Brücken und Chancen

Vor drei Tagen ist die Puente Atlantico eröffnet worden, die nun als neues Wahrzeichen stolz die aus dem Karibischen Meer in den Panamakanal einfahrenden Schiffe begrüßt.

Gleichzeitig erschließt sie die Costa Abajo, also die Untere Küste, die sich von Colon bis Bocas del Toro erstreckt – 250 km weitgehend unberührter Karibikstrand!

Erst drei Jahre ist es her, dass 3 km entfernt die großen neuen Schleusen in Betrieb genommen wurden. Ein Großprojekt folgt dem anderen. So ist es, in einem Land zu leben, das sich dynamisch und positiv entwickelt.

Quelle: acp.com

Mit dem Abschluss der Brückenkonstruktion auf der Atlantikseite hat auf der Pazifikseite schon der Bau der nächsten Kanalbrücke Nr. 4 sowie der 6-spurige Ausbau der Autostraße in Richtung Coronado begonnen. Es ist unglaublich, was hier in Sachen Infrastruktur passiert.

Diese neue Brücke wird von einem chinesichen Konsortium gebaut, wie auch schon das neue Kongresszentrum. Gut und schön. Der neue Präsident hat allerdings klargestellt, dass die Kooperation mit China keinesfalls zu Lasten der strategischen Partnerschaft mit den USA gehen wird.

Die aktuellen Vorgänge in Hongkong, wie auch die Aufrüstung im Südchinesischen Meer verdeutlichen nochmals, dass die Volksrepublik China unverändert von einer kommunistischen Partei geführt wird und deren Ziele rücksichtslos verfolgt. Die Zeiten des ungebremsten Aufstiegs sind allerdings vorbei und mit schwächerem Wachstum werden in den kommenden Jahren an vielen Stellen soziale Spannungen aufbrechen.

Quelle: baltimoresun.com

Wer Hongkong für einen sicheren Hafen hielt, muss jetzt neu denken.

Mit 10 Jahren Erfahrung meine ich, dass Panama die viel bessere Lösung ist. Vor einigen Monaten hatte ich in diesem Blog schon mal das Projekt LiBERTADO angesprochen. Das Konzept ist fix und fertig, muss jetzt nur noch final gegliedert werden. Das soll in den nächsten 4 Wochen erledigt sein und wird dann in diesem Blog publiziert. Also wiederkommen.

Und noch eine Ankündigung:

Im Herbst 2020 startet hier ein spannendes Bauprojekt, für das qualifizierte und motivierte Arbeitskräfte gebraucht werden. Wer Schreiner, Tischler oder Dachdecker ist und bereit, für 3 Jahre auf einer Pazifikinsel im Golf von Panama das Startkapital für sein Leben in Panama zu verdienen, ist gern willkommen. Interesse? Bitte Mail an office(at)luckxus.com senden.

Sonntagsausflug und neu in Panama

Sonntag vormittag gegen 10 Uhr ist genau die richtige Zeit, um einmal vom Las Perlas Archipel kommend den Tocumen International Airport zu überfliegen, dessen Einflugschneise zu kreuzen, ohne sich den Luftraum mit vielen Boeing 737 teilen zu müssen oder aber von den Fluglotsen weit außen herumgeführt zu werden.

Während zwischen 8:00 und 8:30 insgesamt 24 (!) Maschinen landen, sind es zwischen 8:30 und 10 Uhr nur 6 Stück. Verschnaufpause am Flugplatz und im Luftraum östlich der Hauptstadt. Das gibt mir Gelegenheit zu Schnappschüssen aus nicht alltäglicher Perspektive, wenn auch nur per iPhone und mit einer Hand am Steuerknüppel.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das Bild vom Tocumen International Airport, Homebase von Copa Airlines und anspruchsvoll als Hub of the Americas bezeichnet, zeigt beide Runways, sowie unten das neue Südterminal. Fertigstellung 2016. Danach wird Runway #3 gebaut.

Das Bild über den Kanal zeigt dabei die „alte“ Miraflores-Schleuse links, die neue Erweiterung rechts. Die drei hellen Betonmodule sind Bassins um Wasser zu sparen. Fertigstellung April 2016.

Und wer sich all das mal aus der Nähe anschauen will, der kann ab 2. März mit Lufthansa direkt von Frankfurt hierher kommen.

Jemand der das schon, ohne Lufthansa, getan hat, beschreibt in diesem Blogpost sehr schön seine allerersten Eindrücke von Panama.

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Vielen Dank im voraus.

 

 

 

Koffer weg – Teil 3

Keine guten Nachrichten.

Seit wir am 5. Juni morgens um 5 Uhr in Panama City angekommen waren, ist unser Koffer überfällig.

Die Leute von Fraport, die stets zeitnah und professionell kommuniziert haben, haben die Suche nach 3 Wochen aufgegeben und den Fall an die Condor-Kundenbetreuung zur Abwicklung gegeben.

Wir hatten das über die Jahre schon mal in London, Singapore und Miami, wo Gepäck fehlgeleitet war und verspätet ankam. Einen Totalverlust hatten wir noch nie. Wirklich ärgerlich. Und das bei einem Direktflug FRA – SDQ – PTY.

