Weihnachtsrunde über Las Perlas

Die Sonne scheint, der Flieger ist aufgetankt und ein Blick ins persönliche Logbuch zeigt, dass der 400. Flug als PIC (pilot in command) ansteht. Für so einen Anlass muss man natürlich auch mal was Schönes planen:

Morgens um 9 Uhr in Richtung Osten, hinaus auf den Pazifik. Las Perlas Archipelago, was sonst? Meine Lieblingsrunde direkt vor der Haustür.

Ich will dabei mal einen tiefen Überflug über Punta Coco absolvieren, den südlichen Teil der Isla del Rey. Dem steht allerdings der gesperrte Luftraum um das Hochsicherheitsgefängnis am Südzipfel im Wege, mit einem Umkreis von 5 nautischen Meilen.

Am Heimatflugplatz Chame MPCM gibt es einen Stützpunkt von Aeronaval, die auch die Anstalt da draußen betreiben. Also rede ich mit dem Chef vom Dienst und bekomme anstandslos meine Genehmigung, allerdings nicht ohne dass er einen seiner Leute kurz meinen Flieger inspizieren lässt. Ordnung muss sein.

Take-off von Runway 01 und anmelden bei Panama Advisory, die mich schon auf dem Radarschirm haben. Das ist auch notwendig, denn auf dem Weg nach Las Perlas kreuze ich den Anflugsektor von Tocumen, dem internationalen Flughafen der Hauptsstadt. Bei meiner letzten Tour war dort so viel Betrieb, dass ich nicht höher als 4.000 Fuß fliegen durfte. Heute ist um diese Zeit weniger Betrieb und ich fliege meine übliche Höhe von 5.500 Fuß. Einige wenige Schiffe unter mir, auf dem Weg vom und zum Kanal.

20 Seemeilen vor dem Archipel sinke ich auf 2.500 Fuß, dann in Annäherung an Isla del Rey auf 800. In dieser Höhe überfliege ich den knapp 2 km breiten Streifen Land von West nach Ost und dann wieder zurück. Ein wildes Stück Land, bis zu 35 Meter hohe steil abfallende Cliffs, bedeckt vom dichten tropischen Wald, Süßwasser-Lagunen, geschützte Buchten und goldfarbene Strände.

Jetzt geht es in Richtung Isla Pedro Gonzalez, als Pearl Island vermarktet, wo gerade die ersten Arbeiten zum Bau einer Ritz Carlton Reserve beginnen.

Weiter in Richtung Isla Contadora, wo wir Weihnachten verbringen werden und von da auf 4.500 Fuß zurück in Richtung Festland. Nach knapp 2 Stunden ist der Ausflug beendet und hat viel Spaß gemacht.

Allen meinen Followern und Gelegenheitslesern danke ich für ihr Interesse und wünsche ein wunderschönes Weihnachtsfest!

Nachschau: 3 Tage auf Isla Viveros

Da habe ich in meinem Post hier möglicherweise Interesse erzeugt und dann nichts mehr davon hören lassen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Sorry.

Hier ist der Bericht:

Es ist Mittwoch der 1. Februar 2017. Wir haben in unserem City-Lieblingshotel gebucht, Country Inn & Suite Panama Canal. Das Haus hat schon einige Jahre auf dem Buckel, die unschlagbare Lage sorgt aber für gute Auslastung. Die Zimmer sind geräumig, mit Kühlschrank, Kaffeemaschine, Flatscreen, Bad mit Dusche, und Balkon. Die Queensize-Betten sind bequem und die Wäsche pieksauber. Wie immer bekommen wir eine Suite mit Blick auf die pazifische Kanaleinfahrt und die Brücke der Amerikas.

Reger Schiffsverkehr im Balboa Yachtclub und im Kanal, ununterbrochener aber kaum hörbarer Straßenverkehr auf der Brücke, gelegentlich eine Maschine über uns im Anflug auf den Marco A Gelabert Airport, während draußen um die Insel Taboga eine Menge große Schiffe auf Reede liegen und auf ihre Passage warten, und darüber drehen die Airliner in den Anflug auf Tocumen International Airport, der am anderen Ende der Hauptstadt liegt.

Wenn man das liest, kann man sich kaum vorstellen, wie ruhig das Hotel doch ist. Selbst in der Dunkelheit merkt man kaum, wenn ein Containerschiff, Stückgut-Frachter, Tanker oder Autotransporter in ca. 200 Meter Entfernung vorbeizieht.

Ein gutes und inklusives Frühstücksbuffet gibt es ab 6 Uhr, so dass man gegen 7 Uhr nur 100 Meter entfernt bequem auf der Expressfähre einchecken kann.

Abfahrt ist 7:30. Zügig geht es mit Blick über den Amador Causeway auf die erwachende Skyline und dann zwischen den großen Pötten hindurch und  hinaus auf den Pazifik. Wenn nach der halben Fahrzeit Stadt und Berge hinter dem Heck verschwinden, kann man langsam in Fahrtrichtung nach den Inseln Ausschau halten – Las Perlas Archipel.

Gegen 9 Uhr legt die Fähre auf Isla Contadora an und die meisten Passagiere steigen um auf eines der kleinen Boote, die sie zum Strand bringen. Die meistbesuchte Insel hat nämlich keine Marina. Wir wollten eigentlich bis Isla Viveros an Bord bleiben doch am Vortag hat man uns informiert, dass die Fähre heute Viveros nicht ansteuert, wir stattdessen die 20 km in einem kleinen Panga-Boot ohne Sonnendach transferiert werden. Ziemlich ungewöhnlicher Beginn  für einen Aufenthalt im „Luxus“-Ressort Mara’naa. Aber egal, es ist schönes Wetter, wenig Seegang.

 

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Quelle: pinterest.com

Kurze Zeit später legen wir am Nordstrand von Isla Viveros an, werden begrüßt und beziehen unseren Bungalow. Direkt am schneeweißen Nordstrand, und als wir in den Liegen Platz genommen haben, kommt das nächste Boot und liefert unser Abendessen an.

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Die 12 Bungalows des Mara’naa liegen direkt am Beachclub und der Zugang zu dessen Pools und Sonnenliegen ist inkludiert. Aber in Konkurrenz mit dem nur Schritte entfernten Strand und Meer macht das wenig Sinn. Wir liegen im Schatten oder wandern am Strand entlang, sammeln Muscheln, oder planschen im kristallklaren Wasser.

 

Bei Ebbe, 5 bis 6 Meter unter Flut-Niveau, tauchen vor unseren Augen Felsen und kleine  Inseln aus Sand aus dem Wasser, ein faszinierendes und sich stetig änderndes Bild.

Zum Paket gehören Frühstück und Abendessen, was beides im offenen Restaurant frisch zubereitet und serviert wird. Zwei junge Frauen kümmern sich um alles und machen das sehr gut.

 

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Am nächste Tag drehen wir eine kleine Inselrunde, zu Fuß und wegen der Hitze nicht allzu weit. Gegenüber dem Stand von vor 3 Jahren sind wirklich nur die Bungalows, aber keine weiteren Häuser hinzugekommen. Für weniger als 10 Häuser wird hier Energie erzeugt und Wasser gewonnen. Da, wo keine Häuser stehen, übernimmt die Natur langsam wieder die schon angelegten Straßen, überwuchert die Bordsteine.

Den Rest des Freitags verbringen wir wieder einsam am Strand. Erfreulicherweise. denn am Samstag werden schon früh Sonnenschirme aufgespannt, Liegen in Position gebracht und mit Eintreffen der Fähre wird es voll am Stand. Ca. 20 Tagesgäste machen es sich bequem. Wir schauen uns das alles an und packen nach Mittag die Tasche. Kurze Fahrt zur Marina und es geht mit der Expressfähre via Isla Contadora zurück nach Panama City.

Fazit: Strand und Meer da draußen sind ein Traum, der wahre Luxus. Erst recht zur Walsaison von Juli bis Oktober. (Video)

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Die Anlage mit Beach Club, Bungalows und Restaurant ist ganz nett, aber nicht luxuriös. Und der Rest der Insel mit staubigen Straßen und ohne weitere Einrichtungen ist ein Beispiel für große Pläne und wenig Umsetzung. Offensichtlich hat sich bisher kein Investor überzeugen lassen. Ursprünglich waren hier 18-Loch-Golfplatz und Landepiste für Business-Jets geplant.

Letzteres gibt es inzwischen auf der Nachbarinsel Pedro Gonzalez und dort wird Ritz Carlton innerhalb der nächsten 2 Jahre die Pearl Island Reserve aufbauen.

 

Inselparadies von oben

Trockenzeit in Panama. Blauer Himmel aber meist kräftiger Wind. Gestern habe ich eine 2-Stundentour nach Santiago und entlang der Westküste von Azuero gemacht. Heute ist der Las Perlas Archipel das Ziel, 80 km draußen im Golf von Panama.

 

Nachdem es gestern unterwegs ziemlich turbulent zuging, war diesmal der Flieger über Nacht am Heimat-Airport Rio Hato (MPSM) abgestellt und um 8 Uhr war ich in der noch frischen und ruhigen Luft (26°C).

Kurs Isla Taboga wo ich ein schmales Wolkenband auf 7500 Fuß überfliegen musste. Von da an Kurs Osten, der Sonne entgegen, die sich im Ozean spiegelt. Die Sicht ist deshalb diesig und kaum ein Horizont zu sehen. Aber dafür gibt es ja Instrumente.

Nach einer halben Stunde kommen die ersten Inseln in Sicht. Ich bin schon von 7500 auf 2500 Fuß gesunken (800 m) und fliege gemächlich mit ca. 170 km/h dahin. In dieser Höhe und mit höher stehender Sonne wird die Sicht immer besser.

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Erreicht wird der Archipel bei Isla de San Jose. Von dort drehe ich nach Norden zur Isla Pedro Gonzalez, die neuerdings geschickt als „Pearl Island“ vermarket wird und u.a. eine Ritz Carlton Reserve bekommt, Unterkunft vom Feinsten. Alles noch im Entstehen, aber Flugplatz und Marina sind schon da.

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Von da nach Süden zum Punta Coco auf Isla del Rey, der größten Insel des Archipels. Dort ganz im Süden befindet sich ein kleiner Stützpunkt der Grenzpolizei mit Flugplatz und Anlegestelle, denn von Kolumbien ist es mit dem Speedboat nicht weit. Drogenroute.

Als ich den Platz bereits überflogen habe und nach Norden drehe, erreicht mich ein Anruf von Panama Radio: Man hat im Stützpunkt gerade jemanden festgesetzt und möchte deshalb keinerlei Überflüge haben. „Zu spät“, kann ich da nur antworten.

An der Ostküste der Isla del Rey nach Norden, wieder quer hinüber zur Isla Viveros, dann Kurs auf Isla Contadora und von da an aufsteigen und Kurs Westen nach Chame.

Nach 2 Stunden und 15 Minuten nonstop setze ich auf. Das war perfekt.

Natürlich kann man Las Perlas auch mit Air Panama oder der Schnellfähre erreichen, die Isla Contadora ansteuern. Und im Trump Ocean Club befindet sich das Office vom Mara’naa Resort auf Isla Viveros, die Wochenendpakete anbieten.

Las Perlas – ein Muss für jeden Panama-Besucher.

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