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Ein Hotel, zwei Freunde und 500 Bänke

Regelmäßig besuchen wir zu zweit, mit Freunden oder Besuchern die historische Altstadt. Dort sind in den Jahren eine Vielzahl Gebäude restauriert worden, wunderschöne Wohnungen, Restaurants und Rooftop-Bars entstanden. Alte Kirchen, Denkmäler, Kopfsteinpflaster, kleine Läden sowie Parks bestimmen den Charakter des Viertels. Wunderschön.

Umso verblüffter war ich, dass die Eröffnung eines neuen und aussergewöhnlichen Hotels für uns unbemerkt geblieben war.

Drei verschiedene Epochen der Geschichte Panamas werden im Hotel La Compañia zum Leben erweckt, und das luxuriöse moderne Design lässt das Wahrzeichen wieder neu erblühen. Jeder unserer drei Flügel lässt ein Stück der Altstadt (Casco Antiguo) in echtem zeitgenössischem Luxus wieder auferstehen. Wählen Sie ein wunderschön kuratiertes Zimmer im französischen Kolonialflügel, der 1739 von Jesuitenpriestern erbaut wurde, im spanischen Kolonialflügel, der bis zum Jahr 1688 zurückreicht, oder eines der Beaux-Arts Zimmer im amerikanischen Flügel, der 1905 als exklusives Kaufhaus errichtet wurde.

Unsere fünf hauseigenen Restaurants greifen auf dieselbe historische Inspiration zurück – so erklärt sich die steinerne Innenausstattung im spanischen Kirchenstil von El Santuario, aber auch die alte Holz- und Messingausstattung des American Bazaar. Besuchen Sie den Pool und die Bar auf dem Dach – ein idealer Ausgangspunkt für das pulsierende Viertel Casco Antiguo, wo das Nachtleben, gehobene Restaurants und weltberühmte archäologische Stätten aufeinander treffen. 

Als ein wichtiger Geschäftspartner sich angekündigt hatte und ich ihn, wie üblich, im JW Marriott unterbringen wollte, bekam ich den Tipp, dass in der Altstadt ein neues Hotel im historischen Stil eröffnet hätte.

Quelle: hyatt.com

Das passte zum Gast und die Website bestärkte mich. Deshalb beschloss ich, nicht telefonisch oder online, sondern vor Ort zu reservieren. Das war wieder eine der Eingebungen, die man manchmal hat und die zu Überraschungen führen.

An der Reception traf ich direkt auf den Inhaber und im ersten Gespräch stellte sich heraus, dass er vor ca. 30 Jahren seine Hotellerie-Laufbahn in Hongkong als Assistent des Mannes begonnen hatte, der sich angemeldet hatte. Was für ein Zufall, oder Vorbestimmung?

In der South China Morning Post vom 3. Oktober 2020 findet man einen interessanten Artikel über das Hotel und seinen Besitzer. Über Panama City sagt er dort „Es war sicher, hatte gute internationale Schulen und wirkte wie eine mittelamerikanische Version von Hongkong oder Singapur.“

Soweit zur Einleitung. Eigentlich wollte ich ja über Banken schreiben, oder Bänke. Über die wohl mehr als 500 (!) Bänke, die man vor 5 Jahren entlang des damals komplett erneuerten Amador Causeway aufgestellt hat. Halb mit Blick auf die Kanaleinfahhrt, halb mit Blick über die Bucht, auf die eindrucksvolle Skyline der Hauptstadt.

Skyline vom Amador Causeway
Amador Causeway, Kanaleinfahrt und Brücke der Amerikas

Was ist wohl an diesen Bänken Besonderes? Nun, keine einzige (!) Bank ist nach diesen 5 Jahren defekt, zerschnitzt oder beschmiert. Nicht eine. Und genau da passt der Vergleich mit Singapore.

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Bahamas Mamas

Kaum hatten wir Flug & Hotel von Miami auf Nassau umgebucht, fanden wir auf der Website der Gesundheitsbehörde der Bahamas, dass man vor Einreise ein Gesundheitsvisum beantragen, jeden Tag eine Mail der Gesundheitsbehörde zum persönlichen Wohlbefinden beantworten muss und dass im ganzen Inselreich Maskenpflicht besteht. Wir waren kurz davor, auch diese Reise abzusagen, entschieden dann aber nach der Devise zu verfahren, dass nicht so heiß gegessen wird, wie es gekocht wurde.

