Motivation Auswandern

Ein Youtube-Interview zum Thema Perpetual Traveller und die sehr kontroversen Kommentare veranlassen mich, die Motivation zum Auswandern nochmal anzusprechen.

Perpetual Traveller war ursprünglich eine Steuervermeidungsstrategie wohlhabender Leute. Das Internet hat nun dazu geführt, dass auch immer mehr Normalos in aller Welt ihren Lebensunterhalt nicht mehr von 9 bis 5 verdienen müssen, sondern das zu einer Zeit ihrer Wahl und an fast jedem Ort tun können. Globalisierung in Aktion und ein Schritt hin zu mehr persönlicher Freiheit.

Und wer so erstmal Freiheit gekostet hat, will mehr davon, will möglichst viel Ballast abwerfen. Ein leicht nachvollziehbares Bedürfnis, angesichts fortschreitender Bürokratisierung, Bevormundung, Gesetzlosigkeit und Steuerverschwendung vielerorts. Und nicht länger ist Bürokratie ja ein Garant für funktionierende Strukturen und Prozesse.

Wer auswandert will nicht Steuern minimieren, sondern sein Glück maximieren, sein Leben optimieren. Das bedeutet für die meisten ohne Ballast, ohne Druck in einer freundlichen Umgebung leben.

Und da gehen die Ansichten weit auseinander. Jeder hat unterschiedliche Sichtweisen darauf was Glück für ihn und die Seinen bedeutet und wie man das umsetzt. Diese Sichtweisen ändern sich, mit den Jahren und mit den Umständen.

Der eine will sein Heimatland um keinen Preis verlassen. Ein anderer sucht eine neue Heimat, ohne seine Herkunft abzulegen. Und ein Dritter sieht sich als Weltbürger für den Grenzen nur soziale Konstrukte sind … oder so ähnlich.

Ganz daneben sind dabei Äußerungen wie „Der hat seine Ausbildung hier bekommen und die Infrastruktur genutzt, da kann man nicht einfach abhauen“.

Doch, kann man. Und immer mehr Leute die ich hier treffe sind der Meinung, dass ihr Herkunftsstaat seine Verpflichtungen gegenüber den Bürgern nicht einhält.

Das eingangs erwähnte Video enthält ziemlich am Ende noch einen Spruch, den ich hier sinngemäß bringen muss.

„Jedes Land hat seine Stärken. Deutschland zum Beispiel ist stark darin, großzügig Sozialleistungen an Menschen zu verteilen, die nie Beiträge geleistet haben.“ 

Köstlich, oder?

 

 

 

 

Ein Immigrationsanwalt informiert:

Als Anwaltskanzlei in Panama sehen wir eine wachsende Zahl von Unternehmern in Online- oder Internet-Unternehmen wie Entwickler von Software und Anwendungen für mobile Plattformen oder einfach Einzelpersonen, die mit ihren Laptops arbeiten und sich auf der ganzen Welt bewegen, um Geschäfte zu machen wie auch Privatiers, die ihre finanzielle Privatsphäre bewahren, Vermögenswerte schützen und kumulieren sowie geschäftliche Flexibilität haben wollen.
Nun wird jedoch mittels aggressivem Marketing Einzelpersonen und Unternehmen vorgetäuscht, dass Permanente Residenz und Zweitpass einen Weg darstellen, um dem automatischen Austausch von Finanzinformationen zu entkommen.

Dubai, Dominica, Grenada, St. Lucia und andere bieten dazu großartige Programme an. Allerdings wird die Daueraufenthaltsgenehmigung allein nicht ausreichend sein, wenn die OECD Schlupflöcher schließen, Länder und dann auch Banken zwingen wird, mit Sorgfalt festzustellen, wo ihre Kunden steuerpflichtig sind.  

Wenn Sie eine Umsiedlung nur vortäuschen, wird es nicht funktionieren, sondern man muss nachweisen, dass man in dem Land auch tatsächlich lebt und insbesondere auch steuerlich registriert ist. Das Vorweisen einer Energie- oder Mobilfunkrechnung im neuen Land wird den Banken künftig nicht mehr ausreichen, um Finanzinformation nicht doch mit der alten Heimat auszutauschen.  

Deshalb sollte man planen, wie man in einem Land legal steuerlich ansässig wird, das politische Stabilität, gute Kommunikation, gute Infrastruktur und steuerliche Flexibilität bietet.

Warum kann das Panama sein?

