„Green“ sailing

Seit 2 Tagen liegt die Game Changer wenige hundert Meter vor uns vor Anker. Sieht aus, wie eine Luxusyacht, ist aber als Versorgungsschiff klassifiziert. Hochseetüchtig, geräumig, mit einem Speedboot auf Deck und Schlauchboot unter Deck, und natürlich mit Helicopter. Kann man saisonweise ab €450.000 für bis zu 11 Gäste buchen und es steht dann eine 15-köpfige Crew bereit. Nicht schlecht.

Der Begriff Versorgungsschiff hat mich aber irgendwie noch beschäftigt, bis gestern. Da las ich etwas über Jeff Bezos‘ neue Superyacht, die ohne Maschine, nur von Segeln angetrieben wird. Der Berichterstatter konnte sich vor Ehrfucht kaum einkriegen, wie klimabewusst doch der reichste Mann der Welt da unterwegs sein wird.

Dann schränkte er das Lob ein wenig ein und wies darauf hin, dass zu solchen Super-Segelyachten ja regelmäßig ein Versorgungsschiff gehört, das nebenher fährt und die unverzichtbaren motorisierten Spielzeuge an Bord hat: Helicopter, Tauchboot, Speedboot, Jetski und was sonst noch dazu gehört. Und den Treibstoff dafür.

Welt retten ja, aber doch bitte ohne Verzicht.

Auch so ein Milliardärsleben ist nicht einfach, wenn man einerseits dem Klimakult folgen, aber trotzdem Spaß haben will. So wie es eben auch den Wirtschaftslenkern in Deutschland geht. Die wissen, dass die sog. Klimapolitik Harakiri für ihr Business und die Gesellschaft ist, trauen sich aber nicht, dem linksgrünen Zeitgeist zu widersprechen.

Elon Musk ist auch so ein Beispiel. Bei ihm baut allerdings das ganze Geschäftskonzept auf Klimaalarm und Ablass auf. Vor wenigen Wochen hatte er verkündet, dass er für seine Autos auch Bitcoin in Zahlung nimmt. Denke, dass das nicht so gut funktioniert hat, weil die aufgrund der sensationellen Wertentwicklung lieber gehalten werden.

Also steuert Elon um: der Energieverbrauch beim Bitcoin-Mining ist ja schlimm klimaschädlich, weswegen er das Angebot in BTC zu zahlen, vorerst zurückzieht. Und verbindet es in seiner unnachahmlichen Geschäftstüchtigkeit mit dem Plan, mittels Tesla Solar das Bitcoin-Mining auf saubere Energie umzustellen.

Zur Klimaschädlichkeit von Crypto-Mining habe ich mich erst kürzlich hier schon mal geäussert. Demnächst werde ich auch das Thema Klimawandel & CO2 mal bis hin zur Wurzel zurückverfolgen. Wird spannend.

Leben an Boje 8 – 30. März 2021 (Buccoo Reef)

In 2019 ist auf der Incat-Werft in Hobart, Tasmania, eine Expressfähre für Trinidad & Tobago kielgelegt worden. Knapp 2 Jahre später ist das 100-Meter-Monster nun auf dem langen Weg in seinen Heimathafen.

Quelle: Incat Tasmania

Von Hobart ging es nach Brisbane, weiter nach Papeete, Französisch Polynesien (Video), und von dort in nur 10 Tagen zur Pazifik-Einfahrt des Panamakanals. Hier liegt sie seit dem 27. März vor Anker, nur 3 km von unserem Quartier entfernt. Jetzt steht die Kanalpassage an und dann ist es nicht mehr weit bis zum Ziel.

Was für eine Tour.

Quelle: cnc3.co.tt

Buccoo Reef ist das grösste und populärste Korallenriff in Trinidad & Tobago, daher der Schiffsname.

In Port-of-Spain angekommen, wird sie täglich als Expressfähre zwischen Port-of-Spain auf Trinidad und Scarborough auf Tobago unterwegs sein. Für diese Strecke von 170 km wird sie ca. 2,5 Stunden benötigen, kann dabei bis zu 1.000 Passagiere in drei Lounges und bis zu 239 Pkw sowie natürlich auch schwere Fahrzeuge befördern.

Ich glaube, unser nächstes Reiseziel ist schon definiert.

Leben an Boje 8 – 5. März 2021

Es ist Freitag nachmittag, kurz vor 17 Uhr und an uns zieht eine geräumige Yacht vorbei. Es ist die in Großbritannien registrierte NAIA. Sie ist 74 m lang und 13 m breit, in 2011 gebaut.

Wem mag die wohl gehören?

Kurze Internet-Recherche zeigt, wem sie bis 2020 gehört hat:

Quelle: superyachtfan.com

Superlative

Das, was da gerade in einer Vollmondnacht hier vorbeituckert, ist die CMA CGM „Argentina“ auf ihrem Weg von Savannah (USA) nach Qingdao, China.

Mit 366 m Länge und 51 m Breite ist dieses Containerschiff so ziemlich das Größte, was in den letzten Monaten hier vorbeigekommen ist und passt natürlich nur durch die neuen Schleusen des Kanals. Deren Dimensionen sind 426,72 m lang und 54,86 m breit.

Zum Vergleich: Das größte Schlachtschiff der deutschen Kriegsmarine war die „Bismarck“. Achtzig Jahre später nehmen sich ihre damals beeindruckenden Dimensionen gegen die der „Argentina“ bescheiden aus: 250 m lang und 36 m breit.

Quelle: Bundesarchiv
Quelle: vesseltracker.com

Das Schicksal der Bismarck wurde beim ersten Einsatz besiegelt, sie sank in einer Schlacht mit der britischen Marine am 27. Mai 1941, 550 nautische Meilen westlich von Brest.

Nur 112 Besatzungsmitglieder wurden gerettet, 2104 verloren ihr Leben. Unter ihnen war der Schreiber Erich Wendel, aus der Familie meiner Mutter.

Allzeit Gute Fahrt für die „Argentina“, die erst 2019 vom Stapel gelaufen ist und der noch viele Jahre und viele Pazifikquerungen bevorstehen.

„Sapphira“ auf dem Weg nach Galveston

Eines der Praktika, die ich während des Studiums absolvierte, fand auf der Warnow-Werft in Warnemünde statt. Wir waren dort als Hilfsarbeiter beim Bau eines 10.000-Tonnen-Frachters eingesetzt. Das hatte nichts mit dem Studienfach zu tun, war aber eine willkommene Abwechslung. Uns kam der Kahn damals riesig vor.

Die Sapphira, ein Rohöltanker, hat nicht 10.000 t BRT, sondern 149.876 t DWT, was man grob sicher mit den damals verwendeten Bruttoregistertonnen vergleichen kann. Was für ein Sprung!

Ich sehe in marinetraffic.com nicht, woher das Schiff kommt, aber wohin es fährt: Galveston, Texas, am Golf von Mexico. Eine Autostunde südlich von Houston, dem Zentrum der Energiewirtschaft der USA, oder eher der Welt.

Galveston ist ein beliebter Badeort für die Großstädter, der 1900 durch einen Hurricane und die 17 ft hohe Flutwelle weitgehend zerstört wurde. Seitdem soll der Seawall die Stadt schützen, genau 17 ft hoch.

Strandhäuser stehen überwiegend auf beeindruckend hohen stabilen Stelzen, um auch eine Jahrhundert-Flut zu überstehen und dort, in Galveston, habe ich erstmals mit Speck umwickelte King Prawn genossen.

Texas eben.

Quelle: homeaway.com

Bacon-Wrapped Prawns - Tomorrow's Fish
Quelle: tomorrowsfisch.com.au

Auf dem Weg von Houston nach Galveston kommt man beim Johnson Space Center vorbei, bekannt durch den Hilferuf aus der Apollo-Kapsel.

Wer von Galveston westlich an Houston vorbeifährt, passiert Texas City und eine endlose Reihe von Anlagen der erdöl-verarbeitenden Industrie.

Marathon Petroleum alleges BP didn't disclose Texas City ...
Quelle: petroglobalnews.com

Und damit sind wir wieder bei der Sapphira angelangt, deren Fracht am 22. Januar in einer der texanischen Raffinerien landen, zu Benzin, Diesel, Dünger, Plastik usw, verarbeitet wird.

„Marvel Crane“ unterwegs nach Japan …

wo sie am 27. Januar, nach 4 Wochen Fahrtzeit, eintreffen soll. Ihre eiskalte Fracht (-160°C) hat sie in Lake Charles an der Golfküste Louisianas aufgenommen.

What kind of ship is this?

MARVEL CRANE (IMO: 9770438) is a LNG Tanker that was built in 2019 (2 years ago) and is sailing under the flag of Singapore. It’s carrying capacity is 97794 t DWT and her current draught is reported to be 11.5 meters. Her length overall (LOA) is 297.5 meters and her width is 49 meters.

„Budapest Express“ aus Busan, Korea …

hat den Pazifiktransit abgeschlossen und fährt in den Panamakanal ein.

What kind of ship is this?

BUDAPEST EXPRESS (IMO: 9450430) is a Container Ship that was built in 2010 (11 years ago) and is sailing under the flag of Germany.It’s carrying capacity is 8600 TEU and her current draught is reported to be 13.4 meters. Her length overall (LOA) is 335.47 meters and her width is 42.94 meters.

Wikipedia: Hapag-Lloyd setzte Ende 2013 151 Containerschiffe ein, davon waren 57 eigene Schiffe, 7 geleast und 87 gechartert. Die Gesamtkapazität der Schiffe betrug 729.000 TEU.[37] Ende 2015 waren es 175 Schiffe mit einer Kapazität von 966.000 TEU, die Containerkapazität insgesamt lag bei 1.564.000 TEU (1. Januar – 30. September 2015).[38] Ende 2019 verfügte Hapag-Lloyd über 239 Schiffe, 112 eigene und 127 gecharterte, mit einer Kapazität von zusammen 1.707.000 TEU, die Containerkapazität lag bei 2.554.000 TEU.

Von Jamaica nach Tahiti …

ist die Seatrade Blue unterwegs und soll am 18. Januar in diesem Südseeparadies eintreffen.

What kind of ship is this?

SEATRADE BLUE (IMO: 9756107) is a Container Ship that was built in 2017 (4 years ago) and is sailing under the flag of Liberia. It’s carrying capacity is 1580 TEU and her current draught is reported to be 10.8 meters. Her length overall (LOA) is 185 meters and her width is 30 meters.

Die „Spirit of Sidney„ …

hat soeben ihre Kanalpassage beendet und macht sich auf den Weg nach Tauranga in Neuseeland, wo sie am 20. Januar planmäßig eintreffen soll.

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