Zurück in der Sonne

Nach vier ereignisreichen Wochen in Deutschland, mit Familienfeier, Abi-Jahresfeier, Ostsee-Urlaub und Spargel essen hat uns die Lufthansa am Montag nachmittag wieder planmäßig in Panama eingeflogen. Und zur Einstimmung bekommen wir das volle Programm: Blick zu Las Perlas, Überflug Punta Chame und dann Amador, Kanaleinfahrt mit Brücke und die City Skyline in der Nachmittagssone.

Wir haben eine Menge schöne Zeit verbracht mit Familie und Freunden – und nun wieder Alltag am Pazifischen Ozean.  30°C und 100 km/h statt 5°C und 200 km/h.

Auf der Insel Rügen wollte ich mir unbedingt die Luxusquartiere von Prora anschauen, über die ich hier schon geschrieben hatte. Nachdem wir am ersten Tag bei Regensturm und 4°C unterwegs waren, kamen dann doch sonnige, wenn auch kühle Tage.

In Prora gab es außer einem einzigen Wegweiser zum „ehemaligen KdF-Bad“ keinerlei Werbung für irgendwelche Luxusapartments zu sehen. Auf dem Weg zu dem monströsen Bauwerk standen wir dann erstmal vor einem verschlossenen Tor. Kein Pförtner, keine Information, viele Graffiti. Nach einigen unentschlossenen Minuten näherte sich von hinten ein Auto und das Tor öffnete sich wie von Geisterhand.

Ein Teil des Komplexes vor uns ist Baustelle, der andere Teil ist fertiggestellt und mehr oder weniger bewohnt. Wir suchen Sales Office und Demo Apartment. Kein Hinweis nirgendwo. Die Klingelschilder an den verschlossenen Türen helfen auch nicht weiter. Als schließlich eine Dame aus dem Gebäude kommt, fragen wir nach. Von Sales Office und Demo Apartment weiß sie nichts, aber um die Ecke ist das Büro der Hausverwaltung.  Dort bekommen wir die freundliche Auskunft, dass alles verkauft sei und demnächst noch betreutes Wohnen einzieht. Sehen wir wirklich so bedürftig aus?

Die Visitenkarte des nicht anwesenden Vertriebskollegen stecken wir zwar ein, wissen aber schon, dass wir das nicht mehr brauchen. Wer, bitte schön, hat denn in diesem Umfeld noch Lust, ein sauteures Apartment zu erstehen?

Das Gelände verlassen geht genauso wie bei der Ankunft: warten auf ein Fahrzeug mit irgendeinem Geber zur Torsteuerung. Hat nur 10 Minuten gedauert.

Im Internet, wo sonst, finden wir dann ein schickes Hotel in dem Komplex, das wir vor Ort nicht entdeckt haben. Eigenartig …

Ansonsten ist die Insel und ihre Gastronomie sehr empfehlenswert. Herausheben will ich das „Pier32“ in Glowe, mit einer Speisekarte die schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt und die Auswahl schwer macht.

Was beim Besuch in der alten Heimat auffällt, ist eine starke Polarisierung in politischen Fragen. Das geht verbissen quer durch Freundeskreise und einer meiner Blog-Follower hat mir letztens sogar ernsthaft geraten, nicht so „Deutschland-feindlich“ zu schreiben, sondern mich auf die Beschreibung von Sonne und Strand zu beschränken. Danke für den Hinweis, aber wie wir ja gelernt haben, schützt nicht mal das Schreiben von Kinderbüchern davor, heutzutage anzuecken.

Ich habe gelernt und glaube daran, dass Meinungsfreiheit eine der wichtigsten Errungenschaften unserer Zivilisation ist. Das gibt man nicht freiwillig auf und wenn eine Demokratie das nicht aushält, dann ist es keine.

Und nachdem ich eine Stunde den „Spiegel“ gelesen hatte, empfehle ich Abonnenten gelegentlich mal hier vorbeizuschauen. Broder, Lengsfeld, Maxeiner und andere stehen bei der „Achse des Guten“ für niveauvollen kritischen Journalismus.

Ich werde mich hier also weiterhin gelegentlich kritisch zur deutschen Politik äußern, zumal ein Großteil meiner Leser wegen der „Alternativlosigkeit“ von Eurorettung, Zuwanderungsspolitik und Energiewende ihre persönliche Zukunft längst anderswo plant.

Willkommen in Panama.

