Panama in 2019 – oder 2019 in Panama?

Neues Jahr, neues Glück – hier ist ein kleiner Ausblick:

Der Panamakanal hat letztes Jahr seine Einnahmen um 9% gesteigert und Fitch hat das gute Rating der Betreibergesellschaft bestätigt.

Ebenso bezeichnet Fitch den Status der panamesischen Banken als stabil.

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Im Mai finden nationale Wahlen statt und jedermann scheint erleichtert, weil es unter Präsident Varela wirtschaftlich nicht so prickelnd lief. Der Ausblick für 2019 liegt jetzt bei 5%, nach 4,4% im Vorjahr.

Hunderttausende Besucher werden zur Weltjugendwoche Ende Januar erwartet, darunter der Papst. Ein Höhepunkt für die katholische Bevölkerung, ein Grund der Hauptstadt fernzubleiben für alle anderen.

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Benzin wird ab Freitag noch billiger: Alle Sorten unter 60 Cent. Und keine Fahrverbote in Sicht.

Air Europa fliegt ab Juni von Madrid mit Boeing 787 wöchentlich 5x direkt nach Panama City. Das bringt 20% mehr Kapazität auf der Europa/Panama-Strecke – gut für die Preise.

Isla Contadora bekommt eine Meerwasser-Entsalzungsanlage, was das Wasserproblem am Ende der Trockenzeit löst.

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Und dann kommen auch dieses Jahr wieder einige interessante Leute nach Panama, um es zu erkunden oder schon entschieden haben, künftig unter Palmen und weit weg von Europa leben zu wollen.

Bienvenido.

 

 

 

 

 

Contadora, KLM und mein grober Fehler

Gestern habe ich mal wieder gemerkt, wie old-fashioned mein Hirn verdrahtet ist. Grrrr.

Wir waren mit der SeaLasperlas Expressfähre auf dem Weg zu einem Strandtag auf Isla Contadora. Mit an Bord war eine komplette KLM Crew, die ihre 48 Stunden Aufenthalt in Panama City für eine Waltour im Las Perlas Archipel genutzt hat.

Alles nette Leute und als wir so auf dem Außendeck in der Sonne sitzen, frage ich ganz selbstverständlich den mit den meisten grauen Haaren „Du bist sicher der, der diese wunderschöne Boeing 777 fliegt.“

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„Nein“, kommt die Antwort. “ Ich bin der Purser. First Officer ist die junge Frau hier neben Dir und der junge Mann dort ist ihr Ehemann und Captain.“

Sieht so aus, als ob die 190 Gender-Professuren in Deutschland doch nötig sind.

Klar hätte ich zuerst eine der hübschen jungen Frauen fragen sollen und Punkte sammeln, um dann erwartungsgemäß an den Grauhaarigen verwiesen zu werden.

Passiert mir nicht wieder und als Wiedergutmachung habe ich die First Officerin für ihren nächsten Stop-over zu einem Las-Perlas-Rundflug in meiner Maschine eingeladen.

Hier noch ein paar Bilder von Isla Contadora:

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Las Perlas aus der Luft

Nach einigen Regentagen war heute mal wieder strahlender Sonnenschein über Panama. Flugwetter.

Vom Flugplatz Chame ging es auf 4500 ft über 40 nautische Meilen in Richtung Ost über den Pazifik. Und schon bald kommt der Las Perlas Archipel in Sicht. Es ist Walsaison und ich sinke auf 2500 ft ab um den einen oder anderen zu finden. Fehlanzeige. Was ich finde, sind Bilder der Inselwelt, die mich immer wieder begeistern.

Ich fliege über Pedro Gonzalez, an Isla del Rey vorbei und über Isla Viveros nach Isla Contadora, noch ein Stück in Richtung Norden, dann über Isla Saboga mit seiner uralten Kirche wieder Richtung Pedro Gonzalez und drehe dann beim Steigen in Richtung Westen. Isla Otoque ist schon in Sicht und es braucht kein GPS um nach Hause zu kommen.

Hier sind ein paar Aufnahmen:

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Alle Bilder (C) Panaviacion Corp.

Mit der Express-Fähre nach Isla Contadora

Eine unserer Lieblingsdestinationen hier in Panama war mal wieder an der Reihe.

Zuerst wurde anhand der Gezeitentabelle ein Tag ausgesucht, an dem wir zwischen 10 und 13 Uhr hohen Wasserstand haben würden. Bei Tiefstand haben wir zwar mehr Strand, aber auch jede Menge Felsen im Wasser.

Und es ergab sich, das die Betreiber der Express-Fähre ein Sonderangebot hatten: $49 statt $95 für Hin- und Rückfahrt. Perfekt, und so wählten wir Donnerstag den 21. Juni aus und buchten.

Da die Fähre schon 7:30 ablegt, kommen wir immer schon einen Tag früher in die Stadt und übernachten unweit der Anlegestelle. Diesmal im Amador Ocean View Hotel & Suites – ordentliche Zimmer und sehr akzeptabler Preis, da keine Saison.

Hier ist der Blick auf die Skyline der erwachenden Hauptstadt vom Balkon aus:

Frühstück gibt es erst ab 7 Uhr und deshalb schlendern wir die 200 Meter zum Check-in von Sea Las Perlas. Dort findet man uns nicht auf der Buchungsliste, aber ich habe meine Bestätigung ja als Mail. Die zeige ich vor und bekomme gesagt, das wir bei Ferry Las Perlas gebucht haben. Deren Ablegestelle ist eine halbe Stunde entfernt im ehemaligen Trump Ocean Club, dessen neuen Namen ich noch nicht im Gedächtnis habe. Verflixt.

Rein ins Auto und aufgrund der frühen Stunde sind wir um 7:10 Uhr dort. Auto beim Valet Parking lassen und schnell zum Check-in. Da stehen wir auf der Liste!

Gerade haben wir noch Zeit für Kaffee und Croissant, schon heißt es Boarding und es geht los.

90 Minuten später erreichen wir Isla Contadora im Las Perlas Archipel und unser Kapitän hat kurz vorher noch eine Notbremsung wegen eines Buckelwals hingelegt. Deren Saison hat also schon begonnen und geht bis in den Oktober.

An der Anlegestelle treffen wir Gerald, den Besitzer des gleichnamigen Bed & Breakfast mit populärem Restaurant. Wir melden uns für 13 Uhr zum Mittagessen an und machen uns auf den Weg zu unserem Geheimstrand, wo wir die nächsten vier Stunden mutterseelenallein sein werden.

Wie abgesprochen erscheinen wir bei Gerald zum Mittagessen. Seine Frau Sabine empfiehlt uns frische Dorade und die nehmen wir dann auch. Alles sehr gut, ein Glas Wein dazu und ein paar Neuigkeiten ausgetauscht, so vergeht die Zeit.

Gerald hat 8 Zimmer mit Doppelbett, der Strand ist 150m entfernt. Weisser Sand, klares türkisfarbenes Wasser. Buchen kann man hier.

Um 15:30 bringt uns die Fähre zurück in die City und nach 2 Stunden Autofahrt sind wir dann wieder zu Hause.

Jahreswechsel 2016/17

Wenn ich mir den aktuellen Wetterbericht aus Deutschland so ansehe, bin ich froh, dass wir uns schon am 28.12. wieder in die Lufthansa-Maschine nach Panama gesetzt haben, zusammen mit 2 Besuchern aus der weiteren Familie.

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Quelle: Kim

Am Neujahrsmorgen wurde die traditionelle kleine Runde über Land gefahren, diesmal zuerst zur wunderschönen Basilica Menor Santiago Apostol in Nata de Los Caballeros. Was für ein herrliches Gebäude, erbaut in 1522 und in 2010 auch unter Beteiligung der deutschen Botschaft restauriert.

 

Danach zwischen Zuckerrohr- und Salzfeldern um Aguadulce zur Küste und zum Mittag in das Restaurant „Reina del Mar“, nicht ohne zuvor das namenlose Fischerdorf am Ende der Küstenstraße und an der Mündung eines breiten Flusses in Augenschein genommen zu haben. Das Essen im Reina del Mar ist immer ausgezeichnet und die Preise der ländlichen Umgebung angemessen.

