Die „Welt“ erklärt die Welt, wir schauen Schiffe und trinken deutsches Bier

Was für ein Tag. Sonntagmorgen am Pazifik.

Erstmal lese ich die Welt Online und da gefällt mir am besten ein Interview mit RyanAir-Chef O’Leary.

Zuerst bedankt er sich bei der Presse, die jede seiner vielen sinnlosen Aussagen für bare Münze nehmen, daraus reisserische Schlagzeilen produzieren, was dann kostenlose Reklame für seine Airline bedeutet. Köstlich.

Dann werden die Interviewer ganz ernst: „Als Leugner des Klimawandels haben Sie sich viele Feinde gemacht“. O’Leary erklärt, dass Klima sich immer gewandelt hat und immer wandeln wird, dass Spinner das als Problem hochspielen und Politiker das gern nutzen um sinnlose Steuern zu erheben. Allen voran Deutschland, dessen Luftverkehrsabgabe er als ‚moderne Straßenräuberei‘ bezeichnet.

Und jetzt erklären diese deutschen Journalisten dem Iren die Welt: „Die Steuer hat auch einen erzieherischen Effekt. Sie macht das Fliegen teurer – und damit zugleich seine nachweislich hohen Kohlendioxid-Emissionen.“

Im Klartext: Sie sagen nicht etwa, dass diese Steuer möglicherweise so und so gedacht ist, sondern sie wissen es ganz genau, verteidigen diese Steuer und sind geradezu persönlich beleidigt, dass O’Leary es nicht einsieht. Zwei Journalisten wollen unbedingt, dass Fliegen teurer wird. Für dich, für mich, für alle.

Ich sage mal so: Mich bringt eine solche Extrasteuer nicht um und hält mich nicht vom Fliegen ab. Den Bandarbeiter bei Opel mit seinen drei Kindern vielleicht schon. Wenn der in Urlaub fliegen will, wird es richtig teuer. Sollen nach Meinung dieser Journalisten also nur noch „Reiche“ fliegen? Klingt ziemlich unsozial, oder? Oder sollte man diese Luftverkehrsabgabe nach Einkommen erheben? Der Opel-Arbeiter wenig, der Unternehmer viel? Das könnte man ja in einer kleinen neuen Behörde (KNLVAGB) unterbringen, deren Mitarbeiter dann natürlich ganz von der Luftverkehrsabgabe zu befreien wären. So wie die Mitarbeiter des EuropäischenStabilitätsMechanismus ESM von der Einkommenssteuer befreit sind. Klingt doch logisch, oder nicht? Und hilft der Umwelt wie verrückt.

O’Leary denkt nicht ganz so weit wie ich. Er verweist nüchtern auf Zahlen, und darauf, dass seine 400 Rinder vermutlich mehr klimaschädliche Gase ausstoßen als seine 290 Flugzeuge. „Keine Fluglinie auf der Welt braucht einen Steueranreiz, um so umweltfreundlich wie möglich zu fliegen. Das regelt der Ölpreis von über 110 Dollar von allein.“ Und da er einmal bei den Politikern ist, noch das: „Ich bin Multimillionär und trotzdem zahlt mir der Staat jeden Monat Geld für meine vier Kinder. Irland bezahlt uns dafür, Sex zu haben. Die sind irre.“

Auch die abschließende Frage der Welt-Journalisten nach seinen Plänen für die Rente wird erfrischend ehrlich beantwortet: „Ich werde als Bauer meine Rinderherde ausbauen, noch mehr Emissionen erzeugen und mir von den Idioten in Brüssel dafür Subventionen schicken lassen.“

Bravo Michael, ich mag zwar nicht deine Airline, aber du bist einer der seinen gesunden Menschenverstand behalten hat.

Weg von der Luftverkehrsabgabe zur Schiffdieselsteuer. Noch nicht gehört? Das hat die Delegation aus Bolivien zur letzten Klimakonferenz in Cancun vorgeschlagen. Nun ja, Bolivien liegt mitten in den Anden, weit weg vom Ozean, was soll das eigentlich? Dazu muss man nur wissen, dass kleine Länder ihre Delegationen gern mit Umweltaktivisten („Experten“) aufstocken, die aus irgendwelchen NGO kommen und dann eben mal sowas auf der Agenda haben.

Und wo könnte sich man besser mit der Schiffsdieselabgabe befassen als direkt am Panama-Kanal?

http://www.youtube.com/watch?v=vj0kcCiTlnI

Unser Sonntagsausflug führt nach Gamboa, wo der Kanal aus dem Lake Gatun kommt und weiter in Richtung Pazifik führt. Parken direkt am Kanal, Klappstuhl aufbauen und die künftigen Schiffsdieselabgabezahler beobachten:

Zwei Containerschiffe, ein Flüssiggas-Tanker, ein Autotransporter, der leer von der US-Ostküste kommt und zurück nach Asien fährt. Zunächst hat jeder von denen schon gerade um die 100.000 US-Dollar für die Kanalpassage bezahlt und wird auch mit Schiffsdieselabgabe weiter fahren, weil solche Kosten einfach auf den Verbraucher umgelegt werden.

Hilft das Umwelt oder Klima? Klar, wenn niemand mehr Auto fährt oder fliegt, alle Lichter ausgehen. So gesehen ist Nordkorea wohl schon vorbildlich im Umwelt- und Klimaschutz.

Genug gesehen. Wir fahren ins Gamboa Regenwald-Resort zu einem kleinen Imbiss. Exzellente Location, mittelmäßiges Essen in der Monkey-Bar. Merken wir uns.

Und jetzt noch ein  Höhepunkt.

In Panama City gibt es eine neue deutsche Brauerei. Die Canal Brewery Panama. Wir fahren zum Amador, einem beliebten Ausflugsziel der Hauptstädter, eine Straße, die Festland mit zwei oder drei Inseln  verbindet, mit unzähligen Restaurants, Joggingstrecke, Marinas mit hunderten Yachten und Booten, Fähren, Blick auf Stadt und Kanal, unschlagbar schön.

Dort hat Renate ihre Microbrewery made in Germany in einem Lokal untergebracht und braut rund um die Uhr deutsches Hefeweizen, hell und dunkel. Das Bier schmeckt klasse und Renate ist eine sehr sympathische Person. Das war nicht der letzte Besuch. http://www.cbp-beer.com/

Das war es für heute, 120 km Heimfahrt und wir hatten einen richtig tollen Tag. Und für morgen habe ich noch 2 Liter Bier mitgenommen …

Über jaypacific
Verbringe dein Leben in einer ewigen Glückseligkeit der Vorfreude, etwas zu erhoffen, zu erwarten, zu planen oder zu erträumen. ... (Kai Krause in "Das Wissen von morgen")

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