Das ist Panama

Schubis Stammtisch in Gorgona, heute.

Ich habe ein paar Bier getrunken, deshalb fährt meine Frau. Und siehe da: Polizeikontrolle kurz vor der Auffahrt auf die Panamericana.

Meine Frau lässt die Scheibe nach unten, der Polizist grüßt freundlich, sie fragt „Permiso?“. er schaut auf den Anhänger ihrer Halskette und sagt

„Nein, nicht nötig. Gute Fahrt.“

 

panama_8013

Von Panama nach … Ecuador (Teil 2)

Wir kommen aus Amazonien (wie das schon klingt!) und die Straße führt ansteigend zwischen Berghängen am Fluss entlang, durch Tunnels und vorbei an Wasserkraftwerken.

tunnelFlusstal

damm

 

Kurz hinter Baños geht es rechts ran, Zeit für eine kleine Schweinerei am Straßenrand.

 

cerdo

 

Nun mit frischer Kraft in Richtung Riobamba. Und dann finden wir auf 2800 m eine Aussichtsplattform, genau gegenüber dem seit 1999 aktiven Vulkan Tungurahua und nur 8 km vom Krater entfernt. Der Tungurahua ist 5023 m hoch und man sieht erkaltete Lavaflüsse an seinen Abhängen. Furchtlos sind dort aber auch Felder und sogar Gewächshäuser angelegt, immer die geografischen Gegebenheiten ausnutzend.

 

tunguruaha1tunguruhafrei

 

Am späten Nachmittag erreichen wir 200 km südlich von Quito die historische Stadt Riobamba, gelegen auf 2.750 m und mit insgesamt 225.000 Einwohnern, einschließlich Umland. Bemerkenswert sind immer die zentralen Plätze mit Kathedralen, Verwaltungsgebäuden und Denkmälern aus der Zeit der spanischen Kolonisation im 16. Jahrhundert.

 

 

Am nächsten Tag geht es auf der E-35 über 250 km von Riobamba nach Cuenca.  Die Strecke ist gut ausgebaut, eine nicht endende kurvenreiche Berg- und Talfahrt, mit vielen tollen Ausblicken und glücklicherweise wenig Verkehr. Stattdessen sind wir zwischen 2500 und über 3000 m meist über, aber immer mal wieder auch in den Wolken. Unser 180-PS Chevrolet Captiva Sport ist für die Strecke ziemlich gut geeignet.

 

E35_7947chevy_7820

Kurz vor Cuenca wird die Straße 4-spurig, mit 90 km/h und vollautomatischen Blitzanlagen.

Es ist Sonntag, sonnig und in Cuenca wartet unsere Freundin Peggy darauf, uns ihre Stadt zu zeigen.

Dazu mehr im nächsten Post.

Von Panama nach … Ecuador (Teil 1)

7 Tage Höhentraining sollten es sein – und wo geht das besser und näher, als in den ecuadorianischen Anden? Also geplant und gebucht und los.

Wir wollen 7 Tage zwischen Quito und Cuenca unterwegs sein, einige aber ganz bestimmt nicht alle Touristenattraktionen aufsuchen.

 

ecuadormap

 

Der Flieger braucht nur 90 Minuten bis Quito und schon ist man in einer anderen Welt. Leider, oder zum Glück, befindet sich der Flughafen seit 6 Jahren nicht mehr mitten in der Stadt. Das wäre ein grandioser Anflug geworden.

Quito hat 4 Mio. Einwohner und liegt auf ca. 3000m über NN. Da wird langsam die Luft dünn. Wir kommen mittags an, checken in unser wunderschönes Airbnb Appartment ein und fahren sofort per Uber zum TeleferiQo, eine Seilbahn, die uns auf 4100m bringt und einen großartigen Überblick beschert. Quito ist eine moderne Großstadt.

 

quitoaerial_7706.JPG

quitocity_7795

 

Hier oben merken wir allerdings leichtes Schwindelgefühl und auch etwas Kurzatmigkeit. Kein bißchen dramtisch, aber spürbar. Unser Blutbild ist ja auf Meeresspiegel-Niveau eingestellt und jetzt haben wir uns innerhalb weniger Stunden deutlich verändert. Also trinken wir einen Coca-Tee, wie die Andenbewohner das auch tun.

Auf dem Rückweg zum Quartier durchqueren wir die historische Altstadt. Dafür muss man sich einmal mehr Zeit nehmen.

Am nächsten Tag geht es zum Äquator-Monument und erst hinterher merken wir den Betrug: Es liegt 240 Meter südlich statt exakt auf dem Äquator!

 

mitaddelmundofake

mitad_7773.JPG

Das erfahren wir aber erst, nachdem wir es angemessen zelebriert haben. In Wirklichkeit haben wir also nicht auf dem Äquator gestanden und ihn auf unserer Tour auch nicht überquert. Außer im Flugzeug, was nicht wirklich zählt. Ärgerlich. Regressansprüche werden geprüft.

Am nächsten Tag Allrad-Mietauto abholen und direkt ins Vulkan-gespeiste Thermalbad von Papallacta. Es liegt auf 3300 m Höhe am Fuß des Antisana Vulkans, der 5704 m hoch ist und 1802 die letzte Eruption hatte. Aber ganz offensichtlich brennt das Feuer im Berg noch.

therme_7800.JPG

 

Die Anlage ist sehr ordentlich mit mehreren Becken, Umkleideräumen, Duschen und WCs sowie einem guten Restaurant. Ein komfortables Spa befindet sich gleich nebenan. Als wir in das erste Becken steigen, gibt es gleich nützliche Hinweise in deutscher Sprache. Alexandra und Ansgar machen hier gerade Pause auf ihrer 1-Jahrestour von Mexiko nach Patagonien. Wie konnten wir den Defender auf dem Parkplatz übersehen?

 

defender

 

Am nächsten Morgen geht es in Richtung Süden zum Kratersee Quilotoa und das wird einer der eindrucksvollsten Ausblicke der Reise.

 

quilatoa_7816.JPG

Wir stehen wieder auf 4000m und blicken hinab auf den Kratersee. Die Reise hat sich schon gelohnt.

Zurück nach und Übernachtung in Latacunga. Der Cotopaxi bleibt allerdings in den Wolken.

Am nächsten Tag steht Riobamba im Plan, aber das ist nur eine kurze Strecke. Was liegt da noch am Weg?

Irgendwie stoße ich in Google Earth auf einen Ort namens Shell, östlich von unserer Strecke und schon unten in Amazonien.  Was ist das denn?

Ich lerne, dass in 1937 die Shell Company dort Erkundungsbohrungen nach Erdöl geplant und zuerst einen Flugplatz gebaut hat, den Aeropuerto Rio Amazonas. Und da die Amazonasgegend ohnehin irgendwann mal besucht werden muß, warum nicht jetzt und warum nicht dort? Ich habe ein Faible für Orte, die derart mit Historie verbunden sind.

Also von Latacunga auf knapp 3000 m am Rio Pastaza entlang hinunter nach Shell auf 1050 m. Der Flugplatz wird vom Militär genutzt, aber kein Problem herumzuwandern.

 

rio_7833.JPG

aerio_7846.JPG

 

Was ich mich allerdings frage ist, wie Shell das dort zu fördernde Erdöl abtransportieren wollte. Pipeline über die Anden nach Guyaquil? Oder 2500 km durch den Dschungel nach Surinam, was damals holländische Kolonie war? Letztlich stellte sich die Frage nicht, weil im arabischen Raum leicht erschließbare Quellen erschlossen wurden.

Wir fahren wieder bergauf in Richtung Riobamba, auf 2750 m. Extremismus pur.

Mehr Tourberichterstattung im nächsten Post.

 

Im Viereck hoch über Panama

Seit 3 Wochen stand meine FlightDesign CTLS mit der Registrierung HP-1708L faul im Hangar und gestern war es wieder mal Zeit ihn (oder sie) auszuführen. Nicht einfach Rundflug über den Las Perlas Archipel oder rund um Azuero, sondern mal diszipliniert nach Plan fliegen. Hier ist er:

 

plan_osuni

 

Plan machen ist einfach, umsetzen nach Sichtflugregeln in der panamesischen Regenzeit nicht ganz so.  Und beim Blick in den Himmel sah es auch eher nach Planänderung aus. Allerdings war es nicht eine kompakte tiefhängende Wolkenschicht, die es von Anfang an hätte vermasseln können, sondern mehrere Schichten nicht zusammenhängender Wolkenfelder, broken wie das in der Meteorologensprache heißt.

Der Plan ist, in Chame zu starten, einen Wegpunkt namens VUMAN kurz vor der Karibikküste westlich von Colon anzufliegen, von dort Richtung West bis zum Wegpunkt OSUNI, von dort, an der Küste entlang, Richtung Süden über das Gebirge nach Santiago und von dort geradewegs zurück nach Chame zu fliegen. Gesamtlänge 208 nautische Meilen, oder 385 km. Das wird ca. 2 Stunden und 15 Minuten dauern, rund 40 Liter Treibstoff verbrauchen. An Bord habe ich doppelt so viel.

Als Reiseflughöhe werden 7.500 Fuß geplant, also 2.500 Meter, wobei das wegen der Wolken nur ein Richtwert ist. Von Chame aus in Richtung Norden sieht der Himmel ganz gut aus, ich muss aber nach Nordwesten und da ist kein Blau zu sehen. Egal, die beste Wetterbeobachtungsstation ist allemal der Platz im Cockpit.

Schwacher Wind aus Nord und los geht es von Piste 01 in Chame, Kurs 318 und steigen. Es geht über die Berge und jetzt kann man Wolkenstrukturen und -schichtung gut sehen. Direkt über VUMAN, dem ich mich planmäßig auf 7.500 Fuß nähere, liegt aber eine dicke weiße Wolke und lässt mich 3 Meilen vorher abdrehen auf den neuen Kurs 255.

Zwischen den Wolken kann ich stellenweise die Küste und das Karbische Meer sehen, allerdings sehe ich auch, dass 7.500 Fuß über die 43 Meilen bis OSUNI nicht ausreichen werden. Stückweise geht es höher und am Ende bin ich auf 9.580 Fuß, über den Wolken. Da sind es nur noch 11°C statt der gewohnten 30°C. Brrrr …

Und wer sich auskennt, sieht natürlich, dass das Instrumentenbild schon nach dem Abdrehen in Richtung Santiago mit Kurs 144 geschossen wurde.

 

VFRonTop9000_7623

EFIS9580_7638

 

Auf dem Weg nach OSUNI gibt es rechtzeitig einen Ausblick nach unten und da befinden sich Verladehafen und Kraftwerk der Kupfermine, über die ich hier schon geschrieben habe.

 

LaMinaPort_7617

 

Beim Kurswechsel in Richtung Santiago kann ich einen Blick auf die neue Straße erhaschen, die von Santiago über Santa Fe an die Karibikküste führt.

 

santafe_7628

Diese Strecke wird demnächst durchgängig durch eine eindrucksvolle Gebirgslandschaft führen und die Bewohner von Santiago immer neu vor die Frage stellen: Fahren wir zum Baden nun 50 km an den Pazifikstrand oder 80 km an die Karibikküste?

Von nun an wird Sinkflug eingeleitet und es geht über bekanntes Gelände:

Windpark bei Penonome

WindparkPenonome_7649

 

Rio Hato und Playa Blanca Resort mit Lagune

 

RioHatoPlayaBlanca_7653

 

Scarlett Martinez Airport, Isla Farallon, Royal Decameron Resort, Playa Blanca Resort.

 

MPSM3000_7655

 

Genau nach 2 Stunden und 15 Minuten setze ich zufrieden in Chame auf, verstaue den Flieger wieder im Stall. Hat Spaß gemacht.

Panama verliert im WEF Ranking

Nach all den guten Nachrichten über die wirtschaftliche Entwicklung unseres Gastlandes muss ich diesmal eine weniger gute Nachricht publizieren – und ich tue es nicht gern.

In 2015 und 2016 belegte Panama im Global Competetiveness Index, also der Wettbewerbsfähigkeit zwischen Staaten, hinter Chile stets den zweiten Platz in Lateinamerika.

 

 

Im neuesten Ranking von 2018 ist Panama nun auf den 7. Platz abgerutscht, hinter Chile, Mexiko, Uruguay, Costa Rica, Kolumbien und Peru. Global gesehen ist das Platz 64 von 140.

