Caledonia oder Was Schottland mit Panama zu tun hat

Wenige Tage ist es erst her, seit Schottland sich mit knapper Mehrheit gegen die Aufkündigung der Union mit England, Wales und Nordirland entschieden hat.

Begonnen hat es in 1707, als Schottland aus wirtschaftlichen Gründen seine Eigenständigkeit aufgeben musste. Und schuld daran war das Panama-Abenteuer.

In 1698 reiste eine erste Gruppe Siedler unter Führung von William Paterson von Schottland nach Mittelamerika um im Golf von Darien, an der heutigen panamesischen Karibikküste eine schottische Kolonie zu gründen – die Provinz Caledonia mit der Siedlung New Edinburgh.

Darien_colony

Ziel war es, mit Handelsstützpunkten an beiden Ozeanen dem schottischen Empire Einnahmen zu sichern aus dem Transport von Waren von der Pazifik- zur Atlantikküste, damit die gefährliche Tour rund um Kap Hoorn zu umgehen. Ein terrestrischer Panamakanal sozusagen und eine weitsichtige Entscheidung.

Weniger weitsichtig war die Vorbereitung. Weder war man für das tropische Klima gerüstet, noch hatte man die Schwierigkeiten des Transports von Waren durch den tropischen Dschungel ausreichend bedacht. Und letztlich waren auch die Spanier keineswegs gewillt, solches in ihrer Einflußsphäre geschehen zu lassen. Sie blockierten den Hafen und es kam im März 1700 zur Kapitulation, nachdem schon das Versorgungsschiff der zweiten Expedition in Flammen aufgegangen war.

Wie viele andere überlebten der Initiator Paterson und seine Familie das Abenteuer nicht. Noch gravierender war dieser Ausgang für den schottischen Haushalt, der neben vielen privaten Investoren Geld in das Abenteuer gesteckt und verloren hatte. Der Beitritt zur Union mit England in 1707 war letztlich das Ergebnis des gescheiterten Vorhabens. Investoren wurden stillschweigend entschädigt.

Im Gedenken an dieses Unternehmen werde ich heute abend mal einen Scotch nehmen. Cheers!

Mehr von Las Perlas – Isla Viveros und Isla Contadora

Nachdem wir erst vor wenigen Wochen zum ersten Mal den Las Perlas Archipel besucht und zwei Tage auf Isla Contadora verbracht hatten, ging es am Samstag wieder raus in den Golf von Panama.

Ein Einladung zum Besuch von Isla Viveros ist der Anlass. Die Insel wird von einer europäischen Investorengruppe zu einem luxuriösen Ressort entwickelt. Mit Oceanfront-Villen, Appartments, der einzigen Marina in Las Perlas, einem 18-Loch-Golfplatz sowie einem Flugplatz, groß genug für Businesss Jets, mit eigener Immigration und Zollstation.

Die Marina beherbergt die ersten Boote und eine schicke Yacht, acht Häuser sind übergeben, am Flugplatz mit seiner 1.500 Meter-Piste und an viele anderen Stellen wird gebaut. Insgesamt sind derzeit ca. 250 Leute mit und auf Viveros beschäftigt. Die Wege sind noch Sandpisten, und die Hälfte der Insel soll im Urzustand verbleiben.

Für die Bewohner und Gäste des Trump Ocean Club ensteht am Nordstrand der Insel gerade der Beach Club und wird mit einer Schnellfähre direkt von Downtown Panama City angefahren. Noch sieht der Nordstrand aus wie ein ungeschliffener Diamant. Als wir durch das superklare Wasser waten, schrecken wir eine halbwüchsige Meeresschildkröte auf.

Isla Viveros Nordstrand

Wir sind mit der Schnellfähre aus Panama City gekommen, fahren am frühen Nachmittag mit einem offenem Pangaboot ziemlich zügig von Viveros hinüber nach Contadora. Das Boot ist aus Glasfaser gefertigt, macht einen stabilen Eindruck und ist gut motorisiert.  Mütze und Sonnenschutz sind extrem wichtig, da das Boot kein Dach hat und die Sonne brennt. Nach ungefähr 30 Minuten legen wir am Strand von Contadora an.

Einchecken im Hotel Punta Galeon, das ideal liegt, aber seine besten Zeiten schon hinter sich hat. Zum Essen geht es dann zu Gerald’s. Wir haben schon gehört, dass der Besitzer ein Deutscher ist und vorzügliche Küche hat, nicht nur deutsche Speisen.