Breaking News – Aufenthaltserlaubnis für Panama stark vereinfacht

Schon bisher war es nicht so schwierig, in Panama seinen Lebensmittelpunkt zu haben. Soeben ist die Executive Order 343 in Kraft gesetzt worden, die es noch einfacher macht.

Wie war es bisher, was wird einfacher und was ist der Hintergrund?

Vorab, Panama hat faktisch Vollbeschäftigung und damit einen Mangel an Fachkräften. Unternehmen waren aber gehalten, in erster Linie einheimische Arbeitskräfte einzustellen. Für Ausländer gab es nur in Ausnahmefällen eine Arbeitserlaubnis.

Legal im Land kann man als Tourist für bis zu 180 Tage sein, was viele Ausländer nutzen, die eigentlich Vollzeit hier leben. Einmal im Halbjahr wieder in die alte Heimat oder für wenige Tage in eines der Nachbarländer oder in die Karibik reisen, nichts einfacher als das.

Wer für mindestens 300.000 USD Haus oder Wohnung gekauft hat, bekommt ebenfalls eine permanente Aufenthaltsgenehmigung. Und wer mindestens 1.000 USD als Pension oder Rente nachweisen kann, bekommt Pensionado-Status, permanent und mit einer Vielzahl von Ermässigungen auf Restaurant und Tickets aller Art.

Weiterhin sind Investitionen in Aufforstungsprojekte eine einfache Möglichkeit zur Aufenthaltsgenehmigung zu kommen.

Jetzt wird es für die Bewohner von 22 Ländern, die „freundschaftliche und ökonomische Beziehungen“ mit Panama unterhalten, noch einfacher.

Antrag, Beschreibung der geschäftlichen Aktivität, Nachweis von ausreichendem Einkommen oder Vermögen, wobei schon ein 4-stelliger Betrag auf dem Bankkonto ausreichen soll.

Deutschland steht an erster Stelle … ok, nur weil „Alemania“ alphabetisch zuerst kommt.

Ändert das was für Sie? Bei Fragen stehe ich gern über die email-Adresse im Profil zur Verfügung.

Oh wie schön ist Panama.

Die „Welt“ erklärt die Welt, wir schauen Schiffe und trinken deutsches Bier

Was für ein Tag. Sonntagmorgen am Pazifik.

Erstmal lese ich die Welt Online und da gefällt mir am besten ein Interview mit RyanAir-Chef O’Leary.

Zuerst bedankt er sich bei der Presse, die jede seiner vielen sinnlosen Aussagen für bare Münze nehmen, daraus reisserische Schlagzeilen produzieren, was dann kostenlose Reklame für seine Airline bedeutet. Köstlich.

Dann werden die Interviewer ganz ernst: „Als Leugner des Klimawandels haben Sie sich viele Feinde gemacht“. O’Leary erklärt, dass Klima sich immer gewandelt hat und immer wandeln wird, dass Spinner das als Problem hochspielen und Politiker das gern nutzen um sinnlose Steuern zu erheben. Allen voran Deutschland, dessen Luftverkehrsabgabe er als ‚moderne Straßenräuberei‘ bezeichnet.

Und jetzt erklären diese deutschen Journalisten dem Iren die Welt: „Die Steuer hat auch einen erzieherischen Effekt. Sie macht das Fliegen teurer – und damit zugleich seine nachweislich hohen Kohlendioxid-Emissionen.“

Im Klartext: Sie sagen nicht etwa, dass diese Steuer möglicherweise so und so gedacht ist, sondern sie wissen es ganz genau, verteidigen diese Steuer und sind geradezu persönlich beleidigt, dass O’Leary es nicht einsieht. Zwei Journalisten wollen unbedingt, dass Fliegen teurer wird. Für dich, für mich, für alle.

Ich sage mal so: Mich bringt eine solche Extrasteuer nicht um und hält mich nicht vom Fliegen ab. Den Bandarbeiter bei Opel mit seinen drei Kindern vielleicht schon. Wenn der in Urlaub fliegen will, wird es richtig teuer. Sollen nach Meinung dieser Journalisten also nur noch „Reiche“ fliegen? Klingt ziemlich unsozial, oder? Oder sollte man diese Luftverkehrsabgabe nach Einkommen erheben? Der Opel-Arbeiter wenig, der Unternehmer viel? Das könnte man ja in einer kleinen neuen Behörde (KNLVAGB) unterbringen, deren Mitarbeiter dann natürlich ganz von der Luftverkehrsabgabe zu befreien wären. So wie die Mitarbeiter des EuropäischenStabilitätsMechanismus ESM von der Einkommenssteuer befreit sind. Klingt doch logisch, oder nicht? Und hilft der Umwelt wie verrückt.

