Mehr Leben

Ein Slogan unter besserpanama heisst ja schon „besser leben“. Was soll denn dann jetzt „mehr Leben“ bedeuten?

Irgendwann sind wir mal auf die Idee gekommen, unser Leben in markante Abschnitte, sozusagen „separate Leben“, einzuteilen.

Das erste Leben ist, dieser Sichtweise folgend, der Abschnitt von Geburt bis Eintritt Berufsleben. Grob 20 Jahre lang. Für die meisten kommen dann circa 40 oder 45 Jahre aktive Jahre bis zum Rentenalter – und das war es dann. Drei Teil-Leben gelebt und oftmals nicht viel passiert.

Bei uns war das etwas anders.

Mitten in das aktive Berufsleben, also Leben #2, platzte die Wende von 1989 und für uns Ossis begann damit wirklich ein neues Leben, lucky #3.

Das wurde eine aufregende Zeit, mit komplett neuen Spielregeln. Mit Herausforderungen die wir bestanden und mit Chancen, die wir nutzten. Kein bisschen langweilig und trotzdem suchten wir weiter. So kam es, dass wir 2008 unseren Traum wahr machten, Deutschland den Rücken kehrten und in den Tropen noch ein neues Leben anfingen. Das ist jetzt #4.

Was will ich damit sagen?

Manchmal sind es externe Ereignisse, die Deinen Alltag umkrempeln. Nimm es als Angebot und mache was daraus.

Ein anderes Mal bist Du vielleicht geraume Zeit in einer nicht zufriedenstellenden Lebenssituation und es gibt keine externe Lösung. Überlege, ob Auswandern eine Alternative ist!

Nicht als Notlösung, sondern um zu optimieren, Altlasten abzuschütteln und sich in einem neuen Leben einzurichten. Also mehr Leben leben. Wir haben das, wie viele andere, getan und würden es jederzeit wieder tun.

All meinen Lesern wünsche ich eine schöne Adventszeit. Und wer noch ein Weihnachtsgeschenk braucht, findet das hier.

PISA und Panama

Wenn es zwei Dinge gibt, die Panama dringend verbessern muss, dann

  • Ausrottung der allgegenwärtigen Korruption
  • Optimierung der Bildung.

Auf den ersten Blick ist es ja ganz in Ordnung, wenn man dem radarmessenden Polizisten am Straßenrand einen 20-Dollar-Schein in die Hand drücken und damit ein 50-Dollar-Ticket abwenden kann. Wenn das aber bis hinein in Parlament, Regierung und vor allem Justiz so funktioniert, ist es bedenklich.

Mindestens ebenso ernst steht es um die Bildung: 10 Jahre lang hat das Land sich nicht an den unter dem Kürzel PISA bekannten Tests der OECD beteiligt und jetzt liegen die Ergebnisse des Jahres 2018 auf dem Tisch:

Man hat einen blamablen Platz 71 unter 77 Teilnehmern erreicht, was absolut inakzeptabel und hoffentlich Anstoß für zeitnahes Umsteuern ist.

Keine Zeit zu verlieren.

Die beste Jahreszeit

Es ist 18 Uhr. Die Sonne geht gerade unter, am westlichen Himmel stehen Venus und Jupiter über dem Abendrot, der neue Mond weiter oben.

Die Temperatur liegt bei ca. 28C und auf dem Tisch steht ein 12 Jahre alter Rum, aus regionalem Anbau natürlich. Dem Klimaschutz zuliebe.

Der ist schon gebrannt worden, kurz bevor wir nach Panama umgesiedelt sind. Passt also. Und schmeckt ausgezeichnet.

Vor zwei Stunden noch haben uns neu angereiste Freunde und Nachbarn beim Baden in der Lagune erzählt, wie saukalt es doch in den letzten Wochen in Toronto und Chicago war. Kopfschüttel.

Warum tun Menschen sich das an?

Beinahe vergessen: zum Kaffee gab es den ersten Stollen der Saison, nicht von hier, pünktlich zum ersten Advent.

Bildungsreform hier – Klimanotstand dort

In Panama tagt derzeit das Netzwerk für Bildung in Lateinamerika (Reduca) und die Teilnehmer erklären Bildung als den Schlüssel zu Wohlstand in der Region, fordern eine Transformation der schulischen Ausbildung.