2,5 Stunden von Panama City entfernt, landeten wir bei Sonnenschein und die Einreise verlief unkompliziert. Unser Abholer begrüßte uns, ohne Maske, und versicherte, dass niemand sich mehr daran halten würde. Nach 2 Jahren Lockdown und ohne Touristen wollen die Menschen ihr Leben und Einkommen zurück. Was für eine Erleichterung!

Gleich am Nachmittag machen wir uns auf den weg zur Fish Fry genannten Fressmeile, um die heimische Küche auszuprobierenn. Dabei treffen wir im Restaurant auf eine typische Bahama family.

Alles supernette Leute.

Unser Hotel liegt auf Paradise Island, direkt neben dem Atlantis Ressort, dessen Einrichtungen und Strand wir uneingeschränkt nutzen können. Hier ist der Link.

Der Strand ist sauber, das Wasser glasklar türkis. Man schwimmt über seinem eigenen Schatten. Ein Traum. Die Liegen am Strand haben Sonnenschutz und ganztägig ziehen Verkäufer unaufdringlich ihre Bahnen. Das lohnt sich offensichtlich, denn für 2 Kokosnüsse bezahlen wir $20! In Panama sind es 2. Die Preise für Essen sind realistischer und die Shrimp ausgezeichnet.

Teil der Hotelanlage ist ein Yachthafen, wo einige wirklich ansehnliche Schiffe liegen. Etwas entfernt ist die Anlegestelle der Kreuzfahrtschiffe. Der Tourismus ist zu 95% zurück. Gut so.

Für Mother’s Day am Sonntag haben wir eine Fähre nach Spanish Wells auf North Eleuthera gebucht, eine schmale Insel zwei Stunden von Nassau entfernt. Wir mieten einen Golfcart und fahren die einzige Straße nordwärts. Ein Anwohner bemerkt, dass wir auf der Suche sind und fragt nach. Kaffee suchen wir und er schickt uns ein paar Kilomter weiter zur Sand Bar. Dort kommen wir gerade recht zum Muttertagsbrunch, nachdem wir auf dem Weg schon mal ins Wasser gesprungen waren. Gutes Essen, guter Kaffee.

Am späten Nachmittag geht es zurück und im Hotel erwartet uns schon die tägliche Abfrage des Gesundheitsministeriums:

  • Hattest Du in den letzten 24 Stunden Kontakt mit Infizierten? NEIN
  • Hattest Du in den letzten 24 Stunden eines oder mehrere der folgenden Symptome? … NEIN, KEINES
  • Wirst Du dich weiterhin an dieses Regime halten? JA

Kindergarten vom Feinsten, aber besser als Maske.

Nach 7 Tagen ist der Kurzurlaub beendet. Von Nassau selbst haben wir nicht viel gesehen, nach Auskunft eines ansässigen Geschäftspartners auch nichts verpasst.

Was sonst? Linksverkehr, gutes Bier, übergewichtige Frauen.

Bilanz: Muss man gesehen haben, aber einmal reicht.

Fast wieder zu Hause.

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Ungeimpft nach Florida, oder?

Zeit für Urlaub dachten wir uns vor ein paar Wochen und dass wir ewig nicht in den USA waren. Florida oder Texas als Favoriten, weil man dort mit Covid am lockersten umgeht.

Der Plan wurde konkretisiert: nach Miami fliegen, Tesla mieten, an der Golfküste entlang nach New Orleans und zurück über Cape Canaveral. Alles in knapp 2 Wochen. Vorfreude kam auf.

Photo by Antonio Cuellar on Pexels.com

Beim Ticketkauf wies uns der Verkäufer darauf hin, dass wir geimpft sein müssten. Ja, ja, schon gut. Die Website der CDC bestätigte, dass jeder Ausländer, der in die USA einreist, vollständig geimpft und getestet sein muss. Und dass es Ausnahmen gibt.

Welche Ausnahmen?

„… Persons with documented medical contraindications to receiving a COVID-19 vaccine

Medizinische Kontraindikation also. Allergien zum Beispiel? Die CDC hilft weiter:

„Wer gegen einen der Inhaltsstoffe der Impfstoffe allergisch ist, darf nicht geimpft werden.“ Das ist eine sehr sinnvolle Vorsichtsmaßnahme. Und ich will das ja nicht erfahren, indem ich mir so eine Spritze setzen lasse.