Aufgrund der Forenberichte über die Vorgehensweise der Condor haben wir schon mal einen Anwalt eingeschaltet. Mal sehen, was noch alles passiert. Wir geben Bescheid.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Nochmal zum Nikaraguakanal

Wer ein Hochhaus mit 57 Stockwerken in 19 Tagen komplett errichtet, schafft auch eine 50-Mrd.-Infrastruktur in 5 Jahren zu bauen: den Nikaragua Canal. China.

Meine bisherigen Kommentare zum Projekt waren ja eher verhalten, abwartend, skeptisch. Inzwischen gehe ich davon aus, dass es funktionieren wird.

Warum?

  1. China verfügt über 4 Billionen (trillions) in Devisen, die bisher überwiegend in US-Staatsanleihen investiert wurden. Direktinvestitionen im Ausland bringen in Niedrigzins-Phasen jedoch mehr Profit und befördern zusätzlich den Handel.
  2. China hat im Inland ein riesiges Infrastruktur-Programm absolviert und exportiert diese Fähigkeit längst in Entwicklungsländer rund um den Globus.
  3. Der Initiator des Kanals, die HKND mit Investor Wang Jing stehen zwar im Brennpunkt, können auf jede Unterstützung bauen, da das Projekt für China strategische Bedeutung hat.
  4. Der neue Kanal bringt Wettbewerb und billigere Transporte, bedient Superschiffe, die sogar für den erweiterten Panamakanal zu groß sind.
  5. Zum Kanal gehört Infrastruktur, wie Häfen, Flugplätze, Freihandelszonen, Versorgung, Beherbergung. Also  noch mehr Geschäft.
  6. Für Nikaragua ist das Projekt das Ticket in die Zukunft. Man wird alles daran setzen, es zum Erfolg zu führen. Vom zweitärmsten Land Lateinamerikas mit an die Spitze, in ein oder 2 Dekaden.

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Quelle: bbc.com

Was bedeutet es für Panama?

  • Mehr Wettbewerb und langfristig sinkende Einnahmen
  • Die Notwendigkeit, Alternativen zu entwickeln

Die Welt von morgen hat für mich 2 Schwerpunkte:

  • die USA, unverändert als Quelle innovativer Technologien, basierend auf IT
  • China, die hochmoderne Infrastruktur in alle Welt exportieren, sich im Gegenzug Absatzmärkte sichern.

Europa? Da sehe ich noch nicht einmal eine Vision.

Journalistische Glanzleistung bei Welt Online

„Amerika kann sich seine Highways nicht mehr leisten“ titelt ein Beitrag in der Welt Online von heute.

Zuerst aber Panama: Vor wenigen Tagen war zu erfahren, dass die Straße entlang der Azuero-Westküste vierspurig erweitert werden soll. So wie das hier läuft, wird es wohl in 2 Jahren erledigt sein. Gute Nachrichten für alle, die in dieser eher abgelegenen Gegend investiert haben. Das als Ergänzung zu meinem Beitrag „Unter Vollmond an Panama’s Goldküste“ vom 6. März 2015.

Tina Kaiser schreibt heute auf Welt Online (www.welt.de) „Amerika kann sich seine Highways nicht mehr leisten“ und meint damit wohl die USA. Die angeblich marode US-Infrastruktur ist ja ein beliebtes Thema der deutschen Medien. Es gibt da unübersehbar einen „großer-Bruder-Komplex“, wo man sich über jede Kleinigkeit freut, die zeigt, dass bei dem doch nicht alles so toll ist. Verstanden.

Bemerkenswert sind zwei der drei Bilder mit denen die Welt ihre These untermauert:

Eine aufgegebene Straße in Pennsylvania unter der seit Jahrzehnten ein Kohleflöz brennt:

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Ein durch Erdbeben beschädigter Highway bei San Francisco:

welt_erdbeben

Ist das jetzt nur unsäglicher Journalismus oder schon dümmliche Manipulation? Vermutlich beides.

Wer die US Highways, Flugplätze, Wohnviertel und Firmengebäude aus eigener Anschauung kennt, kommt möglicherweise zu anderen Schlüssen. Hier ein exzellentes Video sowie ein paar Fakten zur massiven US-Infrastruktur:

Flugplätze: 13.513 (#1 weltweit)

Straßennetz: 6.586.610 km (#1 weltweit)

Schienennetz: 224.792 km (#1 weltweit)

Wasserstraßen: 41.009 km, davon kommerziell genutzt 19.312 km

Frachthäfen: 14

Kreuzfahrtterminals: 8 (5,5 Mio. Passagiere)

Pipelines (Gas): 1.984.321 km

Pipelines (Petrol): 240.711 km

Gebäude: 32 US Städte haben mehr als 100 Hochhäuser (>12 Geschosse)

Im vorbildlichen US-Schulbus-System werden in 486.000 speziellen Bussen täglich 28.8 Mio. Schulkinder befördert.