 

Ganz einfach, Panama hat alles. Warmes Klima ganzjährig, Strände, Berge, leckeres Essen, schnelles Internet und weltweite Flugverbindungen, aber vor allem hat es Stabilität, als stolzes Mitglied einer kleinen ausgewählten Gruppe lateinamerikanischer Länder ( mit Chile, México, Brasilien und Peru), die Investment Grade haben.

Schon im März 2010 gab Fitch Ratings Panama die BBB-Bewertung mit einer positiven Perspektive. Seit 2010 wird der Investment Grade gehalten und verbessert. Die neuesten Ratings sind: Standard & Poor’s Bonität für Panama steht bei BBB mit stabilem Ausblick. Moody’s Bonität für Panama wurde zuletzt bei Baa2 mit stabilem Ausblick gesetzt. Fitchs Bonität für Panama wurde zuletzt bei BBB mit stabilem Ausblick gemeldet.

Zusätzlich,  solange ein solches Einkommen aus ausländischen Quellen stammt, ist es in Panama nicht steuerpflichtig. Es ist nicht einmal meldepflichtig bei der Steuerbehörde. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass Panama ein Steuersystem hat, das auf dem Territorialen Prinzip der Besteuerung basiert. Dieses Prinzip, das Panama angenommen hat, bedeutet, dass nur in Panama generiertes Einkommen besteuert wird. Ein Unternehmen oder ein Individuum, das seine Aktivitäten außerhalb von Panama hat, bleibt legal unbesteuert. Ein Unternehmen oder eine Einzelperson hingegen, die einer Geschäftstätigkeit innerhalb Panamas nachgehen und damit Einnahmen erzielen, werden besteuert. 

Anmerkung des Bloggers: Was für ein gravierender Unterschied zu US-Bürgern, die ihr weltweites Einkommen unabhängig vom Wohnort oder Ort der geschäftlichen Aktivität deklarieren und versteuern müssen.
Nach § 694 Abs. 2 unserer Steuergesetzgebung werden zusätzlich die aus den folgenden Tätigkeiten abgeleiteten Einkünfte aus der panamaischen Quelle nicht besteuert:
a) Rechnungen von einem in Panama ansässigen Büro für den Verkauf von Waren oder Produkten für einen höheren Betrag, für den diese Waren oder Produkte gegen das in Panama ansässige Büro in Rechnung gestellt wurden, falls solche Waren oder Produkte nur nach außerhalb gehen. 
b) Transaktionen eines in Panama ansässigen Büro, die im Ausland komplettiert, verbraucht oder anderweitig wirksam werden.
c) Ausschüttung von Dividenden oder Beteiligungen von juristischen Personen, wenn solche Dividenden oder Beteiligungen aus Einkünften resultieren, die nicht im Gebiet der Republik Panama produziert wurden, einschließlich der Einnahmen, die sich aus den in den Buchstaben a) und b) dieses Absatzes genannten Tätigkeiten ergeben.
In diesem Sinne ist Panama der perfekte Ort um sich anzusiedeln, eine geschäftliche Basis zu etablieren und den Status als Steuerbürger zu schaffen, wobei dies aufgrund Territorialprinzip eben nicht automatisch Steuererklärung und Steuerzahlung bedeutet. 

Wie kann man nun in Panama steuerlich registriert werden? 
Der erste Schritt ist es, einen Aufenthaltsstatus zu erlangen. Dazu bietet Panama mehrere Programme an. 
Eines der beliebtesten Programme ist das Friendly Nations Visa, das es den Staatsangehörigen von 50 Ländern (u.a. fast ganz Europa) ermöglicht, ziemlich einfach eine dauerhafte Residenz in Panama zu beantragen. 

Der Einwanderer muss die wirtschaftliche Solvenz für die Einwanderungsbehörde und die beruflichen und wirtschaftlichen Beziehungen zur Republik Panama beweisen. Eine „Wirtschaftstätigkeit“ bedeutet, dass der Antragsteller eine Panama Corporation/ Company  besitzt (neu oder ein bestehendes Geschäft), wobei es Ausländern verboten ist, ein Einzelhandelsgeschäft zu besitzen. Um die wirtschaftliche Solvenz zu beweisen, muss der Ausländer ein persönliches Bankkonto in Panama eröffnen und ein Minimum von USD5.000  einzahlen (plus USD2.000 für jeden abhängigen Familienangehörigen).

