3. November – Panama’s Unabhängigkeitstag

Schon der zweite, um präzise zu sein.

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Zuerst erklärte Panama am 28. November 1821 seine Unabhängigkeit von Spanien und wurde eine Provinz von Gran Colombia, das aus Kolumbien, Venezuela, Ecuador und Panama bestand.

Wer sich die Geographie anschaut wird feststellen, dass es zwischen Kolumbien und Panama keine Straßenverbindung gibt. Der Darien-Dschungel trennt beide Länder noch heute. Keine vorteilhafte strategische Konstellation, um eine Provinz zu halten. In Folge entwickelten sich dann auch Rivalitäten zwischen den Federalisten und Centralisten.

In 1846 schlossen Kolumbien und die Vereinigten Staaten ein Abkommen, das letzteren Transitrechte durch das panamesische Territorium gab, im Gegenzug aber strikte Neutralität verlangte.

Nichtsdestotrotz annektierten die USA in 1885 die Stadt Colon, heute die Atlantik-seitige Einfahrt zum Panamakanal. Im Gegenzug wurde ein chilenisches Kriegsschiff entsandt, um Panama City zu besetzen und eine mögliche Okkupation der Provinz Panama durch die USA zu verhindern.

Zwischen 1899 und 1902 zerstörte ein als 1000-Tage-Krieg bekanntgewordener Bürgerkrieg Kolumbien und seine Provinzen.

Ein Angriff auf die Redaktion der Zeitung El Lapiz sorgte dafür, dass die panamesischen Liberalisten das Vertrauen in die Zentralregierung in Bogota verloren. Sie schlossen sich nun mehrheitlich den Separatisten an.

Parallel zu diesen Ereignissen hatten die USA von Frankreich für 40 Mio. Dollar das erfolglos abgebrochene Kanalprojekt übernommen und planten den Kanal zu bauen. Als am 12.August das kolumbianische Parlament den dazu ausgearbeiteten Hay-Herran-Vertrag ablehnte, wandten sich die USA den Separatisten zu und unterstützten massiv die Abspaltung Panamas von Groß-Kolumbien.

Daraus entwickelten sich dann die Ereignisse, die am 3./4. November 1903 zur Abspaltung der Provinz und Ausrufung der Republik Panama führten. Aus heutiger Sicht ein Glücksfall, für das Land und die globale Wirtschaft.

Herzlichen Glückwunsch, Panama.

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Panama-Kanal aus der Luft – ein 10-Minuten-Video

Mein Pilotenfreund Henry Stec hat an seiner Cessna 182 eine Kamera montiert und flog vor wenigen Tagen vom Marcos A Gelabert Aeropuerto (MPMG, frühere Albrook AFB) im Nordwesten der Hauptstadt nach Chame (MP24). Das ist nur ca. 70 km entfernt und unser Heimatflugplatz.

Sein Video ist hier und das ist dabei zu sehen:

Start in der City auf Runway 36 in Richtung Norden. Kurz danach dreht er Richtung Südwesten und der Panamakanal kommt in Sicht. Er überfliegt die Miraflores-Schleuse und parallel direkt dahinter sieht man die schon mit Wasser gefüllten neuen Schleusen der Kanal-Erweiterung. Eröffnung wird im April 2016 sein.

Panamakanal Miraflores locks & extension (C) Henry Stec

Panamakanal Miraflores locks & extension
(C) Henry Stec

Kurz danach wird der Flugplatz Panama Pacifico (die frühere Howard AFB) überflogen und es geht entlang der Pazifikküste Richtung Westen. Ein Stück über das Wasser nach Punta Chame und von da am Strand entlang nach Coronado. Es ist das Zentrum der zentralen Pazifikküste. Über Coronado nach Norden drehen und schon ist der Flugplatz von Chame in Sicht. Leicht wackliger Anflug auf Piste 36, da Chame zwischen zwei Gebirgen liegt und dort die Luft tüchtig verwirbelt wird.

Auf dem Rückflug sieht man kurz vor dem Endanflug im Hintergrund die Hochhäuser von Panama City, kreuzt die Kanaleinfahrt und den Balboa Yachthafen, lässt die Brücke der Amerikas links liegen und passiert das auf gleicher Höhe rechts liegende repräsentative Gebäude der Kanalverwaltung mit Goethals-Denkmal. Links sieht man den Balboa-Containerhafen und schon ist der Ausgangspunkt wieder erreicht.

Cooles Video. Gracias amigo.

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Nochmal zum Nikaraguakanal

Wer ein Hochhaus mit 57 Stockwerken in 19 Tagen komplett errichtet, schafft auch eine 50-Mrd.-Infrastruktur in 5 Jahren zu bauen: den Nikaragua Canal. China.

Meine bisherigen Kommentare zum Projekt waren ja eher verhalten, abwartend, skeptisch. Inzwischen gehe ich davon aus, dass es funktionieren wird.

Warum?

  1. China verfügt über 4 Billionen (trillions) in Devisen, die bisher überwiegend in US-Staatsanleihen investiert wurden. Direktinvestitionen im Ausland bringen in Niedrigzins-Phasen jedoch mehr Profit und befördern zusätzlich den Handel.
  2. China hat im Inland ein riesiges Infrastruktur-Programm absolviert und exportiert diese Fähigkeit längst in Entwicklungsländer rund um den Globus.
  3. Der Initiator des Kanals, die HKND mit Investor Wang Jing stehen zwar im Brennpunkt, können auf jede Unterstützung bauen, da das Projekt für China strategische Bedeutung hat.
  4. Der neue Kanal bringt Wettbewerb und billigere Transporte, bedient Superschiffe, die sogar für den erweiterten Panamakanal zu groß sind.
  5. Zum Kanal gehört Infrastruktur, wie Häfen, Flugplätze, Freihandelszonen, Versorgung, Beherbergung. Also  noch mehr Geschäft.
  6. Für Nikaragua ist das Projekt das Ticket in die Zukunft. Man wird alles daran setzen, es zum Erfolg zu führen. Vom zweitärmsten Land Lateinamerikas mit an die Spitze, in ein oder 2 Dekaden.

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Quelle: bbc.com

Was bedeutet es für Panama?

  • Mehr Wettbewerb und langfristig sinkende Einnahmen
  • Die Notwendigkeit, Alternativen zu entwickeln

Die Welt von morgen hat für mich 2 Schwerpunkte:

  • die USA, unverändert als Quelle innovativer Technologien, basierend auf IT
  • China, die hochmoderne Infrastruktur in alle Welt exportieren, sich im Gegenzug Absatzmärkte sichern.

Europa? Da sehe ich noch nicht einmal eine Vision.

Vom Pazifik zur Karibik in 30 Minuten + Bonus

28 MInuten Flugzeit für 46 Seemeilen, sagt meine Flugplanung.  Genau so weit ist es vom Flugplatz Chame, der nur wenige Kilometer von der Pazifikküste bei Coronado entfernt ist, nach Colon an der Küste des Karibischen Meeres, einem Randmeer des Atlantik.

Colon, da war doch was …

Richtig, die atlantische Einfahrt in den Panamakanal, mit der Gatunschleuse und damit die Gelegenheit, mal zu schauen wie die Kanalerweiterung dort aussieht.  Das als Bonus für meine Leser 🙂

Start in Chame und wir fliegen über Coronado kurz entlang der Pazifikküste, drehen über Punta Chame nach Norden.  Gute Sicht heute, aufgelockerte Bewölkung.

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Zuerst über Bergland, und dann sehen wir schon die ausgedehnte und zerfranste Wasserfläche des Lake Gatun.  Sieht nicht so aus, ist aber ein künstlich aufgestauter See und liegt 26 Meter über Meeresspiegel,  Bestandteil des Panamakanals.

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Im See sind einige Schiffe unterwegs, mehr davon liegen vor Colon vor Anker und warten darauf, an die Reihe zu kommen.

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Colon beherbergt auch einen Containerhafen, Terminal und Tanks für Ölprodukte sowie die zweitgrößte Freihandelszone der Welt. Und ist nördliche Endstation der Panama Canal Railway.

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Viel spannender ist aber die Gatunschleuse, eine von 3 Schleusensystemen des Kanals. Parallel dazu werden 2 neue Anlagen gebaut, die es wesentlich größeren Schiffen erlauben, den Kanal zu benutzen. Kapazität und Einnahmen werden sich ab 2015 verdoppeln. Nur 2 neue Anlagen deshalb, weil auf der Pazifikseite ein neues Schleusensystem sich über die beiden alten Schleusen von Miraflores und Pedro Miguel erstreckt.

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Der Neubau ist ein riesiges Vorhaben wie man schon optisch an den Größenverhältnissen der alten und der neuen Schleusenanlage erkennen kann. Gleiches passiert parallel auf der Pazifikseite des Kanals.

In der alten Schleuse befindet sich gerade ein ziemlich großer weißer Autotransporter.  Einfach anklicken zum Vergrößern.

Die Tore der neuen Schleusen sehen so aus:

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Quelle: http://eandt.theiet.org

Den Fortgang kann man hier beobachten.

Zurück geht es über La Chorrera nach Chame. Ein kurzer Ausflug, trotzdem viel gesehen.

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Globaler Knotenpunkt Panama

Diese Google-Earth-Perspektive von Panama City zeigt den wahrscheinlich wichtigsten Knotenpunkt der Welt:

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Türkis ist der Panamakanal, der Atlantik und Pazifik verbindet und derzeit mit zusätzlichen breiteren Schleusen auf doppelte Kapazität erweitert wird

Rot ist die Panamericana, eine Straßenverbindung durch ganz Nord- und Südamerika

Grün sind wichtige Breitbandkabel, die in Panama zusammenlaufen

Weiß ist der Panama Canal Railway, die Eisenbahn, die vor dem Kanal fertig war

Gelb ist der Anflug auf RWY36 des Flughafens Marcos A. Gelabert. (MPMG)

Grau ist die Kanaltour, die Airliner gern nehmen, wenn sie Tocumen International Airport anfliegen, 10 km von hier.

