Verkehrskontrolle

Gestern abend auf dem Heimweg wird direkt vor der Polizeistation in Anton angehalten. „Guten Abend. Führerschein bitte.“

Der wird mittels Smartphone gescannt und die Rückmeldung aus der Datenbank gecheckt.

Ich bin sauber wie ein Neugeborenes.

„Gute Fahrt.“

Quelle: interpol.int

Das alles dauert keine Minute.

Warum muss ich jetzt an Deutschland denken?

Gebaggert!

Man muss hier wirklich immer eine Kamera oder Smartphone am Mann haben.

Innerhalb ganz kurzer Zeit ist mir doch demonstriert worden, wie hilfreich ein Bagger sein kann, außer zum Löcherbuddeln.

Beispiel 1 im Campaña Nationalpark: Wie kommt ein mit Betonsteinen schwer bepackter Truck einen wirklich steilen Berg hinauf? Indem ein Bagger von hinten schiebt.

 

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Der Palmenbusch verdeckt leider die Ladung, aber da gibt es ja noch dieses Video:

 

 

Was man nicht sehen kann ist, dass es stark nach Kupplung roch und ich denke dass man später umladen und mit dem Bagger transportieren musste.

Beispiel 2: Weniger spektakulär  war am Vortag zu sehen gewesen, wie man kraftsparend ein Fischerboot ins Wasser bekommt.

 

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Auch mit dem Bagger. Das war direkt an der Baustelle der neuen Buenaventura Marina und wenn schon mal schweres Geräte verfügbar ist, dann nutzt man das hier.

 

Venezuela, Nicaragua …

und wenn es nach Einschätzung eines deutschen Polizisten geht, den ich vor einiger Zeit hier in Panama getroffen habe, steht dort schon bald Deutschland. Hoffentlich nicht.

 

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Allerdings frage ich mich, was dieser Polizist und seine Kollegen angesichts untenstehender Zitate von der Veranstaltungsempfehlung ihres Bundespräsidenten halten. Die Polizisten nämlich, die u.a. beim G20-Gipfel in Hamburg ihren Kopf hingehalten haben und von denen dabei mehr als 200 verletzt wurden,

 

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Nochmal zu den Fakten: Am Rande eines Volksfestes wird ein Chemnitzer Bürger von illegalen Migranten abgeschlachtet, zwei seiner Freunde schwer verletzt.

Gegen eine Politik, die das ermöglicht, wird berechtigt protestiert.

Und gegen solchen Protest findet jetzt ein vom Bundespräsidenten empfohlenes Konzert statt.

Absurd.

Ring of fire extra aktiv

Am vergangenen Sonntag wurden laut USGS innerhalb von 24 Stunden insgesamt 53 signifikante Erdbeben, also Stärke 4.5 und mehr, entlang des Ring of Fire registriert.

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Quelle: wikipedia.org

Das ist eine auffällig hohe Aktivität und mehrt die Befürchtungen, dass The Big One für Kalifornien womöglich nicht mehr lange auf sich warten lässt. Auch die jüngsten Aktivitäten im Yellowstone National Park passen dazu.

Höhepunkt am Sonntag war ein 8,2er Beben, glücklicherweise tief unter Fiji und deshalb ohne Auswirkungen.

90% der Erdbeben- und 75% der Vulkan-Aktivitäten unseres Planeten passieren entlang dieser Zone.

In unserer weiteren Umgebung war es am 17.8. bei Golfito, Costa Rica mit einer Stärke von 6,1 sowie am 18.8. bei Acandi, Kolumbien mit 5,6. Von beiden haben wir hier nichts gespürt.

Ein böser Unfall

Erst im letzten Post hatte ich etwas zu Verkehrsunfällen in Panama gesagt. Und als wir gestern nachmittag von Punta Chame auf dem Heimweg waren, hatte es dort eine Weile zuvor heftig gerummst.

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Dieser weiße Kleinbus ist auf gerader Strecke in der Ortschaft unvermittelt ausgebrochen und gegen einen Betonmast auf dem Mittelstreifen geprallt, hat denselben zu Fall gebracht.  Das linke Vorderrad war platt, was Ursache oder Folge des Aufpralls gewesen sein kann. Insgesamt ein schreckliches Bild.

Auch wenn seit geraumer Zeit am Ortseingang ein 60er Schild steht, wird meist mit 80 km/h gefahren und so sieht das hier auch aus.

Größere und kleinere Busse, wie dieser hier, bilden das Rückgrat des Personenverkehrs überall in Panama. Die Preise sind lächerlich niedrig und die Busse fahren deshalb nicht nach Fahrplan, sondern wenn sie voll besetzt sind. Angeschnallt ist da niemand. Kein Wunder, dass gleich drei Ambulanzfahrzeuge mit Blaulicht den obigen Unfallort verlassen haben.

