Zurück in der Sonne

Nach vier ereignisreichen Wochen in Deutschland, mit Familienfeier, Abi-Jahresfeier, Ostsee-Urlaub und Spargel essen hat uns die Lufthansa am Montag nachmittag wieder planmäßig in Panama eingeflogen. Und zur Einstimmung bekommen wir das volle Programm: Blick zu Las Perlas, Überflug Punta Chame und dann Amador, Kanaleinfahrt mit Brücke und die City Skyline in der Nachmittagssone.

Wir haben eine Menge schöne Zeit verbracht mit Familie und Freunden – und nun wieder Alltag am Pazifischen Ozean.  30°C und 100 km/h statt 5°C und 200 km/h.

Auf der Insel Rügen wollte ich mir unbedingt die Luxusquartiere von Prora anschauen, über die ich hier schon geschrieben hatte. Nachdem wir am ersten Tag bei Regensturm und 4°C unterwegs waren, kamen dann doch sonnige, wenn auch kühle Tage.

In Prora gab es außer einem einzigen Wegweiser zum „ehemaligen KdF-Bad“ keinerlei Werbung für irgendwelche Luxusapartments zu sehen. Auf dem Weg zu dem monströsen Bauwerk standen wir dann erstmal vor einem verschlossenen Tor. Kein Pförtner, keine Information, viele Graffiti. Nach einigen unentschlossenen Minuten näherte sich von hinten ein Auto und das Tor öffnete sich wie von Geisterhand.

Ein Teil des Komplexes vor uns ist Baustelle, der andere Teil ist fertiggestellt und mehr oder weniger bewohnt. Wir suchen Sales Office und Demo Apartment. Kein Hinweis nirgendwo. Die Klingelschilder an den verschlossenen Türen helfen auch nicht weiter. Als schließlich eine Dame aus dem Gebäude kommt, fragen wir nach. Von Sales Office und Demo Apartment weiß sie nichts, aber um die Ecke ist das Büro der Hausverwaltung.  Dort bekommen wir die freundliche Auskunft, dass alles verkauft sei und demnächst noch betreutes Wohnen einzieht. Sehen wir wirklich so bedürftig aus?

Die Visitenkarte des nicht anwesenden Vertriebskollegen stecken wir zwar ein, wissen aber schon, dass wir das nicht mehr brauchen. Wer, bitte schön, hat denn in diesem Umfeld noch Lust, ein sauteures Apartment zu erstehen?

Das Gelände verlassen geht genauso wie bei der Ankunft: warten auf ein Fahrzeug mit irgendeinem Geber zur Torsteuerung. Hat nur 10 Minuten gedauert.

Im Internet, wo sonst, finden wir dann ein schickes Hotel in dem Komplex, das wir vor Ort nicht entdeckt haben. Eigenartig …

Ansonsten ist die Insel und ihre Gastronomie sehr empfehlenswert. Herausheben will ich das „Pier32“ in Glowe, mit einer Speisekarte die schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt und die Auswahl schwer macht.

Was beim Besuch in der alten Heimat auffällt, ist eine starke Polarisierung in politischen Fragen. Das geht verbissen quer durch Freundeskreise und einer meiner Blog-Follower hat mir letztens sogar ernsthaft geraten, nicht so „Deutschland-feindlich“ zu schreiben, sondern mich auf die Beschreibung von Sonne und Strand zu beschränken. Danke für den Hinweis, aber wie wir ja gelernt haben, schützt nicht mal das Schreiben von Kinderbüchern davor, heutzutage anzuecken.

Ich habe gelernt und glaube daran, dass Meinungsfreiheit eine der wichtigsten Errungenschaften unserer Zivilisation ist. Das gibt man nicht freiwillig auf und wenn eine Demokratie das nicht aushält, dann ist es keine.

Und nachdem ich eine Stunde den „Spiegel“ gelesen hatte, empfehle ich Abonnenten gelegentlich mal hier vorbeizuschauen. Broder, Lengsfeld, Maxeiner und andere stehen bei der „Achse des Guten“ für niveauvollen kritischen Journalismus.

Ich werde mich hier also weiterhin gelegentlich kritisch zur deutschen Politik äußern, zumal ein Großteil meiner Leser wegen der „Alternativlosigkeit“ von Eurorettung, Zuwanderungsspolitik und Energiewende ihre persönliche Zukunft längst anderswo plant.

Willkommen in Panama.

Erziehung zum Sparen

Heute früh habe ich für 43 US$ meinen SUV (sorry) vollgetankt, was derzeit 38,26 EUR entspricht. Der Liter 95er kostet hier weniger, als in Deutschland die Mineralölsteuer ausmacht.

 

terpelanzeige

 

Aber dafür muss in Deutschland ja bald niemand mehr nach der billigsten Tankstelle suchen oder auf bessere Ölpreise hoffen: Benzin kostet dann immer gleich viel.

Ölpreis runter? Steuer rauf, automatisch. Ölpreis rauf? Steuer noch weiter rauf, auch automatisch. Aus dem Spruch: „Der Benzinpreis ist mir egal, ich tanke immer für 20 Euro“ wird dann „Der Ölpreis ist mir egal, das regelt alles der Bundesfinanzminister.“

 

focusbenzin

 

Fehlt nur noch, dass der Benzinpreis dann an die Diäten der Bundestagsabgeordneten gekoppelt und im Gleichschritt angehoben wird.

Verständlich ist das schon. Kein Mensch kauft Elektroautos, solange Benzin und Diesel „so billig“ (kicher kicher) sind. Und davon müssen ja laut 5-Jahresplan bis 2020 eine Million auf deutschen Straßen und Autobahnen unterwegs sein. Und Plan ist Plan.

Die Lösung weiß ich längst: Eine drastische Emissionsabgabe auf alle Autos die nicht elektrisch sind. Denn E-Autos emittieren ja nichts, glaube ich.

Und dann gibt es noch die CO²-Reduktionspläne im Rahmen des Pariser Abkommens und deren Untersetzung in diversen Grünbüchern. Mit tollen Ideen, so was wie Oberleitung auf Autobahnen …

Und außerdem müssen ja noch ein paar Kleinigkeiten finanziert werden:

  • die tolle Energiewende, die am liebsten die ganze Welt nachmachen will, sich aber nicht leisten kann und auch noch nicht verstanden hat, wozu es gut sein soll.
  • die nachträgliche Identifizierung, Ansiedlung und Integration dringend benötigter ausländischer Fachkräfte, die statt aus den südeuropäischen EU-Mitgliedsländern mit 50% Jugendarbeitslosigkeit lieber aus dem Einzugsbereich des Islam angeworben werden.

Wobei, muss Deutschland sich denn überhaupt mit den islamischen Ländern gut stellen, wo doch der Ölpreis demnächst sowieso keine Rolle mehr spielt? Siehe oben.

Das macht Ihnen alles keinen Spaß mehr? Dann am besten diesem Blog folgen, es mit Freunden teilen und selbst Pläne machen.

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Freiheit – mal anders betrachtet

Fast auf den Tag genau 25 Jahre ist es her, dass in Berlin die Mauer fiel und für 16 Mio. Deutsche ein neues Leben begann. Ich schaue mir derzeit eine Vielzahl TV-Dokumentationen zu diesem Thema an, mit Gänsehaut. Wie hat dieses Ereignis doch die Welt verändert …

Mein Thema heute hat nur auf den ersten Blick damit nichts zu tun:

Ich habe gerade das Blogposting eines in Panama lebenden US-Bürgers gelesen. Er fragt ernsthaft, ob er für seinen in Panama geborenen Sohn einer panamesischen Mutter, der von Geburt einen panamesischen Pass besitzt, auch einen US Pass beantragen sollte, der ihm rechtmäßig zusteht.

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Vor 25 Jahren war ein US-Pass die Eintrittskarte zur Welt, ein Türöffner bei Firmen und Banken im Ausland. Ein Pass der dem Besitzer automatisch Reputation und Respekt verlieh.

Das hat sich radikal geändert, aber weniger wegen der Außen- und Militärpolitik meiner amerikanischen Freunde, sondern wegen der US-internen Steuerpolitik.

US-Bürger sind steuerpflichtig mit ihrem Welteinkommen, egal wo sie residieren. Das bedeutet, der US-Pass verpflichtet zur jährlichen Steuererklärung gegenüber Uncle Sam, auch wenn man schon ein halbes oder ganzes Leben lang nicht mehr in den USA wohnt. Was früher jedoch, bei Nichtbefolgung, eine Art Ordnungswidrigkeit war, ist inzwischen hochkriminell. Normalbürger in einer Reihe mit Drogendealern, Geldwäschern und Terrorfinanzierern.

Mit dem Patriot Act von 2001, als Konsequenz aus 9/11, wurde das Bankgeheimnis abgeschafft.

Ab 2006 wurden unter dem Foreign Bank Account Report (FBAR) ausländische Banken attackiert. USB, BNP und andere zahlten Millliardenstrafen und gaben ihre Kundenlisten preis.