Zeitgleich dazu tagen die Mitglieder des EU-Parlaments in Brüssel und erklären den Klima-Notstand für den Kontinent.

Das fällt mir dazu spontan ein:

Und das scheint der Plan zu sein:

Und falls es irgendwie nicht aufgeht, dann einfach diesem Vorbild folgen:

„Unser Projekt ist wegen dem Klimawandel gescheitert.“

Dass immer mehr Probleme der Klimamodelle auftauchen, scheint die Politik nicht zu stören:

„Die verstärkte Erwärmung der Arktis wurde in den CMIP5 Modellen möglicherweise überschätzt.“

Möglicherweise nicht nur das. Hier ist, was die Klimamodelle als externe Einflüsse berücksichtigen:

Und das ist das Gesamtbild:

Quelle: Suspicious0berservers

Hochenergetische Partikel, Felder und Spektren werden ausgeblendet, damit sogar stillschweigend dem menschgemachten Anteil zuaddiert.

Und bevor solche Fakten der Öffentlichkeit bekannt werden können, hat man längst Notstandsgesetze etabliert, die unter dem Einfluss der Medien freudig begrüßt werden.

Da fragt man sich doch, was die vermeintlich bessere Bildung in den Ländern der EU wert ist, wenn dort die Lemminge hinter all den Weltuntergangspropheten herhüpfen, wie im Mittelalter. So lächerlich.

Genug davon?

Dann Koffer packen und besser leben in Panama.

Gigantische Übersee-Autotransporter

Wer hier am Kanal den Schiffsverkehr beobachtet, dem fallen immer wieder die riesigen Autotransporter auf, die meist zwischen Japan, Südkorea und der US-Ostküste unterwegs sind. Vollbeladen mit Fahrzeugen asiatischer Produktion in der einen Richtung, mit Autos Made in USA in der anderen.

Quelle: http://www.hoeghautoliners.com

Wer hat sich noch nicht gefragt, wie viele Autos da wohl an Bord sein werden?

Im Fall der Höegh Trapper weiß ich es jetzt: bis zu 8.500 PKW auf 14 Decks. Dazwischen oft auch Trucks, Traktoren und Spezialtransporter.

Hier gibt es ein sehr empfehlenswertes Video über den Alltagsbetrieb auf so einem Giganten, einschließlich Kanalpassage.

Erst im Web und dann bald mal live in Panama anschauen.

Autoliner im Sonnenuntergang

Panama Stopover – endlich

Mancher kennt das schon: man fliegt von A nach B mit Zwischenstopp in C und würde statt 2 oder 3 Stunden Umsteigezeit gern eine Pause von 2 oder 3 Tagen einlegen, um C in Ruhe zu erkunden. Das geht ab Q1/2020 in Panama und es ist höchste Zeit.

Die oft vollbesetzten Maschinen, gerade aus Europa, bringen überwiegend Transitpassagiere für ganz Lateinamerika, und viele davon würden quasi auf dem Weg dahin auch Panama erkunden wollen. Der Charme der Stopover-Programme besteht darin, dass die Unterbrechung nicht den Preis beeinflusst und zusätzliche Leistungen kostenlos oder mit Rabatten angeboten werden: Hotel, Stadtrundfahrt etc.

„Ein Preis, zwei Ziele“ ist das Motto dabei. Üblicherweise werden solche Programme von Fluggesellschaften für ihre Heimatstandorte angeboten und deshalb gilt das am Anfang für Flüge der Copa Airlines. Es ist aber schon im Plan, das bald auf alle Star Alliance und weiter auf alle Airlines zu erweitern, die Panama als Destination haben.

Beispiel: wer aus Deutschland über Panama nach Chile reist, hat bisher eine ziemlich anstrengende Tour vor sich, nämlich 11 Stunden von Frankfurt nach Panama City, dann 2 Stunden Umsteigezeit und nochmal 6 Stunden Flugzeit bis Santiago de Chile, insgesamt also 19 Stunden. Nicht lustig.