Eine weitere Option ist es, „Professional Activity“ zu beweisen, indem man von einer panamesischen Firma angestellt wird, eine Arbeitserlaubnis erhält und in Panamas Social Security System registriert ist. Es gibt noch andere interessante Programme zum Erwerb des Ständigen Wohnsitzes, wie das Pensionado Visa (besser bekannt als das Rentnervisum) und das wirtschaftliche Solvenzvisum (benötigt eine Investition von mindestens USD300.000).

Um ein in Panama ansässiger Steuerpflichtiger zu werden und die diesbezügliche Bescheinigung zu erhalten, definiert Artikel 762-N des Steuergesetzes der Republik Panama wie folgt: „Als steuerliche Einwohner der Republik Panama gelten natürliche Personen, die im Staatsgebiet für mehr als 183 Kalendertage ….  in einem Geschäftsjahr oder dem unmittelbar vorangegangenen Jahr verbleiben. Ebenso gelten als steuerliche Einwohner der Republik Panama, jene natürlichen Personen, die ihren ständigen Wohnsitz im Gebiet der Republik Panama gegründet haben. Es gelten auch als steuerliche Einwohner der Republik Panama, juristische Personen, die nach den Gesetzen der Republik Panama gegründet wurden und über materielle Mittel der Leitung und Verwaltung im Panamaischen Gebiet verfügen. Ebenso gelten juristische Personen, die im Ausland tätig sind und über materielle Verwaltungs- und Verwaltungsorganisationen innerhalb des panamaischen Territoriums verfügen und die ordnungsgemäß im öffentlichen Register eingetragen sind, als steuerliche Einwohner der Republik Panama.“ Es gibt weiterhin eine Liste der Anforderungen, die in der Entschließung Nr. 201-0354 vom 13. Januar 2016 in Bezug auf die Erlangung der Steuerbescheinigung festgelegt sind.

Das Ziel ist es, den Nachweis zu erbringen, dass der Ausländer wirtschaftliche oder familiäre Bindungen an Panama hat, nachgewiesen durch Versorgungsrechnungen, Einkaufsbelege, Mietvertrag usw. um einer Bank in Panama, der Schweiz, Hongkong oder irgendwo in der Welt zu zeigen, dass man in Panama steuerpflichtig ist und deshalb Finanzinformationen nicht mit dem bisherigen Wohnsitzland zu teilen sind. Es spielt keine Rolle, wenn die Bank die Informationen mit Panama teilt, wenn das Einkommen, das Sie in diesen Bankkonten außerhalb von Panama erhalten, in Panama, nach dem Territorialen Prinzip der Besteuerung befreit ist.

Denken Sie also immer daran, dass eine vorgetäuschte Umsiedlung steuerlich nicht funktionieren wird.

Dieser Text stammt von der Anwaltskanzlei Cambra LaDuke & Co. in Panama City, die auf Immigration und Firmengründung spezialisiert ist. (www.cambraladuke.com)

Übersetzt mit Google und verhalten editiert.

Noriega – ein Diktator weniger

Der Mann der Panama von 1983 bis 1989 als Diktator unter seinen Stiefeln und schon Jahre vorher als Geheimdienstchef Einfluss auf mehrere Präsidenten hatte, ist gestern verstorben.

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Quelle: La Prensa

Das Flugfeld von Rio Hato nebenan war damals einer der Schauplätze der Operation Just Cause, bei der die Amerikaner seiner Herrschaft ein Ende gemacht haben.

Und bis vor einem Jahr stand auch noch Noriega’s zerschossene Strandvilla nur wenige Kilometer von hier entfernt.

Ein panamesischer Rechtsanwalt meinte vor geraumer Zeit, dass Panama erst seit Ende 1989 eine wirkliche Republik ist. Recht hat er.

Und was Diktatoren so anrichten sieht man an den Castros in Kuba, sowie Chavez und seinem Nachfolger Maduro in Venezuela.

Zeit zum Abtreten.

 

Herzlich willkommen

Dieser Post bleibt an erster Stelle, neue Posts folgen darunter.

Du willst Deinen Traum endlich leben? Glückwunsch.

Du willst nicht Tausende Euro in Beratung stecken, komplizierte Strukturen aufsetzen, um endlich frei und ohne Steuerbürokratie leben zu können? Du bist hier richtig. 