O’Leary denkt nicht ganz so weit wie ich. Er verweist nüchtern auf Zahlen, und darauf, dass seine 400 Rinder vermutlich mehr klimaschädliche Gase ausstoßen als seine 290 Flugzeuge. „Keine Fluglinie auf der Welt braucht einen Steueranreiz, um so umweltfreundlich wie möglich zu fliegen. Das regelt der Ölpreis von über 110 Dollar von allein.“ Und da er einmal bei den Politikern ist, noch das: „Ich bin Multimillionär und trotzdem zahlt mir der Staat jeden Monat Geld für meine vier Kinder. Irland bezahlt uns dafür, Sex zu haben. Die sind irre.“

Auch die abschließende Frage der Welt-Journalisten nach seinen Plänen für die Rente wird erfrischend ehrlich beantwortet: „Ich werde als Bauer meine Rinderherde ausbauen, noch mehr Emissionen erzeugen und mir von den Idioten in Brüssel dafür Subventionen schicken lassen.“

Bravo Michael, ich mag zwar nicht deine Airline, aber du bist einer der seinen gesunden Menschenverstand behalten hat.

Weg von der Luftverkehrsabgabe zur Schiffdieselsteuer. Noch nicht gehört? Das hat die Delegation aus Bolivien zur letzten Klimakonferenz in Cancun vorgeschlagen. Nun ja, Bolivien liegt mitten in den Anden, weit weg vom Ozean, was soll das eigentlich? Dazu muss man nur wissen, dass kleine Länder ihre Delegationen gern mit Umweltaktivisten („Experten“) aufstocken, die aus irgendwelchen NGO kommen und dann eben mal sowas auf der Agenda haben.

Und wo könnte sich man besser mit der Schiffsdieselabgabe befassen als direkt am Panama-Kanal?

http://www.youtube.com/watch?v=vj0kcCiTlnI

Unser Sonntagsausflug führt nach Gamboa, wo der Kanal aus dem Lake Gatun kommt und weiter in Richtung Pazifik führt. Parken direkt am Kanal, Klappstuhl aufbauen und die künftigen Schiffsdieselabgabezahler beobachten:

Zwei Containerschiffe, ein Flüssiggas-Tanker, ein Autotransporter, der leer von der US-Ostküste kommt und zurück nach Asien fährt. Zunächst hat jeder von denen schon gerade um die 100.000 US-Dollar für die Kanalpassage bezahlt und wird auch mit Schiffsdieselabgabe weiter fahren, weil solche Kosten einfach auf den Verbraucher umgelegt werden.

Hilft das Umwelt oder Klima? Klar, wenn niemand mehr Auto fährt oder fliegt, alle Lichter ausgehen. So gesehen ist Nordkorea wohl schon vorbildlich im Umwelt- und Klimaschutz.

Genug gesehen. Wir fahren ins Gamboa Regenwald-Resort zu einem kleinen Imbiss. Exzellente Location, mittelmäßiges Essen in der Monkey-Bar. Merken wir uns.

Und jetzt noch ein  Höhepunkt.

In Panama City gibt es eine neue deutsche Brauerei. Die Canal Brewery Panama. Wir fahren zum Amador, einem beliebten Ausflugsziel der Hauptstädter, eine Straße, die Festland mit zwei oder drei Inseln  verbindet, mit unzähligen Restaurants, Joggingstrecke, Marinas mit hunderten Yachten und Booten, Fähren, Blick auf Stadt und Kanal, unschlagbar schön.

Dort hat Renate ihre Microbrewery made in Germany in einem Lokal untergebracht und braut rund um die Uhr deutsches Hefeweizen, hell und dunkel. Das Bier schmeckt klasse und Renate ist eine sehr sympathische Person. Das war nicht der letzte Besuch. http://www.cbp-beer.com/

Das war es für heute, 120 km Heimfahrt und wir hatten einen richtig tollen Tag. Und für morgen habe ich noch 2 Liter Bier mitgenommen …

Vollgas im Panama-Kanal

OK, nur ein  kurzes Stück, dafür aber teilweise selbst gesteuert.