Schwachstellen Panamas sind insbesondere die Verfügbarkeit qualifizierten Personals, die unbefriedigende Unabhängigkeit der Justiz sowie unzureichende Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: das Finanzsystem, die makroökonomische Stabilität sowie Gesundheit und Lebenserwartung als wichtige Faktoren für Zuwanderer werden positiv bewertet.

Das Ergebnis bestätigt die weit verbreitete Unzufriedenheit mit der Adminstration von Präsident Varela und es ist zu erwarten, dass das Land nach den Wahlen 2019 auf Aufholjagd geht.  Wir schaffen das.

weflogo

Angeführt wird das globale Ranking wieder von den USA, gefolgt von Singapore, immer noch Deutschland, Schweiz, Japan, Holland, Hongkong, Großbritannien, Schweden und Dänemark.

Apropos „Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal“.

Ich befürchte, dass der ins Haus stehende UN-Migrationspakt die Fachkräftesituation in Entwicklungsländern nicht verbessern wird. Die wenigen gut ausgebildeten oder unternehmerisch denkenden Leute wissen natürlich, dass sie im entwickelten Westen auch als Billig-Arbeitskräfte deutlich besser als zu Hause leben können. Brain-drain von Süd nach Nord? Damit wird das Elend in den Entwicklungsländern auf Dauer zementiert.

 

 

Von Panama direkt nach Tahiti, Fiji, Bali

Pressemeldung: „Copa Airlines kündigt die Aufnahme einer regulären Flugverbindung von Panama City/Panama nach Denpasar/Bali (WADD) an, mit jeweils zweistündigen Zwischenstopps in Papeete/Tahiti (NTAA) und Nani/Fiji (NFFN).“

MPTO NTAA NFFN WADD

Quelle: foreflight.com

Mit einer brandneuen Boeing 787 verbindet Copa Airlines damit jeden zweiten Tag die beliebtesten Tourismusdestinationen im Zentralpazifik. Kombiniert mit 2-tägigen Stopover-Programmen in den 4 Lokationen ist dieses Angebot verlockend für alle, die viel sehen, aber nirgendwo lange bleiben wollen – eine neue Form des Ferntourismus und weiterer Baustein in einer Expressverbindung rund um den Globus.

nyc787blogspot

Quelle: nyc787.blogspot.com

Die Flugdauer:

  • Panama – Papeete (4461 nautische Meilen) 9 Stunden und 20 Minuten
  • Papeete – Nadi (1885 nautische Meilen) 3 Stunden und 55 Minuten,
  • Nadi – Denpasar (3669 nautische Meilen) 7 Stunden und 40 Minuten.

Die neue Verbindung schließt eine Lücke zwischen den bestehenden Pazifik-Transits aus Nordamerika und Chile. Für Reisende aus Europa, die heute schon Panama City für den Umstieg in Richtung Mittel- und Südamerika nutzen, werden damit neue, exotische Ziele auf dem kurzen Weg erschlossen.

Wer z.B. von Amsterdam mit KLM nach Panama und mit Copa nach Bali fliegt, hat von dort einen direkten KLM-Flug zurück nach Amsterdam – und die Erde komplett umrundet.

Notwendiger Nachtrag:

muenchhausen

Quelle: br.de

Diese Meldung der edition besserpanama war mir nicht mehr rechtzeitig zum 1. April eingefallen, ist also frei erfunden, stellt jedoch ein realistisches und wünschenswertes Szenario dar.

Vielleicht liest es jemand bei Copa Airlines, rechnet nach und stellt fest, dass es wirtschaftlich und sowieso eine prima Idee ist.

Zum Jungfernflug sollte ich dann eingeladen werden. Business Class bitte.

Feierabend am Pazifik

Ein glockenklarer Himmel.

Am Horizont orangerot, nach oben in dunkelblau übergehend, die Venus strahlend und auf ihrer Bahn folgt Jupiter.

Beide werden in den nächsten Stunden langsam zum Horizont sinken und bis morgen abend verschwunden bleiben.

Zeit zum Nachdenken … und für ein Bier.

%d Bloggern gefällt das: