Ein Fluss mit Geschichte: Rio Chagres

Es sieht nicht so aus, ich hoffe aber mal, dass dieser unscheinbare Staudamm gut bewacht ist:

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Das ist der Gatun-Staudamm unweit der Atlantikschleusen des Panamakanals. Wer den Welthandel massiv beeinträchtigen will, muss nur diesen Damm zerstören. Dann läuft das Wasser aus dem Lake Gatun und der Panamakanal fällt trocken.

Das ist keine Gefahr? Nun, im 2. Weltkrieg haben die Japaner nicht umsonst schon U-Boote extra für die Zerstörung des Panamakanals entworfen und gebaut. Siehe hier.

Die Gegend hat allerdings schon viel länger strategische Bedeutung.

Im 16. Jahrhundert wurde auf Anweisung des spanischen Königs Philipp II. an der nur 10 km entfernten Mündung des Rio Chagres in das Karibische Meer eine Festung namens San Lorenzo gebaut. Von dort aus fuhren die mit Inka-Gold beladenen spanischen Galeeren heim, nachdem die Schätze über Land von der Pazifikküste beim heutigen Panama City transportiert worden waren. (Das war zuvor hier genau falsch herum beschrieben, aber mein treuer Leser und Freund Carsten von Panamafantastico hat es bemerkt. Danke.)

 

 

 

Letztlich führte das zur Idee des Panamakanal, dessen Einfahrt heute nur wenige Kilometer entfernt liegt, Atlantik und Pazifik verbindet, statt Gold nun Erz und Container, Öl und Gas, Passagiere und vieles mehr befördert.

Und beim Ausflug vom Rio Chagres weiter zum Rio Indio, entlang der Costa Abajo westlich von Colon, kroch uns dann noch dieses Faultier direkt über den Weg:

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Keine gute Idee im Schneckentempo die Straße zu überqueren.

 

 

Ausflug zur Rio Indio Lodge

Eigentlich wollten wir nur deutsches Brot abholen, das wir vergangene Woche erstmalig bestellt hatten. In El Valle de Anton, einem Ort in den Bergen, den wir alle paar Monate wegen des Sonntagsmarktes für Gemüse, Blumen und originelle Souvenirs sowieso besuchen.

Die Bäckersleute sind Deutsche, die das als Hobby machen, wie wir von Maren erfahren. Wir plauschen eine Weile, kosten Brötchen und Croissants, kaum dass wir 5 Minuten weg sind. Letztere sind sehr lecker, ebenso wie das Brot, das wir später zu Hause essen werden.

Auf dem Markt kaufen wir Ananas, Papaya, Paprika, begrüßen einen Bekannten unter den Souvenirhändler und stoßen mit Manfred Koch zusammen. Manfred ist Inhaber des Hotels Los Capitanes, ein weitgereister Seemann und hat uns ein Jahr vorher schon viel aus seinem Leben erzählt. Wir freuen uns alle über das Wiedersehen und Manfred fragt, ob wir nicht seine Lodge anschauen wollen. Er will in einer Stunde hinfahren und uns gern mitnehmen. Klar wollen wir.

Wir gehen in sein Gartenrestaurant essen, vorzüglicher Gulasch, und fahren dann mit unserem Auto hinter ihm her. Manfred hat sich vorher versichert, dass wir ein geländegängiges Fahrzeug habe. Als wir eine Weile unterwegs sind, sage ich meiner Frau gerade, dass die Strecke doch gar nicht so anspruchsvoll sei, da fängt es an: Unbefestigt, steil auf und ab, tiefe Abhänge an der Seite, Wasserdurchfahrten. Und wunderbare Aussichten auf Regenwald und Berge. Wir sind inzwischen über die kontinentale Wasserscheide hinweg und alle Wasser fließen von hier ins Karibische Meer.

Dann erreichen wir die Lodge und werden von Manfred herumgeführt. Ein wirkliches Getaway, und eine Riesenarbeit, das alles hierher zu bringen, aufzubauen und in Schuss zu halten. Er ist stolz darauf, zu Recht.

Rio Indio Lodge

Im Garten wächst alles mögliche, unter anderem Ananas, Bananen, Kaffee und Yucca. Ebenso wichtig, was es hier nicht gibt: Kein Telefon, kein Internet.

Wir sitzen in der offenen Küche , trinken Tee und lassen die Natur auf uns wirken. Wirklich ein schönes Fleckchen Erde.

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Auf der Rückfahrt kommen wir dazu, die Kamera eine kurze Zeit laufenzulassen:

http://www.youtube.com/watch?v=JD18Q0OsViE

Ein schöner Tag, eine spannende Ausfahrt. Danke an unseren Guide Manfred.

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