Ich habe es genauso gemacht: Prioritäten bedacht, ein simples Konzept entwickelt, strikt auf Legalität geachtet, auf Fallstricke überprüft und dann erfolgreich implementiert. 

In meinen Posts nehme ich darauf Bezug, beschreibe es nachvollziehbar in den eBooks der edition besserpanama und kann seriöse Partner für die Umsetzung empfehlen. 

Das Konzept ist allgemeingültig, passt in vielen Ländern. Unsere Wahl und auch Empfehlung, nach mehr als 10 Jahren, ist Panama, das Land zwischen den Meeren.  

Quelle: paoloruffini.com

(C) 2012 – 2020 by Jürgen Schlenzig
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Der perfekte Start

Aus Europa kommend landet man in Panama City’s Tocumen International Airport am späten Nachmittag, egal ob mit Air France, Iberia, KLM oder Lufthansa. Wer nun nach Immigration, Gepäck und Zoll seinen Mietwagen abholt und zur Unterkunft ins Landesinnere startet, muss wissen, dass er zuerst durch die Stadt muß, dann in der Feierabendschlange Richtung Westen steht und dass es zwischen 18:30 und 19:00 stockdunkel wird. Keine gute Idee nach einem 12-Stunden-Flug, schon gar nicht für Erstbesucher.

Stattdessen sollte man in Ruhe den Hotelshuttle zum Riande Aeropuerto Hotel nehmen (5 Minuten entfernt), dort einchecken, duschen und am Pool im Innengarten entspannen, bei einem ersten Drink und Abendessen.

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Ausgeschlafen am nächsten Morgen nach inklusive-Frühstück mit Shuttle zurück zum Flugplatz, Mietauto übernehmen und zu einer Citytour starten, bevor es entspannt und ohne Stau zum Strandquartier geht.

So beginnt der perfekte Panama-Urlaub.

Die wahrscheinlich beste Panama-Website …

Unsere Freunde Mathias und Mayra, ein deutsch-panamesisches Ehepaar haben die Marke bonitopanama kreiert und publizieren aktiv auf ihrer Website, in Facebook, Instagram und Twitter.

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Mathias ist u.a. Designer und Fotograf, was attraktive Bilder garantiert und Mayra trägt naturgemäß ihre intime Kenntnis des Heimatlandes bei. Eine perfekte Mischung.

Und hier ist der Link zum Panama Travel Guide von BonitoPanama.

Business- statt Steuer-Oasen

„Für Steueroasen gibt es nur drei Gründe: das Motiv der Steuervermeidung, die Verheimlichung der eigenen Zahlungsfähigkeit gegenüber Dritten bzw. Gläubigern oder die Verschleierung von kriminellen Geschäftsaktivitäten.“

Das habe ich heute nicht etwa in einem Rundschreiben des Bundesfinanzministers gelesen, sondern im deutschen Bitcoin-Journal. Wie peinlich.

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Ich kann den Autor beruhigen: Für all das braucht man nicht notwendigerweise eine „Steueroase“. Das funktioniert auch mit der guten alten deutschen GmbH und mitten in Europa:  Landesbanken die bei Cum-Ex-Geschäften im großen Stil dabei sind und eine Legislative, die seit Jahrzehnten den EU-weiten Umsatzsteuerbetrug nicht verhindern kann. Die gleichen Leute und Institutionen schimpfen aber über „Steueroasen“. Gab es da nicht diesen altmodischen Spruch mit Steinewerfen im Glashaus?

Schlimm, dass das BitCoin Journal diesen Unfug völlig unkritisch nachplappert und auch Dinge vermischt, die getrennt zu betrachten sind: Steueroasen und Briefkastenfirmen.

Steuer-Oase ist eigentlich ein positiver Begriff, ein Ort wo man weniger Steuern zahlen muß als anderswo. Ebenso gibt es Infrastruktur- und Bürokratie-Oasen auch wenn die keine Schlagzeilen machen.

Wer sein Unternehmen global ansiedeln kann, wird viele Kriterien bei seiner Standortwahl berücksichtigen. Länder, die hohe Steuern mit schlechter Infrastruktur und überbordender Bürokratie kombinieren, werden zu Recht als Unternehmensstandort ausgesondert. So ist umgekehrt der US-Staat Delaware völlig legal zum bevorzugten Sitz vieler Unternehmen geworden.