Wir sind auf Einladung unserer Freunde Gerald und Kiki heute in die City gefahren und treffen uns bei Motores Britannicos, einer Firma, die Vertriebs- und Reparturpartner für die Seadoo-Palette ist.

ATV, Jetski und Boote mit Jetantrieb. Auf uns wartet ein Seadoo 230 SE, ein über 7 Meter langes Boot für bis zu 12 Personen, zwei Maschinen und 430 PS Antriebsleistung.

www.seadoo.com

Der Betrieb liegt am Panamakanal, zwischen dem Containerhafen Balboa und der Miraflores-Schleuse. Das Boot steht auf dem Trailer und wir fahren zur Diablo-Rampe, die nur einige Minuten entfernt ist.

Als wir das Boot zu Wasser lassen, taucht vor uns im Kanal die ZIM Beijing auf, ein riesiges vollbeladenes Containerschiff, das soeben die Miraflores-Schleuse passiert und den Pazifik erreicht hat.

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Wir lassen ihr Vorfahrt, drehen noch eine Weile vor der Rampe und warten auch noch ab, bis der Lotse von Bord geht und mit dem Lotsenboot davonfährt.

Jetzt ist es soweit. Gas geben und hinter dem Dampfer her in Richtung der Puente de Las Americas. Wir holen auf, sind gemeinsam unter der Brücke und dann fahren wir davon.

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Über diese Brücke sind wir schon oft gefahren, selbst geflogen und heute auch am Steuer eines schnellen Bootes durchgefahren. Phantastisch.

Nachdem wir die „Beijing“ hinter uns haben geht es mit fast voller Fahrt in der Fahrrinne des Kanals nach Süden. Dieses Boot schafft über 50 Knoten, was ich aber selbst nicht ausprobieren will, als Anfänger. Stattdessen ein paar Manöver, Kurvenfahren, volle Drehung und Abbremsen aus voller Fahrt. Sehr gut zu handhaben.

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Inzwischen ist das Containerschiff an uns vorbei und nimmt wohl Kurs auf Asien. Wir fahren zurück, die Vorstellung des Seadoo 230 ist beendet und hat uns sehr gut gefallen.

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Wir haben noch eine Menge Fragen und bekommen sachkundige Auskunft. Vielen Dank an Jan und Stefan, und natürlich an unsere beiden Freunde.

Kalt und kälter … nicht in Panama

Die Kälte hat Europa fest im Griff während die Debatten um das Buch „Die kalte Sonne“ von Vahrenholt und Lüning hitzig geführt werden. Die Autoren weisen der Sonne einen weit größeren Einfluss auf das Klima zu, als die gängigen Modelle bisher darstellen und verweisen auf eine Vielzahl von Quellen.  Das würde automatisch den Einfluss von CO2 reduzieren und ruft geradezu panische Reaktionen hervor. Die ZEIT verunglimpft die Autoren in einer Weise, die man nicht für möglich gehalten hätte

http://www.zeit.de/2012/07/Klimawandel-Vahrenholt

Parallel dazu gibt es dann hier http://arxiv.org/pdf/1202.1954v1.pdf eine Studie von drei norwegischen Forschern, die nicht nur auf einer Linie mit V&L liegen, sondern sehr dedizierte Vorhersagen treffen und den physikalischen Mechanismus beschreiben.

Basierend auf der Sonnenaktivität prognostizieren die Norweger Solheim, Stordal und  Humlum schon bis 2014 einen Rückgang der mittleren Temperatur auf der Nordhalbkugel um 1°C und um weitere 0,8°C bis etwa 2036, also insgesamt ca. 1,8°C. Wir erinnern uns, dass die Klimapolitik gerade als Ziel erklärt hat, einen Anstieg der globale Mitteltemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2°C zu begrenzen, mit Billioneninvestitionen. Umso mutiger die Prognose der norwegischen Wissenschaftler, die ja zeitnah überprüft werden kann.

Die Auswirkungen einer solchen Entwicklung kann man nicht überschätzen: Die Anbauregionen für Getreide werden sich nach Süden verschieben und der Energiebedarf wird massiv steigen. All das träfe die Welt unvorbereitet, weil man sich seit mehr als 20 Jahren auf die gegenteilige Entwicklung vorbereitet hat. Was für eine gigantische Fehlallokation von Ressourcen.

Natürlich weiss ich nicht, welches Szenario eintreffen wird. Aber ich traue der Sonne mehr Einfluss auf das irdische Klima zu, als dem Spurengas CO2. Zumal die Temperatur-CO2-Kopplung schon lange nicht mehr so ist, wie prognostiziert.

