Jung gegen Alt?

Panama ist ein Land mit einer jungen Bevölkerung. Kleinkinder wohin man schaut und schon Mittelstandsfamilien beschäftigen ein Hausmädchen, das sich um diese kümmert.

In Europa sieht die Bevölkerungspyramide deutlich anders aus und das verleitet manche zu kühnen Schlussfolgerungen: Eine Statistik zum Brexit suggeriert, dass 73% der unter 25-jährigen mit Stay gestimmt haben und nur die Alten mit Leave, also die, die das nicht mehr lange ausbaden müssen. Das führt dann bis hin zu Diskussionen, ob man die Alten eigentlich noch wählen lassen sollte. 

Wie so oft muss man bei Statistiken aber etwas genauer hinschauen. In der o.g. Altersklasse haben nämlich nur 36% der Wahlberechtigten gewählt, was den Anteil der Stay-Stimmen in ihrer Altersgruppe auf 26,3% reduziert. Sieht nicht wie eine satte Mehrheit aus, oder? (Quelle: Sky Data)


Im übrigen wäre es schon verwunderlich, wenn gerade die britischen Jugendlichen angesichts von 50% Jugendarbeitslosigkeit in den EU-Südstaaten dafür votieren würden. 

Sieht aber wieder so aus, als ob eine schnell lancierte Falschmeldung hartnäckiger in den Köpfen bleibt, als die nachfolgende Korrektur. 

IWF zu Panama

Panama hat 2014 mit einem Wirtschaftswachstum von 6,2% abgeschlossen und der Internationale Währungsfonds IWF erwartet eine ähnliche Zahl für 2015.

Der IWF merkt an, dass das Land über eine „robuste makroökonomische Leistungsfähigkeit und fortgesetztes starkes Wirtschaftswachstum“ verfügt, das Bankensystem „stabil, gut kapitalisiert und hoch liquide“ ist.

Andererseits fordert der IWF Panama auf, seine wirtschaftlichen Statistiken zu verbessern, als Grundlage für künftige makroökonomische Weichenstellungen und Risikomanagement.

Zusätzlich, mit Blick auf 2015, geht der IWF davon aus, dass sinkende Ölpreise und die wirtschaftliche Erholung der USA positive Impulse geben, wohingegen der Kursanstieg des US-Dollar und Verzögerungen bei öffentlichen Investitionen sich negativ auswirken können.

Aus der Sicht des IWF muss Panama an Produktivität und Humankapital arbeiten.

„Dies verlangt, Bildung und Gesundheitswesen zu optimieren, mit besseren Fähigkeiten die Beschäftigung junger Leute und von Frauen zu stimulieren.“

(Quelle: La Prensa)

Meine Meinung: Korruption und Bildung sind die größten Schwachstellen im Land.

Panama wird nie ein Industrieland sein, stattdessen hat es alle Voraussetzungen, ein globales Technologiezentrum zu werden. Dazu habe ich vor einigen Monaten in der Sonderzone „Stadt des Wissens“ referiert und betreibe ein englischsprachiges Blog zum Thema. (www.betterpanama.com)

Tourismus in Mittelamerika – ein paar Zahlen

Die mittelamerikanischen Tourismusbehörden haben gemeinsam einige Zahlen veröffentlicht.

So ist die Anzahl an Touristen zwischen 2000 und 2012 von 4,29 auf 9,39 Mio. um ca. 7% pro Jahr gestiegen. Führend sind Costa Rica und Guatemala, wobei Panama und Nikaragua die höchste Steigerung hatten und unmittelbar folgen.  In Panama hatte die zuständige Behörde allerdings schon in 2012 verkündet, dass man Costa Rica überholt habe.

Gestiegen ist auch der Geldbetrag, den der durchschnittliche Tourist ausgibt, von $700 in 2000 auf $1.016 in 2012. Mit Blick auf die Inflation scheint mir das allerdings kein erheblicher Zuwachs zu sein. Panama liegt mit einer Vielzahl Hotels gehobener Preisklasse und seinen Malls sicher über diesem Durchschnitt.

Woher kommen die Touristen? 40% aus Mittelamerika selbst, 35 bis 40% aus Nordamerika , sowie je 10% aus Südamerika und Europa.

Panama beginnt inzwischen, auch seine Karibikküste zu erschließen. Das beginnt mit Straßenverbindungen von Colon, wo Kreuzfahrtschiffe ankommen, nach Osten in Richtung El Porvenir (ca. 100 km) und nach Westen in Richtung Bocas del Toro (ca. 250 km). Die erste Hotelkette, das kolumbianische Royal Decameron, hat als erste Expansion in die Region angekündigt.

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