Umleitung

Vom Strand aus sehen wir eine Copa-Maschine im Endanflug auf unseren Flugplatz von Rio Hato (MPSM). Das ist ungewöhnlich und ich checke die Flightradar24-App, die mir zeigt, dass die Maschine aus Havanna kommt und eine weitere von Tegucigalpa auch schon auf dem Schirm hat.

Da muss etwas am Tocumen International Airport der Hauptstadt faul sein. Der Wettercheck (METAR) macht es klar: Gewitter und Starkregen über dem Platz.

Deshalb landen innerhalb kurzer Zeit 5 Boeing 737 in Rio Hato, ein ungewohntes Bild.

Eine United-Maschine mit Ziel Panama hat schon Runden gedreht und weicht jetzt in Richtung Kolumbien aus. Offensichtlich sind die beiden anderen Hauptstadtflugplätze auch betroffen und Rio Hato ist ausgelastet.

Zwei der 5 Maschinen werden betankt und nach mehr als einer Stunde Wartezeit ist Tocumen wieder im Geschäft.

In Rio Hato zieht die Ruhe eines Provinzflugplatzes ein.

Panama Stopover – endlich

Mancher kennt das schon: man fliegt von A nach B mit Zwischenstopp in C und würde statt 2 oder 3 Stunden Umsteigezeit gern eine Pause von 2 oder 3 Tagen einlegen, um C in Ruhe zu erkunden. Das geht ab Q1/2020 in Panama und es ist höchste Zeit.

Die oft vollbesetzten Maschinen, gerade aus Europa, bringen überwiegend Transitpassagiere für ganz Lateinamerika, und viele davon würden quasi auf dem Weg dahin auch Panama erkunden wollen. Der Charme der Stopover-Programme besteht darin, dass die Unterbrechung nicht den Preis beeinflusst und zusätzliche Leistungen kostenlos oder mit Rabatten angeboten werden: Hotel, Stadtrundfahrt etc.

„Ein Preis, zwei Ziele“ ist das Motto dabei. Üblicherweise werden solche Programme von Fluggesellschaften für ihre Heimatstandorte angeboten und deshalb gilt das am Anfang für Flüge der Copa Airlines. Es ist aber schon im Plan, das bald auf alle Star Alliance und weiter auf alle Airlines zu erweitern, die Panama als Destination haben.

Beispiel: wer aus Deutschland über Panama nach Chile reist, hat bisher eine ziemlich anstrengende Tour vor sich, nämlich 11 Stunden von Frankfurt nach Panama City, dann 2 Stunden Umsteigezeit und nochmal 6 Stunden Flugzeit bis Santiago de Chile, insgesamt also 19 Stunden. Nicht lustig.

Stattdessen jetzt in Panama aussteigen, bis zu 6 Tage in ein Hotel einchecken, am Strand ausspannen, den einmaligen Panamakanal und die restaurierte Altstadt besichtigen, die besten Restaurants oder den Regenwald erforschen und dann erholt auf die zweite Etappe gehen.

Zur Vorbereitung am besten dieses Buch lesen …

Das Boeing-Debakel

Neben anderen Airlines hat gestern auch Copa seine Flotte aus 6 Boeing 737 MAX9 temporär stillgelegt. Diese Maschinen hatten seit Herbst 2018 insgesamt 1400 Flüge mit 7.700 Flugstunden problemlos absolviert, waren überwiegend zwischen Panama City und San Francisco, Los Angeles und Miami eingesetzt.

Die Katastrophen von Lion Air und Ethiopean haben einiges geändert.

Quelle: copaair.com

Als Freizeit-Pilot und ohne Vorliegen abschließender Untersuchungen werde ich kein vorschnelles Urteil abgeben. Nach Lektüre einschlägiger Blogs spricht aber einiges dafür, dass aerodynamische Probleme mit Elektronik (MCAS) korrigiert werden sollten. Nicht gut.

Nach dem Absturz der Air France 447 vor einigen Jahren war ich skeptisch was das Airbus-Konzept betraf. Da bemerkte ja der zweite Pilot nicht, dass der pilot flying die Maschine lange Zeit versehentlich steil angestellt hatte. Bei Boeing, mit seinen konventionellen Steuerknüppeln, konnte das nicht passieren. Übrigens auch nicht bei den Sidesticks der Cirrus 20/22, die ich selbst eine Woche im überfüllten Luftraum von NYC geflogen bin.

Nun sieht es eher aus, als ob Boeing in Sachen Sicherheit ins Hintertreffen gerät.

Ohne Zweifel ist das was hier passiert ist, ein Riesenproblem für Boeing und gibt neben Airbus 320neo auch der bisher kaum sichtbaren Konkurrenz aus China mit der Comac C919 eine gute Chance international zu verkaufen.