Was hat das mit Panama zu tun?

In früheren Jahrhunderten haben Menschen wegen wirtschaftlicher Entwicklungen ihre Heimat verlassen. In Zeiten, als die Überquerung eines Ozeans ein lebensgefährliches Abenteuer war und haben mit Null anderswo angefangen. Zu Tausenden.

Wenn sich das oben skizzierte Szenario abzeichnen sollte, wird dies zu erheblichen wirtschaftlichen Verwerfungen führen. Man denke nur an Lebensmittel- und Energiepreise. Was wird die Reaktion von Menschen sein, die heute ohnehin viel mobiler sind? Man zieht dahin, wo es nicht kälter wird oder ein solcher Temperaturabfall geringer ausfällt und weniger spürbar ist. Das führt zu Preissteigerung bei Häusern und Appartments in den Tropen, zum Preisverfall bei Wohnraum im Norden.

Hier ist der Stand und die Entwicklung der letzten Jahre in Panama beschrieben: http://www.panamaequity.com/blog/2012-panama-real-estate-report/

Und das mehr für die Sinne: Where the world meets

Mehr als eine Notlösung, oder?

Schnell mal in die Hauptstadt

80 km sind es nur von Chame nach Panama City, immer auf der Panamericana in Richtung Feuerland. Die Nachrichten der letzten Woche haben gesagt, dass die Puente de Las Americas ab sofort repariert wird, was Sperrung von 2 Spuren und unsägliche Staus bedeutet, zumindest zu den täglichen Hauptverkehrszeiten, also früh in die Stadt und zum Feierabend wieder raus aus der Stadt. Ist auch ohne halbierte Brücke kein Spaß.

Wir sparen den Stress und werden fliegen, können bei der Gelegenheit gleich ein paar Arbeiten an unserem Light Sport Aircraft mit der Registrierung HP-1708 erledigen lassen.

Es ist ein schöner Morgen, blauer Himmel, leicht diesig und windig, wie meist in der Trockenzeit. Maschine fertigmachen, bei Panama Radio unser Ziel anmelden und auf geht es vom Flugplatz Chame, Piste 36. Unser Ziel ist der Aeropuerto Marcos A. Gelabert, am Stadtrand von Panama City, nahe am Kanal und beim Puerto Balboa, einem großen Containerhafen gelegen.

Wir fliegen über dem Wasser gemütlich, mit 200 km/h,an der Pazifikküste entlang, links mit Blick auf Berge, Regenwald und Flüsse, rechts viele kleine und größere Inseln im türkisfarbenen Wasser. Markant ist die Halbinsel Punta Chame, die zwei davor liegenden Inseln Otoque, einige schneeweisse Strände und dann auch ein neues Tankerterminal. Immer mehr Schiffe liegen da und warten auf die Kanalpassage.

Links passieren wir Panama Pacifico, ein früherer US-Militärflughafen (Howard AFB) zum Schutz des Kanals, jetzt eine Sonderwirtschaftszone, wo Dell, 3M, Caterpillar und andere große Unternehmen produzieren oder ihre Lateinamerika-Zentrale betreiben. Dann kommt die Stadt aus dem Dunst in Sicht, beeindruckend. Eine Unmenge von Wolkenkratzern: weit mehr als 200 Gebäude, die mehr als 30 Stockwerke haben. Das höchste, mit 70 Geschossen und 284 m ist seit kurzem der Trump Ocean Tower. Es ist zugleich auch das höchste Gebäude Lateinamerikas. Dessen Ocean Club liegt 80 km südlich im Pazifik, auf der Las Perlas Inselgruppe.

Wir sind nur noch 5 nautische Meilen vom Flugplatz entfernt und wechseln die Sprechfrequenz von Panama Control zum Tower Gelabert. Direkt zur Piste 36, mit 12 Knoten Wind aus 330 Grad. Wir sind Nummer 1 im Anflug, hinter uns kommt eine Cessna von der Insel Contadora und bestätigt nach Kommunikation mit dem Tower „cleared to land“. Kaum möglich, weil ich ja vor ihr fliege. Und schon kommt der Tower zurück: “ Sie haben KEINE Landeerlaubnis, sondern sind Nummer 2″. Peinlich für meinen Kollegen da hinten. Stattdessen wird für HP-1708 jetzt die Freigabe zur Landung erteilt und von mir zur Bestätigung wiederholt.

Die Freigabe für Start „cleared for take-off“ oder Landung „cleared to land“ ist immer eine wichtige Ansage vom Tower, muss bestätigt  werden und ohne solche Freigabe darf weder gestartet noch gelandet werden.

Im Überflug haben wir übrigens gesehen, dass auf der großen Amerikabrücke der Verkehr ganz normal lief, keine Sperrung, kein Stau.

Wir sind nach 30 Minuten Flugzeit gelandet, haben 2,5 Gallonen 95er Benzin verbraucht, was nicht mehr als 10 Dollar gekostet hat.

Feiertag in Panama

Heute am 9. Januar ist Tag der Märtyrer in Panama, ein wichtiger Feiertag. Er erinnert an die Unruhen in 1964, die sich gegen die Existenz der US-verwalteteten Kanalzone richteten.

Man stelle sich ein Land vor, dessen Staatsgebiet in der Mitte vollständig durch das Territorium eines anderen Landes getrennt ist und wo lediglich eine Brücke die Verbindung herstellt. Das aber war die vertragsgemäße Regelung seit die USA den Panamakanal erbaut und dazu der vordem kolumbianischen Provinz Panama zur Selbstständigkeit verholfen hatten.

Martyrs' Day 1964Martyrs‘ Day 1964

Die Unruhen hielten drei Tage an und forderten 25 Todesopfer. Letztlich führten sie mit zum Carter-Trujillo-Abkommen, das in 1977 die Übergabe des Kanals an Panama regelte, mit einer Übergangszeit von 20 Jahren.

Immer wieder kommt die Frage, ob US-Amerikaner in Panama gern gesehen sind. Hier die Fakten aus meiner Sicht:

1. Die USA haben Panama zur Loslösung von Kolumbien und zur Selbstständigkeit verholfen

2. Auf Grundlage des Carter-Trujillo-Abkommens wurde der Kanal mit der Kanalzone ohne jede Zahlung an Panama übergeben. Eine komplette Infrastruktur mit Schleusen, Hafenanlagen, Flugplätzen, Eisenbahn, Straßen, Gebäuden, Wasser- und Stromversorgung usw.

Im Vorfeld der Eröffnung des Trump Ocean Club in Panama City hatte Donald Trump die kostenlose Übergabe der Kanalzone öffentlich mal als Fehler bezeichnet. Der Bürgermeister der Hauptstadt erklärte ihn daraufhin postwendend zur „unerwünschten Person“. Ein Status, der bis zur Eröffnung des Multi-Millionenprojekts wohl wieder aufgehoben war.   

 3. Der Kanal bringt Panama seit Übergabe jährlich Milliardeneinahmen für die Staatskasse, ist ein Rückgrat der panamesischen Wirtschaft. Die derzeit laufende Erweiterung, mit neuen Schleusen für noch größere Schiffe, wird diese Einnahmen ab 2014 noch verdoppeln.

4. Fast 100 Jahre US-Präsenz in der Kanalzone haben zu vielen „gemischten“ Familien geführt. Daher ist Englisch auch im Geschäftsleben durchaus üblich, wobei man natürlich mit jedem Versuch Spanisch zu reden, einen besseren Eindruck macht.

5. Die panamesische Währung, der Balboa, ist strikt an den US-Dollar gekoppelt, so dass es nicht einmal Balboa-Banknoten gibt.

6. Das im Oktober 2011 unterzeichnete Freihandelsabkommen mit den USA wird die engen wirtschaftlichen Beziehungen weiter verbessern.

7. Die USA leisten einen erheblichen Beitrag zur Eindämmung des Drogentransit durch Panama. Ein Beitrag, den ich allerdings als Verpflichtung sehe, sitzen doch die Abnehmer und damit Verursacher überwiegend  in Nordamerika.

8. Zunehmend nimmt Panama für US-Bürger und Kanadier die Stelle Floridas ein, was Ruheständler und ‘snowbirds’ anbelangt, also Leute, die im Winter nach Süden ziehen. Mit steigenden Lebenshaltungskosten in den USA ist Panama eine preiswerte und attraktive Alternative geworden.

Kurz gesagt, US-Bürger und andere Ausländer sind in Panama gern gesehen. Tourismus und ausländische Firmen schaffen Arbeitsplätze und die ziemlich selbstbewussten Panamesen haben kein Problem mit  Leuten umzugehen, die überwiegend wohlhabender sind.

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