Ausweg: Auf www.liberation-express.com wird abgefragt, ob man ausschließen kann, in solcher Weise allergisch zu sein. wer kann das schon? Ich nicht. Demzufolge bekomme ich die Empfehlung, das durch einen Allergologen abklären zu lassen und bis dahin eine auf 6 Monate begrenzte unfit for vaccination Bescheinigung. Problem gelöst. In der Zeit kann man bequem das Gutachten des Allergologen einholen.

Alles gut? Eigentlich schon. Trotzdem rufe ich nochmal die Fluggesellschaft an. Der Mitarbeiter nimmt die Situationsbeschreibung entgegen und muss rückfragen. Nach einer Minute hat er die Antwort:

„Nein, ohne Impfbestätigung dürfen wir sie nicht an Bord lassen. Ausnahme muss von der US-CDC betätigt werden, dann gern.“

Zurück zur CDC Website und jetzt lese ich mal alles, was da steht. Ergebnis ist, dass ein formaler Arztbrief ausreicht, wenn er die üblichen Anforderungen erfüllt. Und der soll der Fluggesellschaft vorgelegt werden, die mich soeben zur CDC geschickt hat. Eigentlich ganz einfach. Ob ich es nochmal bei der Copa probiere?

Kurz bevor ich zum Telefon greife, stoße ich auf eine weitere Erläuterung bei der CDC:

Wer diese Ausnahme geltend macht, unterschreibt unter Strafandrohung dass er sich nach Ankunft für 5 Tage selbst in Quarantäne begibt und sich in diesem Zeitraum nochmals testen lässt.

Inakzetabel. Urlaub gestrichen, zumal wir ja noch mit der Copa Airline streiten müssten, um überhaupt an Bord zu kommen.

60 Seemeilen vor Miami liegen die Bahamas. Weiße Strände, kristallklares Wasser. Und keine Impfpflicht.

Plan geändert, wir fliegen nach Nassau.

Quelle: pexels.com

Nachtrag: Natürlich wurde sofort gecheckt, ob man von Nassau aus problemlos nach Miami kommt und das ursprüngliche Programm abarbeiten kann. Geht aber nicht, Impfpflicht, egal woher man in die USA einreist.

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Auf Weltumrundung – Station in Panama

Vor einigen Tagen hatte ich das Vergnügen meine Lieblingsrunde mal nicht selbst, sondern an Bord einer ziemlich neuen DIAMOND DA50 RG mitzufliegen, die jedoch schon eine ganz besondere Historie hat.

Die Maschine hat als Nummer 10 einer neuen Serie die Produktionsstätte in Wiener-Neustadt verlassen und der Besitzer hat sie, auch als Dank für die Unterstützung bei Lizenzerwerb und Flugzeugkauf, zwei erfahrenen Piloten für eine Weltumrundung überlassen. Die beiden, Matthias und Robin, sind dann nach gründlicher Vorbereitung am 4. Januar von Österreich aus mit der HB-RTT (Rufzeichen) unter anderem über Heraklion, Riyadh, Dubai, Karachi, Bangkok, Kuching, Guam, Honolulu, Santa Monica, Grand Canyon, Denver nach Houston geflogen. Dabei waren 3 Trips mit jeweils 11 bis 13 Stunden über den Pazifik, wobei die nötige Reichweite nur mit Zusatztank auf den Rücksitzen realisiert werden konnte. Mutig.

Was für eine Unternehmung. Hier ist der Link.

Als die Maschine, aus San Jose (Costa Rica) kommend, den Flughafen Marco A. Gelabert (MPMG) in Panama City anflog, gab der Wettergott alles: schwarze tiefhängende Wolken zogen auf und Starkregen ergoss sich auf die Piste. Erst nachdem die Maschine in einen Hangar geschleppt worden war, konnten die Insassen begrüßt werden.

Für den nächsten Tag war ein Erkundungsflug über die pazifische und karbische Inselwelt Panamas sowie den Kanal geplant, den ich erfreulicherweise konzipieren und begleiten durfte. Hier ist die geplante und auch geflogene Route: MPMG MPFE BOMAK MPRA MPVR MPEJ MPMG. Flugzeit 2 Stunden.

Für 9 Uhr war Abflug geplant, diesmal bei strahlendem Sonnenschein. Im Vergleich zu meiner Light Sport CTLS ist die DIAMOND DA50 schon eine andere Kategorie. Das Cockpit wie im Airliner und entsprechend professionell agierten auch die beiden Profi-Piloten. Robin fliegt Hubschrauber bei der Schweizer Armee und Matthias befindet sich in der Ausbildung zum SWISS Piloten. Fritz, der Eigner, hatte neben mir auf den bequemen lederbezogenen Rücksitzen Platz genommen.