Schauen wir wie es weitergeht und hoffen, dass keine weiteren Katastrophen dieser Art passieren.

Von Panama nach … Ecuador (Teil 1)

7 Tage Höhentraining sollten es sein – und wo geht das besser und näher, als in den ecuadorianischen Anden? Also geplant und gebucht und los.

Wir wollen 7 Tage zwischen Quito und Cuenca unterwegs sein, einige aber ganz bestimmt nicht alle Touristenattraktionen aufsuchen.

 

ecuadormap

 

Der Flieger braucht nur 90 Minuten bis Quito und schon ist man in einer anderen Welt. Leider, oder zum Glück, befindet sich der Flughafen seit 6 Jahren nicht mehr mitten in der Stadt. Das wäre ein grandioser Anflug geworden.

Quito hat 4 Mio. Einwohner und liegt auf ca. 3000m über NN. Da wird langsam die Luft dünn. Wir kommen mittags an, checken in unser wunderschönes Airbnb Appartment ein und fahren sofort per Uber zum TeleferiQo, eine Seilbahn, die uns auf 4100m bringt und einen großartigen Überblick beschert. Quito ist eine moderne Großstadt.

 

quitoaerial_7706.JPG

quitocity_7795

 

Hier oben merken wir allerdings leichtes Schwindelgefühl und auch etwas Kurzatmigkeit. Kein bißchen dramtisch, aber spürbar. Unser Blutbild ist ja auf Meeresspiegel-Niveau eingestellt und jetzt haben wir uns innerhalb weniger Stunden deutlich verändert. Also trinken wir einen Coca-Tee, wie die Andenbewohner das auch tun.

Auf dem Rückweg zum Quartier durchqueren wir die historische Altstadt. Dafür muss man sich einmal mehr Zeit nehmen.

Am nächsten Tag geht es zum Äquator-Monument und erst hinterher merken wir den Betrug: Es liegt 240 Meter südlich statt exakt auf dem Äquator!

 

mitaddelmundofake

mitad_7773.JPG

Das erfahren wir aber erst, nachdem wir es angemessen zelebriert haben. In Wirklichkeit haben wir also nicht auf dem Äquator gestanden und ihn auf unserer Tour auch nicht überquert. Außer im Flugzeug, was nicht wirklich zählt. Ärgerlich. Regressansprüche werden geprüft.

Am nächsten Tag Allrad-Mietauto abholen und direkt ins Vulkan-gespeiste Thermalbad von Papallacta. Es liegt auf 3300 m Höhe am Fuß des Antisana Vulkans, der 5704 m hoch ist und 1802 die letzte Eruption hatte. Aber ganz offensichtlich brennt das Feuer im Berg noch.

therme_7800.JPG

 

Die Anlage ist sehr ordentlich mit mehreren Becken, Umkleideräumen, Duschen und WCs sowie einem guten Restaurant. Ein komfortables Spa befindet sich gleich nebenan. Als wir in das erste Becken steigen, gibt es gleich nützliche Hinweise in deutscher Sprache. Alexandra und Ansgar machen hier gerade Pause auf ihrer 1-Jahrestour von Mexiko nach Patagonien. Wie konnten wir den Defender auf dem Parkplatz übersehen?

 

defender

 

Am nächsten Morgen geht es in Richtung Süden zum Kratersee Quilotoa und das wird einer der eindrucksvollsten Ausblicke der Reise.

 

quilatoa_7816.JPG

Wir stehen wieder auf 4000m und blicken hinab auf den Kratersee. Die Reise hat sich schon gelohnt.

Zurück nach und Übernachtung in Latacunga. Der Cotopaxi bleibt allerdings in den Wolken.

Am nächsten Tag steht Riobamba im Plan, aber das ist nur eine kurze Strecke. Was liegt da noch am Weg?

Irgendwie stoße ich in Google Earth auf einen Ort namens Shell, östlich von unserer Strecke und schon unten in Amazonien.  Was ist das denn?

Ich lerne, dass in 1937 die Shell Company dort Erkundungsbohrungen nach Erdöl geplant und zuerst einen Flugplatz gebaut hat, den Aeropuerto Rio Amazonas. Und da die Amazonasgegend ohnehin irgendwann mal besucht werden muß, warum nicht jetzt und warum nicht dort? Ich habe ein Faible für Orte, die derart mit Historie verbunden sind.

Also von Latacunga auf knapp 3000 m am Rio Pastaza entlang hinunter nach Shell auf 1050 m. Der Flugplatz wird vom Militär genutzt, aber kein Problem herumzuwandern.

