Glückliches Panama

Was für eine Woche: Harvey trifft auf die texanische Golfküste, Irma verwüstet die nördliche Karibik und nun Florida, Mexico erlebt das schwerste Erdbeben.

Alles keine 2 Flugstunden von hier entfernt und Panama merkt davon … nichts.

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Das regelmäßige Auftreten von Naturkatastrophen war für uns bezüglich Auswanderungsziel vor 10 Jahren ein klares KO-Kriterium. Auch wenn es selten passiert, das muss man nicht mitmachen.

Zwei unserer nordamerikanischen Nachbarn haben erst letztes Jahr jeder ein Condo in Boca Raton an der Atlantikküste von Florida gekauft, sind jetzt hier und müssen warten, was passiert und wie ihr Eigentum und die Umgebung nach Durchzug von Irma aussehen wird.

Weitgehend unbemerkt in der Öffentlichkeit hat es in diesen Tagen auch drei schwere Ausbrüche auf der Sonne gegeben, die falls genau zur Erde gerichtet, großen Schaden an Energie- und Kommunikationsnetzen hätten anrichten können.

Und natürlich sind nach diesen Monsterstürmen auch die Klimawandel-Alarmisten zur Stelle.  Ihnen sei gesagt, wenn diese Unwetter „menschgemacht“ sind, dann war es die vorausgegangene Flaute ebenfalls. Mehr als 4.000 Tage hatte nämlich kein schwerer Sturm mehr das US-Festland getroffen, eine bis dahin nicht erlebte Ruhepause.

Und das stellte das IPCC in 2013 fest:

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Otto – ein tropischer Sturm

In den letzten Tagen hat es hier ausgesehen wie im deutschen Herbst. Wetter zum Liegenbleiben. Schadenfreude da drüben? Zumindest haben wir es 20°C wärmer, mindestens.

Scheint, dass der ausklingende El Niño uns deutlich mehr Regen gebracht hat, als in den Vorjahren. Und gestern hatte sich nördlich der panamesischen Karibikküste eine tropische Depression gebildet, ein Tiefdruckgebiet, dass sich bereits zum tropischen Sturm entwickelt und den Namen Otto bekommen hat. Lustig.

 

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Quelle: NOAA

Außer viel Regen haben wir nichts zu befürchten, denn diese Wettererscheinungen ziehen im Karibischen Meer immer mehr oder weniger nach Norden. Außerdem scheint Otto sich schon wieder aufzulösen; in der 5-Tage-Vorschau ist er nicht mehr zu sehen.

Gute Aussichten und in ca. 3 Wochen ist ohnehin für 5 Monate Schluss mit Regen.

2 Ozeane in 2 Stunden besucht

Klingt dramatisch, oder? In Panama ist das nur ein Katzensprung. Was wir für gestern geplant hatten, war aber kein „Rund“flug, sondern annähernd ein Quadrat oder Trapez:

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Wir starten in Chame (MP24), nur wenige Kilometer von der Pazifikküste entfernt. Kurs Nord und steigen auf 5500 Fuß. Wir überfliegen dabei den Lake Gatun, durch den ja ein großer Teil des Panamakanal verläuft. Von oben kann man gut die Schiffe sehen und dann die Gatunschleuse. Die alte und seit 100 Jahren in Betrieb befindlich, darüber die Baustelle der Erweiterung mit neuen großen Schleusentoren.

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Das ist die Stadt Colon mit der Colon FreeZone, zweitgrößte Freihandelszone der Welt. Dahinter sieht man den Flugplatz von Colon (MPEJ), den wir als Etappenziel haben, aber nur überfliegen.

Jetzt geht es an der Karibikküste entlang nach Osten. Jede der 4 Etappen ist ungefähr 50 Seemeilen lang.

