Schwarze Liste ohne Panama

Es ist einfach lächerlich. Noch im Dezember hatte eine Arbeitsgruppe des EU-Rates eine neue Schwarze Liste der Steueroasen veröffentlicht, siehe mein Beitrag hier. Nun meldet Welt Online, dass Panama, Südkorea, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Mongolei und ein paar andere wieder aus der Liste gestrichen werden.

10 Monate hat die Erstellung der Liste gedauert, sie war von Anfang an wertlos und wird nach nur 2 Monaten de facto wieder zurückgezogen.

 

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Banken und Unternehmen treffen wichtige Entscheidungen mit Blick auf solche Listings, ebenso wie Privatpersonen bei Auswanderung oder Investment-Vorhaben. Über die unverantwortliche Vorgehensweise der Brüsseler Monsterbürokratie kann man deshalb nur den Kopf schütteln.

Finanz-, Immigrations-, Klima-und Energiepolitik … gibt es eigentlich ein einziges Feld in dem diese EU positiv wirkt?

 

Zurück in der Sonne

Nach vier ereignisreichen Wochen in Deutschland, mit Familienfeier, Abi-Jahresfeier, Ostsee-Urlaub und Spargel essen hat uns die Lufthansa am Montag nachmittag wieder planmäßig in Panama eingeflogen. Und zur Einstimmung bekommen wir das volle Programm: Blick zu Las Perlas, Überflug Punta Chame und dann Amador, Kanaleinfahrt mit Brücke und die City Skyline in der Nachmittagssone.

Wir haben eine Menge schöne Zeit verbracht mit Familie und Freunden – und nun wieder Alltag am Pazifischen Ozean.  30°C und 100 km/h statt 5°C und 200 km/h.

Auf der Insel Rügen wollte ich mir unbedingt die Luxusquartiere von Prora anschauen, über die ich hier schon geschrieben hatte. Nachdem wir am ersten Tag bei Regensturm und 4°C unterwegs waren, kamen dann doch sonnige, wenn auch kühle Tage.

In Prora gab es außer einem einzigen Wegweiser zum „ehemaligen KdF-Bad“ keinerlei Werbung für irgendwelche Luxusapartments zu sehen. Auf dem Weg zu dem monströsen Bauwerk standen wir dann erstmal vor einem verschlossenen Tor. Kein Pförtner, keine Information, viele Graffiti. Nach einigen unentschlossenen Minuten näherte sich von hinten ein Auto und das Tor öffnete sich wie von Geisterhand.

Ein Teil des Komplexes vor uns ist Baustelle, der andere Teil ist fertiggestellt und mehr oder weniger bewohnt. Wir suchen Sales Office und Demo Apartment. Kein Hinweis nirgendwo. Die Klingelschilder an den verschlossenen Türen helfen auch nicht weiter. Als schließlich eine Dame aus dem Gebäude kommt, fragen wir nach. Von Sales Office und Demo Apartment weiß sie nichts, aber um die Ecke ist das Büro der Hausverwaltung.  Dort bekommen wir die freundliche Auskunft, dass alles verkauft sei und demnächst noch betreutes Wohnen einzieht. Sehen wir wirklich so bedürftig aus?

Die Visitenkarte des nicht anwesenden Vertriebskollegen stecken wir zwar ein, wissen aber schon, dass wir das nicht mehr brauchen. Wer, bitte schön, hat denn in diesem Umfeld noch Lust, ein sauteures Apartment zu erstehen?

Das Gelände verlassen geht genauso wie bei der Ankunft: warten auf ein Fahrzeug mit irgendeinem Geber zur Torsteuerung. Hat nur 10 Minuten gedauert.

Im Internet, wo sonst, finden wir dann ein schickes Hotel in dem Komplex, das wir vor Ort nicht entdeckt haben. Eigenartig …

Ansonsten ist die Insel und ihre Gastronomie sehr empfehlenswert. Herausheben will ich das „Pier32“ in Glowe, mit einer Speisekarte die schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt und die Auswahl schwer macht.

Was beim Besuch in der alten Heimat auffällt, ist eine starke Polarisierung in politischen Fragen. Das geht verbissen quer durch Freundeskreise und einer meiner Blog-Follower hat mir letztens sogar ernsthaft geraten, nicht so „Deutschland-feindlich“ zu schreiben, sondern mich auf die Beschreibung von Sonne und Strand zu beschränken. Danke für den Hinweis, aber wie wir ja gelernt haben, schützt nicht mal das Schreiben von Kinderbüchern davor, heutzutage anzuecken.

Ich habe gelernt und glaube daran, dass Meinungsfreiheit eine der wichtigsten Errungenschaften unserer Zivilisation ist. Das gibt man nicht freiwillig auf und wenn eine Demokratie das nicht aushält, dann ist es keine.

Und nachdem ich eine Stunde den „Spiegel“ gelesen hatte, empfehle ich Abonnenten gelegentlich mal hier vorbeizuschauen. Broder, Lengsfeld, Maxeiner und andere stehen bei der „Achse des Guten“ für niveauvollen kritischen Journalismus.

Ich werde mich hier also weiterhin gelegentlich kritisch zur deutschen Politik äußern, zumal ein Großteil meiner Leser wegen der „Alternativlosigkeit“ von Eurorettung, Zuwanderungsspolitik und Energiewende ihre persönliche Zukunft längst anderswo plant.

Willkommen in Panama.

Ostertour

Ina und Tom haben zum Osterbrunch eingeladen. Also machen wir uns am Samstagmorgen auf den Weg nach El Cope, direkt am Eingang des Nationalpark Omar Torrijos.

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Quelle: wikipedia

Wir brauchen etwas länger als eine Stunde dorthin und treffen als letzte ein. Der Tisch ist einladend gedeckt und jeder der anwesenden 11 Freunde hat etwas beigetragen. Wir sitzen auf der Terrasse mit wunderschönem Ausblick in die Berge, genießen das Essen und das Gespräch.

Das geräumige Haus unserer gastgebenden Freunde ist in den Hang gebaut, auf ca. 500 Meter Höhe und mitten im Grünen.

Tom ist Landschaftsgärtner von Beruf, hat eine beeindruckende Kollektion an Bäumen und Kräutern, teils mit Aquaponik, aufgezogen. Das Ziel heißt Selbstversorgung und damit ist man schon weit gekommen.

Hier ein paar Bilder vom gedeckten Tisch, der Umgebung und vom Weg dahin:

 

Ganz anders als im Flachland regnet es hier oben in den Bergen auch während der Trockenzeit. Im Laufe des Tages gibt es einen ständigen Wechsel von Sonne, Wolken und Regen. Egal, wir sitzen geschützt und im Trockenen, die Zeit vergeht wie im Flug.

Unseren Gastgebern Ina und Tom ein herzliches Dankeschön, meinen Lesern hier ein Frohes Osterfest.

 

Die wahrscheinlich beste Panama-Website …

Unsere Freunde Mathias und Mayra, ein deutsch-panamesisches Ehepaar haben die Marke bonitopanama kreiert und publizieren aktiv auf ihrer Website, in Facebook, Instagram und Twitter.

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Mathias ist u.a. Designer und Fotograf, was attraktive Bilder garantiert und Mayra trägt naturgemäß ihre intime Kenntnis des Heimatlandes bei. Eine perfekte Mischung.

Und hier ist der Link zum Panama Travel Guide von BonitoPanama.

Vom Tiger zum Bettvorleger

 

Es geht doch nichts über eine Sensationsmeldung, die man als Anlass für seine tief empfundene Empörung und für die Ankündigung ernsthafter Schritte nehmen kann.

Wer die leicht zugängliche Datenbank zum Thema Panama Papers studiert, wird ernüchtert fragen, ob das schon alles war.

Ich habe mal nach dem Registrierungsland Panama und Verbindungen zu Deutschland gesucht. Es gibt dazu genau 129 Einträge, also Firmenregistrierungen.

Nicht so viel, oder?

Der Registrierungszeitraum beginnt in den 1970er Jahren. Meine Recherche habe ich auf den Zeitraum ab dem Jahr 2000 beschränkt.

Es bleiben 39 Firmen übrig, wovon 34 nicht mehr existent, also inaktiv oder abgemeldet sind.

Lediglich 5 Firmen sind aktiv, die mit deutschen Firmen oder Personen zusammenhängen.

Das sieht jetzt aber echt nach einem Riesenschaden für den deutschen Fiskus aus, obwohl ja alle immer wieder versichern, dass solche Firmen nicht automatisch illegal sind.

Viel Lärm um nichts also, aber doch nicht umsonst:

Ich meine nämlich, dass die Kampagne bei deutschen Politikern und Medien eine tiefsitzende und bösartige Fremdenfeindlichkeit offenbart hat.

