Condor confus

Eigentlich lieben wir Condor. Die einzige Linie, die uns ohne Umsteigen nach Deutschland und wieder zurück nach Panama bringen kann.

Die besten Ticketpreise, exzellenter Service, supernettes und professionelles Personal.

Aber die Buchung …

Wer von Deutschland aus fliegen will, geht zur Website, gibt seine Reisedaten ein und bucht online. Null Problemo. Die beste Verbindung führt über Santo Domingo, wo die Maschine einen kurzen Zwischenaufenthalt von 1 Stunde einlegt.

Quelle: fotocommunity.de

Wer das, wie wir, um den 20.9. von Panama aus tun will, bekommt auf einmal nur noch sehr eingeschränkte Auswahlmöglichkeiten angezeigt. Der bestgeeignete Direktflug über Santo Domingo ist überhaupt nicht mehr dabei.  Dass es ihn gibt, kann man beim Buchen in Richtung FRA PTY FRA sehen. Wenn man PTY FRA PTY eingibt, ist er weg.

Bei One-way aus Frankfurt ist er da, bei One-way aus Panama City ist er weg. Auch die Verbindung über Punta Cana (DomRep) wird nicht angezeigt, sondern nur via San Juan (Puerto Rico) am 14. oder  dann wieder am 28.9. Verrückt.

Also ans Telefon. Das deutsche Callcenter hat diese Strecke nicht mal im Computer, keine Chance, wegen angeblicher Verkaufsrechte. Und das nach 15 Minuten in der Warteschleife.

Also rufe ich die US Nummer von Condor an. Laut Website ist es die 1 866 960 7915. Beim ersten Mal gebe ich nach 9 Minuten auf, beim zweiten Mal ist nach 8 Minuten eine freundliche Dame dran, mit der ich auch deutsch reden kann. Gleiche Frage und gleiche Antwort: „Habe ich nicht im Computer. Da müssen Sie Chicago anrufen.“ Ich dachte eigentlich dass ich dort bin, erfahre aber, dass ich mit Wilhelmshaven spreche.

Ich bekomme eine neue US Nummer, die nicht auf der Website steht:  1 800 524 6975. Schon nach kurzer Wartezeit bin ich dran: „Our business hours are … monday to friday“

Aber da gibt es ja noch eine deutsche Condor-Nummer für Anrufe aus dem Ausland. Es dauert wieder und ich kann die Condor-Pausenmusik nicht mehr leiden. Dann eine menschliche Stimme: „… how can I help you?“

Ich melde mich auf Deutsch und ehe ich zu Ende gesprochen habe, werde ich mit der Hotline für deutsche Kunden verbunden, bzw. mit deren Warteschleifenmusik.

Wahlwiederholung … „How can I help you“ … Ich: „Do please NOT connect me with your German hotline even when I am going to speak German now. Guten …“ „Moment, ich verbinde“ … Und ich gebe auf.

Nach ca. 2 Stunden bin ich am Ende. Warten bis Montag, in Chicago anrufen und nicht mehr deutsch reden.

Liebe Condor, bitte passt eure Kommunikation eurem sonstigen guten Niveau an, uff.

Kurzer Ausflug

Samstag, Regenzeit, aber entlang der Küste akzeptables Flugwetter.

Pedasi hat einen neuen Flugplatz bekommen, den wir noch nicht gesehen haben. Also nichts wie hin und dabei einen Überflug der Isla Iguana machen.

Hier ist die Strecke:

MP24 MPCE MP00

 

Von Chame (MP24) über Rio Hato (MPRH), weiter nach Chitre (MPCE) und dann nach Süden bis Pedasi  (MP00). Insgesamt 90 nautische Meilen, eine Stunde Flugzeit. Mit dem Auto wären es 4 Stunden.

Die Kürzel sind die international üblichen Bezeichnungen für Flugplätze. M in diesem Fall wie Mittelamerika, P wie Panama und dann entweder Ort oder eine Nummer. Warum Pedasi gerade 00 hat? Keine Ahnung.

