Dickes Lob für United & KLM

Timing ist alles: kurz vor Ausbruch der Coronakrise hatten wir einen Deutschlandtrip für Mitte August gebucht, ein familiärer Anlass, den wir nicht missen wollten.

Panama City nach Houston und weiter nach Frankfurt mit United Airlines, von Frankfurt nach Panama City mit Lufthansa.

Von Corona haben wir uns erstmal nicht aus der Ruhe bringen lassen, es war ja noch viel Zeit. Bis jetzt.

United hatte schon mal unseren Flug von via Houston auf via Chicago umgebucht und bei Lufthansa finden wir den Rückflug nicht. Nicht toll.

Quelle: united.com

Was verlässlicher aussieht, ist die Tatsache, dass mehrmals die Woche Air France und KLM mit ihren regulären Flugnummern in Panama ankommen. Freunde von uns, zwei Paare, haben unabhängig voneinander letzten Mittwoch auf KLM gebucht und sind nicht nur problemlos, sondern planmäßig und geradezu begeistert via Amsterdam nach Frankfurt gekommen. Einige Reisende waren übrigens mehr als perfekt vorbereitet:

Dank an Maria

Also haben wir beschlossen, KLM zu buchen und United zu stornieren. Neugierig war ich schon, wie das alles funktionieren sollte.

Erster Akt: KLM. Anruf im hiesigen Callcenter, gebucht, bestätigt. Erledigt. Der Agent hiess Juan und hat seinen Job toll gemacht. Lob an ihn und KLM.

Quelle: klm.com

Jetzt musste nur noch das Geld von United wiedergeholt werden. Das war mein Plan für heute und die Konstellation war nicht günstig. Wir hatten nämlich nicht direkt gebucht, sondern über ein Reisebüro.

Von diesem Reisebüro gab es weder telefonisch noch per Email eine Antwort. Und die United Website sagte bezüglich Stornierung: „Nicht direkt bei uns gebucht, wende Dich an Dein Reisebüro.“

Also wurde schon mal erwogen, die Rückzahlung bei Mastercard zu erwirken, eine Belastung von Mitte Februar. Nicht gut.

Also doch zuerst mal die United MileagePlus Hotline anfragen, wo ich seit vielen Jahren guter Kunde bin.

Erste Überraschung: ein perfekter Sprachcomputer, der schon mal die Buchungsdaten abfragt und auch weitergibt. Dann habe ich eine weibliche Agentin am Apparat, die mir freundlich mitteilt, dass ich einen Voucher über den Reisewert bekommen kann, der zwei Jahre gültig sein wird. Ja, das klingt vernünftig.

Kurz nachdem ich zugestimmt habe, frage ich doch nochmal, ob denn auch Rückzahlung auf meine Kreditkarte möglich wäre. „Yes, no problem.“

Meine Verwunderung lasse ich mir nicht anmerken. United ist, wie alle Airlines heute, faktisch pleite und zahlt trotzdem Geld zurück?

Anstandslos und ohne langes Suchen verständigen wir uns über die Beträge und sogar Upgrade-Meilen werden rückverrechnet. Es soll 5 bis 7 Tage dauern und dann auf meiner Karte erscheinen. Das Lufthansa-Segment der Reise war Bestandteil der United Buchung (beide Star Alliance) und lediglich ein Sitzplatz-Aufpreis war von Lufthansa eingezogen worden. Peanuts, die ich noch separat holen muss.

Das ganze Prozedere hat nur 10 oder 15 Minuten gedauert und war wirklich beeindruckend professionell.

Also Danke und Daumen hoch für KLM und United.

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Kundenbeziehungsverwaltung

ist ein unhandlicher Ausdruck und wird schon ewig mit CRM abgekürzt.

Customer Relationship Management.

Es ist ein uraltes Thema, aber einige Firmen lernen es offensichtlich nie. Darunter die nach eigenen Angaben größte Airline der Welt.

united-logo

Unser Vielfliegerstatus bei United bringt immer wieder Emails ins Postfach mit der Ansage „Beantrage die Chase MileagePlus Karte und bekomme 10.000 Meilen extra.“

Wer dann das Kleingedruckte liest, erfährt, dass die Karten natürlich nur an US-Bürger ausgegeben werden. Und United hat ein detailliertes Profil von uns im Computer.

Letztens kam sogar ein Päckchen per Express-Paketdienst hier an. Inhalt: Ein Stapel Werbematerial und Antrag für obengenannte Kreditkarte. Direkt für den Papierkorb.

Reisevorbereitungen

Heute ist Muttertag in Panama, ein ganz großer Feiertag.

Wir packen gerade Koffer, denn heute geht es noch nach Panama City, Übernachtung in Flugplatznähe und morgen um 10 Uhr mit United via Newark nach Frankfurt.

Condor spielt irgendwie verrückt in diesem Winterflugplan, keine direkte Verbindung über Santo Domingo. Und da kam United Airlines gerade recht mit der Ankündigung dass man die Strecke Houston – Amsterdam ab November mit der nagelneuen Boeing 787 bedienen würde.

Warum man die nach Amsterdam und nicht nach Frankfurt fliegen lässt, leuchtet mir nicht ein.

Egal, gebucht: PTY – IAH – AMS – FRA.

Image

(Bild: http://www.engadget.com)

Wenig später kommt die Änderung: Statt 787 fliegt die 767. Dazu brauchen wir keinen Umweg fliegen, also umgebucht auf die bekannte Verbindung über Newark NJ. Und weil es schon mal schiefgeht, gibt es auch kein Upgrade für den Nachtflug. Also Economy Plus.

Das ist der Plan.