Ist das verwerflich? Nein, denn ohne Steuerwettbewerb würden Staaten darin wetteifern wie man dem Steuerzahler sein Geld am schnellsten aus der Tasche ziehen kann. Wettbewerb ist bei Steuern genauso sinnvoll wie bei Infrastruktur, Bürokratie, Recht, Bildung, Banken und anderen Themen.

Helmut Schmidt, seinerzeit SPD-Mitglied, Bundeskanzler und Bundesfinanzminister: „Wer die Pflicht hat Steuern zu zahlen, hat auch das Recht Steuern zu sparen.

Das kann man schon durch geeignete Standortwahl innerhalb Deutschland (siehe hier) oder innerhalb Europas tun und wer sein Unternehmen global ansiedeln kann, wird natürlich auch außer-europäische Standorte in Betracht ziehen.

Wir sollten deshalb eher anerkennend von Business-Oasen statt abwertend von Steuer-Oasen reden. Und wer will dann noch Business in der Wüste machen?

„Briefkastenfirma“ ist der nächste abwertende Begriff, der in Vorzeiten seine Berechtigung hatte. Diese Zeiten sind vorbei.

Längst können Leute mittels beliebiger Endgeräte online kommunizieren und kooperieren, physische Produkte und immaterielle Services online vermarkten. Dazu braucht es eine registrierte Firma und ein Bankkonto, aber weder Büroräume noch Gewerkschaften, noch nicht einmal einen eigenen Briefkasten.

Offshore corporation statt Briefkastenfirma. Und wenn der Eigentümer eines solchen Unternehmens deutscher Steuerbürger ist, wird er seine Beteiligung und Einnahmen daraus dem Finanzamt gegenüber transparent deklarieren.

Wer das wegen des erheblichen bürokratischen Aufwands legal vermeiden will, kann unter sorgfältiger Beachtung des deutschen Außensteuergesetzes seinen Wohnsitz verlagern.

Last but not least zum Begriff der Scheindirektoren, die eigentlich nominee directors heißen.

Nehmen wir an, Paul Mustermann kauft mit seinem wohlverdienten versteuertem Geld ein Ferien-Apartment an Panama’s Pazifikküste. Entweder weil er sich das an Nord- oder Ostsee nicht leisten kann (siehe hier), oder weil er sich im deutschen Winter an tropischen Stränden sonnen will. Oder beides.

Sollte er das als Privatmann tun? Natürlich nicht. Er gründet stattdessen eine offshore-Firma in Panama und diese Firma kauft das Appartment. Allein schon deswegen, weil der Verkauf von Firmenanteilen einfacher ist, als der einer Immobilie und in Panama zudem steuerfrei. Sinnvoll und legal? Ohne Zweifel.

Sollte er sich selbst als Direktor dieser Firma eintragen lassen? In einem Rechtssystem das er auch nicht ansatzweise kennt? In einem Land, 9000 km entfernt, wo er für jede Satzungsänderung persönlich beim Notar erscheinen muss? Das wäre grober Unfug und zudem fahrlässig.

Stattdessen werden die obligatorischen Direktorenposten für eine geringe Gebühr von Angestellten der Anwaltskanzlei besetzt, die gemäß der Weisungen des Eigentümers Dokumente unterschreiben, aber auch jederzeit ohne jede Konsequenz gefeuert werden können. Sinnvoll und legal? Ohne Zweifel.

So wie an den meisten Flughäfen heutzutage jedermann als potentieller Terrorist behandelt wird, so werden in vielen Industrieländern Unternehmer als potentielle Steuerhinterzieher angesehen. Das ist unerträglich.

Wer nichts zu verbergen hat, sollte sich aber gerade nicht im vorauseilenden Gehorsam selbst beschränken, sondern den noch bestehenden Freiheitsraum legal und konsequent ausschöpfen.

 

 

 

Die Panama Papers Hysterie

Kaum war das auf einem Datendiebstahl beruhende Panama Papers Projekt online, hatten sich mit Gysi und Giegold schon reflexartig die Kapitalismus-am-liebsten-Abschaffer zu Wort gemeldet. Geschenkt.

Kaum ein Beitrag zum Thema vergisst zu erwähnen, dass Offshore-Firmenkonstrukte in der Tat nicht illegal sind. Warum aber dann all die als Tatsachen dargestellten Vermutungen und Aufbauschungen, die Unterstellungen und hysterische Wortwahl?

