Dickes Lob für United & KLM

Timing ist alles: kurz vor Ausbruch der Coronakrise hatten wir einen Deutschlandtrip für Mitte August gebucht, ein familiärer Anlass, den wir nicht missen wollten.

Panama City nach Houston und weiter nach Frankfurt mit United Airlines, von Frankfurt nach Panama City mit Lufthansa.

Von Corona haben wir uns erstmal nicht aus der Ruhe bringen lassen, es war ja noch viel Zeit. Bis jetzt.

United hatte schon mal unseren Flug von via Houston auf via Chicago umgebucht und bei Lufthansa finden wir den Rückflug nicht. Nicht toll.

Quelle: united.com

Was verlässlicher aussieht, ist die Tatsache, dass mehrmals die Woche Air France und KLM mit ihren regulären Flugnummern in Panama ankommen. Freunde von uns, zwei Paare, haben unabhängig voneinander letzten Mittwoch auf KLM gebucht und sind nicht nur problemlos, sondern planmäßig und geradezu begeistert via Amsterdam nach Frankfurt gekommen. Einige Reisende waren übrigens mehr als perfekt vorbereitet:

Dank an Maria

Also haben wir beschlossen, KLM zu buchen und United zu stornieren. Neugierig war ich schon, wie das alles funktionieren sollte.

Erster Akt: KLM. Anruf im hiesigen Callcenter, gebucht, bestätigt. Erledigt. Der Agent hiess Juan und hat seinen Job toll gemacht. Lob an ihn und KLM.

Quelle: klm.com

Jetzt musste nur noch das Geld von United wiedergeholt werden. Das war mein Plan für heute und die Konstellation war nicht günstig. Wir hatten nämlich nicht direkt gebucht, sondern über ein Reisebüro.

Von diesem Reisebüro gab es weder telefonisch noch per Email eine Antwort. Und die United Website sagte bezüglich Stornierung: „Nicht direkt bei uns gebucht, wende Dich an Dein Reisebüro.“

Also wurde schon mal erwogen, die Rückzahlung bei Mastercard zu erwirken, eine Belastung von Mitte Februar. Nicht gut.

Also doch zuerst mal die United MileagePlus Hotline anfragen, wo ich seit vielen Jahren guter Kunde bin.

Erste Überraschung: ein perfekter Sprachcomputer, der schon mal die Buchungsdaten abfragt und auch weitergibt. Dann habe ich eine weibliche Agentin am Apparat, die mir freundlich mitteilt, dass ich einen Voucher über den Reisewert bekommen kann, der zwei Jahre gültig sein wird. Ja, das klingt vernünftig.

Kurz nachdem ich zugestimmt habe, frage ich doch nochmal, ob denn auch Rückzahlung auf meine Kreditkarte möglich wäre. „Yes, no problem.“

Meine Verwunderung lasse ich mir nicht anmerken. United ist, wie alle Airlines heute, faktisch pleite und zahlt trotzdem Geld zurück?

Anstandslos und ohne langes Suchen verständigen wir uns über die Beträge und sogar Upgrade-Meilen werden rückverrechnet. Es soll 5 bis 7 Tage dauern und dann auf meiner Karte erscheinen. Das Lufthansa-Segment der Reise war Bestandteil der United Buchung (beide Star Alliance) und lediglich ein Sitzplatz-Aufpreis war von Lufthansa eingezogen worden. Peanuts, die ich noch separat holen muss.

Das ganze Prozedere hat nur 10 oder 15 Minuten gedauert und war wirklich beeindruckend professionell.

Also Danke und Daumen hoch für KLM und United.

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Die Große Krise – was tun?

Vor genau 100 Tagen ist Sars-Covid-2 in Panama angekommen und es wird Zeit zu reflektieren, was da passiert und was es für Auswirkungen haben wird. Ganz ohne Statistik, mit Schwerpunkt auf unsere ganz persönliche Situation und Sicht, sowie die Frage

„Was würden wir beim nächsten Mal anders machen?“

Vorab: es sollte inzwischen klar sein, dass das nicht die normale alljährliche Schlechtwettergrippe ist. Hätten wir sonst hier nicht. Und wer es immer noch nicht glaubt, braucht nur die globale Ausbreitung sowie die Zahlen der weltweit Infizierten und Todesfälle zu analysieren.