Von MPMG ging es in einer großen Schleife über Panama City, links entlang des Amador Causeway, wo gerade die Norwegian Sun ihren Platz am Pier des Kreuzfahrt-Terminals verlassen hatte. Hinaus auf den Pazifik in Richtung Süden, über Isla Pedro Gonzalez mit einem Luxusressort und dem kommenden Ritz Carlton Hotel & Reserve. Weiter in Richtung Südspitze von Isla del Rey, an deren Westküste dann nach Norden, über die Strände von Isla Viveros und Isla Bolanos, nach dem Überflug von Isla Contadora wieder in Richtung Festland, östlich vom Aeropuerto Internacional Tocumen. Entlang dem Rio Bayano und über Lago Bayano, trafen wir dann bei El Porvenier auf die Karibikküste mit Inseln, Atollen und einer großen Zahl Segelyachten, deren Insassen diese Wunderwelt genießen.

Weiter entlang der Küste nach Westen, über Colon zur Kanaleinfahrt auf der Atlantikseite, parallel zum Kanal in niedriger Höhe zu den Pazifikschleusen, da inzwischen wieder Bewölkung aufgezogen war. Als Finale ein sehenswerter Anflug auf MPMG. Zwischendrin gab es die verwunderte Frage der Piloten, ob man hier immer so ungestört von Anweisungen der Luftraumüberwachung über Land fliegen kann.

Ja, kann man. Das ist Panama.

Inzwischen ist die HB-RTT auf ihrem Weg durch die Karibik und wird ihre Umrundung im April vollendet haben.

Danke, dass ich einen kleinen Teil mitfliegen durfte. Guten Flug!

Hier ist das Video des Endanflugs und der Landung.

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Flug MH370 vor der Aufklärung?

Malaysia Airlines Flug MH370 verschwand am 8. März 2014 auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking, bevor er in den südlichen Indischen Ozean stürzte – mit 239 Personen an Bord.

Umfangreiche Suchoperationen in einem abgelegenen Seegebiet von 120.000 km² führten nicht zum Erfolg. Nun hat der pensionierte britische Raumfahrt-Ingenieur Richard Godfrey möglicherweise das Rätsel gelöst, die Endposition der Malysian Airlines Boeing 777 ermittelt.

Als Pilot und Vielflieger verfolge ich Luftfahrt-Unfälle seit langer Zeit. Es wird stets großer Aufwand getrieben, um selbst kleinere Vorkommnisse aufzuklären, daraus Maßnahmen für mehr Sicherheit ableiten zu können. Die Methode des Richard Godfrey kombiniert nun noch Luftfahrt-spezifisches mit einem meiner Hobbys in früheren Jahren, dem Kurzwellen-Amateurfunk.

Unter WSPR.net betreiben Funkamateure Ausbreitungsstudien elektromagnetischer Wellen im Frequenzbereich zwischen 3 und 30 MHz. Es funktioniert so, dass mit geringer Sendeleistung zu definierten Zeitpunkten ein zwei Minuten dauerndes Signal ausgesendet und von Beobachtern der Empfang zurückgemeldet, in einer umfangreichen Datenbank erfasst und ausgewertet wird. Initiator ist Jospeh H. Taylor, ein Astrophysiker an der Princeton University und Physik-Nobelpreisträger 1993.

Richard Godfrey nutzte für seine Analyse des MH370-Flugwegs die Tatsache, dass ein solch großes Objekt die Ausbreitung von Funkwellen minimal, aber nachweisbar stört. Hier wird das Prinzip veranschaulicht.

Seine Analyse der WSPR Daten hat das nun bestätigt und ihm ermöglicht, den Flugverlauf weitgehend zu rekonstruieren. Seine Ergebnisse passen perfekt zum automatisierten Datenaustausch zwischen Flugzeug und den Inmarsat-Satelliten.

Quelle: airlineratings.com

Das Bild zeigt auch, dass einer der rekonstruierten Simulatorflüge des Kapitäns Zaharie Shah noch weiter südlich der gefundenen Position endet, so als ob man von Kuala Lumpur direkt in den südlichen Indischen Ozean geflogen wäre, so weit der Treibstoff reicht.