Wir geben kurz den Flugplan auf und beschließen auf 6500 ft zu fliegen, möglichst über den niedrig liegenden Wolken. Der Plan geht auf und wir fliegen entlang der Küste nach Westen. Die Sicht ist nicht toll.

Über Chitre wird nach Süden gedreht. Pedasi’s alter Flugplatz lag direkt hinter dem Strand und wird sicher in Kürze ein Hotel oder ähnliches Objekt aufnehmen. Der neue Platz liegt ein paar Kilometer landeinwärts.

Pedasi, eine Kleinstadt im Süden von Azuero soll eigentlich Zentrum einer neuen Tourismusregion sein und die Werbung dafür läuft auf vollen Touren.  Wer sich allerdings den neuen Flugplatz anschaut, muss ins Grübeln kommen: Eine 600m-Piste, am Wochenende nicht besetzt und sogar abgeschlossen. Der Zugang zum Platz und die Toiletten,  nicht die Piste 🙂

MP00 Flores

 

Kein Kaffee, kein Snack.

Weit und breit keine andere Maschine zu sehen und ich kann in Ruhe die Bahn ablaufen, hin und zurück.  Macht 1200 Meter. Ungefähr.

Pedasi Rwy 34

 

 

Okay, da müssen wir nicht lange bleiben. Einen Ausflug zur nahegelegenen Isla Iguana hatten wir sowieso nicht für das Wochenende geplant und im Überflug hatten wir schon 10 Boote dort gesehen.

Wir starten und nehmen Kurs auf die Insel, um sie in geringer Höhe zu überfliegen. Ein schöner Anblick und sicher einen extra Tagesausflug wert.

Isla Iguana

Zurück fliegen wir die gleiche Strecke, nehmen entlang der Küste ein kurzes Video aus 5000 ft auf, das die Ressorts Buenaventura, Grand Wyndham, Playa Blanca, das neue Riu im Bau sowie das Royal Decameron zeigt. Direkt neben letzterem befindet sich die neue Piste von MPRH, die ich in Kürze mal probe-anfliegen werde.

Das wird hoffentlich bald der neue Heimatflughafen für unsere Maschine.

Von hier sind es nur noch 15 Minuten bis zur Landung in Chame.

 

 

Schnell mal in die Hauptstadt

80 km sind es nur von Chame nach Panama City, immer auf der Panamericana in Richtung Feuerland. Die Nachrichten der letzten Woche haben gesagt, dass die Puente de Las Americas ab sofort repariert wird, was Sperrung von 2 Spuren und unsägliche Staus bedeutet, zumindest zu den täglichen Hauptverkehrszeiten, also früh in die Stadt und zum Feierabend wieder raus aus der Stadt. Ist auch ohne halbierte Brücke kein Spaß.

Wir sparen den Stress und werden fliegen, können bei der Gelegenheit gleich ein paar Arbeiten an unserem Light Sport Aircraft mit der Registrierung HP-1708 erledigen lassen.

Es ist ein schöner Morgen, blauer Himmel, leicht diesig und windig, wie meist in der Trockenzeit. Maschine fertigmachen, bei Panama Radio unser Ziel anmelden und auf geht es vom Flugplatz Chame, Piste 36. Unser Ziel ist der Aeropuerto Marcos A. Gelabert, am Stadtrand von Panama City, nahe am Kanal und beim Puerto Balboa, einem großen Containerhafen gelegen.

Wir fliegen über dem Wasser gemütlich, mit 200 km/h,an der Pazifikküste entlang, links mit Blick auf Berge, Regenwald und Flüsse, rechts viele kleine und größere Inseln im türkisfarbenen Wasser. Markant ist die Halbinsel Punta Chame, die zwei davor liegenden Inseln Otoque, einige schneeweisse Strände und dann auch ein neues Tankerterminal. Immer mehr Schiffe liegen da und warten auf die Kanalpassage.