Die Realität ist, wie es ein Arzt heute im Zeitungsinterview ausgedrückt hat, „… dass es auf der Welt keine Coronavirus-Experten gebe, man müsse also … bei Bedarf wirtschaftliche und gesundheitspolitische Strategien ändern. Wir lernen immer noch dazu.“

Auch wenn ich das vor einiger Zeit für übertrieben gehalten habe, diese gesundheitliche Krise, deren wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen werden unser Leben über Jahre spürbar verändern. Aber wie hat jemand in den frühen Tagen gesagt:

„Unsere Großväter wurden in den Krieg geschickt und von uns wird nur verlangt, dass wir ein paar Wochen auf der Couch sitzenbleiben.“

Klingt beruhigend, aber inzwischen sieht es so aus, als ob auf der Couch sitzen nicht reichen wird.

Fakt ist, dass keiner von uns in seinem Leben eine ernsthafte Krise erlebt hat, die über den persönlichen Rahmen hinausging. Das ist eine neue Situation, die man einfach zu ignorieren und auszusitzen versucht, was aber nach 100 Tagen nicht mehr so leichtfällt.

Wie haben wir das bisher überstanden und war es richtig hierzubleiben?

In vorangegangenen Posts habe ich ja einiges zur Situation vor Ort geschrieben. In dieser weltweit unübersichtlichen und angespannten Situation ist die Homebase für uns ohne jeden Zweifel der bestmögliche Standort.

Zu Hause sein, alles zur Hand haben, ganztägig die Meeresbrise inhalieren und den Ausblick über den Ozean genießen (Lage, Lage, Lage!), mit der Umgebung und den Menschen vertraut sein – das ist unter den gegebenen Umständen schon als optimal zu bezeichnen. Natürlich gehört dazu das schnelle Internet, für Echtzeit-Information, für bequeme Kommunikation mit family & friends, und um Arbeiten zu erledigen, die schon lange auf Erledigung gewartet haben.

Quelle: paoloruffini

Auf unserem Reiseplan stand diesen Monat die chilenische Atacama-Wüste, aber derzeit irgendwo festzusitzen, ist keine verlockende Aussicht. Und die Atacama geht nicht weg.

Angesichts aktuell ansteigender Infiziertenzahlen wurde gestern informiert, dass Panama seine Flughäfen nicht vor dem 23. Juli für den internationalen Passagierflugverkehr wiedereröffnet. Ansteigende Zahlen und Verlängerung von Maßnahmen sind aber nicht Panama-spezifisch.

Gerade hat Australien bekanntgegeben, dass man bis Jahresende keine ausländischen Reisenden ins Land lassen will und das über-liberale Kalifornien hat Maskenpflicht eingeführt.

Was also tun?

Als erstes muss der Realität ins Auge geschaut und über längere Zeit mit mehr oder weniger strikten Beschränkungen gerechnet werden. Egal wo. Umso besser wenn es anders kommen sollte.

Als zweites muss jeder unbedingt dafür sorgen, nicht selbst in den Statistiken als Infektionsfall, oder noch schlechter, aufzutauchen. Dazu habe ich hier Tipps gegeben.

Drittens: die Zeit nutzen und das Leben danach vorbereiten, das definitiv anders aussehen wird. Die aktuellen Unruhen in vielen Ländern sind nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was sich in einer langandauernden ökonomischen Krise zu harten Verteilungskämpfen zuspitzen kann.

So wie sich CHAZ in Seattle in nur einer Nacht etabliert hat, können die bereits Clan-dominierten Zonen in europäischen Großstädten über Nacht zu exterritorialen Gebieten werden, im günstigen Fall unter der türkischen, im ungünstigen unter der IS-Flagge. Das Personal ist da und vorbereitet.

Und dann gibt es noch ein internationales Netzwerk, dass in Schwarz und mit roten Fahnen auftritt, satt finanziert ist, Sympathisanten in den Parlamenten und in Deutschland bis in Landesverfassungsgerichte hat. Parallel gibt der Staat partiell sein Gewaltmonopol auf.

Wer wird mit diesem Posting eigentlich angesprochen?

Das sind die Nix-wie-wegs, die schon immer auf dem Sprung waren, aber noch mehr Information brauchen, um eine Entscheidung zu treffen oder die schon getroffene Entscheidung vorziehen wollen. Im Normalfall war das für die meisten nur ein Gedankenexperiment, eine intellektuelle Übung, ohne wirklich Ernst machen zu wollen. Das ändert sich gerade.

Das sind die Alles-wird-anders, deren Lebenssituation sich drastisch zu verändern beginnt. Das ist die wohl schwerste Rolle, unter zunehmendem Druck etwas ganz Neues denken und umsetzen zu müssen. Umso wichtiger ist es, die Situation nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu begreifen: „Eigentlich wollte ich schon lange anders leben.“ Das hilft auch, wenn Auswandern nicht das Thema ist.

Und es ist für die PlanB-ler, deren Welt noch in Ordnung ist, die aber bei Verschlechterung gerüstet sein wollen. Das ist die komfortabelste Situation, weil es keinen Druck gibt, man in Ruhe planen und verfeinern kann.

Egal, zu welcher Kategorie Du gehörst: den Lebensmittelpunkt verlagern ist sorgfältig geplante Optimierung, nicht hektisches Kofferpacken.

Früher war Auswandern meist ein Abschied für immer. Das ist vorbei. Weiter als eine Tagesreise ist heute kein Ort der Welt entfernt. Nicht mehr als einen Mausklick entfernt ist heute der Kontakt mit Familie, Freunden und Geschäftspartnern. Das Internet macht uns räumlich wie zeitlich flexibel, Kreditkarte und ATM finanziell unabhängig. Es ist fast egal, ob wir ins Nachbardorf oder ans andere Ende der Welt ziehen. Normalerweise.

Unsere Kriterien für die neue Destination Panama, vor 12 Jahren, waren ja sehr überschaubar:

„Jeden Tag des Jahres, noch um Mitternacht, leicht bekleidet im Freien sitzend, ein Glas Rotwein trinken können.“

Zugegeben, dass wir schon damals neben diesen Hauptkriterien auch einige weniger wichtige Punkte einbezogen haben. Einfacher wird es heute nicht werden.

Ganz im Ernst, die entscheidenden Kriterien sind ja auch eher Klima und Abwesenheit wiederkehrender Naturkatastrophen sowie insgesamt höhere Lebensqualität. Letzteres ist vielschichtig und subjektiv.

Panama war für uns die ideale Wahl, die wir getroffen hatten, ohne vor Ort gewesen zu sein. Nach mehr als einem Jahrzehnt guten Lebens, haben wir beschlossen, die Pandemie auch hier zu überstehen und zu beobachten, wie das Land diesselbe und den Wiederanlauf bewerkstelligt. Da sind wir jetzt mittendrin. Viele meinen, dass die eingeleiteten Schutzmassnahmen zu rigoros gewesen seien und es stehen höchstrichterliche Entscheidungen hinsichtlich deren Verfassungsmäßigkeit ins Haus.

Danach? Mit dem Kanaltransit hat Panama eine stabile Einnahmequelle, ebenso sollte auch die Kupfermine schnell wieder Steuereinnahmen liefern. Große Infrastrukturprojekte waren unterwegs, die zügig wieder aufgenommen werden können. Trotzdem wird es Arbeitsplatzverluste geben und es ist abzuwarten, wie sich das Defizit im Staatshaushalt auswirken wird.

Das ist ein wichtiger Punkt. Jetzt seinen Lebensunterhalt im Tagesgeschäft verdienen zu müssen, wird ziemlich fatal sein.

Wie viel besser ist es doch beispielsweise, einem deutschen Hersteller den Zugang zu Großabnehmern hier und weltweit geöffnet zu haben, von da an nur noch Provision für die selbstlaufenden Geschäfte zu kassieren. Im Detail ist das hier beschrieben und passt am besten für die Alles-wird-anders-Kategorie.

Für den gutsituierten Plan-B-ler, der es langsam angehen will, gibt es hier umfassende Information und ein attraktives Komplettpaket.

Egal, was der Plan ist: Viel Erfolg und bleibt gesund.

Ausblick: Panama nach der Krise

Ja, die Coronakrise fordert nicht nur Menschenleben, sondern bringt manche auch um den Verstand, ganz ohne infiziert zu sein. Und so sieht das aus:

Ganz zu Beginn der Corona-Pandemie gab es Hochrechnungen ehemals renommierter epidemiologischer Institutionen, Imperial College London, die für die USA 2,2 Mio. und für Großbritannien 500.000 Todesopfer prognostizierten.

Quelle: motherjones.com

Auf Basis dieser Zahlen musste Panama mit ca. 25.000 Toten rechnen. Das ist mehr, als sonst in einem ganzen Jahr versterben und das innerhalb weniger Monate. Mit massiven, langandauernden Einschränkungen hätte man das bestenfalls auf ca. 2.000 bringen können. Und selbst dafür ist das Land, insbesondere was die notwendige Intensivmedizin betrifft, nicht gerüstet. Kein Land ist in der Lage, solche Zahlen verträglich zu meistern.

Was war zu tun? Panama entschied sich, diese Warnungen ernst zu nehmen und setzte zügig einen Katalog von strikten Massnahmen in Kraft, so wie ich das von einer funktionierenden Administration auch erwarte. Und genau so habe ich das in diesem Blog bewertet und kommuniziert.

Natürlich sind strikte Ausgangsbeschränkungen, Alkoholverbot usw. keine Spaßveranstaltungen. Und natürlich kann man alle möglichen Dinge dabei auch kritisieren. Wie beim Fußball, wo es ja auch Tausende Schiedsrichter auf der Tribüne gibt, die natürlich alles ganz anders gepfiffen hätten.

Geschenkt. Was mich jedoch massiv stört, ist diese leider typisch deutsche Großkotzigkeit mit der einige Expats, also Leute, die gut und gern hier gelebt haben, das Land sofort und für alle Zeit lauthals als Polizeistaat disqualifizieren.

Auf die Frage, wohin man denn jetzt mit dem vermeintlichen Ausfall von Panama als Ziel ausweichen könnte, werden dann Länder vorgeschlagen, die jedermann mit Verstand schon vor der Krise aus guten Gründen nicht auf seiner Liste hatte. Glaubt jemand, dass sich die Lage dort, infolge der Coronakrise verbessern würde? Das Gegenteil wird der Fall sein.

Wo steht Panama heute?

Das Imperial College hatte seine Prognose inzwischen auf 1/10 korrigiert, was für Panama immer noch 2.500 Opfer wären. In der Realität sind wir gerade bei 400.

Panama hat 95 Tote pro 1 Million Einwohner. Schweden, Vorbild aller Freiheitsfanatiker, hat 460 Tote. Musterschüler Deutschland hat 105.

Profi-Tipp: Freiheit nützt nichts wenn man mausetot ist. Vor der nächsten Pandemie also besser nach Panama auswandern.

Übrigens, ein Polizeistaat ist in meinen Augen, wenn man beim Hochhalten des Grundgesetzes abtransportiert und erkennungsdienstlich behandelt wird.

Zurück nach Panama: Wir sind in Phase 2 des Wiederanlaufs und das geht mit einigen Problemen einher, nicht unerwartet.

Im Gegensatz zu den eingangs erwähnten „Polizeistaat“-Flüchtlingen gibt es genug Großinvestoren, die es nicht erwarten können, ihre Panama-Projekte zu starten. Gute Aussichten also.

P.S. Wer Corona überlebt hat, hat gute Chancen, 100 zu werden. Hier ist mein Plan.

Situationsbericht

Seit Montag, dem 1. Juni, hatte Panama die wochenlange Ausgangssperre gelockert und man konnte endlich wieder ganztägig zu zweit im Auto spazieren fahren oder Wege erledigen. Zwischen den Provinzen sollten allerdings sanitäre Kontrollpunkte bestehen bleiben.

Sanitärkontrolle

Das mussten wir ausprobieren. Also machen wir uns am Dienstag auf den Weg in Richtung Panama City und wollten unseren bevorzugten Supermarkt besuchen: Riba Smith oder Rübenschmidt, wie ich ihn liebevoll ins Deutsche übersetze. Gibt genug Supermärkte, die nicht 80 km entfernt sind, aber es gibt dort eine große Auswahl an besseren Produkten.

In unsere Richtung ist freie Fahrt, Richtung heimwärts mehr Verkehr, aber das hatte sich dann aufgelöst. Vor dem Supermarkt ca. 20 Personen, mit Abstand und Maske natürlich. Am Eingang Temperaturmessung, Desinfektionsmatte und Alkoholgel, nur für die Hände. Es geht trotzdem zügig vorwärts, alles eingekauft und in Ruhe nach Hause gefahren.

Antizyklisches Fahren

Ende des Jahres werden wir einen großen Rübenschmidt auch in Coronado haben, also nur noch 30 Minuten von Zuhause entfernt.

Unterwegs besuchen wir noch Freunde in Chame und es gibt fast nur ein Thema.

Weil es so schön war und weil schönes Wetter ist, machen wir die gleiche Tour nochmal am Donnerstag. Gibt nicht mehr viel einzukaufen, nach nur 2 Tagen, und wir fahren für ein schnelles Mittagessen bei NacionSushi vorbei, mit hervorragender asiatischer Küche und viel Auswahl. Alle Restauants sind in dieser Phase, dem Bloque 2, noch geschlossen, bieten aber Abholung und Hauslieferung an. Wir bekommen am Eingang die normale und sehr umfangreiche Karte, wählen und bestellen. Dann werden im Auto die Vordersitze ganz nach vorn gefahren, Musik eingestellt, auf den Hintersitzen die Mittelkonsole als Tisch heruntergeklappt und nach zehn Minuten kommt der Anruf in Whatsapp: Essen fertig. Wir haben Salat und Sashimi bestellt und alles schmeckt sehr gut. Allerdings haben wir den sonst obligatorischen Wein vergessen.

Wir fahren zurück und hoffen, dass auch heute der Stau in unserer Richtung sich aufgelöst oder zumindest verkleinert hat. Falsch.

Mittendrin statt nur dabei

Nach 10 Minuten freier Fahrt sind wir schon am Stauende angekommen und 4 (vier) Stunden später erreichen wir den 10 km entfernten Kontrollpunkt. Die Kontrolle besteht aus „wohin?“ und einem lässigen Winken, weiterzufahren. Vielen Dank, das war es wirklich wert. Ausser uns stehen Tausende Fahrzeuge im Stau, überwiegend schwer beladene LKW und Service-Trucks, die sicher Besseres zu tun hätten.

Wenn ich anfangs für die strengen Maßnahmen noch viel Verständnis hatte, lässt das jetzt deutlich nach. Dazu kommt, dass seit fast zwei Wochen die Fallzahlen nicht nachvollziehbar ansteigen. Von durchschnittlich 120 pro Tag und über Wochen, sind es auf einmal 250 und das dann jeden Tag. Inzwischen sind es ebenso sprunghaft um die 500 geworden. Damit kann man keine seriöse Statistik betreiben und ich habe dafür auch keine halbwegs plausible Erklärung gefunden.

Gestern abend hat nun die Gesundheitsministerin verkündet, dass in 2 Schwerpunktprovinzen die Ausgangssperre ab Montag wieder verschärft wird. Es betrifft die Hauptstadtregion Panama selbst und Panama Oeste.

Quelle: wikipedia.org

Wir selbst in der Provinz Cocle behalten unsere Freizügigkeit. Die 3-ha-Salzwasser-Lagune im Ressort und die Pools der Apartmenthäuser gehen wieder in Betrieb.

Einkaufen in Costa Verde wird eher ausfallen, was uns nach der Erfahrung am Donnerstag derzeit nicht fehlen wird. Coronado, das 30 Minuten ostwärts, also in Richtung Feuerland, gelegene Unterzentrum mit 4 großen Supermärkten, gehört zu Panama Oeste (West). Wir werden für besondere Fälle also nach Penonome ausweichen, das Zentrum der Provinz Cocle und 30 Minuten westwärts gelegen, also Richtung Alaska.

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Panama am 25. März 2020

Wenn ich im Titel schreibe „Panama“ dann ist gemeint, dass die Zahlen sich auf das ganze Land beziehen. Die Eindrücke von der Situation auf der Straße beziehen sich nur auf die Region um Rio Hato, wo wir leben und uns bewegen. Es bedeutet, dass es in Wohngebieten der Hauptstadt nicht so friedlich sein muss wie hier.

Heute ist der erste Tag der landesweiten ganztägigen Ausgangssperre. Unsere vorgeschriebene Zeit zum Einkaufen geht von 11 bis 13 Uhr. Wir haben beschlossen, nur einmal pro Woche einkaufen zu gehen und deshalb heute nur eine kleine Inspektionsrunde gedreht: der große Super99, der lokale Fischmarkt und ein kleineres Lebensmittelgeschäft. Alles geöffnet, keine Schlangen, friedlich. Über den Umfang des Sortiments werden wir am Freiag Bescheid wissen, wenn wir einkaufen gehen.

Die aktuellen Zahlen liegen heute bei 558 Infektionsfällen, 8 Toten und 2 Genesenen. In Intensivpflege befinden sich 19 Personen.

Das sind weniger Infektionsfälle, als meine eigene Hochrechnung auf Basis der Zahlen seit dem 20. März ermittelt hatte. Wäre gut, wenn dieser Trend anhalten würde.

Quelle: Panama America

Panama am 23. März 2020

Wer Familie oder Freunde in Panama hat oder selbst das Land als potentielles Auswanderungsziel in Betracht zieht, wird genau wissen wollen, wie es dort aussieht und wie die Lage sich entwickelt.

Wir, die wir hier leben, schauen erst recht mit Spannung darauf, wie unsere neue Heimat mit dieser Herausforderung umgeht.

Gleich zu den Fakten: Panama meldet heute 345 bestätigte Infektionsfälle, 5 Tote und eine genesene Person. Das ist seit dem 20.3. eine durchschnittliche tägliche Steigerungsrate von ca. 30%, was aber angesichts der kurzen Zeit noch nicht relevant sein kann.

Seit einer Woche sind Flüge aus Europa und Asien gestoppt, seit dem Wochenende haben ausländische Touristen und auch viele Residenten das Land verlassen.

Restaurants, Bars, Strände sind ebenso geschlossen, wie Unternehmen, die nicht für die Versorgung mit Lebensmitteln und Dienstleistungen wichtig sind. Ebenso wurde ein Cordon Sanitaire um die Hauptstadt eingerichtet.

Ab morgen gilt zunächst landesweit eine Ausgangssperre von 17 Uhr bis 5 Uhr und es wurde schon bekanntgegeben, wie Lebensmitteleinkäufe während einer totalen Ausgangssperre ablaufen sollen.

Zwischenbilanz: Bis jetzt sieht das alles geordnet und professionell aus. Wir hoffen, dass die Maßnahmen greifen und die Zahlen nicht aus dem Ruder laufen. Gemessen werden muss der Erfolg in Panama City und angrenzenden Orten (San Miguelito, Arraijan, La Chorrera), wo sich die Hälfte der Bevölkerung des Landes ballt.

Wir haben am heutigen Sonnentag wieder eine Runde gedreht: über Rio Hato und Anton in die Berge bis El Valle, über die Panamericana zurück nach Hause. Ruhig, friedlich, tranquilo eben.

Coronavirus – zwei Welten

Inzwischen sind weltweit so viele Menschen am Coronavirus gestorben, dass ich darüber und über passende Medizin keine Scherze mehr machen mag. Also ganz im Ernst:

Heute früh habe ich online ca. 10 Minuten einer Pressekonferenz des Gesundheitsministers Spahn (erst Banklehre, dann Parteikarriere, begleitend Politik- und Jurastudium) zugehört.

Auf eine konkrete Frage nach Bereitstellung von Test- und Schutzmaterial schilderte er ausführlich und in aller Ernsthaftigkeit, dass sich nunmehr das Bundesgesundheitsministerium direkt in die Beschaffung solcher Materialien eingeschaltet habe. Ja und?, war meine Reaktion.

Dann fasste einer der Journalisten nach, weil die eigentliche Frage ja offensichtlich nicht beantwortet war. Spahn hob nun an, den gleichen Sachverhalt nochmals auszuführen. Er schien nicht zu verstehen, dass es für seine nichtssagende Auskunft keine stehenden Ovationen gab. Mir hat das dann gereicht und man kann sich über solche Vorbereitung nur wundern.

Von Spahn direkt zu Bannon, der seit 37 Tagen einen WarRoom Pandemic betreibt. Dort wird das Thema vom Tag 1 an als das behandelt, was es ist: eine weltweite Pandemie deren gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen noch nicht abzusehen sind.

Täglich berichten dort Journalisten aus den betroffenen oder benachbarten Gebieten, werden Experten zugeschaltet, die den letzten Stand in Sachen Epidemologie und praktische Maßnahmen für den Einzelnen wie auch Politikempfehlungen geben.

Hier kommen Leute zu Wort, die an der Spitze ihrer Fachgebiete stehen und genau wissen, wovon sie reden. Eine knappe Stunde voll komprimierter Information und nicht das laienhafte Gelaber eines Karrierepolitikers.

Logischerweise wird dieser Podcast auch auf einer Vielzahl Kanäle global Welt gestreamt und verzeichnete allein heute 3.5 Millionen Downloads.

Man darf gespannt sein, wie sich das alles noch entwickeln wird.

Panama und CoronaVirus

Mitten in meinen Fokus auf #Langbesserlebigkeit platzt die Corona-Epi/Pandemie. Was bedeutet das generell und speziell hier in Panama?

Als wir am 9. Februar, mit Lufthansa von Frankfurt kommend, in Tocumen ankamen, stand an jedem Gate medizinisches Personal in kompletter Schutzbekleidung und prüfte die Körpertemperatur aller Einreisenden. Panama City als Luftkreuz oder Hub of the Americas kommt da eine besondere Verantwortung zu, die auch sichtbar wahrgenommen wird.

Ist das übertriebene Vorsicht, angesichts der seinerzeit noch niedrigen Fallzahlen? Eher nicht, wie eine Meldung der TaiwanNews zeigt.

Hier die offiziellen Zahlen, von links nachweislich Infizierte, Verdachtsfälle, Geheilte und rechts Todesfälle:

Und dann gab es eine kurzzeitige Einblendung dieser Zahlen:

Sieht so aus, als ob die Kommunistische Partei Chinas alles im Griff hat, statistisch gesehen.

In Lateinamerika gab es bis vor wenigen Tagen keine Verdachtsfälle, inzwischen meldet allerdings Brasilien erste Positivtests.

Was bedeutet es wirtschaftlich? Quellen melden, dass derzeit nur 12% (!) der üblichen Mengen an Rohöl aus dem Persischen Golf auf dem Weg nach China sind und Containerschiffe die chinesischen Häfen kaum halbvoll verlassen – alles deutliche Zeichen eingeschränkter Wirtschaftstätigkeit und Vorzeichen für ein massives Einbrechen des Wirtschaftswachtums.

Da China zur Werkbank der Welt geworden war, kann das nicht ohne Auswirkungen auf die Weltwirtschaft bleiben und bestätigt indirekt das Vorhaben der Trump-Administration industrielle Fertigungskapazitäten aus China zurück in die USA zu holen. Was wird die deutsche Presse dazu sagen?

Der Panamakanal ist immer auch ein Barometer der Weltwirtschaft und damit kommt die Krise dann auch hier an.

Quelle: globaltrademag.com

Ich kann mir vorstellen, dass die Einnahmen in 2020 um 20% geringer ausfallen und damit auch eine Budgetlücke hinterlassen werden.

Allerdings gibt es auch gute Nachrichten:

Hohe Temperaturen verkürzen die Lebensdauer des Virus und wir haben ausreichend Gegenmittel gebunkert.

Quelle: engagementlabs.com
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