Die Rekonstruktion von Richard Godfrey erhärtet die These vom Massen-Selbstmord des Flugkapitäns. Gewissheit wird man erst haben, wenn die Maschine aus ca. 4.000 Meter Tiefe geborgen worden sein wird.

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In 40 Minuten um die halbe Erde

Für eine ganze Erdumrundung hat Jules Verne’s Held Phileas Fogg 80 Tage gebraucht, wir selbst drei Wochen und bald soll es mit diesem Spaceplane in 40 Minuten um die halbe Erde gehen. Da braucht man keine Sitzplätze mehr.

Hier ist der Originalartikel.

Quelle: Radian Aerospace

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Inselparadies aus der Luft

Wie beim Auto, gilt auch beim Flugzeug, dass die „Kisten“ bewegt werden wollen. Und da mein Light Sport Aircraft (LSA) corona-bedingt länger als ein Jahr im Hangar stand, dauerte es einige Monate, kostete viele Stunden und auch ein paar Tausend Dollar, um es wieder flugtauglich zu machen.

Nach einigen Erprobungstouren über Land, ging es vorgestern endlich mal wieder auf Inselkurs: der Las Perlas Archipel, dessen nächstliegende Insel Pedro Gonzalez mit ihrem Flugplatz (MPFE) von meinem Heimatflugplatz Chame (MPCM) nur 47 Seemeilen, also 87 km entfernt ist.

Maschine ist mit 18 Gallonen Superbenzin 95 betankt (82 Liter), wird per Checkliste vorbereitet, dann bei Panama Radio ein Flugplan aufgegeben:

Rufzeichen HP1708L von MPCM nach MPCM, via MPFE, BOMAK, MPRA. Reiseflughöhe ist 4.500 Fuß (1.370 Meter), Geschwindigkeit 90 Knoten (167 km/h), Flugzeit 2 Stunden, Reichweite 3 Stunden.

Es ist 10 Uhr Ortszeit und los geht es. Steigen über Coronado, und einen Meeresabschnitt, in dem vor 2 Wochen eine Piper mit 5 Personen im Wasser notlanden musste. Drei der fünf kamen aus der Maschine, mit 2 weiteren ging sie unter und ist bis heute nicht gefunden, nur wenige Kilometer von der Küste entfernt. Unter anderem wegen solcher Vorkommnisse, wie Maschinenausfall, wird bei Flügen über dem Ozean in einmotorigenMaschinen stets eine Schwimmweste getragen.

Nach ca 20 Minuten tauchen die Inseln im Dunst auf, vorher habe ich schon einen Containerfrachter und ein Kreuzfahrtschiff überflogen, die via Panamakanal aus dem Atlantik kamen.

Und dann tauche ich ein in die Inselwelt …

Man kann so oft über diesen Archipel fliegen, wie man will. Der Gezeitenwechsel, der bis zu 6 Meter beträgt, die Sonneneinstrahlung zu unterschiedlichen Tageszeiten, ergeben immer wieder neue faszinierende Bilder und schillernde Farben.

Willkommen auf der Sonnenseite.

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Von Galati nach Vancouver

Nachdem wir vor wenigen Monaten schon mal den Transfer einer neuen Fähre vom Hersteller in Tasmanien zum Einsatz in Trinidad & Tobago beobachten konnten, gibt es heute eine ähnliche Aktion:

Die BC Ferries Island 6 ist ein Hybrid-Fährschiff, dass in Galati, einem rumänischen Schwarzmeer-Hafen, gebaut wurde.

Quelle: BC Ferries

Bei der 60 Tage dauernden Überführung an seinen künftigen Einsatzort, Vancouver in British Columbia, hat es heute den Kanal in Richtung Pazifik passiert. Ein informativer Artikel ist hier.

Und hier durchquert sie unseren Vorgarten.

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Drei Tage im Inselparadies

Wie schon avisiert, von Montag bis Mittwoch haben wir einen Kurztrip in den Las Perlas Archipel unternommen. Das Sonny Island Eco-Resort auf Isla Bolaño hatte für Trips ausserhalb des Wochenendes attraktive Sonderangebote, genau richtig zum Ausprobieren.

Montag um 7:30 startet die Expressfähre von der Flamenco Marina auf dem Amador, also nur 5 Minuten von unserem Zuhause entfernt. Das Wetter ist gut, wir sitzen im Freien im Fahrtwind und genießen es. Es geht direkt zur Insel, bevor die Fähre dort wieder in Richtung Isla Contadora ablegt.

