Vom Tiger zum Bettvorleger

 

Es geht doch nichts über eine Sensationsmeldung, die man als Anlass für seine tief empfundene Empörung und für die Ankündigung ernsthafter Schritte nehmen kann.

Wer die leicht zugängliche Datenbank zum Thema Panama Papers studiert, wird ernüchtert fragen, ob das schon alles war.

Ich habe mal nach dem Registrierungsland Panama und Verbindungen zu Deutschland gesucht. Es gibt dazu genau 129 Einträge, also Firmenregistrierungen.

Nicht so viel, oder?

Der Registrierungszeitraum beginnt in den 1970er Jahren. Meine Recherche habe ich auf den Zeitraum ab dem Jahr 2000 beschränkt.

Es bleiben 39 Firmen übrig, wovon 34 nicht mehr existent, also inaktiv oder abgemeldet sind.

Lediglich 5 Firmen sind aktiv, die mit deutschen Firmen oder Personen zusammenhängen.

Das sieht jetzt aber echt nach einem Riesenschaden für den deutschen Fiskus aus, obwohl ja alle immer wieder versichern, dass solche Firmen nicht automatisch illegal sind.

Viel Lärm um nichts also, aber doch nicht umsonst:

Ich meine nämlich, dass die Kampagne bei deutschen Politikern und Medien eine tiefsitzende und bösartige Fremdenfeindlichkeit offenbart hat.

Wie sonst kann man ohne jede Detailkenntnis, geschweige denn Beweise, lauthals fremde Länder bezichtigen, dass sie Terrorismus, Geldwäsche und Steuerhinterziehung unterstützen?

Weil sie weit weg und exotisch sind, diesen dunkelhäutigen Südländern ja ohnehin alles zuzutrauen ist?

Sie werden diskriminierend als „Steueroasen“ eingeordnet und mit Sanktionen bedroht, weil ihr Steuersystem nicht dem kaputten DEUTSCHEN Standard entspricht. Wirklich?

Und warum traut man sich eigentlich nur an kleine und weit entfernte Länder, wohingegen die USA, Großbritannien und Herrn Juncker’s EU-Musterland Luxemburg meist unerwähnt bleiben?

Abschließend könnte ich dem Herrn Böhmermann folgen und anregen, dass deutsche Politiker sich wohl sachkundig zu Unisex-Toiletten äußern können, nicht aber zu offshore business. Mache ich aber nicht.

 

 

 

Über jaypacific
Verbringe dein Leben in einer ewigen Glückseligkeit der Vorfreude, etwas zu erhoffen, zu erwarten, zu planen oder zu erträumen. ... Könnte von mir sein, ist aber von Kai Krause in "Das Wissen von morgen"

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