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Auf dem mittleren Bild kann man die Siedlung El Porvenier sehen, unser nächstes Etappenziel und den Flugplatz (MPVR) mit nur 400 m Landebahn. Und so wie im unteren Bild geht es nun 120 km mit Inseln, Sand und Palmen weiter bis nach Kolumbien hinein. Ein karibisches Paradies. Das werden wir demnächst abfliegen, aber dann in  niedriger Höhe und mit 3 oder 4 Zwischenstopps auf Inselfluplätzen.

Heute drehen wir aber nach Süden, steigen wegen der Wolken auf 9.500 Fuß und nehmen Kurs auf den Las Perlas Archipel im Pazifik.

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Das Wetter meint es gut mit uns und die Bilder sind wieder traumhaft. Kaum gelandet sitzen wir schon wieder in Gerald’s Gartenrestaurant und sehen den Kolibris beim Naschen zu, bevor unser Fisch auf den Tisch kommt. Dann geht es noch mal für eine gute Stunde zum Baden. Das Wasser ist türkis, traumhaft klar, der Sand schneeweiß.

Fertigmachen für die letzte Etappe: 50 Seemeilen auf 4.500 Fuß zurück nach Chame. Es geht nach Westen, der untergehenden Sonne entgegen, ein vollbeladenes Containerschiff auf dem Weg zum Kanal und im Sinkflug noch ein Bild von Punta Chame.

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Wir sind 10:40 Ortszeit gestartet, um 12:50 auf Isla Contadora gelandet (OTD/MPRA). Um 15:55 wieder abgeflogen und 16:40 in Chame gelandet. Insgesamt laut Planung 204 Seemeilen oder 378 km zurückgelegt. Zur geplanten Strecke kommen allerdings noch ein paar Schleifen dazu, um Wolken zu umfliegen oder über Las Perlas Höhe abzubauen und Bilder zu machen. Insgesamt eher 450 km.

Von Chame bis kurz vor Contadora sind wir immer unter der Obhut von Panama Advisory, die uns mit den anderen Maschinen im Luftraum um die drei Flugplätze der Hauptstadt auf dem Schirm haben, das sehr gut machen und uns weitgehend freie Hand lassen. Gracias amigos.

 

 

 

Tourismus in Mittelamerika – ein paar Zahlen

Die mittelamerikanischen Tourismusbehörden haben gemeinsam einige Zahlen veröffentlicht.

So ist die Anzahl an Touristen zwischen 2000 und 2012 von 4,29 auf 9,39 Mio. um ca. 7% pro Jahr gestiegen. Führend sind Costa Rica und Guatemala, wobei Panama und Nikaragua die höchste Steigerung hatten und unmittelbar folgen.  In Panama hatte die zuständige Behörde allerdings schon in 2012 verkündet, dass man Costa Rica überholt habe.

Gestiegen ist auch der Geldbetrag, den der durchschnittliche Tourist ausgibt, von $700 in 2000 auf $1.016 in 2012. Mit Blick auf die Inflation scheint mir das allerdings kein erheblicher Zuwachs zu sein. Panama liegt mit einer Vielzahl Hotels gehobener Preisklasse und seinen Malls sicher über diesem Durchschnitt.

Woher kommen die Touristen? 40% aus Mittelamerika selbst, 35 bis 40% aus Nordamerika , sowie je 10% aus Südamerika und Europa.

Panama beginnt inzwischen, auch seine Karibikküste zu erschließen. Das beginnt mit Straßenverbindungen von Colon, wo Kreuzfahrtschiffe ankommen, nach Osten in Richtung El Porvenir (ca. 100 km) und nach Westen in Richtung Bocas del Toro (ca. 250 km). Die erste Hotelkette, das kolumbianische Royal Decameron, hat als erste Expansion in die Region angekündigt.

Reisebericht Teil 3 / Bocas del Toro (Karibikküste)

Auch wenn es schon 3 Wochen her ist, hier kommt der letzte Teil unseres Ausflugs, was ja eigentlich die mittlere Etappe war.

Wir starten am 1. Februar um 10 Uhr nach einem guten Frühstück in Bocas del Mar.

Adios Pacifico.

Wir fahren 30 km auf der Panamericana Richtung Westen, um dann in Chiriqui nach Norden abzubiegen. Noch ist blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. Links grüßt der Vulkan Baru, hinter uns die Pazifikküste und die Stadt David liegt dazwischen.

Die Busse, die uns entgegenkommen, tragen meist die Aufschrift Changuinola-David, bringen Leute von der Karibikküste in die Stadt. Es geht zügig bergauf und von Norden her kommen Wolken über die Berge, Wind kommt auf. Als wir nach eine Kontrollstelle an der Provinzgrenze aussteigen, um einen Kaffee zu trinken, stellen wir fest, dass unsere Strandkleidung ziemlich unpassend ist. Der Sturm reißt einem sogar die Autotür aus der Hand. Sehr ungemütlich und der Kaffee taugt auch nichts. Also weiter bergauf. Wir sollten auf ca. 1000 Meter sein und passieren werden wir die Bergkette bei ca. 1300 Meter.

Ein Stausee, über dessen Damm die Straße führt, und dann geht es bald bergab. Das Thermometer zeigt 16°C, wir sind in den Wolken. Breite Flußläufe und weggespülte Straßensegmente zeigen, dass es hier oben nicht immer friedllich zugeht. An Hütten der ansässigen Indiostämme vorbei, die meist auf Stelzen stehen, geht es hinunter nach Chiriqui Grande, und das Wetter wird besser. Kurz vor dem Ort zweigt die Straße nach links, Richtung Westen ab und führt über Almirante nach Costa Rica.

Almirante ist der Ausgangspunkt um auf die Inseln des Bocas del Toro Archipels zu gelangen. Am Ortseingang empfängt uns ein hochgewachsener junger Mann auf seinem Fahrrad. Er wartet hier auf Fremde, lotst uns zu einem abgeschlossenen Parkplatz und dann weiter zum Fährhafen. Der Parkplatz ist ein eingezäuntes Grundstück auf dem ca. 35 Fahrzeuge dicht gedrängt Platz haben. Wir haben Glück, ein oder zwei Plätze sind frei. Für 3 Dollar pro Tag scheint unser Cruiser hier sicher zu stehen. Der Schlüssel muss zwecks Rangieren hierbleiben.

Zur Fähre sind es nur noch 200 Meter und unser Führer verabschiedet sich, nach Bezahlung. Die Fährstation befindet sich an einem breiten Flußlauf der ins Meer hinausführt. Am Rand stehen ziemlich primitive Behausungen, auffallend sind die zugehörigen ganz kleinen Häuschen, die noch etwas näher ans Wasser gebaut sind. Kein Platz zum Baden.

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Die Leute von TAXI 25 erfassen alle Fahrgäste in einer Liste und rufen auf, wenn das Boot fertig ist für’s boarding. Ca. 30 Leute passen rein, Schwimmwesten sind Pflicht. Und dann geht es hinaus in die Karibik. Es dauert ca. 30 Minuten bis wir auf der Isla Colon, der Hauptinsel des Archipels, anlegen. Das übliche Karibikfeeling: gelassen, bunt, schmutzig.

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Unser Gastgeber hat ein Boot zur Abholung geschickt und mit 2 anderen Touristen steigen wir ein. Die wollen zum Red Frog Beach, der nicht weit von unserem Ziel entfernt ist. An der Red Frog Beach Marina liegen einige sehr schöne Yachten. Offensichtlich ein beliebtes Ziel.

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Kurz danach treffen wir in unserem Resort ein, dem „Garden of Eden“. Es ist eine kleine Insel, unmittelbar vor der Isla Solarte, mit viel tropischem Grün und mit 2 Anlegestellen.

