Clara besucht. Einen Kanaltransit hat das Schiff nicht im Programm.

Die panamesische Tourismusbehörde sucht schon deutschsprachige Führer für diese neue Kundengruppe. Insgesamt haben sich in der laufenden Saison bereits 175 Kreuzfahrtschiffe in Colon angemeldet, ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor.

Auf der Pazifikseite des Kanals, in Panama City, ist ebenfalls geplant, ein Kreuzfahrt-Terminal zu errichten. Schließlich will die Hauptstadt auch ein Stück vom Kuchen abhaben.

„Silvia“ wird geliftet, ein „Einhorn“ eingefädelt – neue Schleusen in Aktion

Hochbetrieb an der neuen Agua Clara Schleuse des Panamakanals: MSC Silvia kommt auf ihrem Weg von der US-Ostküste nach Asien aus dem Atlantik. Sie wird auf das Niveau des Lake Gatun angehoben, um 26 Meter in 3 Schleusenkammern. Silvia ist 300 Meter lang und 48 Meter breit, ein Schwergewicht. Allerdings nur halb voll mit Containern.

Und kaum hat Silvia die obere Schleusenkammer verlassen, wird die unter taiwanesischer Flagge fahrende Unicorn der chinesischen Yang Ming Reederei auf ihrem Weg von Shanghai nach New York in die Schleusenkammer eingefädelt. Sie ist 333 Meter lang und 43 Meter breit. Perfekte Choreographie.

Anders als Silvia ist die Unicorn voll beladen. Sieht aus, wie ein Symbol für die Handelsbilanz zwischen den USA und China.

 

Sie wollen das mit eigenen Augen sehen? Easy.

Mit Lufthansa non-stop von Frankfurt nach Panama City. Übernachten in einem der vielen erstklassigen Hotels mit Blick über den Pazifik.

Tag 1: Stadtrundfahrt mit Besuch der (alten) Miraflores-Schleuse.

Tag 2: Mit Uber nach Colon (1 Stunde), Besuch von Freihandelszone und neuer AguaClara Schleuse. Mittagessen an der Schleuse, zurück in die City.

Tag 3: Tagestour nach Isla Taboga, abends Rückflug nach Frankfurt.

Besonders zu empfehlen ist eine solche Reise auch den Journalisten des NDR. Daraus könnte dann ein Bericht über das richtige Panama entstehen, nicht nur Zerrbilder ala Panama Papers und Finca Bayano.

 

Lufthansa fliegen

In 2008 waren wir das letzte Mal mit Lufthansa nach LAX geflogen (Video). Zwischen Panama und Deutschland gab es dann andere Optionen – bis die Lufthansa eine reguläre direkte Verbindung aufnahm. Am Montag voriger Woche hatten wir erstmals diese Strecke gebucht.

Die Maschine, ein Airbus 340, landet kurz nach 16 Uhr in Tocumen International. Wir sind schon früh da, um sie pünktlich einschweben zu sehen. Essen gehen, Check- in, alles in Ruhe. Gegen 18:30 ist Boarding. 

Wir haben online zunächst Economy gebucht und dann die Upgrade-Optionen gecheckt. Premium Economy soll 350 Euro mehr kosten, pro Person.  Für nur 100 Euro Aufpreis bekommen wir Zweiersitze an den Notausgängen, mit 2 Meter Platz vor uns und auch sonst keinen Einschränkungen. Da kann man den Kabinenkoffer platzieren und die Füße hochlegen, sehr komfortabel. 

Beim Abflug gegen 19:30 haben sich rund herum Gewitter aufgebaut und die Maschine muss zuerst Richtung Osten steuern, um eine große Zelle zu umfliegen. In der Dunkelheit bietet sich ein wunderbares Schauspiel. Der Rest der Strecke ist dann nicht mehr aufregend, kaum Turbulenzen. Essen, trinken, der gesamte Service ist in Ordnung und das für einen sehr akzepablen Preis. Nach 10:30 Stunden Flugzeit landen wir sicher in Frankfurt.

Für den Rückflug haben wir zunächst eine Lufthansa 747 nach Toronto gebucht, werden ein paar Tage gute Freunde besuchen und von dort geht es dann mit Air Canada nach Panama City. 

Und dort werden wir baldmöglichst den erweiterten Kanal inspizieren. Bericht folgt.

Transit durch den erweiterten Panamakanal

Nur noch 20 Tage sind es bis zur offiziellen Eröffnung der neuen Kanalschleusen und unsere panamesischen Freunde sind schon ganz aufgeregt und stolz.

„Wirst du an der Feier teilnehmen?“ ist eine häufige Frage und in der Tat ist das ja durchaus ein Jahrhundert-Ereignis: Eine Infrastruktur-Einrichtung, die schon mehr als hundert Jahre reibungslos der Weltwirtschaft dient, schon mehr als 1 Million Passagen hatte, wird fit gemacht für die nächsten 100 Jahre.

Hier gibt die Panamakanal-Behörde schon mal einen Eindruck, wie das Ganze aussieht und funktionieren wird. Sehenswert.

Und wer dabei sein will: Lufthansa fliegt non-stop nach Panama City. Die Hotels der Hauptstadt haben Überkapazitäten und ohnehin ziemlich moderate Preise, bei guter Qualität.

Und eine kleine Offshore-Firma könnten Sie bei der Gelegenheit ja auch gleich gründen … Hahaha.

Venezuela – Das verlorene Paradies

Ein uralter DDR-Witz ging so: Was passiert wenn man in der Sahara den Sozialismus einführt? Erst lange nichts und dann wird der Sand knapp.

18 Jahre Bolivianische Revolution haben in Venezuela ein ähnliches Ergebnis gebracht. Chavez‘ großmäulig angekündigter Sozialismus des 21. Jahrhunderts ist krachend gescheitert, vorhersehbar. Eine Katastrophe für die 30 Mio. Einwohner.

Das Land sitzt auf den größten Vorkommen an Erdöl und kann, bei 180% Inflation im Dezember 2015, inzwischen nicht einmal Papier zum Gelddrucken importieren.

Supermärkte und Apotheken sind leer, Warentransporte werden überfallen, Caracas ist zur „Mörder-Hauptstadt“ der Welt geworden.

Die Chavez-Freunde sind verstummt. Noch 2012 hatte die linke Rosa-Luxemburg-Stiftung getönt: „In den letzten zwölf Jahren wurden bedeutende Fortschritte hin zu einer gerechteren, inklusiveren und partizipativeren Gesellschaft gemacht.“ 

 

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In Wirklichkeit haben seit Chavez‘ Machtübernahme ca. 1 Mio. Menschen das Land verlassen, vor allem Jugendliche und Unternehmer.

Allein der lächerliche Gini-Koeffizient, der die Ungleichheit innerhalb eines Landes bewertet, dürfte sich für Venezuela deutlich verbessert haben: alle gleich arm, mit Ausnahme der Genossen an der Spitze. Glückwunsch.

Aufgrund der wirtschaftlichen Situation und der Sicherheitslage wird ab Mitte Juni auch Lufthansa die bisherigen drei Direktflüge pro Woche nach Caracas unbefristet aussetzen.

 

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