Doppelleben mit Hertz

Nachdem ich hier ja schon erleichtert geschrieben habe, dass ein fähiger Hertz-Hotline-Mitarbeiter mein Problem gelöst hat, war das wohl verfrüht.

Quelle: quotesgram.com

Ein Blick auf meine Kreditkartenabrechnung zeigt mir nämlich, dass ich nun gleich 2 Autos wirksam bei Hertz reserviert habe, eines für €668 und ein weiteres identisches für €538. Beide am selben Tag gebucht, für den selben Zeitraum – und natürlich hatte ich dem Mitarbeiter an der Hotline von der anscheinend erfolglosen Buchung erzählt.

Allerdings hätte es noch schlimmer kommen können, aber sein erster Vorschlag, mir das gleiche Auto für €701 anzudienen, wurde nicht umgesetzt. Dann hätte ich drei Reservierungen mit drei unterschiedlichen Preisen und unterschiedlichen Freikilometern gehabt.  

Meine Lehre ist, dass ich nicht wieder mit Vorauszahlung buche. Der magere Preisvorteil ist es nicht wert, sich bei Fehlbuchungen stundenlang mit dem Rückholen des zuviel gezahlten Geldes befassen zu müssen.  

Liebe Hertz-Chirurgen. Wie wäre es eigentlich mal mit einer simplen Plausibilitätsprüfung? Da ich in beiden Reservierungen als einziger Fahrer angemeldet bin, ist es doch eher unwahrscheinlich, dass ich im gleichen Zeitraum zwei gleiche Autos nutzen will, oder? 

Wenn ich mal ganz viel Zeit habe, werde ich vielleicht mal testen, wie viele Buchungen das System im gleichen Zeitraum und für ein gleichartiges Fahrzeug erlaubt, ehe eine Art Fehlermeldung kommt. Drei? Fünf? Fünfhundert? So viele wie es Hertz-Autos in Deutschland gibt?

Ich bin gespannt. Und wahrscheinlich mache ich einen solchen Stresstest ohne Vorauszahlung. 

Kleinkram zu Thanksgiving

Nur gute Nachrichten: das 91er Benzin für unseren Subaru wird morgen um einen Nickel billiger, kostet dann noch $.732 pro Liter oder € 0,64.

Der Benzinpreis ist hier an den WTI-Marktpreis der Vorwochen gekoppelt und wird dementsprechend angepasst. Das geht in beide Richtungen, derzeit erfreulicherweise nach unten. 

Den naheliegenden Deutschland-Vergleich spare ich mir mal.

Die hiesige Tourismus-Behörde hat jetzt beschlossen, die zentrale Pazifikküste des Landes als Riviera Pacifica zu vermarkten. 

Das ist ein abwechslungsreicher Küstenstreifen von ca. 70 km, zwischen Punta Chame und Rio Hato.

Vom zugehörigen Flugplatz sind heute nachmittag ca. 200 Urlauber bei Regenwetter zurück nach Montreal geflogen. Dort werden sie bei -10°C landen.

Von Panama nach … Ecuador (Teil 3)

Die Sonne scheint, die Menschen flanieren am Sonntag nachmittag durch ihre Stadt – wir sind in Cuenca. 

Unsere Freundin Peggy, die seit 2 Jahren hier lebt, hat uns aufgelesen und führt uns nun durch ihre temporäre Heimat, die eigentlich Santa Ana de Quatro Rios de Cuenca heißt und als europäischste Stadt in Ecuador bezeichnet wird. Sie wird aufgrund ihrer historischen Architektur auch als UNESCO Welterbe geführt. Auf 2600 m gelegen hat Cuenca selbst laut Wikipedia ungefähr 400.000 Einwohner, unter Einschluss der umliegenden Region sind es 700.000. 

Bevor wir uns weiter mit Cuenca befassen, zunächst ein Bild, das zeigt, was da alles an unserem Weg lag:

Quelle: http://www.hideawayreport.com

Den Cayambe haben wir vom Äquatormonument aus gesehen. Am Fuß des Antisana haben wir in den Thermalquellen gebadet, den Chimborazo haben wir auf dem Weg von und nach Riobamba gesehen, dem Tungurahua sind wir bis auf 8 km nahe gekommen. Der Cotopaxi hat sich all die Tage versteckt, für El Altar und Sangay hatten wir leider keine Zeit, aber dafür haben wir ja den Quilotoa Kratersee besucht. Alles gut. 

Cuenca ist eine moderne und sehr schöne Stadt. Wir trinken unseren Nachmittagskaffee direkt an der Kathedrale und zum Abendessen steigen wir auf den Turi, einen Aussichtspunkt, der uns die Stadt in voller Ausdehnung zeigt. Und dazu bestellen wir natürlich Canelazo, die Anden-Variante des deutschen Grog, hergestellt aus Rohrzuckerschnaps, Rohrzucker und in Wasser aufgekochtem Zimt. Köstlich und gut für die kalten Nächte im Hochgebirge – oder sonstwo. 

Die Zeit vergeht schnell und wir bedanken uns bei Peggy, die uns wirklich sehr gut betreut hat. Nach einer ruhigen Nacht und einem guten Frühstück verlassen wir Cuenca gegen 9 Uhr und wollen mal sehen, wie weit wir kommen. 

Anders als befürchtet, ist auch am Montagfrüh nicht viel Verkehr in Richtung Riobamba/Quito und es ist besseres Wetter, als am Vortag. Wir halten ziemlich oft an und machen auch einen Abstecher zur bekannten  Inka-Stätte Ingapirca. Dort kommt man allerdings nur mit Führer hinein und es ist gerade kein Englisch-sprechender vor Ort. Schade.

Chimborazo-Massiv

Wir schaffen es in aller Ruhe bis Latacunga, wo wir im gleichen Hotel absteigen wie schon 2 Tage vorher. Am nächsten Morgen haben wir alle Zeit der Welt, um nach Quito zu gelangen, geben unser Auto ab und heben planmäßig um 15:10 Uhr mit Copa Airlines in Richtung Panama ab.

Kurze Zusammenfassung:

Ecuador ist unbedingt eine Reise wert und auch für viele Nordamerikaner wegen der niedrigen Lebenshaltungskosten schon zweite Heimat geworden. 

Meine regelmäßige Frage an Einheimische, wie das Leben in Ecuador so sei, wird überwiegend mit tranquilo beantwortet. Ruhig, friedlich, entspannt. Und das in einem Land wo der Präsident Lenin Moreno heißt. Allerdings haben die Ecuadorianer derzeit das Beispiel Venezuela vor Augen, wo ja das jüngste sozialistische Experiment gründlich in die Hose gegangen ist. Überall in Quito sieht man derzeit venezolanische Migranten Müll durchsuchen, betteln oder mit kleinen Kunststückchen an der Straßenkreuzung ein paar Münzen verdienen. Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts.  

Die indigene Bevölkerung im Land lebt ziemlich ärmlich, von eigener Landwirtschaft und Tierhaltung im Familienbetrieb.

Quelle: suzannestengl.com

Im Gegensatz dazu sieht man überall im Land ausgedehnte Gewächshausanlagen. Ecuador exportiert Gemüse und Blumen in alle Welt. Jeden Tag landen und starten deshalb die großen Frachtmaschinen, u.a. von Cargolux und Qatar Airways, auf Quitos modernen Flughafen. 

Die Landschaft ist eindrucksvoll und man braucht natürlich mehr Zeit, als wir sie uns genommen haben.  Nicht besucht haben wir die Pazifikküste und die Galapagos-Inseln. Letztere sind eine eigene Reise wert.

  

 

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