Die Panamericana ist das logistische Rückgrat des Landes, führt eine Unmenge Verkehr mitten durch ungezählte Ortschaften.  Dort ist die 80 km/h-Beschränkung erst vor einiger Zeit auf 60 km/h herabgesetzt worden und man muss wohl in der nächsten Zeit in und um Chame mit mehr Radarkontrollen rechnen. Und was mich auf deutschen Autobahnen immer gestört hat, halte ich jetzt und hier für eine gute Idee.

Neben PKW, Pickups und SUV sind es schwere Trucks, die Baumaschinen und Container transportieren, und natürlich Busse aller Größen, die zwischen den Zentren und auch grenzüberschreitend unterwegs sind und denen man gern Platz einräumt, weil Zeit für sie Geld ist.

Inzwischen läuft auf den Billboards am Straßenrand eine Kampagne zur Benutzung der Sicherheitsgurte und ich hoffe sehr, dass das befolgt wird.

 

Wichtig! Alkohol.

Sonntag ist Strandtag für die einheimische Bevölkerung und da kann es richtig voll werden. Die ganze Familie schleppt dann diverse Strandausrüstung und besonders wichtig ist der Cooler mit diversen Getränken.

Manchmal, eher selten, steht dann ab 16 Uhr die lokale Polizei an der Zufahrt vom Strand zur Panamericana und kontrolliert mal auf Alkohol. Nicht den Cooler, sondern den coolen Fahrer. Oft erfolgreich.

Auch für uns, die ja gelegentlich mal ein Gläschen mit Freunden trinken, ist es deshalb wichtig die Regeln und vor allem die Grenzen zu kennen. Seit einiger Zeit sind diese Schilder aufgestellt und das könnte bedeuten, dass bald mehr kontrolliert wird.

 

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Die Toleranzgrenze ist mit 24 angegeben, was offensichtlich 0,24 Atemalkoholgehalt bedeutet und etwa der populären 0,5-Promille-Grenze deutscher Lesart entspricht. Damit gelten auch die gleichen Faustregeln, also nicht mehr als 2 Einheiten vor Fahrtantritt.

Ab 0,8 Promille (41 o mas) wird es dann richtig ernst: außer Geldstrafe noch  Einbehaltung von Auto und Führerschein.

Panama hat bei 4 Mio. Einwohnern jedes Jahr ca. 400 Tote im Straßenverkehr. Das ist mehr als die doppelte Rate von Deutschland. Das liegt zum Teil daran, dass oftmals Sicherheitsgurte als unmännlich empfunden werden und Alkohol ist auch ein Faktor.

Also aufgepasst … und Salud!

 

Ein Fluss mit Geschichte: Rio Chagres

Es sieht nicht so aus, ich hoffe aber mal, dass dieser unscheinbare Staudamm gut bewacht ist:

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Das ist der Gatun-Staudamm unweit der Atlantikschleusen des Panamakanals. Wer den Welthandel massiv beeinträchtigen will, muss nur diesen Damm zerstören. Dann läuft das Wasser aus dem Lake Gatun und der Panamakanal fällt trocken.

Das ist keine Gefahr? Nun, im 2. Weltkrieg haben die Japaner nicht umsonst schon U-Boote extra für die Zerstörung des Panamakanals entworfen und gebaut. Siehe hier.

Die Gegend hat allerdings schon viel länger strategische Bedeutung.

Im 16. Jahrhundert wurde auf Anweisung des spanischen Königs Philipp II. an der nur 10 km entfernten Mündung des Rio Chagres in das Karibische Meer eine Festung namens San Lorenzo gebaut. Von dort aus fuhren die mit Inka-Gold beladenen spanischen Galeeren heim, nachdem die Schätze über Land von der Pazifikküste beim heutigen Panama City transportiert worden waren. (Das war zuvor hier genau falsch herum beschrieben, aber mein treuer Leser und Freund Carsten von Panamafantastico hat es bemerkt. Danke.)

 

 

 

Letztlich führte das zur Idee des Panamakanal, dessen Einfahrt heute nur wenige Kilometer entfernt liegt, Atlantik und Pazifik verbindet, statt Gold nun Erz und Container, Öl und Gas, Passagiere und vieles mehr befördert.

Und beim Ausflug vom Rio Chagres weiter zum Rio Indio, entlang der Costa Abajo westlich von Colon, kroch uns dann noch dieses Faultier direkt über den Weg:

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Keine gute Idee im Schneckentempo die Straße zu überqueren.

 

 

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