Es gibt offensichtlich interessierte Kreise:

  • die Presse, die unter rückläufigen Einnahmen und schwindender Glaubwürdigkeit leidet
  • die Regierungen hochverschuldeter Länder, die stetig ihre Steuerbasis verbreitern müssen
  • die rot-grüne Antikapitalismus-Bewegung, die 25 Jahre nach dem Crash des Sozialismus wieder im Kommen ist

Wozu werden offshore-Firmen genutzt?

In erster Linie zum Schutz von Vermögenswerten, geschäftlich und privat.

  • Unternehmen trennen seit jeher Vermögensgegenstände vom operativen Geschäft. Damit wird im Insolvenzfall oder bei gerichtlichen Auseinandersetzungen der Kern des Geschäfts geschützt. Das ist nicht nur legitim, sondern zwingend notwendig. Wer das als Unternehmer nicht tut, handelt unverantwortlich.
  • Vermögende Privatpersonen tun dasselbe, um ihr Vermögen vor dem berechtigten oder unberechtigtem Zugriff von Gläubigern zu schützen. Das ist nicht nur legal, sondern höchst sinnvoll.

Eine solche asset protection company wird vorzugsweise dort installiert, wo Errichtung und Betrieb unkompliziert und preisgünstig sind. Keine deutsche GmbH. An dieser Stelle kommen oft kleine Länder zum Zug, die weder Bodenschätze noch Industrie haben und stattdessen solche Dienstleistungen fördern und anbieten.

Wenn Sie heute in Panama ein Haus oder Apartment kaufen, rate ich Ihnen dringend, es in einer Panama Corporation zu halten. Es schützt Ihr neu erworbenes Eigentum und die Übertragung von Firmenanteilen statt Immobilien ist hier legal steuerfrei.

Sie werden dann beim nächsten Mal in den Panama Papers auftauchen, aber sind unschuldig wie ein Neugeborenes.

Solche Firmen brauchen weder Schreibtische noch Angestellte, noch muss der Eigentümer sich in fremder Jurisdiktion als Direktor angreifbar machen. Genau dafür gibt es nominee directors, die standardmäßig von der Gründungskanzlei gestellt werden. Legal und zweckmäßig.

Bankkonten wird diese Firma in Panama und nahezu überall in der Welt heutzutage nicht bekommen, ohne wirtschaftlich Berechtigte und Herkunft des Geldes offenzulegen.

Die offshore services Industrie ist für viele Inselstaaten und kleine Länder, wie auch US-Staaten, mangels Alternativen eine wichtige Einnahmequelle. Gab und gibt es Missbrauch? Natürlich. Offshore-Firmen sind dabei aber nur ein Instrument, nicht die Ursache.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Weltsicht des Herrn Kauder

Das ist schon peinlich, wenn eine Regierung wie die des Herrn Hollande gegen Steueroasen vorgehen will und dann die Minister seiner Regierung als Anleger auftauchen. 

Und wenn die EU Regierungen einräumen müssen, dass man zunächst in Europa selbst aufräumen müsste, ehe man vom Rest der Welt das gleiche verlangt.

Das Ziel ist klar: Die überbordende Staatsverschuldung muss irgendjemand bezahlen, durch höhere Steuern und Abgaben. Und damit sich dem niemand entziehen kann, will man überall in der Welt gleiche Bedingungen schaffen, was ein aussichtloses Unterfangen ist,  oder bis dahin das Abwandern potentieller Zahler verhindern.

Wie verzweifelt muss man eigentlich sein? Und was für eine Meinung muss man eigentlich von der eigenen Bevölkerung haben?

Die Welt: Sind das beste Rezept gegen Steuerflucht nicht Steuersenkungen?

Kauder: Niedrigere Steuersätze verhindern nicht, dass Geld ins Ausland geschickt wird. Mit Steuersenkungen ist Steuerflucht nicht zu stoppen.

Und hier zeigt Herr Kauder wo es hingehen soll:

„Wenn ein Deutscher sein Geld im Ausland anlegt, muss das automatisch der Steuerbehörde gemeldet werden.“

„Wer seine Steuern nicht ordnungsgemäß zahlt, schädigt seine Mitbürger. Das gilt auch übrigens für diejenigen, die ihren Wohnsitz ins Ausland verlagern, allein um Steuern zu sparen – auch wenn das legal sein mag.“

Wie wäre es denn mit einer Wohnsitz-Verlagerungs-Prüfungs-und-Genehmigungs-Behörde (WVPGB)? Personal mit einschlägiger Erfahrung sollte aus DDR-Beständen noch aufzufinden sein. 

