1a Steaks am Rio de la Plata

Die Tatsache, dass Panama ein prima Sprungbrett nach Südamerika ist, haben wir noch nicht so oft genutzt. Bis jetzt.

Die Wahl des Reiseziels war nicht einfach. Rio? Machu Picchu? Titicacasee? Feuerland? Letztlich hat das Kulinarische mal wieder die Oberhand über die Kultur gewonnen und die Tatsache, dass wir in nur 4 Tagen zwei neue Länder besuchen können:

Der Rio de la Plata, an der Mündung 220 km breit, trennt Uruguay und Argentinien. Temperaturen um 25°C und da ist noch der Ruf beider Länder, das beste Rindfleisch zu haben.

Adelante!

Von Panama City sind es 6 1/2 Stunden mit Copa nach Montevideo. Ziemlich langer Flug, aber doch nix gegen eine Transatlantiküberquerung. Wir fliegen am Nachmittag los und landen kurz vor 1 Uhr morgens. 2 Stunden Zeitverschiebung Richtung Osten. Kein Jetlag.

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Unser Hotel hat die Abholung organisiert, alles bestens. Am nächsten Morgen geht es kilometerweit entlang der Rambla Gandhi, direkt am Ufer des Flusses, zu Fuß. Kein Ufer gegenüber zu sehen. Dafür jede Menge Jogger und Skater und Sonnenbadende.

8 bis 10-stockige Appartmenthäuser entlang der Straße, Blick nach Süden auf den breiten Fluß, gute Wohngegend.

Im Winterhalbjahr gehen die Temperaturen auch mal runter bis kurz über Gefrierpunkt. Nein danke. Wir haben Glück: 3 Tage strahlender Sonnenschein.

Am Nachmittag haben wir eine Rundfahrt gebucht. Muss man machen, um nicht das Beste zu verpassen. Montevideo (1,4 Mio. Einwohner) ist eine schöne und grüne Stadt mit eindrucksvoller Architektur. Schrecklich sind hier nur die Taxis. Irgendwann hat man mal in alle diese Kompaktwagen eine Trennwand hin zum Fahrer eingezogen. Aus Sperrholz, mit Glasscheibe und Geldfach. Das nimmt mindestens die Hälfte des Raumes für Passagiere weg und ist eine echte Zumutung. UBER – bitte übernehmen.

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Für den Abend habe ich natürlich schon eines der erstklassigen Steakrestaurants ausgesucht. Und es liegt nur 10 Minuten Fußweg vom Hotel. So ein Zufall.

Das La Otra ist ein ziemlich großer Laden, man kann innen und natürlich draußen sitzen, hat von überall den Grill im Blick. Bezüglich Fleisch verlassen wir uns auf die Empfehlung des Kellners. Pulpa soll die Flanke vom Rind sein und wird, wie bei mir üblich, medium-rare serviert. Ein Duft von Pampa, Gauchos und Holzfeuer kitzelt die Nase.

Was soll ich sagen? Anders als das, was ich aus US Steakhäusern kenne und liebe. Mehr rustikal, urwüchsig, authentisch? Egal, auf jeden Fall eine tolle Erfahrung und beides spitzenmäßige Esskultur. Dazu ein Tannat, trockener Rotwein aus Uruguay natürlich.

Auf jeden Einwohner kommen hier 3,5 bis 4 Rinder, also keine bedrohte Art, die wir da verspeist haben. Uff, ich hatte mir schon Sorgen gemacht.

Gerade gelesen, dass Rinder ja ziemliche Klimagas-Produzenten sind. Und wenn wir diese fiesen Klimakiller aufessen, kann das nur gut für’s Klima sein. Oder?

Am Mittwoch steht ein wiederum organisierter Ganztagesausflug nach Punta del Este auf dem Plan. Das ist der Punkt, wo der Rio de la Plata in den Südatlantik mündet. Ein knapp hundert Jahre altes Ausflugsziel, lange schon von internationalem Format. Vom La Vista mit seinem langsam rotierenden Restaurant in luftiger Höhe hat man eine tolle Übersicht und erfährt nebenbei, dass Berlin 11.818 km entfernt ist.

Und was machen wir denn nun am Abend? Na gut, noch ein Steakhaus. Wenn wir schon mal hier sind. Das „Uruguay Natural“ wird vom Rinderzüchterverband betrieben. Fleisch natürlich auch sehr gut, aber erreicht nicht ganz das vom Vorabend. Jammern auf hohem Niveau.

Für den letzten Tag steht Buenos Aires auf dem Plan. Die Hauptstadt Argentiniens ist ca. 200 km entfernt, auf der anderen Seite des Rio de la Plata. Es gibt eine Schnellfähre, die das in 2 Stunden und 15 Minuten überbrückt. Wir fahren um 10 Uhr los, nehmen in Buenos Aires für 2 Stunden ein Taxi, dass die Höhepunkte anfährt, und schon um 16 Uhr geht die Fähre zurück. Klar sind 2 Stunden wenig für Buenos Aires, aber Rom haben wir in 90 Minuten geschafft. Im Großraum Buenos Aires leben übrigens 12 Mio. Menschen.

Die Stadt ist wesentlich hektischer als Montevideo, erinnert architektonisch an Paris. Und hier ist das Beste: Tango

Das hätten wir kaum besser hinbekommen.

Da die Fähre quasi über Wasser gehen kann, trägt sie gleich mal den Namen des aktuellen Papstes: Francisco. Sie ist schnell, ruhig, komfortabel.

Für den Abend haben wir im „Primuseum“ gebucht. Ein uraltes Lokal, mit Livemusik und sehr gutem Essen und Trinken. Es ist Mitternacht vorbei, als der Shuttle uns ins Hotel bringt.

Mit Copa Air am nächsten Morgen zurück, zu zweit allein in der Reihe mit den Notausgängen, und mit sehr gutem Service.

Ende eines Ausflugs in den Süden Amerikas. Zeit für neue Pläne.

 

 

 

 

 

 

 

 

Über jaypacific
Verbringe dein Leben in einer ewigen Glückseligkeit der Vorfreude, etwas zu erhoffen, zu erwarten, zu planen oder zu erträumen. ... Könnte von mir sein, ist aber von Kai Krause in "Das Wissen von morgen"

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