Kipp, der amerikanische Besitzer, und sein Hund Zeus, betreiben das Anwesen. Haupthaus, Haus für Personal, Aufenthaltsbereich mit Bar und Küche, eine Suite im separaten Gebäude und 2 Bungalows, direkt am Pool. Personal gibt es nur 2 Personen, von denen eine auf der Insel wohnt, der Koch nur zum Kochen von einer Nachbarinsel kommt.

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Hier können also maximal 6 Gäste sein, was den Platz zu dem macht, was der Name schon sagt: Garden of Eden. Wir haben einen Bungalow mit Himmelbett, Balkon mit Hängematte und mitten im Grünen. Es gibt ausgiebiges Frühstück, tagsüber nur Snacks, weil da alle unterwegs sind. Abends wird ein Dreigang-Menü gezaubert und es gibt den „Cocktail of the Day“.

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Außer uns ist nur ein junges holländisches Pärchen da, die für KLM arbeiten und so billig in der Welt herumreisen können. Nach Boacas del Toro wollen sie den Karneval in Pedasi erleben. Kipp hat Kajaks an der Anlegestelle und ich probier das mal kurz aus. Unsere kleine Insel kann man nicht umrunden, weil das Stück zur Hauptinsel völlig mit Mangroven zugewachsen ist. Überhaupt sieht man hier hauptsächlich Mangrovenwälder statt Sandstränden.

Unser kleines Ressort ist sehr erholsam und am Samstag bleiben wir den ganzen Tag da. Wir beobachten die Kolibris an den Hibiskisblüten, die Fischschwärme unter dem Steg und ab und zu zieht ein Delphin vorbei. Als ich ins Wasser springe und schwimmen will, reiße ich mir  an den am Steg angewachsenen Muscheln die Fußsohle auf. Ziemlich schmerzhaft und blutig. Zwei Tage humpeln.

Am Sonntag hat meine Frau Geburtstag und der Tag fängt mit einer kleinen Torte und Kerze an, eine Überraschung, die unsere Kinder aus der Heimat organisiert haben. Dann bringt uns das Wassertaxi zur Isla Caranero. Dort gibt es einen Leuchtturm, Bungalows über dem Wasser können gemietet werden und einige Gebäude stehen zum Verkauf.

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Insgesamt nicht viel zu sehen und wir setzen mit dem Wassertaxi über zur Isla Colon, gleich gegenüber. In den vollgepackten Touristenläden kaufen wir ein Kleid und eine Bocas-Kappe. Dann schlendern wir zum Flugplatz, wo nichts los ist, und setzen uns auf die Terasse eines Cafes. Nach 10 Minuten kommt der Kellner um uns zu erklären, dass es sonntags keinen Kaffee gäbe. Na gut. Wir gehen zurück zur Hauptstraße und suchen ein Restaurant am Wasser. Davon gibt es mehrere und wir finden ein schönes Plätzchen. Nicht lange und ein Musikant mit Jamaica-Strickmütze und Gitarre kommt ins Lokal. Er spielt eine Weile an einem anderen Tisch und dann sind wir dran. Zeit für ein Geburtstagsständchen.

Er ist ein lustiger Kerl und hat natürlich seinen eigenen Stil. Island in the sun, Knocking at Heaven’s door und Yesterday spielt er mit viel Freude und uns gefällt es ausgezeichnet. Nachdem wir uns bedankt und ihn gut bezahlt haben, versucht er von einer kleinen Gruppe Schweizer am Nebentisch auch ein paar Dollars zu ergattern. Die stellen sich  komischerweise etwas zickig an.

„The best nation is the donation“ ruft ihnen unser Freund zu und bekommt endlich eine Kleinigkeit.

Hier singt er. Nicht verpassen.

Das Essen ist exzellent, frischer Fisch, weißer Wein. Wie immer. Wir beobachten die Boote und rufen später unser Wassertaxi direkt zum Steg am Restaurant.

Es ist gegen 17 Uhr, als wir uns dem Garden of Eden nähern und unsere holländischen Nachbarn kommen uns im Zweierkajak entgegen. Ziemlich spät für einen Ausflug, weil es 18.30 schon dunkel wird.

Mit Kipp sitze ich dann beim Bier und wir wundern uns, wo die Holländer bleiben. Als die Dämmerung hereinbricht, beschließt er, ihnen mit dem Motorboot entgegenzufahren. Ich fahre mit und blinkere mit der Taschenlampe, damit uns andere Boote sehen. Unsere Freunde im Kajak sind nicht zu finden. Wir vermuten jetzt, dass sie Isla Solarte umfahren wollten und sich dabei zeitlich verschätzt haben. Also zurück und ein Stück in die andere Richtung. Hier stehen aber die Mangrovenwälder noch viel dichter und ohne Scheinwerfer wird das nichts. Kipp telefoniert und ein anderer Skipper ist bereit, uns seine Lampe zu leihen. Es ist inzwischen stockdunkel und wir machen uns wirklich Sorgen.

Als wir den Scheinwerfer übernehmen, klingelt Kipp’s Telefon. Ein Boot hat unsere Holländer aufgegabelt und bringt sie zurück. Das dauert noch 2 Stunden, weil er erst andere Gäste irgendwo abliefern und dann noch tanken  muss. Aber wir haben uns schon mal ein Bier verdient und das Essen wurde auch warmgehalten.

Unsere Freunde aus der ehemals großen Seefahrernation hatten tatsächlich eine Umrundung geplant, hatten sich dann in der Dämmerung verfranzt und sahen sich schon die Nacht in den Mangroven verbringen, als es dann doch gelang, ein vorbeifahrendes Boot zu alarmieren. Ende gut, alles gut.

Montagmorgen, unser Aufenthalt geht zu Ende. Wir verabschieden uns, fahren zurück nach Almirante. Unser Auto ist noch da und heute geht es bei schönem Wetter über die Berge zurück in Richtung Pazifik. Das macht deutlich mehr Spaß und nach Überqueren des Gebirges öffnet sich das Tal von David hin zum Pazifik und der Vulkan Baru grüßt. Dem werden wir noch näher auf den Pelz rücken, aber das wurde ja hier schon beschrieben.

Unsere Tour war insgesamt 1.200 km lang, führte uns vom Meerssspiegel bis auf 2.000 Meter hoch und dauerte 6 Tage. Ein schönes Stück Panama.

Der nächste Trip ist schon in Planung: Per Flugzeug von Chame nach Colon, von dort nach Porvenir gehen, über den San Blas Archipel bis hinunter zur kolumbianischen Grenze bei Puerto Obaldia, quer über den Dschungel des Darien zurück zum Pazifik und dann über den Las Perlas Archipel nach Hause. Reine Flugzeit 4 Stunden.

Also bis bald an dieser Stelle. Und nicht vergessen: Blog weiterempfehlen. Danke.

Panama’s Speisekammer

Zurück von einer 7-Tage-Tour, die uns 1.200 km durch das Land führte, gibt es einiges zu berichten und zu zeigen. Am eindrucksvollsten waren die letzten zwei Tage und deshalb geht es da mit der Reiseberichterstattung los.

Nach 2 Tagen in Boca Chica, an der Pazifikküste der Provinz Chiriqui, fuhren wir am Freitag  bei Sturm und in den Wolken über die Berge nach Norden. Das Ziel war der Bocas del Toro Archipel in der panamesischen Karibik. Von dort ging es gestern vormittag zurück nach David, Panama’s zweitgrößter Stadt, mit dem Golf von Chriqui im Süden, dem Vulkan Baru (3.475 m) im Norden und der Grenze zu Costa Rica im Westen.