Einige hundert gingen ins Gefängnis, viele tausend erstatteten Selbstanzeige und zahlten, um dem zu entgehen. Der Staat nahm Milliarden mehr ein, aber um welchen Preis?

Inzwischen ist per Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA) jeder ausländische Bankangestellte faktisch zum Dienstleister der Finanzbehörde IRS  geworden – und alle amerikanische Staatsbürger zu unerwünschten Personen bei ausländischen Banken, ebenso wie ihre Ehepartner und Kinder, egal wo auf der Welt.

Ich will nicht falsch verstanden werden: Natürlich hat jedes Land seine Steuergesetze und muss sich um deren Durchsetzung kümmern. Im beschriebenen Fall führt die hysterische Kriminalisierung aber dazu, dass die persönliche Freiheit der US-Bürger massiv eingeschränkt wird.

Und ein Staat, der seine Bürger zuerst als potentielle Staatsfeinde, Terroristen oder Steuerhinterzieher ansieht und so behandelt, hat schon verloren. Das haben wir vor 25 Jahren gelernt.

Aber Herr Hoeness!

Gleichgeschaltete Medien im Auftrag der Politik – das habe ich ziemlich lange gehabt. Und erlebe ich gerade wieder, am Beispiel von Uli Hoeness.

Wortführer gegen den Steuersünder sind Politiker, die damit ziemlich erfolgreich den Volkszorn gegen gierige „Reiche“ schüren und damit eine spezielle Agenda verfolgen.

Zuvor aber einmal ein Blick auf diesen Sachverhalt:

Bundestagsabgeordnete erhalten nach 27 Jahren derzeit eine Pension von 5373 Euro.

Angestellte Spitzenverdiener mit mehr als 5600 Euro Monatsgehalt hingegen er­reichen nach 30 Jahren lediglich eine Monatsrente von 1770 Euro. (Quelle: http://www.derwesten.de/politik/politiker-diaeten-was-abgeordnete-in-bund-laendern-und-eu-verdienen-id6330669.html

Es gibt noch einen kleinen Unterschied: Der Angestellte hat für seine Rente bei diesem Gehaltsniveau jeden Monat mehr als 500 EURO in die Rentenversicherung eingezahlt, und sein Arbeitgeber den gleichen Betrag. Grob geschätzt also 360.000 EUR in 30 Jahren.

Die Abgeordneten sind von Rentenbeiträgen befreit. Deren Altersversorgung bezahlt der Angestellte faktisch mit.

Wenn also die Wortführer meinen, dass Steuerverkürzer sich der Finanzierung von Kindergärten, Schulen, Universitäten und Krankenhäusern entziehen, ist das nur die halbe Wahrheit.

Sie entziehen sich zugleich, und von der Motivation her sicher zuerst, der Finanzierung einer überbordenden Bürokratie in Kommunen, Ländern, Bund und Europa, der Finanzierung politischer Parteien und deren Funktionärsapparaten, der „Rettung“ von Banken und deren Besitzern, der Finanzierung einer kopflosen Energiewende, eines riesigen Umverteilungsapparates sowie der üppigen Versorgung von „Staatsdienern“. Siehe oben. Und das ist eine unvollständige Auflistung.

Das Ziel der Hoeness-Kampagne: die Menschen auf noch mehr Bürokratie, Abgaben und Kontrollen vorzubereiten. Denn eines ist klar, die übernommenen Verpflichtungen müssen irgendwie bezahlt werden. Und nicht von irgendwem, sondern vom deutschen Steuerzahler.

Beckenbauer, Becker und Schumacher waren smarter als Hoeness. Sie haben Deutschland gleich ganz verlassen und weil das ja nicht so geht, träumen unsere Politiker schon von der Ausweitung der Steuerpflicht auf jeden deutschen Bürger, egal wo er wohnt. Vorbild USA, die wir ja sonst nicht so gern kopieren.

Zeit Pläne zu schmieden? Kleiner Tip.

Natürlich nicht wegen der Steuer, sondern weil 5 oder 6 Monate Winter pro Jahr einfach zu viel Lebenszeit rauben.

Und weil Sie als „Exot“ in Deutschland besser behandelt werden:

Bei der Einreise aus der Schweiz nach Deutschland vor einigen Tagen hatte mein Auto wohl die Aufmerksamkeit eines Bundespolizisten erregt.  Nach dem kurzen „woher“ und „wie lange“ und „was dort getan“ kam die Frage ob wir mehr als 10.000 EUR in bar mitführen. Ehrliche Antwort „nein“. Er wiederholte seine Frage, gleiche Antwort.