Links passieren wir Panama Pacifico, ein früherer US-Militärflughafen (Howard AFB) zum Schutz des Kanals, jetzt eine Sonderwirtschaftszone, wo Dell, 3M, Caterpillar und andere große Unternehmen produzieren oder ihre Lateinamerika-Zentrale betreiben. Dann kommt die Stadt aus dem Dunst in Sicht, beeindruckend. Eine Unmenge von Wolkenkratzern: weit mehr als 200 Gebäude, die mehr als 30 Stockwerke haben. Das höchste, mit 70 Geschossen und 284 m ist seit kurzem der Trump Ocean Tower. Es ist zugleich auch das höchste Gebäude Lateinamerikas. Dessen Ocean Club liegt 80 km südlich im Pazifik, auf der Las Perlas Inselgruppe.

Wir sind nur noch 5 nautische Meilen vom Flugplatz entfernt und wechseln die Sprechfrequenz von Panama Control zum Tower Gelabert. Direkt zur Piste 36, mit 12 Knoten Wind aus 330 Grad. Wir sind Nummer 1 im Anflug, hinter uns kommt eine Cessna von der Insel Contadora und bestätigt nach Kommunikation mit dem Tower „cleared to land“. Kaum möglich, weil ich ja vor ihr fliege. Und schon kommt der Tower zurück: “ Sie haben KEINE Landeerlaubnis, sondern sind Nummer 2″. Peinlich für meinen Kollegen da hinten. Stattdessen wird für HP-1708 jetzt die Freigabe zur Landung erteilt und von mir zur Bestätigung wiederholt.

Die Freigabe für Start „cleared for take-off“ oder Landung „cleared to land“ ist immer eine wichtige Ansage vom Tower, muss bestätigt  werden und ohne solche Freigabe darf weder gestartet noch gelandet werden.

Im Überflug haben wir übrigens gesehen, dass auf der großen Amerikabrücke der Verkehr ganz normal lief, keine Sperrung, kein Stau.

Wir sind nach 30 Minuten Flugzeit gelandet, haben 2,5 Gallonen 95er Benzin verbraucht, was nicht mehr als 10 Dollar gekostet hat.

New York Times setzt Panama auf Platz 1

Plätze die man in 2012 besuchen muss – die New York Times empfiehlt an erster Stelle Panama.

Das im Oktober 2011 ratifizierte Freihandelsabkommen wird die ohnehin guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und Panama weiter verbessern, den Zustrom von Menschen und Investitionen in  das kleine, aufstrebende Land befördern.

Die NYT nennt den Kanal als Hauptziel, der ja derzeit noch im Originalzustand ist, bis 2014 wesentlich erweitert sein wird.

http://www.youtube.com/watch?v=qO75qnN7nxg

Neben dieser Multimilliarden-Investition gibt es weitere bemerkenswerte Meilensteine. So die Ansiedlung großer Hotelketten: Trump hat sein erstes Haus in Mittelamerika hier eröffnet, ein Sheraton steht neuerdings nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch 100 km entfernt am Pazifikstrand.  Das erste Waldorf Astoria in Lateinamerika eröffnet im Juli 2012. In 2013 öffnet ein naturwissenschaftliches Museum, designed von Paul Gehry und im gleichen Jahr nimmt ein neuer internationaler Flughafen, 110 km von Panama City entfernt, den Betrieb auf. In der Hauptstadt wird derzeit parallel an einer U-Bahn und einem Hochstraßensystem gearbeitet.

Und wie kommt man eigentlich von Deutschland nach Panama? Reine Flugzeit um die 11 oder 12 Stunden, mehrere Möglichkeiten:

Condor fliegt mehrmals pro Woche von Frankfurt, mit einer Stunde Zwischenstop in Santo Domingo oder San Jose, Costa Rica.

KLM mehrmals pro Woche direkt von Amsterdam, mit Zubringer von Frankfurt.

United/Continental täglich via Newark/USA, sowie weitere Verbindungen über Atlanta, Chicago, Miami, Houston etc.

Über Madrid mit Iberia ist eine weitere Möglichkeit.

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