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Ein sonniger Tag heute, der letzte vor dem Beginn des chaotischen Karnevalverkehrs, und wir hatten uns mit guten Freunden auf den Weg nach El Valle gemacht, ein beliebtes Ausflugsziel das sich im Krater eines längst erloschenen Vulkans befindet. Gemütlich durch das bergige Hinterland, dann hinauf auf den Kraterrand mit wunderschönen Ausblicken, im El Valle den Markt besucht, Gemüse und Schmuck gekauft, zum peruanischen Essen und danach noch in ein gemütliches Kaffeehaus eingekehrt. Rückfahrt über die Panamericana.

Insgesamt 120 km, just for fun.

Quelle: enlodados.com

Zu Hause ein Blick in Welt Online und dort finde ich einen Artikel des Wirtschaftsredakteurs:

„Unser Autor wollte möglichst CO2-frei in die Ferien fahren … Naturschutz ist viel zu wichtig … Wir müssen gemeinsam etwas gegen schlechte Luft und den Klimawandel tun … Deshalb beschloss ich, mit Frau und Sohn umweltgerechten Skiurlaub zu machen.“ 

Oops, daran habe ich garnicht gedacht, bevor wir losgefahren sind. Das hätte man natürlich auch mit dem Bus erledigen können. Wobei der ja anders als die Deutsche Bundesbahn nicht CO2-frei fährt …

Ernsthaft: Natürlich weiß ein Welt-Wirtschaftsredakteur genau, dass eine solche Aktion völlig sinnfrei ist. Es kann also nur um eines gehen:

„Ich will mich supergut und anderen moralisch überlegen fühlen.“

Vernunft spielt dabei keine Rolle. Und mit dieser Grundhaltung schaut man auch seelenruhig zu, wie ein einstmals starkes Industrieland immer weiter im globalen Wettbewerb zurückfällt.

Über diesen Blog habe ich ziemlich oft Kontakt zu Leuten, die aus Deutschland kommen, diese ungute Entwicklung voraussehen und deshalb für ihre Familie eine neue Heimat suchen. Und es werden noch viel mehr werden.

Die Urlaubsreise des Herrn Wirtschaftsredakteur war übrigens ein kompletter Reinfall, außerdem schädlich für Klima und Umwelt.

Wettbewerbsfähigkeit – noch ein Ranking

Das Handelsblatt schreibt:

Der Migrationsforscher Klaus Bade warnt unmissverständlich: „Wir befinden uns in einer migratorisch suizidalen Situation.“ Während unser Sozialstaat hunderttausende Unqualifizierter … anzieht, fühlen sich die jungen Vertreter des Leistungsmittelstands hierzulande immer fremder. Der Handwerksmeister, der in Australien nicht vom Bürokratenstaat bedrängt wird, der Arzt, der in Norwegen nicht zum Krankenhausbeamten degradiert wird, der Wissenschaftler, der in den USA bessere Forschungsbedingungen hat, die Hotelfachfrau, die in der Schweiz das Doppelte verdient aber weniger Steuern zahlt, der Bauingenieur, der in Arabien oder China sein Können vergoldet bekommt – die Motive wechseln. Aber eines eint sie alle: Anderswo geht es ihnen besser als daheim.

„So schlimm wird es wohl nicht sein“, sagen einige, andere haben schon lange vermutet, dass da ein Problem ist.

Das eigentliche Problem ist, dass dieser Auszug aus dem Handelsblatt alles andere als neu ist, sondern vom 11. Dezember 2009(!) datiert.

Und heute, 8 Jahre später? Die Antwort gibt „Welt Online“ in einem Artikel „Der schleichende Abstieg Deutschlands“

Standort-D-Wettbewerbsranking

Wie wird die Bilanz in 8 Jahren wohl aussehen?

 

 

Bayern statt Panama – eine Steueroase mitten im Wald

Laut Welt Online ist diese Scheune der Sitz mehrerer Fondsgesellschaften, die den Weg nach Panama gescheut und ihre eigene Steueroase mitten in Bayern gefunden haben:

legale-Briefkastenfirmen-im-Ebersberger-Forst-6-

 

Am liebsten wäre es dem deutschen Finanzminister ja, wenn in allen Ländern der Welt die gleichen Steuersätze gelten würden und keinerlei Optimierung möglich wäre.