„Die USA erheben von jedem ihrer Staatsbürger Steuern – egal, wo er gerade lebt. Das ist schon ein Ansatz, den man im Auge behalten sollte.“

Die rigide Steuerpolitik der USA hat bereits dazu geführt, dass keine ausländische Bank mehr US-Bürger als Kunden haben will. Wer früher mit offenen Armen empfangen wurde, ist heute eine unerwünschte Person. Und das wünscht sich Herr Kauder auch für seine Mitbürger, die in seinem Weltbild in der Mehrzahl wohl Steuerhinterzieher sein müssen.

Wer also ohnehin, natürlich nicht aus Steuergründen, seinen Wohnsitz verlagern will, sollte das rechtzeitig tun. Besser heute als morgen. 

Panama erwartet 10% Wachstum in 2012 …

und hält seinen Platz unter den am schnellsten wachsenden Ländern der Region. Das Land zeigt sich gänzlich unbeeindruckt von Krisen aller Art. Auch für 2013 werden mindestens 8% prognostiziert, wobei Finanzminister De Lima für seine vorsichtigen Schätzungen bekannt ist und die Realität meist 2 Punkte besser ausfällt.

Das Wirtschaftswachstum geht überwiegend zurück auf steigende Einnahmen aus Gebühren für die Kanalpassage sowie aus dem Abbau von Gold und Kupfer. Dies sind Aktivitäten, die in den nächsten Jahren noch deutlich mehr beitragen werden.

Faszinierend finde ich, dass die Probleme der europäischen Südländer darauf zurückgeführt werden, dass sie die gleiche Währung wie die Nordländer haben und daher nicht nach Wirtschaftslage abwerten können.  Nun hat aber Panama schon immer den US-Dollar als Währung, nur mit anderem Namen (Balboa). Wie kommt es also, dass Panama aus dieser fixen Bindung seiner Währung an die wirtschaftlich ungleich stärkeren USA nicht nur keinen Nachteil erleidet, sondern während der seit 2008 anhaltenden Dauerkrise in den USA, Europa und anderen Regionen stets beeindruckendes und solides Wachstum generieren konnte?

Und wie ist der unsägliche Hochmut der OECD-Länder zu erklären, die Panama lange Zeit auf der Grauen Liste der in Finanzfragen „nicht vollständig kooperierenden Länder“ geführt hat? Angesichts der Tatsache, dass in Panama in all den Jahren keine einzige Bank „gerettet“ werden und kein Investor um seine Einlagen bangen musste, kann man dem Land zweifellos mehr finanziellen Sachverstand zugestehen, als den großen Vorbildern. Ist es nicht lächerlich, dass die Versager vom Erfolgreichen fordern, es ihm gleichzutun?

Panama hat ein stabiles Finanzsystem, eine sehr moderate Staatsverschuldung und ein funktionierendes Bankgeheimnis. Anders als in Deutschland oder den USA wird hier eben nicht davon ausgegangen, dass jeder Bürger ein potentieller Steuerbetrüger ist, der zeitlebens durchleuchtet werden muss.

Wenn in Deutschland ein Steuerbescheid ins Haus kommt, bedankt sich das Finanzamt nicht etwa für den Beitrag des Steuerpflichtigen, sondern droht ihm schon von Anfang an für den Fall der Nichtzahlung oder unpünktlichen Zahlung. Wie pervers ist das denn?

Die Steuersätze in Panama sind akzeptabel, mit vielen Ländern gibt es Doppelbesteuerungsabkommen und Einnahmen aus dem Ausland sind generell steuerfrei. Kein Wunder, dass immer mehr multinationale Unternehmen ihre globale oder regionale Zentrale hierher verlegen.

Ausnahmsweise empfehle ich hier mal ein Buch zum Thema: „Atlas shrugged“ von Ayn Rand ist ein Wirtschaftsklassiker aus den 50er Jahren. Er handelt davon, wie ein „sozialer“ Staat mit seiner Gleichmacherei und Bürokratie jegliches Schöpfer- und Unternehmertum unterdrückt, bis die Betroffenen sich verweigern, die Last von ihren Schultern abschütteln. Wer es liest wird erschreckende Parallelen finden zu dem, was heute in Deutschland, Europa und den USA passiert.

Das Buch gibt es in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Der Streik“ u.a. auch als Kindle Version. Absolut zu empfehlen. Hier ist der Link.

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