Feiertag in Panama

Heute am 9. Januar ist Tag der Märtyrer in Panama, ein wichtiger Feiertag. Er erinnert an die Unruhen in 1964, die sich gegen die Existenz der US-verwalteteten Kanalzone richteten.

Man stelle sich ein Land vor, dessen Staatsgebiet in der Mitte vollständig durch das Territorium eines anderen Landes getrennt ist und wo lediglich eine Brücke die Verbindung herstellt. Das aber war die vertragsgemäße Regelung seit die USA den Panamakanal erbaut und dazu der vordem kolumbianischen Provinz Panama zur Selbstständigkeit verholfen hatten.

Martyrs' Day 1964Martyrs‘ Day 1964

Die Unruhen hielten drei Tage an und forderten 25 Todesopfer. Letztlich führten sie mit zum Carter-Trujillo-Abkommen, das in 1977 die Übergabe des Kanals an Panama regelte, mit einer Übergangszeit von 20 Jahren.

Immer wieder kommt die Frage, ob US-Amerikaner in Panama gern gesehen sind. Hier die Fakten aus meiner Sicht:

1. Die USA haben Panama zur Loslösung von Kolumbien und zur Selbstständigkeit verholfen

2. Auf Grundlage des Carter-Trujillo-Abkommens wurde der Kanal mit der Kanalzone ohne jede Zahlung an Panama übergeben. Eine komplette Infrastruktur mit Schleusen, Hafenanlagen, Flugplätzen, Eisenbahn, Straßen, Gebäuden, Wasser- und Stromversorgung usw.

Im Vorfeld der Eröffnung des Trump Ocean Club in Panama City hatte Donald Trump die kostenlose Übergabe der Kanalzone öffentlich mal als Fehler bezeichnet. Der Bürgermeister der Hauptstadt erklärte ihn daraufhin postwendend zur „unerwünschten Person“. Ein Status, der bis zur Eröffnung des Multi-Millionenprojekts wohl wieder aufgehoben war.   

 3. Der Kanal bringt Panama seit Übergabe jährlich Milliardeneinahmen für die Staatskasse, ist ein Rückgrat der panamesischen Wirtschaft. Die derzeit laufende Erweiterung, mit neuen Schleusen für noch größere Schiffe, wird diese Einnahmen ab 2014 noch verdoppeln.

4. Fast 100 Jahre US-Präsenz in der Kanalzone haben zu vielen „gemischten“ Familien geführt. Daher ist Englisch auch im Geschäftsleben durchaus üblich, wobei man natürlich mit jedem Versuch Spanisch zu reden, einen besseren Eindruck macht.

5. Die panamesische Währung, der Balboa, ist strikt an den US-Dollar gekoppelt, so dass es nicht einmal Balboa-Banknoten gibt.

6. Das im Oktober 2011 unterzeichnete Freihandelsabkommen mit den USA wird die engen wirtschaftlichen Beziehungen weiter verbessern.

7. Die USA leisten einen erheblichen Beitrag zur Eindämmung des Drogentransit durch Panama. Ein Beitrag, den ich allerdings als Verpflichtung sehe, sitzen doch die Abnehmer und damit Verursacher überwiegend  in Nordamerika.

8. Zunehmend nimmt Panama für US-Bürger und Kanadier die Stelle Floridas ein, was Ruheständler und ‘snowbirds’ anbelangt, also Leute, die im Winter nach Süden ziehen. Mit steigenden Lebenshaltungskosten in den USA ist Panama eine preiswerte und attraktive Alternative geworden.

Kurz gesagt, US-Bürger und andere Ausländer sind in Panama gern gesehen. Tourismus und ausländische Firmen schaffen Arbeitsplätze und die ziemlich selbstbewussten Panamesen haben kein Problem mit  Leuten umzugehen, die überwiegend wohlhabender sind.

Über jaypacific
Verbringe dein Leben in einer ewigen Glückseligkeit der Vorfreude, etwas zu erhoffen, zu erwarten, zu planen oder zu erträumen. ... Könnte von mir sein, ist aber von Kai Krause in "Das Wissen von morgen"

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