„Fahren Sie bitte mal rechts raus.“

Kofferrraum öffnen und mit Blick auf das Kennzeichen „Wohnen Sie in München?“.

„Nein, das ist ein Mietwagen.“

„Wo wohnen Sie denn?“ „In Panama.“

„Nun, dann gehören Sie überhaupt nicht zu meiner Zielgruppe. Gute Fahrt.“

Panama aus Sicht der Süddeutschen Zeitung

Deutsche Milliardäre sind „in Firmen in der Steueroase Panama verwickelt“. So der Aufmacher eines Artikels in der Süddeutschen vom 20.3.

„Panama gilt …. als verschwiegene Steueroase. Die von der Süddeutschen Zeitung recherchierten Namen stammen aus der offiziellen Datenbank des Landes.“

Wie genau passt das zusammen, liebe Journalisten der Süddeutschen?  Da wollen „Miliardäre und Millionäre“ Geld verstecken und machen das unter ihrem Namen, obwohl es in Panama Firmen mit Inhaberanteilen gibt? Firmen also, wo die Besitzer eben nicht im Register eingetragen sind?

Egal, für die Süddeutsche ist das natürlich nichts anderes als Steuerhinterziehung. Ein Vertreter des „Netzwerk Steuergerechtigkeit“ meint dass „Firmen in Panama etwas Anrüchiges anhaftet“.

Wo waren diese Herrschaften eigentlich, als deutsche Landesbanken Ableger in aller Welt gegründet haben, um ihre hirnlosen Investments in US-Immobilien nicht in der Bilanz zu haben? Und dabei Milliarden versenkten, die dann mit Steuergeldern ausgeglichen werden mussten?

„Mir fallen wenige legitime Gründe ein, warum jemand der in Deutschland wohnt und arbeitet, in Panama eine Briefkastenfirma unterhalten sollte.“

Nun, vielleicht um sein Geld nicht im krisengeplagten Euroraum zu konzentrieren?  Oder um ein aus versteuertem Geld finanziertes Immobilieninvestment in einem aufstrebenden Land zu verwalten?

Aber wenn es ums Geld geht, ist in Deutschland ja inzwischen die Beweislast umgekehrt worden. Schuldig bis zum Beweis des Gegenteils.

Die Kommentare der Leser sind entsprechend und können eigentlich nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis genommen werden: „Danke SZ, dass ihr etwas zur Austrocknung dieses Steuerschwerstverbrechersumpfes in Panama beitragt, in dem Staatsverbrecher aus aller Welt sich tummeln.“

Starker Tobak von Leuten die sich „auskennen“. Politisch korrekt gibt es im deutschen Sprachgebrauch keine „Neger“ mehr, aber andere Länder dürfen ungehemmt verunglimpft werden. Keine Ahnung warum Panama Deutschland als „befreundeten Staat“ führt und den dauernden Aufenthalt für deutsche Bürger gerade vereinfacht hat.

Die Reichen sind schuld

Am 6.11. gab es in der ZEIT Online einen Artikel über den abgelegenen Schweizer Kanton Jura, der wegen einem neuen TGV Bahnhof unweit der Grenze nun Zulauf aus Frankreich bekommt.  Und spätestens als der Wahlkämpfer Hollande die Einführung einer „Reichensteuer“ verkündete, verlegten wohlhabende Franzosen ihren Wohnsitz in die Beschaulichkeit der Schweizer Berge, unterwarfen sich der Schweizer Pauschalsteuer, statt dem Hollande’schen Klassenkampfmodell.

Der Artikel selbst ist sachlich und informativ. Aber dann kommen 223 Kommentare , von denen die meisten die Schweiz am liebsten einmauern oder sonstwie isolieren würden.

Und wie ungerecht die Welt ist, weil es Leute gibt, die mehr haben als man selbst. Wer diese Kommentare liest, wundert sich nicht mehr, wie das im Deutschland der dreißiger Jahre mit den jüdischen Mitbürgern ablief. Nur dass es diesmal eben die „Reichen“ sind.

Viel weniger Probleme hat der geneigte ZEIT-Leser dann wohl mit einem sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten, der von seinem Netzwerk für einen halbstündigen Vortrag ein Honorar von 25.000 EUR zugesteckt bekommt. Derselbe Herr Steinbrück übrigens, der im August 2008 sachkundig verkündet hatte, dass die US-Hypothekenkrise ein ausschließlich US-amerikanisches Problem sei, ohne jeden Einfluss auf Europa oder gar Deutschland.

Und derselbe, der die Kavallerie in die Schweiz schicken wollte, um Ordnung zu schaffen.

 

 

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