Stattdessen gibt es sogar innerhalb Deutschlands einen sehr sinnvollen Steuerwettbewerb. Grundlage dafür ist der von Landkreisen, Städten und Gemeinden festzusetzende Hebesatz der Gewerbesteuern.

So hat München einen Hebesatz von 490%, wohingegen der nahe gelegene Landkreis Ebersberg nur 200% ansetzt. Bei €1 Mio. Gewinn zahlt man in München demzufolge €170.000 Gewerbesteuern, im Ebersberger Forst hingegen nur €70.000. (Alle Zahlen basieren auf den Angaben im Welt Online Artikel)

Das kann schon mal ein Faktor für die Standortwahl beim Firmensitz sein und Grund genug für einige Fondsgesellschaften einen solchen mit Briefkasten im Ebersberger Forst einzurichten, sogar an 2 Tagen der Woche für ein paar Stunden zu besetzen.

Damit erfüllt man wohl alle notwendigen gesetzlichen Bedingungen und hat seine eigene Steueroase vor der Haustür.

Eine clevere Idee, zu der man dem Landkreis Ebersberg nur gratulieren kann. Ohne Steuerwettbewerb wären nämlich, und das drücke ich mal ganz vorsichtig aus, dem Finanzbedarf einer Bürokratie kaum Grenzen gesetzt.

Und das gilt innerhalb eines Landes genau so wie im globalen Maßstab.

 

 

Journalistische Glanzleistung bei Welt Online

„Amerika kann sich seine Highways nicht mehr leisten“ titelt ein Beitrag in der Welt Online von heute.

Zuerst aber Panama: Vor wenigen Tagen war zu erfahren, dass die Straße entlang der Azuero-Westküste vierspurig erweitert werden soll. So wie das hier läuft, wird es wohl in 2 Jahren erledigt sein. Gute Nachrichten für alle, die in dieser eher abgelegenen Gegend investiert haben. Das als Ergänzung zu meinem Beitrag „Unter Vollmond an Panama’s Goldküste“ vom 6. März 2015.

Tina Kaiser schreibt heute auf Welt Online (www.welt.de) „Amerika kann sich seine Highways nicht mehr leisten“ und meint damit wohl die USA. Die angeblich marode US-Infrastruktur ist ja ein beliebtes Thema der deutschen Medien. Es gibt da unübersehbar einen „großer-Bruder-Komplex“, wo man sich über jede Kleinigkeit freut, die zeigt, dass bei dem doch nicht alles so toll ist. Verstanden.

Bemerkenswert sind zwei der drei Bilder mit denen die Welt ihre These untermauert:

Eine aufgegebene Straße in Pennsylvania unter der seit Jahrzehnten ein Kohleflöz brennt:

welt_kohle

Ein durch Erdbeben beschädigter Highway bei San Francisco:

welt_erdbeben

Ist das jetzt nur unsäglicher Journalismus oder schon dümmliche Manipulation? Vermutlich beides.

Wer die US Highways, Flugplätze, Wohnviertel und Firmengebäude aus eigener Anschauung kennt, kommt möglicherweise zu anderen Schlüssen. Hier ein exzellentes Video sowie ein paar Fakten zur massiven US-Infrastruktur:

Flugplätze: 13.513 (#1 weltweit)

Straßennetz: 6.586.610 km (#1 weltweit)

Schienennetz: 224.792 km (#1 weltweit)

Wasserstraßen: 41.009 km, davon kommerziell genutzt 19.312 km

Frachthäfen: 14

Kreuzfahrtterminals: 8 (5,5 Mio. Passagiere)

Pipelines (Gas): 1.984.321 km

Pipelines (Petrol): 240.711 km

Gebäude: 32 US Städte haben mehr als 100 Hochhäuser (>12 Geschosse)

Im vorbildlichen US-Schulbus-System werden in 486.000 speziellen Bussen täglich 28.8 Mio. Schulkinder befördert.

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So, jetzt habe ich mich ja mal wieder als Ami-Freund geoutet. Hoffe es hat trotzdem Spaß gemacht zu lesen.

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