Wir treffen Gerald und erfahren, dass er aus Schweinfurt stammt, schon seit 1990 auf der Insel ist und neben dem Restaurant auch 8 Gästezimmer vermietet. Das werden wir beim nächsten Besuch wohl ausprobieren.

Warum auf Contadora? „Ich habe schon als kleiner Junge beschlossen, dass ich mal auf einer Insel leben will.“ Immer wieder erfrischend zu hören, wie Menschen ihre Träume verwirklichen.
Der Chef vom Gerald's und meine Frau

Heute morgen liegen wir dann erstmal im türkisfarbenen Wasser am Playa Larga. Dann geht es mit Golfcart auf Inseltour. Wunderschöne Ausblicke und eine Vielzahl wirklich schöner Häuser. Die Kamera läuft mit:

Rundfahrt

Nach dem Mittagessen geht es dann auf die Fähre und mit Vollgas zurück nach Panama City. Aus dem Kanal kommt uns gerade die „Coral Princess“ entgegen, ein Kreuzfahrtschiff, dass speziell für die Kanalpassage gebaut wurde. Ein eindrucksvolles Schiff und ein guter Abschluss unseres Ausflugs.

Coralprincess

Vollgas im Panama-Kanal

OK, nur ein  kurzes Stück, dafür aber teilweise selbst gesteuert.

Wir sind auf Einladung unserer Freunde Gerald und Kiki heute in die City gefahren und treffen uns bei Motores Britannicos, einer Firma, die Vertriebs- und Reparturpartner für die Seadoo-Palette ist.

ATV, Jetski und Boote mit Jetantrieb. Auf uns wartet ein Seadoo 230 SE, ein über 7 Meter langes Boot für bis zu 12 Personen, zwei Maschinen und 430 PS Antriebsleistung.

www.seadoo.com

Der Betrieb liegt am Panamakanal, zwischen dem Containerhafen Balboa und der Miraflores-Schleuse. Das Boot steht auf dem Trailer und wir fahren zur Diablo-Rampe, die nur einige Minuten entfernt ist.

Als wir das Boot zu Wasser lassen, taucht vor uns im Kanal die ZIM Beijing auf, ein riesiges vollbeladenes Containerschiff, das soeben die Miraflores-Schleuse passiert und den Pazifik erreicht hat.

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Wir lassen ihr Vorfahrt, drehen noch eine Weile vor der Rampe und warten auch noch ab, bis der Lotse von Bord geht und mit dem Lotsenboot davonfährt.

Jetzt ist es soweit. Gas geben und hinter dem Dampfer her in Richtung der Puente de Las Americas. Wir holen auf, sind gemeinsam unter der Brücke und dann fahren wir davon.

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Über diese Brücke sind wir schon oft gefahren, selbst geflogen und heute auch am Steuer eines schnellen Bootes durchgefahren. Phantastisch.

Nachdem wir die „Beijing“ hinter uns haben geht es mit fast voller Fahrt in der Fahrrinne des Kanals nach Süden. Dieses Boot schafft über 50 Knoten, was ich aber selbst nicht ausprobieren will, als Anfänger. Stattdessen ein paar Manöver, Kurvenfahren, volle Drehung und Abbremsen aus voller Fahrt. Sehr gut zu handhaben.

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Inzwischen ist das Containerschiff an uns vorbei und nimmt wohl Kurs auf Asien. Wir fahren zurück, die Vorstellung des Seadoo 230 ist beendet und hat uns sehr gut gefallen.

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Wir haben noch eine Menge Fragen und bekommen sachkundige Auskunft. Vielen Dank an Jan und Stefan, und natürlich an unsere beiden Freunde.

Ausflug zur Rio Indio Lodge

Eigentlich wollten wir nur deutsches Brot abholen, das wir vergangene Woche erstmalig bestellt hatten. In El Valle de Anton, einem Ort in den Bergen, den wir alle paar Monate wegen des Sonntagsmarktes für Gemüse, Blumen und originelle Souvenirs sowieso besuchen.

Die Bäckersleute sind Deutsche, die das als Hobby machen, wie wir von Maren erfahren. Wir plauschen eine Weile, kosten Brötchen und Croissants, kaum dass wir 5 Minuten weg sind. Letztere sind sehr lecker, ebenso wie das Brot, das wir später zu Hause essen werden.

Auf dem Markt kaufen wir Ananas, Papaya, Paprika, begrüßen einen Bekannten unter den Souvenirhändler und stoßen mit Manfred Koch zusammen. Manfred ist Inhaber des Hotels Los Capitanes, ein weitgereister Seemann und hat uns ein Jahr vorher schon viel aus seinem Leben erzählt. Wir freuen uns alle über das Wiedersehen und Manfred fragt, ob wir nicht seine Lodge anschauen wollen. Er will in einer Stunde hinfahren und uns gern mitnehmen. Klar wollen wir.