Stattdessen jetzt in Panama aussteigen, bis zu 6 Tage in ein Hotel einchecken, am Strand ausspannen, den einmaligen Panamakanal und die restaurierte Altstadt besichtigen, die besten Restaurants oder den Regenwald erforschen und dann erholt auf die zweite Etappe gehen.

Zur Vorbereitung am besten dieses Buch lesen …

Der längste Flug

Australien ist ein ziemlich abgelegener Kontinent. Flüge von Europa führten in der Vergangenheit meist mit Zwischenstopp über Singapore, in den letzten Jahren oft auch über Dubai. Eine lange Reise.

Verständlich, dass die australische Fluggesellschaft Qantas ein großes Interesse hat, so viele Ziele wie möglich direkt zu erreichen. Das war, Stichwort ETOPS, lange Zeit nur mit 4-strahligen Jets zu machen: Boeing B747, Airbus A340 oder Airbus A380 – und keine besonders wirtschaftliche Lösung.

Inzwischen sind mit Boeing B777, Boeing B787 und dem Airbus A350 Treibstoff-effiziente zweistrahlige Flugzeuge verfügbar, die ultralange Flüge ermöglichen. Der Treibstoffverbrauch auf Langstrecke mit diesen neuen Maschinen liegt übrigens bei ca. 2,5l/100km pro Sitz. Da kann sich jede halbvolle Regionalbahn ein Beispiel nehmen.

Singapore Airlines hat gerade die Direktverbindung zwischen Newark NJ und Singapore mit Flugzeiten um 18 Stunden wieder aufgenommen. Hier stellt sich übrigens nicht die Frage, ob man besser über Atlantik oder Pazifik fliegt. Stattdessen geht es schnurstracks nach Norden, über den Pol.

Qantas hat dafür sein Projekt Sunrise aufgesetzt, denn ultralange Flüge stellen besondere Anforderungen an die Airline, die Besatzung und sind natürlich gerade auch für die Passagiere mit um die 20 Stunden Flugzeit eine Herausforderung.

Wir haben unseren Flug von Los Angeles nach Singapore nicht nur aus touristischen Gründen in Tokyo für einen vollen Tag unterbrochen. Zehn Stunden sind schon anstrengend genug und ich will mir gerade nicht vorstellen, wie sich 20 Stunden da oben anfühlen würden.

Qantas fliegt schon seit einiger Zeit von Sydney nonstop nach Los Angeles, San Franciscco und Dallas. Die nachgefragtesten Langstrecken sind aber Sydney – New York und Sydney – London. Und die werden jetzt möglich.

Im Flug von Abu Dhabi nach Frankfurt im B787 Dreamliner habe ich kürzlich eine der Flugbegleiterinnen gefragt, ob sich höherer Kabinendruck und Luftfeuchtigkeit tatsächlich spürbar auf das Wohlbefinden auswirken. Das hat sie ausdrücklich bestätigt und das macht die B787 wie auch den A350 mit den partiellen Verbundwerkstoff-Rümpfen besonders geeignet für diese Strecken.

Trotzdem sind 20 Stunden eine lange Zeit und die Frage ist nicht nur, wie man die Zeit verbringt, sondern auch, wie man das verträglich gestaltet.

Meine Idealvorstellung wäre ein Business-Class Sessel, mit Unterhaltung, Schlaf- und Arbeitsplatz, sowie der Möglichkeit sich körperlich zu betätigen, also am Platz das eigene Gewicht mit Arm- und Beinkraft zu liften. Ebenso gehört dazu eine Lounge, um sich bei einem Drink stehend mit anderen austauschen zu können. Gemäß dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ werden wir selbst aber auch künftig solche Strecken nicht nonstop planen.

Die Sunrise-Erkundungsflüge haben meines Wissens 50 Freiwillige an Bord und Gerätschaften, um unterschiedliche Parameter der Maschine und der Menschen testen zu können. Vorteilhaft ist, dass die Streckenführung nicht über die Polarregionen führt und damit keine besondere Strahlenbelastung aufweist.

Gespannt bin ich, was bei den Testflügen an Einsichten gesammelt wird und ob sich diese Strecken auf Dauer wirklich rechnen. Hier ist ein erster Bericht. Ich selbst bevorzuge demnächst 2-stündige Flüge über dem tropischen Panama.

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