Wir werden freundlich empfangen, mit den Regeln vertraut gemacht, nichts mit Corona. Unser Bungalow ist die #1, was sonst. Die ca. 16 Bungalows sind aus vorgefertigten Holzbauteilen zusammengesetzt, in guter Qualität, made in Taiwan. Die Wohnfläche von ca. 40 m² teilt sich in Schlafraum, Dusche, Waschecke und WC, sowie überdachte Terasse und reicht völlig aus. Unweit daneben steht noch ein Pavillon mit Tisch und Sitzgelegenheiten für mehr 10 Leute.

Zuerst geht es zum Strand, der direkt vor unserer Haustür liegt. Weißer Korallensand und klares Wasser, das in verschiedenen Türkistönen schimmert. Ein Traum.

Isla Bolaños hat wie alle Inseln im Archipel felsigen Untergrund und das setzt sich bis ins Wasser fort. Bei Ebbe sieht das mancherorts wie eine Steinwüste aus, bei Flut sind die meisten Felsen verschwunden. Sonnenstand, Gezeiten, Seegang und Bewölkung sorgen so für ein ständig wechselndes Landschaftsbild.

Der Strand im Westen der Insel bietet mit ca. 320 Meter reichlich Platz für die 4 Gäste, die sich gerade im Resort aufhalten. Wir halten es stundenlang im Wasser aus, werden von den Wellen überspült, machen es uns auf den vom Wasser malträtierten Felsformationen gemütlich, bewundern eigenartig geformte Steine, bunte Muscheln und Korallen unterschiedlichster Bauart. Und lassen die Pistazienschalen einfach auf den Boden fallen. Der mächtige Pazifik erledigt das Aufräumen für uns. Danke.

Im offenen Inselrestaurant werkelt Koch Rolando und seine gegrillten Shrimp sind ein abendliches Muss. Am Dienstag mittag offeriert er uns einen selbst gefangenen Zackenbarsch, in Folie gebacken. Viel zu viel für uns zwei, aber auf wundersame Weise bleibt nichts übrig.

Die Dächer der Bungalows sammeln Regenwasser und im Gelände sind eine Menge Solarpanels unauffällig verteilt, womit die Grundversorgung des Resorts gesichert ist.

Schnell vergeht die Zeit und Mittwoch nachmittag gegen 15 Uhr holt uns die Fähre wieder ab. Mit 25 Knoten geht es nach Hause. Hat Spaß gemacht.

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Paradies für Sportfischer und Null-G in Las Perlas

Außer essen kann ich mit Fischen nichts anfangen. Aber da gibt es ja noch die Kategorie der Sportfischer und für die ist Panamas Pazifik das wahre Paradies.

Egal, ob im Süden des Las Perlas Archipelago, um Isla Coiba oder direkt vor der wilden Azuero-Südküste, überall dort, wo der Meeresboden steil abfällt, beginnt das Revier von Marlin & Co. Nie jedoch konnte ich mir diese Monster so nah am Land vorstellen, wie in diesem beeindruckenden Video.

Quelle: youtube.com

Im Kayak zum Sportfischen, das machen die Leute von Los Buzos, an der Südküste der Azuero Halbinsel. Und das sind die Fische, die man dort sozusagen vor der Haustür finden kann.

Ich habe keine Ahnung vom Fischen, aber das obige Video hat mir wirklich Spaß gemacht. Und ich fragte mich, wie die Jungs gleichzeitig angeln und sich vorwärts bewegen können.

Das gelingt mit den Kayaks von hobie.com, deren Pedale für Antrieb und Steuerung sorgen. Beeindruckende Technik – und trotzdem will ich mit so einer Nussschale lieber nicht selbst auf dem Meer unterwegs sein. Also Hut ab vor denen, die das wagen.

Endlich wieder Las Perlas! Seit wenigen Wochen braucht es keinen Test mehr, um die Inseln da draussen zu besuchen – Null-G heisst das wohl in Deutschland. Also haben wir von Montag bis Mittwoch einen Kurztrip zur kleinen Isla Bolanos, ins Sonny Island Eco-Resort gebucht. Knapp 2 Stunden per Expressfähre, 3 Tage Zeit zum Baden, zum Schnorcheln und es ist immer noch Wal-Saison.

Quelle: sonnyislandresort

Bericht folgt, also wiederkommen.

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