Kanal blockiert – nicht in Panama

Eine Windböe, sagt man, ist die Ursache für eine folgenschwere Havarie, die sich am 23. März im Suezkanal ereignet hat. Die Ever Given, eines der weltgrößten Containerschiffe hat sich auf dem Weg von Asien nach Rotterdam mitten im Kanal quergestellt und blockiert jede Durchfahrt.

Damit ist eine der wichtigsten Schiffahrtsrouten, zwischen Asien und Europa, für Tage oder gar Wochen lahmgelegt und es muss der 15 Tage längere Weg um Kap Hoorn genommen werden.

Mit 400 Meter Länge ist das havarierte Schiff deutlich länger, als der Berliner Fernsehturm hoch ist (368 m) und etwa ebenso breit, wie ein Fußballfeld, nach FIFA-Regeln. Unvorstellbar, so ein Klotz in diesem Bild, neben dem Turm.

Quelle: berlin.de

Mehr als 150 Schiffe stehen infolge der Blockade bereits im Stau und weitere 150 sind schon auf dem Weg dorthin, ein massives Problem für den Nachschub von Produzenten mit asiatischen Zulieferern.

Laut Reuters sind auch 10 Tanker betroffen, die insgesamt 13.000.000 Barrels Rohöl an Bord haben.

Der Suez-Kanal ist etwa doppelt so lang wie der Panama-Kanal und durchgängig, ohne Schleusen, angelegt.

Mit 400 Meter Länge gehört die Ever Given zu den längsten Schiffen im Suezkanal, mit einer Breite von 59 Metern liegt sie sogar über den Suezmax-Definition. Zum Vergleich: die NewPanamax-Klasse geht bis 366 Meter bzw. 49 Meter.

Vor unserer Loggia ist heute ein kanadisches U-Boot aus dem Kanal in den Pazifik vorbeigeschwommen und kurz danach abgetaucht. Wirklich.

Gestern im Panamakanal …

Auf dem Rückweg aus der Hauptstadt gab es gestern gleich 2 ungewöhnliche Objekte zu beobachten: Eines davon, in der Miraflores-Schleuse und nicht zu übersehen, war die Norwegian Star, ein Kreuzfahrtschiff für bis zu 2.348 Passagiere.

Norwegian_Star

Quelle: ncl.com

In 2018 pendelt dieser Cruiser zwischen Miami und Los Angeles, via Cartagena (Kolumbien), durch den Panama Kanal, Puntarenas (Costa Rica), San Juan del Sur (Guatemala), Puerto Quetzal, Acapulco und Cabo San Lucas (alle Mexico).

Eine tolle Route mit wunderschönen Etappenorten. Dauer 14 Tage und ab nur USD 1.200 pro Person.

Nur 10 Minuten später beim Überqueren der Centenario-Brücke sichten wir ein U-Boot unterwegs in Richtung Pazifik, eingerahmt von 4 Begleitbooten. Ganz bestimmt ein nicht alltägliches Bild, aber wir hatten keine Gelegenheit zum Anhalten und Fotografieren.

Dieses Bild ist vom April 2017 und zeigt die USS Dallas, ein größeres, nuklear-angetriebenes Boot bei der Passage.

submarinodiaadia

Quelle: diaadia.com.pa

Langeweile im Tropenparadies? Nicht die Spur.

 

 

Japanische U-Boote hatten den Kanal im Visier

Glück gehabt.

Spät in 1944 stellte Japan die ersten Modelle der I-400 Klasse fertig, ein mehr als 130 m langes U-Boot, das 3 Bomber transportieren und mit einem 50m-Katapult starten konnte. Die Boote hätten mit vollen Tanks den Globus eineinhalb mal umrunden können.

i-400   catapult   turm

Es gab konkrete Einsatzpläne, den von den USA betriebenen Panamakanal anzugreifen und für Monate außer Betrieb zu setzen. Damit wäre der Schiffsverkehr zwischen US-Ost- und Westküste nachhaltig behindert worden.

Andere Pläne sahen vor, an der US-Westküste mit Krankheitserregern infizierte Ratten auszusetzen, damit Pest, Cholera und Typhus in die Städte zu bringen. Dieser Plan wurde im März 1945 aufgegeben.

Stattdessen nahm man nun die Gatun-Schleusenanlage des Panama-Kanals ins Visier. Die Zerstörung dieser Anlage hätte den Gatun-See zum Auslaufen gebracht und damit den Wasserweg trockengelegt. Das Auffüllen hätte lange Zeit in Anspruch genommen und nur während der Regensaison von April bis November erfolgen können.

Im Juni 1945 waren 4 Boote einsatzbereit, liefen aus nach der Westküste von Honshu und probten dort für die Mission an einem naturgetreuen Modell der Gatun-Schleusen. Inzwischen waren allerdings 3.000 Kriegsschiffe der Allierten im Pazifik Richtung Japan unterwegs, was die japanische Marine so unter Druck setzte, dass der Plan aufgegeben wurde.

Am 15. August 1945, unter dem Eindruck der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erklärte Kaiser Hirohito dann die Kapitulation Japans. Die I-400 Flotte wurde zerstört.

(Quelle: http://www.panama-guide.com)

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