Wie sonst kann man ohne jede Detailkenntnis, geschweige denn Beweise, lauthals fremde Länder bezichtigen, dass sie Terrorismus, Geldwäsche und Steuerhinterziehung unterstützen?

Weil sie weit weg und exotisch sind, diesen dunkelhäutigen Südländern ja ohnehin alles zuzutrauen ist?

Sie werden diskriminierend als „Steueroasen“ eingeordnet und mit Sanktionen bedroht, weil ihr Steuersystem nicht dem kaputten DEUTSCHEN Standard entspricht. Wirklich?

Und warum traut man sich eigentlich nur an kleine und weit entfernte Länder, wohingegen die USA, Großbritannien und Herrn Juncker’s EU-Musterland Luxemburg meist unerwähnt bleiben?

Abschließend könnte ich dem Herrn Böhmermann folgen und anregen, dass deutsche Politiker sich wohl sachkundig zu Unisex-Toiletten äußern können, nicht aber zu offshore business. Mache ich aber nicht.

 

 

 

Business- statt Steuer-Oasen

„Für Steueroasen gibt es nur drei Gründe: das Motiv der Steuervermeidung, die Verheimlichung der eigenen Zahlungsfähigkeit gegenüber Dritten bzw. Gläubigern oder die Verschleierung von kriminellen Geschäftsaktivitäten.“

Das habe ich heute nicht etwa in einem Rundschreiben des Bundesfinanzministers gelesen, sondern im deutschen Bitcoin-Journal. Wie peinlich.

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Ich kann den Autor beruhigen: Für all das braucht man nicht notwendigerweise eine „Steueroase“. Das funktioniert auch mit der guten alten deutschen GmbH und mitten in Europa:  Landesbanken die bei Cum-Ex-Geschäften im großen Stil dabei sind und eine Legislative, die seit Jahrzehnten den EU-weiten Umsatzsteuerbetrug nicht verhindern kann. Die gleichen Leute und Institutionen schimpfen aber über „Steueroasen“. Gab es da nicht diesen altmodischen Spruch mit Steinewerfen im Glashaus?

Schlimm, dass das BitCoin Journal diesen Unfug völlig unkritisch nachplappert und auch Dinge vermischt, die getrennt zu betrachten sind: Steueroasen und Briefkastenfirmen.

Steuer-Oase ist eigentlich ein positiver Begriff, ein Ort wo man weniger Steuern zahlen muß als anderswo. Ebenso gibt es Infrastruktur- und Bürokratie-Oasen auch wenn die keine Schlagzeilen machen.

Wer sein Unternehmen global ansiedeln kann, wird viele Kriterien bei seiner Standortwahl berücksichtigen. Länder, die hohe Steuern mit schlechter Infrastruktur und überbordender Bürokratie kombinieren, werden zu Recht als Unternehmensstandort ausgesondert. So ist umgekehrt der US-Staat Delaware völlig legal zum bevorzugten Sitz vieler Unternehmen geworden.

Ist das verwerflich? Nein, denn ohne Steuerwettbewerb würden Staaten darin wetteifern wie man dem Steuerzahler sein Geld am schnellsten aus der Tasche ziehen kann. Wettbewerb ist bei Steuern genauso sinnvoll wie bei Infrastruktur, Bürokratie, Recht, Bildung, Banken und anderen Themen.

Helmut Schmidt, seinerzeit SPD-Mitglied, Bundeskanzler und Bundesfinanzminister: „Wer die Pflicht hat Steuern zu zahlen, hat auch das Recht Steuern zu sparen.

Das kann man schon durch geeignete Standortwahl innerhalb Deutschland (siehe hier) oder innerhalb Europas tun und wer sein Unternehmen global ansiedeln kann, wird natürlich auch außer-europäische Standorte in Betracht ziehen.

Wir sollten deshalb eher anerkennend von Business-Oasen statt abwertend von Steuer-Oasen reden. Und wer will dann noch Business in der Wüste machen?

„Briefkastenfirma“ ist der nächste abwertende Begriff, der in Vorzeiten seine Berechtigung hatte. Diese Zeiten sind vorbei.