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Wir kamen über die 1300 Meter hohen Berge von Norden, diesmal bei Sonnenschein mit Ausblick auf den Pazifik und auf die Ostseite des Vulkans. Bei der Ortschaft Chriqui hat uns die Panamericana wieder und wir fahren westwärts. Auf 4 Spuren an David (83.000 Einwohner) vorbei und an unzähligen Ständen, die am Straßenrand frische Ananas, Bananen und Melonen anbieten.

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Unser Ziel ist nicht David selbst und auch nicht Bouquete, ein bekannter Ort in den Bergen nördlich von David. Wir fahren an David vorbei und drehen in La Concepcion nach Norden auf die Straße nach Volcan, einer Ortschaft westlich vom … richtig, Vulkan Baru.

Es geht zügig bergauf und zunehmend sehen wir Farmen, Vieh, Folienzelte und Gemüsestände. Von Volcan aus geht es weiter aufwärts bis Cerro Punta auf 2.000 Meter Höhe mit herrlichem Blick auf die wildzerklüftete Westseite des Baru. Wenn unten am Meer die Südfrüchte reifen, dann wird hier oben alles geerntet was man gemeinhin als Gemüse bezeichnet: Knoblauch, Zwiebeln, Kartoffeln, Paprika, Tomaten, Blumenkohl, Brokkoli, Möhren, Sellerie usw. Selbst steile Berghänge werden dafür genutzt. Neben dem Gemüse werden Hühner, Rinder, Pferde gehalten, die ihr Futter auf der Weide finden.

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Wir treffen gegen 16 Uhr bei unseren Gastgebern Gudrun und Greg  ein, werden mit offenen Armen empfangen und schließen schnell Freundschaft.  Die beiden wohnen hier wie in der Schweiz, kommen aber aus Kanada.

Gudrun ist seit 30 Jahren Yoga-Lehrerin, hat das in Asien studiert und ihr Haus in Cerro Punta ist der ideale Ort dafür. (Website) (Flyer)

Der Abend geht bei gutem Essen, Wein  und lebhaften Gesprächen schnell vorbei. Unsere Gastgeber müssen mit warmen Kleidern aushelfen, denn hier oben wird es ziemlich frisch, sobald die Sonne verschwunden ist. Auch das ist Panama.

Wir schlafen beim Gemurmel eines Bergbaches schnell ein.

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Heute morgen dann ausgiebiges und ausgezeichnetes Frühstück und um 9.15 sind wir wieder auf der Piste. Aber bevor wir die 400 km in Angriff nehmen, wird viel frisches Gemüse und eine Rinderlende eingekauft. Die Fahrt verläuft ohne Ereignisse, bei Sonnenschein und mit einer Mittagspause. Es ist viel Polizei unterwegs und ein Pickup, der mich gerade überholt hat, wird kurz danach wegen ‚velocidad‘ rausgewinkt. Glück gehabt .. also ich.

Vom Pazifik zur Karibik – kleine Rundreise

Wenn man da lebt, wo wir leben, am Pazifikstrand, hat man eigentlich keine Motivation viel in der Gegend rumzureisen. Aber natürlich wollen wir unsere  neue Heimat trotzdem erschließen.  Wir haben deshalb einen kleinen Rundtrip geplant, der uns am Mittwoch zuerst nach Boca Chica führen soll, wo wir 2 Tage bleiben. Das ist immer noch Pazifikküste, im Westen Panamas, kurz vor David.

Von dort geht es über die Berge ans Karibische Meer. Dort wird das Auto abgestellt und es geht per Boot nach Bocas del Toro, eine Inselgruppe kurz vor Costa Rica. Da haben wir ein lauschiges Quartier gemietet, im „Garden of Eden“. Dort bleiben wir drei Tage und auf dem Rückweg ist noch ein kurzer Abstecher nach Bouquete geplant, eine beliebte Ansiedlung im Schatten des Volcano Baru, Panama’s höchstem Berg.

Hier ist die Übersicht:

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(Bild: http://www.intercarto.com)

Der Reisebericht folgt nächste Woche, an dieser Stelle.

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