Zwei Tage danach stand eine Tour nach Colon zur neuen Kanalschleuse auf dem Programm. Obwohl unterwegs ein Tanklaster umgekippt und die resultierende Umleitung ganze 4 Stunden dauerte, konnten wir noch teilweise der Passage eines LNG-Tankers beiwohnen, bevor das Besucherzentrum um 16 Uhr geschlossen wurde.

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Wieder 2 Tage später geht es mit Expressfähre von Panama City zur Isla Contadora, unser bevorzugtes Ziel im Las Perlas Archipel. Kaiserwetter und wunderbares Wasser.

Was braucht man im Januar sonst noch?

 

Schon mal über Leben in den Tropen nachgedacht?

 

 

 

 

 

Rundflug über Isla Viveros

Isla Viveros, eine der größeren von 200 Inseln des Las Perlas Archipels, ist unser bevorzugtes Ziel geworden. Trotzdem gab es bisher noch keine komplette Übersicht aus der Luft. Zeit das zu ändern.

Donnerstag, 16. Januar 2014. Am späten Vormittag machen wir den Flieger startklar und geben den Flugplan auf. Ziemlich einfach: zuerst direkt nach Isla Contadora.

Gegen 10 Uhr geht es los, bei 30°C und einigen Turbulenzen, da der Flugplatz von Chame zwischen zwei Gebirgen liegt. Aber ab 1000 Meter Höhe ist das vorbei. Wir planen auf 5500 ft zu steigen, aber Panama Radar weist uns an, auf 5000 ft zu bleiben. Auch gut. Viel Betrieb rein und raus aus der Hauptstadt, wie man im Radio hören kann.

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Der Flugplatz Chame liegt am linken unteren Bildrand, unser Ziel ist eine der Inseln rechts unten. Die Hauptstadt oben Mitte, mit dem Panamakanal gut sichtbar. 52 nautische Meilen sind es von Chame bis Isla Contadora. Wir fliegen nach Osten, der Sonne entgegen, keine klare Sicht trotz des blauen Himmels. Wir nähern uns der Inselgruppe, steigen langsam ab und überfliegen Isla Contadora um nach dem Windsack zu schauen. Kein Problem, Landung.

Plan ist, Isla Viveros erst bei hohem Wasserstand zu filmen, also nach 15 Uhr und deshalb wird bei Gerald’s erstmal Mittagspause eingelegt. Wir treffen zwei andere Piloten und die Zeit vergeht. Gegen 15 Uhr besteigen wir wieder unsere Maschine. Isla Viveros ist nur 15 Minuten entfernt. Wir sagen der Luftüberwachung, dass wir zunächst auf 1500 ft Viveros umrunden und dann auf 4500 ft zurück nach Chame fliegen wollen. Alles klar, keine Einwände.

Unsere Vorrichtung, die das iPhone hinter dem offenen Fenster halten soll, funktioniert nicht so richtig und deshalb muss  meine Co-Pilotin das iPhone eben hinter der Seitenscheibe in Position halten. Suboptimal, aber es ist ja sowieso kein professionelles Vorhaben. Wir beginnen am Nordstrand, dann entlang der Ostküste nach Süden. Die Sonne steht inzwischen schon verhältnismäßig tief, so dass die Szene eher dunkel wirkt. Erst als wir dann am südlichen Punkt in Richtung Nordwesten sorgt die Sonne im Rücken für bessere  Lichtverhältnisse. Beim professionellen Verfilmen dieser Tour muss man also die Ostküste am Morgen und die Westküste am Nachmittag ins Visier nehmen. Und wenn man alles bei hohem Gezeitenstand haben will, geht das nicht mal am gleichen Tag. Oder doch? Mal nachdenken.

Die Umrundung in 300 Meter Höhe dauert 7 Minuten, ebenso so lange dauert auch das Video. Hier ist es. Viel Spaß beim Anschauen.

Die ultimative Wal-Tour

 

Darauf haben wir schon lange gewartet: Eine Waltour machen und den Riesen richtig nahe kommen.

Am Samstag will unser Freund und Arbeitskollege Mathias auf Isal Contadora im Las Perlas Archipel seinen Tauchkurs beginnen. Wir beschließen ihn auf die Insel zu begleiten und endlich eine Waltour zu machen.

Die Buckelwale kommen im Juli in die tropischen Gewässer, bringen ihre Jungen zur Welt und ziehen im Oktober wieder polwärts. Wkipedia sagt, dass sie den Äquator nicht überqueren, sondern jeweils zu ihrem Polargebiet zurückkehren. Das heißt, dass „unsere“ Wale in den Nordpazifik ziehen, um dort den Winter zu verbringen. Kommt mir nicht logisch vor, aber was weiß ich schon über Wale …

Mit Mathias besuchen wir am Freitag das Besucherzentrum an der MIraflores-Schleuse des Panamakanals, fahren schnell noch an die Karibikküste nach Portobelo und kommen gerade rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit nach Las Cumbres zu Ulrich und Argelis, die in diesem ruhigen Vorort von Panama City ein sehr wohnliches Bed & Breakfast betreiben. Wir bekommen ein vorzügliches 6-Gänge-Menü, unterhalten uns mit Ulrich und Arghelis bei diversen Drinks sehr angenehm bis in die späte Nacht.

Um 8 Uhr Samstag morgen geht die Fähre zur Isla ContadoraGerald’s Hotel hat ein Auto zur Anlegestelle geschickt, um uns die 100 Meter zum Hotel zu fahren. Nobel. Hier waren wir schon öfters, Hotel und Restaurant sind erstklassig. Gerald’s ist der beste Platz auf Contadora.

Jetzt erstmal zum Playa Larga, baden, ausruhen und um 14 Uhr geht Mathias zum Tauchkurs.

Gerald hatte am Telefon versichert, dass die Waltour kein Problem sei und wir uns um nichts kümmern müssten. Als wir nach dem Mittagessen danach fragen, empfiehlt er uns, einfach zur Anlegestelle zu gehen, einen der Fischer für 35 $/h anzuheuern und uns auf den zu verlassen. Wir schmunzeln ein bißchen und denken dass er es sich leicht gemacht hat, aber wir werden merken, dass das die beste Lösung war.

Der Buckelwal (Megaptera novaeangliae) ist ein oft in Küstennähe vorkommender Vertreter der Furchenwale. Er erreicht eine Körpergröße von 12 bis 15 Metern.  Das Gewicht liegt bei 25 bis 30 Tonnen. (Quelle: Wikipedia)

Wir werden schnell mit Ivan einig, der uns für 2 Stunden mit seinem Kutter (Panga) zu den Biestern bringen soll. Nach wenigen Minuten schon macht er uns auf die Fontänen aufmerksam, die so typisch für die Riesensäuger sind. Er nimmt Kurs darauf und wir sehen ein weiteres Boot auf dem Weg.

Beim Näherkommen erklärt Ivan, dass es eine Gruppe von 5 Walen ist, die da vor uns spielerisch im Wasser unterwegs sind. Ein Bulle, ein Paar und zwei weitere. Unser Boot reduziert die Geschwindiglkeit, langsam nähern wir uns der Gruppe und gewinnen den Eindruck, dass die sich genauso für uns interessieren, wie wir für sie.

Sie prusten, kommen hoch aus dem Wasser, nehmen Kurs auf die Boote, tauchen darunter hinweg, was man anhand der weissen Seitenflossen sehr gut sehen kann, und kommen dahinter wieder an die Oberfläche. Zeitweise sind sie keine 5 Meter entfernt.

Dann wieder verschwinden sie für einige Minuten, um 100 Meter entfernt überraschend aufzutauchen und zu warten, bis wir aufschließen oder uns sogar entgegenkommen, um wieder kurz vor den Booten abzutauchen.

Für uns und die Leute im anderen Boot ein einmaliges Erlebnis. Zeitweise schwimmen die Tiere nur 200 Meter vom Strand der Insel Pacheca entfernt. Sie lieben Küstennähe und flaches Wasser.

Die Zeit vergeht schnell, es ist bereits 17 Uhr und wir fahren zurück. Ivan bekommt außer dem Fahrpreis eine kleine Walprämie und alle sind hochzufrieden. Eine Waltour vom Feinsten.

Ein kurzes Video ist hier.

 

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