Längst können Leute mittels beliebiger Endgeräte online kommunizieren und kooperieren, physische Produkte und immaterielle Services online vermarkten. Dazu braucht es eine registrierte Firma und ein Bankkonto, aber weder Büroräume noch Gewerkschaften, noch nicht einmal einen eigenen Briefkasten.

Offshore corporation statt Briefkastenfirma. Und wenn der Eigentümer eines solchen Unternehmens deutscher Steuerbürger ist, wird er seine Beteiligung und Einnahmen daraus dem Finanzamt gegenüber transparent deklarieren.

Wer das wegen des erheblichen bürokratischen Aufwands legal vermeiden will, kann unter sorgfältiger Beachtung des deutschen Außensteuergesetzes seinen Wohnsitz verlagern.

Last but not least zum Begriff der Scheindirektoren, die eigentlich nominee directors heißen.

Nehmen wir an, Paul Mustermann kauft mit seinem wohlverdienten versteuertem Geld ein Ferien-Apartment an Panama’s Pazifikküste. Entweder weil er sich das an Nord- oder Ostsee nicht leisten kann (siehe hier), oder weil er sich im deutschen Winter an tropischen Stränden sonnen will. Oder beides.

Sollte er das als Privatmann tun? Natürlich nicht. Er gründet stattdessen eine offshore-Firma in Panama und diese Firma kauft das Appartment. Allein schon deswegen, weil der Verkauf von Firmenanteilen einfacher ist, als der einer Immobilie und in Panama zudem steuerfrei. Sinnvoll und legal? Ohne Zweifel.

Sollte er sich selbst als Direktor dieser Firma eintragen lassen? In einem Rechtssystem das er auch nicht ansatzweise kennt? In einem Land, 9000 km entfernt, wo er für jede Satzungsänderung persönlich beim Notar erscheinen muss? Das wäre grober Unfug und zudem fahrlässig.

Stattdessen werden die obligatorischen Direktorenposten für eine geringe Gebühr von Angestellten der Anwaltskanzlei besetzt, die gemäß der Weisungen des Eigentümers Dokumente unterschreiben, aber auch jederzeit ohne jede Konsequenz gefeuert werden können. Sinnvoll und legal? Ohne Zweifel.

So wie an den meisten Flughäfen heutzutage jedermann als potentieller Terrorist behandelt wird, so werden in vielen Industrieländern Unternehmer als potentielle Steuerhinterzieher angesehen. Das ist unerträglich.

Wer nichts zu verbergen hat, sollte sich aber gerade nicht im vorauseilenden Gehorsam selbst beschränken, sondern den noch bestehenden Freiheitsraum legal und konsequent ausschöpfen.

 

 

 

Bayern statt Panama – eine Steueroase mitten im Wald

Laut Welt Online ist diese Scheune der Sitz mehrerer Fondsgesellschaften, die den Weg nach Panama gescheut und ihre eigene Steueroase mitten in Bayern gefunden haben:

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Am liebsten wäre es dem deutschen Finanzminister ja, wenn in allen Ländern der Welt die gleichen Steuersätze gelten würden und keinerlei Optimierung möglich wäre.

Stattdessen gibt es sogar innerhalb Deutschlands einen sehr sinnvollen Steuerwettbewerb. Grundlage dafür ist der von Landkreisen, Städten und Gemeinden festzusetzende Hebesatz der Gewerbesteuern.

So hat München einen Hebesatz von 490%, wohingegen der nahe gelegene Landkreis Ebersberg nur 200% ansetzt. Bei €1 Mio. Gewinn zahlt man in München demzufolge €170.000 Gewerbesteuern, im Ebersberger Forst hingegen nur €70.000. (Alle Zahlen basieren auf den Angaben im Welt Online Artikel)

Das kann schon mal ein Faktor für die Standortwahl beim Firmensitz sein und Grund genug für einige Fondsgesellschaften einen solchen mit Briefkasten im Ebersberger Forst einzurichten, sogar an 2 Tagen der Woche für ein paar Stunden zu besetzen.

Damit erfüllt man wohl alle notwendigen gesetzlichen Bedingungen und hat seine eigene Steueroase vor der Haustür.

Eine clevere Idee, zu der man dem Landkreis Ebersberg nur gratulieren kann. Ohne Steuerwettbewerb wären nämlich, und das drücke ich mal ganz vorsichtig aus, dem Finanzbedarf einer Bürokratie kaum Grenzen gesetzt.

Und das gilt innerhalb eines Landes genau so wie im globalen Maßstab.

 

 

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