Wettercheck für Newark: friedlich.

Da haben wir schon mehrfach andere Erfahrungen gemacht. Genau gesagt sind wir dort schon zweimal wegen Schnee steckengeblieben und einmal wegen Unwetter und ILS-Ausfall nach 4 Stunden Zwangsstopp in Baltimore zu spät angekommen. Da hat uns Continental dann aber doch in der gleichen Nacht via Manchester nach Frankfurt bugsiert. Reife Leistung.

In Deutschland erwartet uns neben der Familie noch klirrende Kälte. Kennen wir ja zur Genüge und schreckt uns nicht. Wir müssen nur erst mit dem Mietauto dahin gelangen, wo die Wintersachen liegen.

In Panama scheint die Regenzeit zu Ende zu gehen, so dass wir nach unserer Rückkehr unbeschwert am Strand Silvester feiern können.

Über http://www.panama-guide.com wissen wir stets was in der neuen Heimat passiert und ich werde gelegentlich an dieser Stelle darüber informieren.

Also bis bald. Und danke für’s Lesen.

Wie reist man eigentlich nach Panama?

Panama ist nicht gleich um die Ecke.

Mit 9.150 km Luftlinie ist es ähnlich weit entfernt wie Bangkok, San Francisco und Los Angeles, aber auch wieder näher als Kapstadt oder Singapore. Wir sind in den letzten Jahren je 4 mal zu familiären Anlässen geflogen. Das reicht dann auch, weil man doch jedes Mal einige Tage zur Umstellung braucht: innere Uhr, Klima und Ernährung. Weniger ist also mehr.

Die gute Nachricht: Jeder Flug bringt ca. 6.000 Meilen, die man dann in den entsprechenden Vielfliegerprogrammen in Upgrades umtauschen kann.

Dieses Bild vom Tocoumen International Airport in Panama City zeigt zwei Maschinen, die soeben direkt aus Europa gekommen sind: Ein Airbus der spanischen Iberia aus Madrid und eine MD11 der niederländischen KLM aus Amsterdam.

Die KLM startet gegen 13 Uhr in Amsterdam und kommt non-stop nach 11 Stunden Flugzeit gegen 17 Uhr in Panama City an. Zurück geht es gegen 19:30 und planmäßige Landung in Amsterdam nach 10:30 h.  Die KLM ist eine angenehme Fluggesellschaft, mit passendem Zubringer von Frankfurt nach Amsterdam und zurück.  An Bord gibt es eine Economy Comfort Kategorie, die mehr Beinfreiheit bietet.  Die Business Class ist richtig komfortabel, aber deutlich teurer. Details unter www.klm.com.

Die Iberia haben wir selbst nicht ausprobiert (www.iberia.com), stattdessen meist United, vorher als Continental. (www.united.com) Das war stets der beste Preis. Der Flug geht von Frankfurt mit Boeing 777 nach Newark, New Jersey, genau gegenüber von Manhattan. Dort kommt die unvermeidliche und etwas nervige US-Einreise, dann 3 bis 4 Stunden Pause bevor es gegen Abend mit der gleichen Gesellschaft in einer 737 nach Panama City geht.  Zwischendurch kann man im Flughafen gut essen oder einkaufen, so dass die Zeit schnell vergeht. Tip: Gallaghers Steakhouse.

Wir sind dort zweimal aus Deutschland kommend wegen Schnee hängengeblieben, haben übernachtet und festgestellt, dass man dann viel ausgeruhter in Panama ankommt.  Wetter ist höhere Gewalt, so dass die Fluggesellschaft nicht für die Extrakosten aufkommt. Ein drittes Mal, in Richtung Europa haben wir dann einen Nachtflug nach Manchester bekommen und sind nur wenige Stunden später in Frankfurt gewesen, als geplant. Solche Arrangements gehen ohne Extrakosten.  Insgesamt dauert der Trip dann „von Tür zu Tür“ fast 24 Stunden, wenn man weder in Frankfurt noch in Panama City wohnt. Außerdem nachteilig, dass die US Airlines eine strikte Sparpolitik haben, Alkohol in Economy nur mit Bezahlung und mäßiges Essen. Für Vielflieger gibt es wieder bessere Economyplätze oder man nutzt Meilen für ein Upgrade in die Business-Klasse. Da hat United die besten Betten – und Alkohol frei natürlich. Starke Gewerkschaften haben erreicht, dass auf den Intercontinental-Flügen nur Stewardessen kurz vor und nach Rentenalter unterwegs sind. Ein krasser Gegensatz gegenüber den asiatischen oder Nahost-Linien oder dieser hier:

Wir werden zu United zurückkehren, wenn die neuen Boeing 787 in Betrieb sind.

Die für uns beste Option derzeit ist Condor. (www.condor.com) Direkt von Frankfurt mit Zwischenstop in Santo Domingo und das in Premium Economy. Bester Service, bestes Essen, beste Sitze. Etwa 11 Stunden reine Flugzeit in einer Boeing 767 und mit etwas zeitlicher Flexibilität für 1.100 EUR zu haben.

Wer unbedingt Lufthansa fliegen will, hat es schwerer. Eine Option ist via Miami, jetzt sogar mit dem A380, und dann mit American Airlines am selben Tag weiter.

Mit LH nach Houston oder Mexico City oder Caracas geht auch, dann weiter mit Copa, der panamesischen Gesellschaft. (www.copaair.com) Das klappt aber meist nicht am gleichen Tag.

Das war eine Übersicht wie man am besten von Deutschland nach Panama und zurück kommt. Demnächst folgt, wie man von Panama aus seine neue Umgebung erkunden kann: Die Karibik und Lateinamerika.

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