Drei Tage im Inselparadies

Wie schon avisiert, von Montag bis Mittwoch haben wir einen Kurztrip in den Las Perlas Archipel unternommen. Das Sonny Island Eco-Resort auf Isla Bolaño hatte für Trips ausserhalb des Wochenendes attraktive Sonderangebote, genau richtig zum Ausprobieren.

Montag um 7:30 startet die Expressfähre von der Flamenco Marina auf dem Amador, also nur 5 Minuten von unserem Zuhause entfernt. Das Wetter ist gut, wir sitzen im Freien im Fahrtwind und genießen es. Es geht direkt zur Insel, bevor die Fähre dort wieder in Richtung Isla Contadora ablegt.

Wir werden freundlich empfangen, mit den Regeln vertraut gemacht, nichts mit Corona. Unser Bungalow ist die #1, was sonst. Die ca. 16 Bungalows sind aus vorgefertigten Holzbauteilen zusammengesetzt, in guter Qualität, made in Taiwan. Die Wohnfläche von ca. 40 m² teilt sich in Schlafraum, Dusche, Waschecke und WC, sowie überdachte Terasse und reicht völlig aus. Unweit daneben steht noch ein Pavillon mit Tisch und Sitzgelegenheiten für mehr 10 Leute.

Zuerst geht es zum Strand, der direkt vor unserer Haustür liegt. Weißer Korallensand und klares Wasser, das in verschiedenen Türkistönen schimmert. Ein Traum.

Isla Bolaños hat wie alle Inseln im Archipel felsigen Untergrund und das setzt sich bis ins Wasser fort. Bei Ebbe sieht das mancherorts wie eine Steinwüste aus, bei Flut sind die meisten Felsen verschwunden. Sonnenstand, Gezeiten, Seegang und Bewölkung sorgen so für ein ständig wechselndes Landschaftsbild.

Der Strand im Westen der Insel bietet mit ca. 320 Meter reichlich Platz für die 4 Gäste, die sich gerade im Resort aufhalten. Wir halten es stundenlang im Wasser aus, werden von den Wellen überspült, machen es uns auf den vom Wasser malträtierten Felsformationen gemütlich, bewundern eigenartig geformte Steine, bunte Muscheln und Korallen unterschiedlichster Bauart. Und lassen die Pistazienschalen einfach auf den Boden fallen. Der mächtige Pazifik erledigt das Aufräumen für uns. Danke.

Im offenen Inselrestaurant werkelt Koch Rolando und seine gegrillten Shrimp sind ein abendliches Muss. Am Dienstag mittag offeriert er uns einen selbst gefangenen Zackenbarsch, in Folie gebacken. Viel zu viel für uns zwei, aber auf wundersame Weise bleibt nichts übrig.

Die Dächer der Bungalows sammeln Regenwasser und im Gelände sind eine Menge Solarpanels unauffällig verteilt, womit die Grundversorgung des Resorts gesichert ist.

Schnell vergeht die Zeit und Mittwoch nachmittag gegen 15 Uhr holt uns die Fähre wieder ab. Mit 25 Knoten geht es nach Hause. Hat Spaß gemacht.

Inselwelt

Immer wenn ich, vom Festland kommend, meinen Fuß auf eine der Inseln im Las Perlas Archipel setze, zieht eine innere Ruhe ein, die ich so im Alltag nicht kenne. Sofort umgibt einen eine andere Atmosphäre, man taucht geradezu in eine andere Welt ein. Klingt übertrieben? Ist es nicht.

Vor wenigen Tagen war es wieder einmal so weit und statt auf die der Hauptstadt nächstgelegene Isla Contadora, im Norden der Inselgruppe gelegen, ging es in den Süden, immerhin 120 km statt nur 60 km entfernt.

Es war ein guter Tag: der Himmel war zart verschleiert, so dass die Sonne nicht mit voller Kraft auf uns hernieder prasselte. Das Meer machte seinem Namen alle Ehre, der Stille Ozean. Und unser Boot lief durchgängig mit 27,5 Knoten, was 50 km/h sind.

Vorbei an Isla Pedro Gonzalez mit dem Pearl Island Ressort und einer Ritz Carlton Reserve im Bau, vorbei an Isla San Jose erreichten wir die größte Insel des Archipels, den Süden von Isla del Rey. Von hier bis zum Äquator sind es nur wenig mehr als 900 km. 90 km weiter südlich fällt der Kontinentalsockel innerhalb von nur 25 km von 100 Meter auf 3.000 Meter Wassertiefe ab.

Der mehr als zweistündige Weg über die sanften Wellen des Pazifik lässt einen geradezu andächtig werden. Und wenn ich meine Vorstellungen vom Paradies beschreiben müsste, würde mir nicht viel mehr einfallen, als den aktuellen Zustand: über das tropische Meer gleiten, mit gutgelaunten Freunden die längst vertraute Küche genießen und über das richtige Leben reden. Dabei sein, wo es voran geht.

Unser Boot landet auf der Westseite der hier weniger als 2 km breiten Halbinsel, in einer natürlichen Bucht.

Quelle: Frank Jänisch

Am rechten Rand der Bucht kommt ein derzeit trockenes Flussbett aus dem Dickicht, alte knorrige Bäume überall.

Kokosnüsse werden vom Baum geholt (nicht von diesem hier), aufgeschlagen und ausgetrunken. Wie Robinson Crusoe eben. Nachdem wir die Gegend ausführlich erkundet haben, geht es auf die andere Seite, an die Ostküste. Wir treffen die Fischer der Siedlung La Esmeralda, ein kurzer Plausch und Adios.

Nachdem wir am Morgen um 7 Uhr losgefahren waren, kommen wir gegen 17 Uhr wieder in der Marina Isla Flamenco in der Hauptstadt an, nur 5 Minuten von zu Hause entfernt.

Was für ein Tag.

Erdbebenserie entlang der amerikanischen Pazifikküste

Kurz nach dem Mittagessen, ausgestreckt auf der Balkonliege, fängt es an zu wackeln, spürbar aber nicht besorgniserregend. Nach ca. 30 Sekunden ist es vorbei.

Das Nachschauen in der Erdbeben-App zeigt, dass es heute vormittag schon in Alaska und Kanada entlang der Pazifikküste leichte Beben gab. Und wenige Minuten später haben wir die Bestätigung:


Nur 63 Meilen oder 101 km entfernt und direkt im westlichen Las Perlas Archipel, unserem bevorzugtem Ausflugsziel. Mit einer Stärke von 4,7 müssen wir uns allerdings keine Sorgen machen, da passiert nicht viel.

Das ist jetzt in den vergangenen mehr als 8 Jahren erst das vierte oder fünfte Mal, dass wir überhaupt ein Beben mitbekommen und das zweite Mal, dass das Epizentrum überhaupt in panamesischen Gewässern lag. Wenn es nicht schlimmer wird, kein Grund zur Besorgnis.

Willkommen im aufregenden Land am Kanal.

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