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So, jetzt habe ich mich ja mal wieder als Ami-Freund geoutet. Hoffe es hat trotzdem Spaß gemacht zu lesen.

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Immer wieder was los

Mein letztes Posting liegt schon ein paar Wochen zurück. Tut mir leid, wenn jemand umsonst hier nachgeschaut hat.

Ende September bis in den Oktober hinein waren wir wegen erfreulicher familiärer Angelegenheiten in Deutschland. Familie und Freunde treffen und ein neues Familienmitglied begrüßen.

Auf dem Hinflug hatten wir planmäßig 6 Stunden Aufenthalt in San Juan (PR) und da man dort sowieso durch die Immigration muss, nutzten wir die Zeit für einen Ausflug in die Altstadt und zur Festung. Sehr sehenswert und sehr historisch. Das war vor 500 Jahren der Eingang und Umschlageplatz für die Spanier. Hier kamen die Karavellen mit Soldaten und Beamten an und hier verließen die mit Gold und Kupfer gefüllten Schiffe den Kontinent.

SJPR

Heute gehört Puerto Rico zum US-Territorium, hat erhebliche wirtschaftliche Probleme und versucht gerade mit besonderen wirtschaftlichen Anreizen Investoren ins Land zu holen. Beosnders interessant für US-Bürger, die inzwischen überall auf der Welt Probleme haben, auch nur ein Bankkonto zu bekommen.

 

Der Rückflug war dann wieder abenteuerlich. Genau am Rückreisetag gab es in Tocumen, dem stark frequentierten Internationalen Flughafen von Panama City einen Computerausfall, der den ganzen Laden für Stunden lahmlegte. Condor hatte uns klaglos nach San Juan (Puerto Rico) gebracht, wo es gegen 18 Uhr mit Copa weitergehen sollte. Die Maschine kam aber erst Stunden später, dann wartete alles auf eine neue Crew und als Krönung standen wir dann noch knappe 3 Stunden auf dem Taxiway in PTY ehe wir gegen 6 Uhr früh mit 9 Stunden Verspätung aus dem Flieger kamen.

Mit uns gereist waren unsere Enkelin Kim und Freund Felix, denen wir in den nächsten 10 Tagen einen Crashkurs in Sachen Panama geben konnten.  Mit dem größtem Vergnügen natürlich.

2013 war das Jahr der Besucher für uns: 2 Nachbarn, 7 mal Familie sowie ein Arbeitskollege und Freund, der im August hier eine panamesische Freundin gefunden hat und sich gerade auf Dauer hier einrichtet. Wird eine Extrastory im Blog demnächst.

In diesem Monat treffen wir dann noch ein Paar Leser dieses Blog, die erstmalig nach Panama kommen. Wir freuen uns darauf.

Gelegentlich habe ich an dieser Stelle den Flugplatz Rio Hato erwähnt, der zum International Airport umgebaut wird und damit die Region touristisch noch besser erschließen soll. Mit 2.500 Meter Runway können Boeing 737 und ähnliche Maschinen aus Nord- und Südamerika landen, die Langstreckenmaschinen aus Europa allerdings nicht. Keine Condor, wie gehofft.

Gestern bin ich als einer der ersten dort gelandet, bevor am 13. November die offizielle Eröffnung stattfindet.

MPRHNUEVO

 

Irgendwie werden wir zum Earlybird bei Infrastrukturprojekten:

– zwischen 1995 und 2005 wurde in unmittelbarer Nähe die A71/73, von Erfurt nach Schweinfurt und Bamberg, gebaut, wo wir jede Brücke und jeden Tunnel lange vor Eröffnung „erfahren“ konnten

– seit wir in Panama sind, wird die Hauptstadt in beeindruckender Weise ausgebaut und modernisiert

– der neue Flugplatz Rio Hato liegt fast vor unserer Haustür

– der Kanalausbau geht in die Endphase und wird in 2015 vollendet, die Kapazität dieses Megaprojekts verdoppelt

Langeweile in Panama ? Wohl kaum.

Mehr als 10% Wachstum in 2012

Unbeeindruckt von Krisen in Europa und den USA wächst die panamesische Wirtschaft. Im ersten Halbjahr waren es 10,6%, zwei Prozent mehr als prognostiziert. Die Bergbauindustrie, Gold und Kupfer, ist dabei erst in der Startphase und wird in den nächsten Jahren zunehmend beitragen, ebenso wie der auf doppelte Kapazität erweiterte Panamakanal.

Mit diesen Zahlen ragt Panama weit über den Durchschnitt Lateinamerikas hinaus, für das nur 3,4% prognostiziert werden. Mit den umfangreichen Infrastrukturinvestitionen ist allerdings auch die Staatsverschuldung gestiegen und beläuft sich jetzt auf 41,8%. Deutschland hat zum Vergleich ca. 83%.

Wer mit offenen Augen durch das Land fährt, kommt aus dem Staunen nicht heraus: Hochstraßen und Metro in Panama City, Hotelkomplexe und Flughäfen entlang der Küsten, Brücken, Hafenanlagen usw.

Ein Land auf der Überholspur …

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