Rückholungen im Gange

Flightradar24 zeigt derzeit gerade einmal 7.100 aktive Flugbewegungen weltweit an, wo es sonst um diese Tageszeit 12.000 bis 14.000 waren. Darunter sind außerplanmäßige Flüge, um Urlauber und andere Personen zurückzuführen, die gestrandet sind.

So hat Copa dieser Tage schon mehr als 400 Argentinier nach Haus gebracht und gerade jetzt ist eine Boeing 747 der Lufthansa von Frankfurt unterwegs nach Panama City.

Wir wünschen allen eine gute Reise und hoffen, dass auch ein Teil unserer Familie morgen gesund aus down under zurückkommt.

Geruhsame Rundfahrt

Heute sind von unserem lokalen Flugplatz in Rio Hato die letzten Urlauber in Richtung Kanada ausgeflogen worden. Hotels schließen und es wird ruhig hier.

Wir beschließen eine Erkundungsfahrt in Richtung Hauptstadt zumindest bis zum ersten Kontrollpunkt zu unternehmen. Also los.

Die Panamericana in Richtung Osten ist ungefähr so belebt, wie nachts um 3 Uhr. Was für ein Unterschied. Wir passieren San Carlos, Coronado und Chame, fahren meine Lieblingsrennstrecke mit ihren Kurven hinauf, aber es sind kaum Wettbewerber unterwegs. Wie langweilig.

Und dann geht es nur noch ein paar Kilometer: kurz vor Capira befindet sich der erwartete Kontrollpunkt. Frei in Richtung Panama City, aber ein langer Stau in Richtung Westen. Da werden Temperaturen gemessen und Papiere kontrolliert, wohl um die Badeorte an der Küste vor den versifften Hauptstädtern zu schützen … nur ein Scherz.

Wir haben genug gesehen und drehen um. Morgen werden noch einige Kontrollpunkte hinzukommen und unseren Bewegungsspielraum weiter einschränken. Ab Montag sind alle internationalen Flüge ausgesetzt und Betriebe werden geschlossen, wobei es eine lange Liste von Ausnahmen gibt, um das Land am Laufen zu halten.

Panama meldet heute abend ca. 200 Infektionen und wir hoffen, dass all diese Maßnahmen zur Verlangsamung beitragen.

Corona Sunset anstatt Tequila Sunrise.

Corona Journal Tag 18. März

Es sieht so aus, als ob es in den kommenden Wochen und Monaten viel Zeit zum Schreiben geben wird. Das ist also der erste Beitrag zum Thema Coronavirus in Panama. Vielleicht sollte ich ihn aber auch Wuhan- oder China-Virus nennen. Das haben die Leute in der KP Chinas nicht gern, die sein Auftreten über Wochen verheimlicht und damit Menschenleben auf dem Gewissen haben.

Die hiesige Regierung hat in der vergangenen Woche erste Maßnahmen beschlossen, die jetzt schrittweise umgesetzt werden. Das geschieht ziemlich professionell und wird auch diszipliniert befolgt. Nun wohnen wir 120 km von der Hauptstadt entfernt und da mag alles entspannter aussehen, als in den Ballungszentren.

In einem ersten Schritt wurden überall Desinfektionsmittelspender angebracht, eher zu viele als zu wenige. Und nein, hier klaut die niemand.

Zugang zum Supermarkt wird so gesteuert, dass nicht mehr als eine überschaubare Zahl an Kunden im Geschäft ist und die kurze Schlange mit Abstand steht. Alles passiert ruhig und gelassen, keiner in Sicht, der wie verrückt einkauft. Deshalb bleiben die Regale auch weitgehend ordentlich gefüllt. Ausnahmen gibt es allerdings schon seit Tagen bei desinfizierenden Tüchern und vergleichbaren Produkten, aber es gibt Alternativen. Aus Europa bekannte Mangelartikel, wie Toilettenpapier, gibt es hier genug.

In der kurzen Schlange vor dem Super99 treffen wir auf einen Deutschen. Im Gespräch erwähnt er, dass es eine Website mit dem Titel besserpanama gäbe … Ich oute mich und wir vereinbaren, das Gespräch demnächst beim Bier fortzusetzen. Interessante Leute gibt es.

Gut dass wir das Bier schon eingekauft haben, denn am nächsten Tag sind die Alkoholregale gesperrt, alle. Und unsere Vorräte reichen höchstens 14 Tage!

Am Montag nachmitag heisst es Abschied nehmen von unserer Lagune. Die wird, wie alle Pools, Strände, Restaurants und social areas geschlossen. Das ist ein echter Verlust für uns.

Heute nachmittag wollten wir mal besonders schlau sein. „Die können ja nicht immer alle abgelegenen Strände absperren und bewachen.“

Wir setzen uns ins Auto und fahren nach Punta Chame, ganz ans Ende. Weit und breit kein Absperrband und keine Menschenseele in Sicht. Als wir das Auto abgeschlossen und uns 20 Meter in Richtung Meer bewegt haben, ertönt eine lautes knarrendes Geräusch, dass man nur vom US Highway oder aus Gangsterfilmen kennt. Ein weißer Pickup mit dem Symbol von Aeronaval (Küstenschutz) hat sich unbemerkt von hinten genähert und über Lautsprecher werden wir aufgefordert den Strand zu verlassen.

Wir gehen zurück, steigen ein und drehen um. Auf gleicher Höhe mit ihnen sehe ich, dass es die Jungs vom Stützpunkt am Flugplatz Chame sind, meine Nachbarn sozusagen. Wir grüßen uns kurz und das war’s.

Ansonsten werden bis zum Wochenende hier alle Hotels geräumt, unsere kanadischen Freunde und andere Urlauber fliegen morgen und Freitag zurück und neue Gäste kommen nicht mehr ins Land. Wer jetzt als Einheimischer oder Resident aus dem Ausland zurück nach Panama kommt, wird zu 2 Wochen häuslicher Quarantäne verpflichtet.

In den nächsten Tagen werde ich mal die relevanten Zahlen zur Epidemie hier bringen und bewerten. Ich hoffe, dass sie niedrig bleiben. Bisher gibt es einen Toten.

Mein Appell an meine Leser: Passt auf euch auf, bitte.

Flugbeschränkungen in Kraft

Mein Freund Georg hat heute kritisch angemerkt, dass ich in diesem Blog nur positive Nachrichten über das Land am Kanal bringen würde.

Ich kann auch anders!

Soeben verlassen die letzten Maschinen von Iberia, KLM und Lufthansa, etwas später auch Air France und Air Europa den Hauptstadtflughafen Tocumen. Ab Mitternacht wird der Flugverkehr von und nach Europa und Asien (Air China via Houston, Turkish Airlines von Bogota und direkt nach Istanbul) für vorerst 30 Tage ausgesetzt.

Für die ohnehin schwach ausgelasteten Hotels der Hauptstadt sowie für alle, die vom Tourismus leben, ist das ein ernsthaftes Problem und man kann nur wünschen, dass sich die Situation bald wieder entspannt.

Ihr werdet es hier zuerst lesen und dann sollte Panama das perfekte Urlaubsziel für die „Überlebenden“ sein.

Verdammt lecker

Der Sonntagsausflug führt uns mal wieder nach Aguadulce, ca. 75 km von zu Hause, direkt verbunden über die Panamericana. Wir sind zum Essen mit einem Freund im Reina del Mar verabredet. Das ist ein ziemlich großes, offenes Restaurant mit guter Küche, in der Siedlung El Salado und unweit der breiten Mündung des heftig mäandernden Rio Estero Salado. Auf dem Weg von Aguadulce zur Küste fahren wir durch die Salzfelder, wo die „Ernte“ im vollen Gang ist.

An diesem Sonntag gegen 14 Uhr stehen vor dem Reina del Mar ca. 20 Autos und eine Anzahl BMW-Motorräder. Wir sind also nicht die einzigen, die den Ort und seine Küche schätzen.

Ich will heute nicht so viel essen, bestelle frittierte Garnelen mit Yucca und ein Glas Weißwein. Und das war eine sehr gute Idee:

Die Garnelen sind derart frittiert, dass man die Schalen beinahe mitessen kann, das Fleisch jedoch immer noch saftig und schmackhaft ist.

Scharfe Sauce und Weißwein zu den Garnelen ergibt eine exzellente Kombination. Ich bin begeistert und überlege ernsthaft, eine weitere Portion zu bestellen. Letztlich haben die Yucca jedoch zu satt gemacht. Schade.

Heimwärts geht es dann nicht einfach auf dem direkten Weg, sondern auf einer Bergstrecke über La Pintada, mit beeindruckenden Ausblicken.

Rechtzeitig zum Sonnenuntergang sind wir zu Hause, nehmen unsere in Mexico gebraute Corona-Medizin und lassen den Tag ausklingen.

Corona und andere Krankheiten

Die Einschläge kommen näher, wie man so sagt:

Der Corona-Virus ist in Kolumbien und Costa Rica angekommen, zwei panamaische Passagiere befinden sich auf der Grand Princess, einem Kreuzfahrtschiff, das vor San Francisco in Quarantäne liegt. Also nur eine Frage der Zeit, bis wir auch hier die ersten Fälle im Land haben werden.

Quelle: AFP

Langsam heisst es Reisepläne zu überdenken. Wir hatten für August einen Europatrip geplant, aber das ist derzeit wohl keine gute Idee und wird bis August nicht besser werden.

In Deutschland plant die LINKE auf ihrem „Strategiekongress“ „nach der Revolution“ Reiche zu erschießen oder zumindest zu „nützlicher Arbeit“ zu verpflichten und in diesen Puma-Sneakers finden aufmerksame Zeitgenossen das Konterfei von Adolf Hitler wieder.

Quelle: elperiodico.com

Was für eine Hysterie. Und wie gut, davon ein paar tausend Kilometer Abstand zu haben.

Panama und CoronaVirus

Mitten in meinen Fokus auf #Langbesserlebigkeit platzt die Corona-Epi/Pandemie. Was bedeutet das generell und speziell hier in Panama?

Als wir am 9. Februar, mit Lufthansa von Frankfurt kommend, in Tocumen ankamen, stand an jedem Gate medizinisches Personal in kompletter Schutzbekleidung und prüfte die Körpertemperatur aller Einreisenden. Panama City als Luftkreuz oder Hub of the Americas kommt da eine besondere Verantwortung zu, die auch sichtbar wahrgenommen wird.

Ist das übertriebene Vorsicht, angesichts der seinerzeit noch niedrigen Fallzahlen? Eher nicht, wie eine Meldung der TaiwanNews zeigt.

Hier die offiziellen Zahlen, von links nachweislich Infizierte, Verdachtsfälle, Geheilte und rechts Todesfälle:

Und dann gab es eine kurzzeitige Einblendung dieser Zahlen:

Sieht so aus, als ob die Kommunistische Partei Chinas alles im Griff hat, statistisch gesehen.

In Lateinamerika gab es bis vor wenigen Tagen keine Verdachtsfälle, inzwischen meldet allerdings Brasilien erste Positivtests.

Was bedeutet es wirtschaftlich? Quellen melden, dass derzeit nur 12% (!) der üblichen Mengen an Rohöl aus dem Persischen Golf auf dem Weg nach China sind und Containerschiffe die chinesischen Häfen kaum halbvoll verlassen – alles deutliche Zeichen eingeschränkter Wirtschaftstätigkeit und Vorzeichen für ein massives Einbrechen des Wirtschaftswachtums.

Da China zur Werkbank der Welt geworden war, kann das nicht ohne Auswirkungen auf die Weltwirtschaft bleiben und bestätigt indirekt das Vorhaben der Trump-Administration industrielle Fertigungskapazitäten aus China zurück in die USA zu holen. Was wird die deutsche Presse dazu sagen?

Der Panamakanal ist immer auch ein Barometer der Weltwirtschaft und damit kommt die Krise dann auch hier an.

Quelle: globaltrademag.com

Ich kann mir vorstellen, dass die Einnahmen in 2020 um 20% geringer ausfallen und damit auch eine Budgetlücke hinterlassen werden.

Allerdings gibt es auch gute Nachrichten:

Hohe Temperaturen verkürzen die Lebensdauer des Virus und wir haben ausreichend Gegenmittel gebunkert.

Quelle: engagementlabs.com
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