Das blaue Feld ist der Puerto Balboa, ein geschäftiger Containerumschlagplatz an der Kanaleinfahrt.

Nicht markiert ganz unten links schließt sich die Sonderwirtschaftszone Panama Pacifico an, wieder mit eigenem Flugplatz.

Demnächst wir eine Schnellbahn von der City über den Kanal in Richtung westliche Vororte führen, um die Zufahrt zur Stadt während der Hauptverkehrszeit zu entlasten.

70 km nördlich, an der Atlantik-Einfahrt des Kanals liegt die Colon Free Zone, nach Hongkong der zweitgrößte Freihafen der Welt.

Noch Fragen, warum wir hier seit Jahren ein konstantes Wirtschaftswachstum von fast 10% haben?

Konkurrenz für den Panama-Kanal?

Nur mittels eines Tricks wurde Anfang des letzten Jahrhunderts der US-Kongress dazu gebracht, der Kanalroute durch Panama statt durch Nikaragua zuzustimmen.

Jetzt sieht es so aus, als ob Nikaragua doch noch zu seinem Kanal kommt: Am Donnerstag haben Präsident Daniel Ortega von Nikaragua und Wang Ching, CEO der HK Nicaragua Canal Development Investment (HKND-Group) einen Vertrag geschlossen, der den Chinesen die Konzession für Bau und Betrieb von Kanal, Eisenbahnlinie, Häfen und Freihandelszonen für zunächst 50 Jahre erlaubt. Der Gesamtumfang soll sich auf 40 Mrd. USD belaufen, viermal das Bruttosozialprodukt des armen Landes.

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Konkurrenz für den Panama-Kanal?

Nun, zumindest für die Reeder ist Wettbewerb gut, kann Panama doch derzeit seine Passage fast nach Belieben preisen. Wobei Maersk schon verkündet hat, künftig aus Kostengründen in Richtung Asien den Suez- statt den Panama-Kanal zu nutzen.

Welche Chancen hat das Nikaragua-Projekt? Da gibt es mehrere Fragezeichen.

Das o.g. Unternehmen ist angesiedelt auf Grand Cayman, hat keinerlei Erfahrung oder gar Referenzen in Bauprojekten. Der CEO ist Inhaber einer Telekommunikationsfirma, die letztens Rechte für ein Mobilfunknetz im Land bekommen hat.

Das Projekt geniesst vermutlich nicht die Unterstützung der chinesischen Regierung, weil Nikaragua diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhält, ein no-go für Peking.

Nicht zuletzt gibt es aktuell Streitigkeiten über die Wirtschaftszonen im Atlantik zwischen Nikaragua und Kolumbien, deren San-Andres-Inseln in einem Bereich liegen, den Nikaragua beansprucht.

Klar könnte der Kanal für Nikaragua den ersehnten ökonomischen Aufschwung bringen. Einen Zeitplan hat aber noch niemand gesehen und Investoren wollen dafür erst gefunden werden.

„Schwimmt nicht zu weit raus!“

Beim Blick über den Pazifik denkt man unwillkürlich an die Entdecker im Mittelalter:  an Kolumbus, Magellan oder Balboa.

Kolumbus landete 1492 auf den Bahamas, entdeckte den amerikanischen Kontinent.

Balboa durchquerte 1513 die Landenge von Panama und blickte als erster Europäer auf den Pazifik. Sein Denkmal steht heute an der Avenida Balboa, der  von Hochhäusern flankierten Uferstraße in Panama City.

Und das beste Bier Panamas heißt Balboa.

balboabeer

Magellan, den ich durch ein Kinderbuch frühzeitig kennenlernte, segelte auf einer Expedition als erster vom Atlantik in den Pazifik. Er nannte letzteren den Stillen Ozean. Seine Expedition umrundete als erste die Erde, wobei Magellan selbst aber auf den Philippinen ums Leben kam. Die Meerenge an der Südspitze Südamerikas ist nach ihm als Magellan-Straße benannt.

Mit Google Earth ist das Entdecken heute leichter.  Hier ist ein Beispiel:

Wie weit kann man von Panama aus mit einem Schiff maximal geradeaus fahren (also auf einem Großkreis) bevor man wieder Land erreicht?

PA_IN_23000km

Das Bild zeigt das mittlere Segment der Reise. Von Panama aus in Richtung Südwest, zwischen Australien und Antarktika durch in den Indischen Ozean und dort nach 23.000 km auf das indische Festland treffen.

Der Landepunkt ist unweit von Visakhapatnam, einem der größten indischen Häfen. Ob das eine praktikable Frachterroute von Indien via Panama an die US-Ostküste ist, kann ja vielleicht einer meiner Leser herausfinden und als Kommentar übermitteln.

Danke im voraus.

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