 

rio_7833.JPG

aerio_7846.JPG

 

Was ich mich allerdings frage ist, wie Shell das dort zu fördernde Erdöl abtransportieren wollte. Pipeline über die Anden nach Guyaquil? Oder 2500 km durch den Dschungel nach Surinam, was damals holländische Kolonie war? Letztlich stellte sich die Frage nicht, weil im arabischen Raum leicht erschließbare Quellen erschlossen wurden.

Wir fahren wieder bergauf in Richtung Riobamba, auf 2750 m. Extremismus pur.

Mehr Tourberichterstattung im nächsten Post.

 

Von Panama direkt nach Tahiti, Fiji, Bali

Pressemeldung: „Copa Airlines kündigt die Aufnahme einer regulären Flugverbindung von Panama City/Panama nach Denpasar/Bali (WADD) an, mit jeweils zweistündigen Zwischenstopps in Papeete/Tahiti (NTAA) und Nani/Fiji (NFFN).“

MPTO NTAA NFFN WADD

Quelle: foreflight.com

Mit einer brandneuen Boeing 787 verbindet Copa Airlines damit jeden zweiten Tag die beliebtesten Tourismusdestinationen im Zentralpazifik. Kombiniert mit 2-tägigen Stopover-Programmen in den 4 Lokationen ist dieses Angebot verlockend für alle, die viel sehen, aber nirgendwo lange bleiben wollen – eine neue Form des Ferntourismus und weiterer Baustein in einer Expressverbindung rund um den Globus.

nyc787blogspot

Quelle: nyc787.blogspot.com

Die Flugdauer:

  • Panama – Papeete (4461 nautische Meilen) 9 Stunden und 20 Minuten
  • Papeete – Nadi (1885 nautische Meilen) 3 Stunden und 55 Minuten,
  • Nadi – Denpasar (3669 nautische Meilen) 7 Stunden und 40 Minuten.

Die neue Verbindung schließt eine Lücke zwischen den bestehenden Pazifik-Transits aus Nordamerika und Chile. Für Reisende aus Europa, die heute schon Panama City für den Umstieg in Richtung Mittel- und Südamerika nutzen, werden damit neue, exotische Ziele auf dem kurzen Weg erschlossen.

Wer z.B. von Amsterdam mit KLM nach Panama und mit Copa nach Bali fliegt, hat von dort einen direkten KLM-Flug zurück nach Amsterdam – und die Erde komplett umrundet.

Notwendiger Nachtrag:

muenchhausen

Quelle: br.de

Diese Meldung der edition besserpanama war mir nicht mehr rechtzeitig zum 1. April eingefallen, ist also frei erfunden, stellt jedoch ein realistisches und wünschenswertes Szenario dar.

Vielleicht liest es jemand bei Copa Airlines, rechnet nach und stellt fest, dass es wirtschaftlich und sowieso eine prima Idee ist.

Zum Jungfernflug sollte ich dann eingeladen werden. Business Class bitte.

600.000 Gallonen!

Tocumen ist der Hub von Copa Air, der panamesischen Fluggesellschaft mit ihrer Boeing 737 Flotte. Und diese Menge an Jet-Treibstoff wird hier täglich getankt. Und um das in Liter auszudrücken: mit 3,78 multiplizieren. 

Foto: Roberto Cisneros/ La Prensa

1a Steaks am Rio de la Plata

Die Tatsache, dass Panama ein prima Sprungbrett nach Südamerika ist, haben wir noch nicht so oft genutzt. Bis jetzt.

Die Wahl des Reiseziels war nicht einfach. Rio? Machu Picchu? Titicacasee? Feuerland? Letztlich hat das Kulinarische mal wieder die Oberhand über die Kultur gewonnen und die Tatsache, dass wir in nur 4 Tagen zwei neue Länder besuchen können:

Der Rio de la Plata, an der Mündung 220 km breit, trennt Uruguay und Argentinien. Temperaturen um 25°C und da ist noch der Ruf beider Länder, das beste Rindfleisch zu haben.

Adelante!

Von Panama City sind es 6 1/2 Stunden mit Copa nach Montevideo. Ziemlich langer Flug, aber doch nix gegen eine Transatlantiküberquerung. Wir fliegen am Nachmittag los und landen kurz vor 1 Uhr morgens. 2 Stunden Zeitverschiebung Richtung Osten. Kein Jetlag.

MPTO_SUMU

Unser Hotel hat die Abholung organisiert, alles bestens. Am nächsten Morgen geht es kilometerweit entlang der Rambla Gandhi, direkt am Ufer des Flusses, zu Fuß. Kein Ufer gegenüber zu sehen. Dafür jede Menge Jogger und Skater und Sonnenbadende.