Wir gehen in sein Gartenrestaurant essen, vorzüglicher Gulasch, und fahren dann mit unserem Auto hinter ihm her. Manfred hat sich vorher versichert, dass wir ein geländegängiges Fahrzeug habe. Als wir eine Weile unterwegs sind, sage ich meiner Frau gerade, dass die Strecke doch gar nicht so anspruchsvoll sei, da fängt es an: Unbefestigt, steil auf und ab, tiefe Abhänge an der Seite, Wasserdurchfahrten. Und wunderbare Aussichten auf Regenwald und Berge. Wir sind inzwischen über die kontinentale Wasserscheide hinweg und alle Wasser fließen von hier ins Karibische Meer.

Dann erreichen wir die Lodge und werden von Manfred herumgeführt. Ein wirkliches Getaway, und eine Riesenarbeit, das alles hierher zu bringen, aufzubauen und in Schuss zu halten. Er ist stolz darauf, zu Recht.

Rio Indio Lodge

Im Garten wächst alles mögliche, unter anderem Ananas, Bananen, Kaffee und Yucca. Ebenso wichtig, was es hier nicht gibt: Kein Telefon, kein Internet.

Wir sitzen in der offenen Küche , trinken Tee und lassen die Natur auf uns wirken. Wirklich ein schönes Fleckchen Erde.

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Auf der Rückfahrt kommen wir dazu, die Kamera eine kurze Zeit laufenzulassen:

http://www.youtube.com/watch?v=JD18Q0OsViE

Ein schöner Tag, eine spannende Ausfahrt. Danke an unseren Guide Manfred.

Finanzzentrum Panama

Panama ist bekannt als Finanzzentrum und hat Singapore als Vorbild gewählt.

Um von der grauen OECD-Liste der Steuerparadiese zu verschwinden, sind in den letzten Jahren eine Anzahl Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen worden. Panama sollte jetzt besser dastehen, als Europa, das sich ja gern als Musterknabe aufspielt. Und eine Menge Schlupflöcher hat, wie Jersey, Isle of Man, Andorra usw.

Zudem hat Panama in den letzten Jahren Wachstumsraten von 8 bis 10% geschafft. Europa? Fehlanzeige.

Rückgrat der Wirtschaft ist der Panamakanal. http://tinyurl.com/76c75d6    (Copyright: VoltageProductionPTY)

Was hat es nun mit dem Ruf Panamas als Finanzentrum auf sich?

Zum Jahreswechsel recherchierte Welt Online zum Thema „Wie lege ich 50.000 EUR an?“

Das Ergebnis ist blamabel für die befragten Banken. Keinem der Vorschläge mochten die verdeckt recherchierenden Redakteure folgen. Geradezu makaber die Empfehlung des eigenen Instituts, weil „es wegen Systemrelevanz ja nicht crashen könne“. Ansonsten wohl schon.

Satire? Nein, europäische Bankenwirklichkeit 2012.

Anderswo sieht das besser aus. In Panama, minimal verschuldet, hat man den US-Dollar als Währung bzw. den Balboa, den es aber nur als Münzen gibt. Trotzdem ging während der US-Bankenkrise in Panama keine einzige Bank pleite. Eine US-Pleitebank musste ihre Niederlassung schliessen. Sonst nichts.

Auf normale Sparkonten zahlen die hiesigen Banken unaufgefordert um die 2% für täglich verfügbare Guthaben. Die Nationalbank gibt 5% auf Certificates of Deposit.

Stellt sich die Frage, wozu man in Europa überhaupt noch eine Bank benötigt und ob Kreditgeber und -nehmer sich nicht besser direkt finden und einigen können.

Und beantwortet die Frage, wo man sein Geld eigentlich halbwegs rentierlich anlegen kann. 


Jahreswechsel unter Palmen

Weihnachten ist die Zeit der Familie. Der Trip nach Deutschland war Anlass für die Blogpause. Jetzt, am 30.12. sind wir zurück am Beach.

Silvester unter Palmen, im Pool oder Meer um Mitternacht … unschlagbar.

Ich wünsche Ihnen, dass 2012 ein gutes Jahr wird und wenn Sie schon mal über Leben in den Tropen nachdenken, hier ist ein kleiner Appetizer:

http://tinyurl.com/7l2xrn8

(Copyright Voltageproductionpty)

Davon mehr in den folgenden Posts.

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