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Ein sonniger Tag heute, der letzte vor dem Beginn des chaotischen Karnevalverkehrs, und wir hatten uns mit guten Freunden auf den Weg nach El Valle gemacht, ein beliebtes Ausflugsziel das sich im Krater eines längst erloschenen Vulkans befindet. Gemütlich durch das bergige Hinterland, dann hinauf auf den Kraterrand mit wunderschönen Ausblicken, im El Valle den Markt besucht, Gemüse und Schmuck gekauft, zum peruanischen Essen und danach noch in ein gemütliches Kaffeehaus eingekehrt. Rückfahrt über die Panamericana.

Insgesamt 120 km, just for fun.

Quelle: enlodados.com

Zu Hause ein Blick in Welt Online und dort finde ich einen Artikel des Wirtschaftsredakteurs:

„Unser Autor wollte möglichst CO2-frei in die Ferien fahren … Naturschutz ist viel zu wichtig … Wir müssen gemeinsam etwas gegen schlechte Luft und den Klimawandel tun … Deshalb beschloss ich, mit Frau und Sohn umweltgerechten Skiurlaub zu machen.“ 

Oops, daran habe ich garnicht gedacht, bevor wir losgefahren sind. Das hätte man natürlich auch mit dem Bus erledigen können. Wobei der ja anders als die Deutsche Bundesbahn nicht CO2-frei fährt …

Ernsthaft: Natürlich weiß ein Welt-Wirtschaftsredakteur genau, dass eine solche Aktion völlig sinnfrei ist. Es kann also nur um eines gehen:

„Ich will mich supergut und anderen moralisch überlegen fühlen.“

Vernunft spielt dabei keine Rolle. Und mit dieser Grundhaltung schaut man auch seelenruhig zu, wie ein einstmals starkes Industrieland immer weiter im globalen Wettbewerb zurückfällt.

Über diesen Blog habe ich ziemlich oft Kontakt zu Leuten, die aus Deutschland kommen, diese ungute Entwicklung voraussehen und deshalb für ihre Familie eine neue Heimat suchen. Und es werden noch viel mehr werden.

Die Urlaubsreise des Herrn Wirtschaftsredakteur war übrigens ein kompletter Reinfall, außerdem schädlich für Klima und Umwelt.

Ausflug zur Rio Indio Lodge

Eigentlich wollten wir nur deutsches Brot abholen, das wir vergangene Woche erstmalig bestellt hatten. In El Valle de Anton, einem Ort in den Bergen, den wir alle paar Monate wegen des Sonntagsmarktes für Gemüse, Blumen und originelle Souvenirs sowieso besuchen.

Die Bäckersleute sind Deutsche, die das als Hobby machen, wie wir von Maren erfahren. Wir plauschen eine Weile, kosten Brötchen und Croissants, kaum dass wir 5 Minuten weg sind. Letztere sind sehr lecker, ebenso wie das Brot, das wir später zu Hause essen werden.

Auf dem Markt kaufen wir Ananas, Papaya, Paprika, begrüßen einen Bekannten unter den Souvenirhändler und stoßen mit Manfred Koch zusammen. Manfred ist Inhaber des Hotels Los Capitanes, ein weitgereister Seemann und hat uns ein Jahr vorher schon viel aus seinem Leben erzählt. Wir freuen uns alle über das Wiedersehen und Manfred fragt, ob wir nicht seine Lodge anschauen wollen. Er will in einer Stunde hinfahren und uns gern mitnehmen. Klar wollen wir.

Wir gehen in sein Gartenrestaurant essen, vorzüglicher Gulasch, und fahren dann mit unserem Auto hinter ihm her. Manfred hat sich vorher versichert, dass wir ein geländegängiges Fahrzeug habe. Als wir eine Weile unterwegs sind, sage ich meiner Frau gerade, dass die Strecke doch gar nicht so anspruchsvoll sei, da fängt es an: Unbefestigt, steil auf und ab, tiefe Abhänge an der Seite, Wasserdurchfahrten. Und wunderbare Aussichten auf Regenwald und Berge. Wir sind inzwischen über die kontinentale Wasserscheide hinweg und alle Wasser fließen von hier ins Karibische Meer.

Dann erreichen wir die Lodge und werden von Manfred herumgeführt. Ein wirkliches Getaway, und eine Riesenarbeit, das alles hierher zu bringen, aufzubauen und in Schuss zu halten. Er ist stolz darauf, zu Recht.

Rio Indio Lodge

Im Garten wächst alles mögliche, unter anderem Ananas, Bananen, Kaffee und Yucca. Ebenso wichtig, was es hier nicht gibt: Kein Telefon, kein Internet.

Wir sitzen in der offenen Küche , trinken Tee und lassen die Natur auf uns wirken. Wirklich ein schönes Fleckchen Erde.

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Auf der Rückfahrt kommen wir dazu, die Kamera eine kurze Zeit laufenzulassen:

http://www.youtube.com/watch?v=JD18Q0OsViE

Ein schöner Tag, eine spannende Ausfahrt. Danke an unseren Guide Manfred.

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