8 bis 10-stockige Appartmenthäuser entlang der Straße, Blick nach Süden auf den breiten Fluß, gute Wohngegend.

Im Winterhalbjahr gehen die Temperaturen auch mal runter bis kurz über Gefrierpunkt. Nein danke. Wir haben Glück: 3 Tage strahlender Sonnenschein.

Am Nachmittag haben wir eine Rundfahrt gebucht. Muss man machen, um nicht das Beste zu verpassen. Montevideo (1,4 Mio. Einwohner) ist eine schöne und grüne Stadt mit eindrucksvoller Architektur. Schrecklich sind hier nur die Taxis. Irgendwann hat man mal in alle diese Kompaktwagen eine Trennwand hin zum Fahrer eingezogen. Aus Sperrholz, mit Glasscheibe und Geldfach. Das nimmt mindestens die Hälfte des Raumes für Passagiere weg und ist eine echte Zumutung. UBER – bitte übernehmen.

architectureMVD

Für den Abend habe ich natürlich schon eines der erstklassigen Steakrestaurants ausgesucht. Und es liegt nur 10 Minuten Fußweg vom Hotel. So ein Zufall.

Das La Otra ist ein ziemlich großer Laden, man kann innen und natürlich draußen sitzen, hat von überall den Grill im Blick. Bezüglich Fleisch verlassen wir uns auf die Empfehlung des Kellners. Pulpa soll die Flanke vom Rind sein und wird, wie bei mir üblich, medium-rare serviert. Ein Duft von Pampa, Gauchos und Holzfeuer kitzelt die Nase.

Was soll ich sagen? Anders als das, was ich aus US Steakhäusern kenne und liebe. Mehr rustikal, urwüchsig, authentisch? Egal, auf jeden Fall eine tolle Erfahrung und beides spitzenmäßige Esskultur. Dazu ein Tannat, trockener Rotwein aus Uruguay natürlich.

Auf jeden Einwohner kommen hier 3,5 bis 4 Rinder, also keine bedrohte Art, die wir da verspeist haben. Uff, ich hatte mir schon Sorgen gemacht.

Gerade gelesen, dass Rinder ja ziemliche Klimagas-Produzenten sind. Und wenn wir diese fiesen Klimakiller aufessen, kann das nur gut für’s Klima sein. Oder?

Am Mittwoch steht ein wiederum organisierter Ganztagesausflug nach Punta del Este auf dem Plan. Das ist der Punkt, wo der Rio de la Plata in den Südatlantik mündet. Ein knapp hundert Jahre altes Ausflugsziel, lange schon von internationalem Format. Vom La Vista mit seinem langsam rotierenden Restaurant in luftiger Höhe hat man eine tolle Übersicht und erfährt nebenbei, dass Berlin 11.818 km entfernt ist.

Und was machen wir denn nun am Abend? Na gut, noch ein Steakhaus. Wenn wir schon mal hier sind. Das „Uruguay Natural“ wird vom Rinderzüchterverband betrieben. Fleisch natürlich auch sehr gut, aber erreicht nicht ganz das vom Vorabend. Jammern auf hohem Niveau.

Für den letzten Tag steht Buenos Aires auf dem Plan. Die Hauptstadt Argentiniens ist ca. 200 km entfernt, auf der anderen Seite des Rio de la Plata. Es gibt eine Schnellfähre, die das in 2 Stunden und 15 Minuten überbrückt. Wir fahren um 10 Uhr los, nehmen in Buenos Aires für 2 Stunden ein Taxi, dass die Höhepunkte anfährt, und schon um 16 Uhr geht die Fähre zurück. Klar sind 2 Stunden wenig für Buenos Aires, aber Rom haben wir in 90 Minuten geschafft. Im Großraum Buenos Aires leben übrigens 12 Mio. Menschen.

Die Stadt ist wesentlich hektischer als Montevideo, erinnert architektonisch an Paris. Und hier ist das Beste: Tango

Das hätten wir kaum besser hinbekommen.

Da die Fähre quasi über Wasser gehen kann, trägt sie gleich mal den Namen des aktuellen Papstes: Francisco. Sie ist schnell, ruhig, komfortabel.

Für den Abend haben wir im „Primuseum“ gebucht. Ein uraltes Lokal, mit Livemusik und sehr gutem Essen und Trinken. Es ist Mitternacht vorbei, als der Shuttle uns ins Hotel bringt.

Mit Copa Air am nächsten Morgen zurück, zu zweit allein in der Reihe mit den Notausgängen, und mit sehr gutem Service.

Ende eines Ausflugs in den Süden Amerikas. Zeit für neue Pläne.

 

 

 

 

 

 

 

 

%d Bloggern gefällt das: