3. November – Panama’s Unabhängigkeitstag

Schon der zweite, um präzise zu sein.

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Zuerst erklärte Panama am 28. November 1821 seine Unabhängigkeit von Spanien und wurde eine Provinz von Gran Colombia, das aus Kolumbien, Venezuela, Ecuador und Panama bestand.

Wer sich die Geographie anschaut wird feststellen, dass es zwischen Kolumbien und Panama keine Straßenverbindung gibt. Der Darien-Dschungel trennt beide Länder noch heute. Keine vorteilhafte strategische Konstellation, um eine Provinz zu halten. In Folge entwickelten sich dann auch Rivalitäten zwischen den Federalisten und Centralisten.

In 1846 schlossen Kolumbien und die Vereinigten Staaten ein Abkommen, das letzteren Transitrechte durch das panamesische Territorium gab, im Gegenzug aber strikte Neutralität verlangte.

Nichtsdestotrotz annektierten die USA in 1885 die Stadt Colon, heute die Atlantik-seitige Einfahrt zum Panamakanal. Im Gegenzug wurde ein chilenisches Kriegsschiff entsandt, um Panama City zu besetzen und eine mögliche Okkupation der Provinz Panama durch die USA zu verhindern.

Zwischen 1899 und 1902 zerstörte ein als 1000-Tage-Krieg bekanntgewordener Bürgerkrieg Kolumbien und seine Provinzen.

Ein Angriff auf die Redaktion der Zeitung El Lapiz sorgte dafür, dass die panamesischen Liberalisten das Vertrauen in die Zentralregierung in Bogota verloren. Sie schlossen sich nun mehrheitlich den Separatisten an.

Parallel zu diesen Ereignissen hatten die USA von Frankreich für 40 Mio. Dollar das erfolglos abgebrochene Kanalprojekt übernommen und planten den Kanal zu bauen. Als am 12.August das kolumbianische Parlament den dazu ausgearbeiteten Hay-Herran-Vertrag ablehnte, wandten sich die USA den Separatisten zu und unterstützten massiv die Abspaltung Panamas von Groß-Kolumbien.

Daraus entwickelten sich dann die Ereignisse, die am 3./4. November 1903 zur Abspaltung der Provinz und Ausrufung der Republik Panama führten. Aus heutiger Sicht ein Glücksfall, für das Land und die globale Wirtschaft.

Herzlichen Glückwunsch, Panama.

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Vielen Dank im Voraus.

Panama-Kanal aus der Luft – ein 10-Minuten-Video

Mein Pilotenfreund Henry Stec hat an seiner Cessna 182 eine Kamera montiert und flog vor wenigen Tagen vom Marcos A Gelabert Aeropuerto (MPMG, frühere Albrook AFB) im Nordwesten der Hauptstadt nach Chame (MP24). Das ist nur ca. 70 km entfernt und unser Heimatflugplatz.

Sein Video ist hier und das ist dabei zu sehen:

Start in der City auf Runway 36 in Richtung Norden. Kurz danach dreht er Richtung Südwesten und der Panamakanal kommt in Sicht. Er überfliegt die Miraflores-Schleuse und parallel direkt dahinter sieht man die schon mit Wasser gefüllten neuen Schleusen der Kanal-Erweiterung. Eröffnung wird im April 2016 sein.

Panamakanal Miraflores locks & extension (C) Henry Stec

Panamakanal Miraflores locks & extension
(C) Henry Stec

Kurz danach wird der Flugplatz Panama Pacifico (die frühere Howard AFB) überflogen und es geht entlang der Pazifikküste Richtung Westen. Ein Stück über das Wasser nach Punta Chame und von da am Strand entlang nach Coronado. Es ist das Zentrum der zentralen Pazifikküste. Über Coronado nach Norden drehen und schon ist der Flugplatz von Chame in Sicht. Leicht wackliger Anflug auf Piste 36, da Chame zwischen zwei Gebirgen liegt und dort die Luft tüchtig verwirbelt wird.

Auf dem Rückflug sieht man kurz vor dem Endanflug im Hintergrund die Hochhäuser von Panama City, kreuzt die Kanaleinfahrt und den Balboa Yachthafen, lässt die Brücke der Amerikas links liegen und passiert das auf gleicher Höhe rechts liegende repräsentative Gebäude der Kanalverwaltung mit Goethals-Denkmal. Links sieht man den Balboa-Containerhafen und schon ist der Ausgangspunkt wieder erreicht.

Cooles Video. Gracias amigo.

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Nochmal zum Nikaraguakanal

Wer ein Hochhaus mit 57 Stockwerken in 19 Tagen komplett errichtet, schafft auch eine 50-Mrd.-Infrastruktur in 5 Jahren zu bauen: den Nikaragua Canal. China.

Meine bisherigen Kommentare zum Projekt waren ja eher verhalten, abwartend, skeptisch. Inzwischen gehe ich davon aus, dass es funktionieren wird.

Warum?

  1. China verfügt über 4 Billionen (trillions) in Devisen, die bisher überwiegend in US-Staatsanleihen investiert wurden. Direktinvestitionen im Ausland bringen in Niedrigzins-Phasen jedoch mehr Profit und befördern zusätzlich den Handel.
  2. China hat im Inland ein riesiges Infrastruktur-Programm absolviert und exportiert diese Fähigkeit längst in Entwicklungsländer rund um den Globus.
  3. Der Initiator des Kanals, die HKND mit Investor Wang Jing stehen zwar im Brennpunkt, können auf jede Unterstützung bauen, da das Projekt für China strategische Bedeutung hat.
  4. Der neue Kanal bringt Wettbewerb und billigere Transporte, bedient Superschiffe, die sogar für den erweiterten Panamakanal zu groß sind.
  5. Zum Kanal gehört Infrastruktur, wie Häfen, Flugplätze, Freihandelszonen, Versorgung, Beherbergung. Also  noch mehr Geschäft.
  6. Für Nikaragua ist das Projekt das Ticket in die Zukunft. Man wird alles daran setzen, es zum Erfolg zu führen. Vom zweitärmsten Land Lateinamerikas mit an die Spitze, in ein oder 2 Dekaden.

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Quelle: bbc.com

Was bedeutet es für Panama?

  • Mehr Wettbewerb und langfristig sinkende Einnahmen
  • Die Notwendigkeit, Alternativen zu entwickeln

Die Welt von morgen hat für mich 2 Schwerpunkte:

  • die USA, unverändert als Quelle innovativer Technologien, basierend auf IT
  • China, die hochmoderne Infrastruktur in alle Welt exportieren, sich im Gegenzug Absatzmärkte sichern.

Europa? Da sehe ich noch nicht einmal eine Vision.

Vom Pazifik zur Karibik in 30 Minuten + Bonus

28 MInuten Flugzeit für 46 Seemeilen, sagt meine Flugplanung.  Genau so weit ist es vom Flugplatz Chame, der nur wenige Kilometer von der Pazifikküste bei Coronado entfernt ist, nach Colon an der Küste des Karibischen Meeres, einem Randmeer des Atlantik.

Colon, da war doch was …

Richtig, die atlantische Einfahrt in den Panamakanal, mit der Gatunschleuse und damit die Gelegenheit, mal zu schauen wie die Kanalerweiterung dort aussieht.  Das als Bonus für meine Leser 🙂

Start in Chame und wir fliegen über Coronado kurz entlang der Pazifikküste, drehen über Punta Chame nach Norden.  Gute Sicht heute, aufgelockerte Bewölkung.

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Zuerst über Bergland, und dann sehen wir schon die ausgedehnte und zerfranste Wasserfläche des Lake Gatun.  Sieht nicht so aus, ist aber ein künstlich aufgestauter See und liegt 26 Meter über Meeresspiegel,  Bestandteil des Panamakanals.

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Im See sind einige Schiffe unterwegs, mehr davon liegen vor Colon vor Anker und warten darauf, an die Reihe zu kommen.

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Colon beherbergt auch einen Containerhafen, Terminal und Tanks für Ölprodukte sowie die zweitgrößte Freihandelszone der Welt. Und ist nördliche Endstation der Panama Canal Railway.

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Viel spannender ist aber die Gatunschleuse, eine von 3 Schleusensystemen des Kanals. Parallel dazu werden 2 neue Anlagen gebaut, die es wesentlich größeren Schiffen erlauben, den Kanal zu benutzen. Kapazität und Einnahmen werden sich ab 2015 verdoppeln. Nur 2 neue Anlagen deshalb, weil auf der Pazifikseite ein neues Schleusensystem sich über die beiden alten Schleusen von Miraflores und Pedro Miguel erstreckt.

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Der Neubau ist ein riesiges Vorhaben wie man schon optisch an den Größenverhältnissen der alten und der neuen Schleusenanlage erkennen kann. Gleiches passiert parallel auf der Pazifikseite des Kanals.

In der alten Schleuse befindet sich gerade ein ziemlich großer weißer Autotransporter.  Einfach anklicken zum Vergrößern.

Die Tore der neuen Schleusen sehen so aus:

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Quelle: http://eandt.theiet.org

Den Fortgang kann man hier beobachten.

Zurück geht es über La Chorrera nach Chame. Ein kurzer Ausflug, trotzdem viel gesehen.

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Wenn Ihnen der Ausflug gefallen hat, lassen Sie Freunde teilhaben und verschicken den Artikel. Danke dafür.

Globaler Knotenpunkt Panama

Diese Google-Earth-Perspektive von Panama City zeigt den wahrscheinlich wichtigsten Knotenpunkt der Welt:

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Türkis ist der Panamakanal, der Atlantik und Pazifik verbindet und derzeit mit zusätzlichen breiteren Schleusen auf doppelte Kapazität erweitert wird

Rot ist die Panamericana, eine Straßenverbindung durch ganz Nord- und Südamerika

Grün sind wichtige Breitbandkabel, die in Panama zusammenlaufen

Weiß ist der Panama Canal Railway, die Eisenbahn, die vor dem Kanal fertig war

Gelb ist der Anflug auf RWY36 des Flughafens Marcos A. Gelabert. (MPMG)

Grau ist die Kanaltour, die Airliner gern nehmen, wenn sie Tocumen International Airport anfliegen, 10 km von hier.

Das blaue Feld ist der Puerto Balboa, ein geschäftiger Containerumschlagplatz an der Kanaleinfahrt.

Nicht markiert ganz unten links schließt sich die Sonderwirtschaftszone Panama Pacifico an, wieder mit eigenem Flugplatz.

Demnächst wir eine Schnellbahn von der City über den Kanal in Richtung westliche Vororte führen, um die Zufahrt zur Stadt während der Hauptverkehrszeit zu entlasten.

70 km nördlich, an der Atlantik-Einfahrt des Kanals liegt die Colon Free Zone, nach Hongkong der zweitgrößte Freihafen der Welt.

Noch Fragen, warum wir hier seit Jahren ein konstantes Wirtschaftswachstum von fast 10% haben?

Konkurrenz für den Panama-Kanal?

Nur mittels eines Tricks wurde Anfang des letzten Jahrhunderts der US-Kongress dazu gebracht, der Kanalroute durch Panama statt durch Nikaragua zuzustimmen.

Jetzt sieht es so aus, als ob Nikaragua doch noch zu seinem Kanal kommt: Am Donnerstag haben Präsident Daniel Ortega von Nikaragua und Wang Ching, CEO der HK Nicaragua Canal Development Investment (HKND-Group) einen Vertrag geschlossen, der den Chinesen die Konzession für Bau und Betrieb von Kanal, Eisenbahnlinie, Häfen und Freihandelszonen für zunächst 50 Jahre erlaubt. Der Gesamtumfang soll sich auf 40 Mrd. USD belaufen, viermal das Bruttosozialprodukt des armen Landes.

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Konkurrenz für den Panama-Kanal?

Nun, zumindest für die Reeder ist Wettbewerb gut, kann Panama doch derzeit seine Passage fast nach Belieben preisen. Wobei Maersk schon verkündet hat, künftig aus Kostengründen in Richtung Asien den Suez- statt den Panama-Kanal zu nutzen.

Welche Chancen hat das Nikaragua-Projekt? Da gibt es mehrere Fragezeichen.

Das o.g. Unternehmen ist angesiedelt auf Grand Cayman, hat keinerlei Erfahrung oder gar Referenzen in Bauprojekten. Der CEO ist Inhaber einer Telekommunikationsfirma, die letztens Rechte für ein Mobilfunknetz im Land bekommen hat.

Das Projekt geniesst vermutlich nicht die Unterstützung der chinesischen Regierung, weil Nikaragua diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhält, ein no-go für Peking.

Nicht zuletzt gibt es aktuell Streitigkeiten über die Wirtschaftszonen im Atlantik zwischen Nikaragua und Kolumbien, deren San-Andres-Inseln in einem Bereich liegen, den Nikaragua beansprucht.

Klar könnte der Kanal für Nikaragua den ersehnten ökonomischen Aufschwung bringen. Einen Zeitplan hat aber noch niemand gesehen und Investoren wollen dafür erst gefunden werden.

„Schwimmt nicht zu weit raus!“

Beim Blick über den Pazifik denkt man unwillkürlich an die Entdecker im Mittelalter:  an Kolumbus, Magellan oder Balboa.

Kolumbus landete 1492 auf den Bahamas, entdeckte den amerikanischen Kontinent.

Balboa durchquerte 1513 die Landenge von Panama und blickte als erster Europäer auf den Pazifik. Sein Denkmal steht heute an der Avenida Balboa, der  von Hochhäusern flankierten Uferstraße in Panama City.

Und das beste Bier Panamas heißt Balboa.

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Magellan, den ich durch ein Kinderbuch frühzeitig kennenlernte, segelte auf einer Expedition als erster vom Atlantik in den Pazifik. Er nannte letzteren den Stillen Ozean. Seine Expedition umrundete als erste die Erde, wobei Magellan selbst aber auf den Philippinen ums Leben kam. Die Meerenge an der Südspitze Südamerikas ist nach ihm als Magellan-Straße benannt.

Mit Google Earth ist das Entdecken heute leichter.  Hier ist ein Beispiel:

Wie weit kann man von Panama aus mit einem Schiff maximal geradeaus fahren (also auf einem Großkreis) bevor man wieder Land erreicht?

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Das Bild zeigt das mittlere Segment der Reise. Von Panama aus in Richtung Südwest, zwischen Australien und Antarktika durch in den Indischen Ozean und dort nach 23.000 km auf das indische Festland treffen.

Der Landepunkt ist unweit von Visakhapatnam, einem der größten indischen Häfen. Ob das eine praktikable Frachterroute von Indien via Panama an die US-Ostküste ist, kann ja vielleicht einer meiner Leser herausfinden und als Kommentar übermitteln.

Danke im voraus.

Panama’s nächster Präsident?

Panama wählt in 2014 ein neues Staatsoberhaupt. Wegen des Kanals, der strategischen Lage und der dynamischen Wirtschaftsentwicklung hat das geopolitisch mehr Bedeutung, als es dem Land aufgrund seiner Größe zustehen würde.

Der derzeitige Präsident Ricardo Martinelli kann nicht wieder kandidieren und seine Partei, Cambio Democratico, ist dabei, einen geeigneten Nachfolger zu finden.

Genau zu diesem Zeitpunkt macht Alberto Aleman Zubieta erste Andeutungen, dass er über eine mögliche Kandidatur nachdenkt. Eine gute Wahl, geniesst er doch einen exzellenten Ruf, den er sich als langjähriger Chef der Panamakanal-Behörde erarbeitet und verdient hat.

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Er hat 1999 die Übernahme von den USA getätigt, den Kanal zu einem stabilen Einnahmeposten für den Staatshaushalt gemacht und auch die 5-Mrd.-Erweiterung eingeleitet. Nach 16 Jahren hat er im Sommer 2012 den Platz freigemacht und wäre ein idealer Kandidat um die von Martinelli begonnene Arbeit erfolgreich fortzusetzen. Wieder ein Mann aus der Wirtschaft statt eines Berufspolitikers.

Es geht weiter aufwärts mit Panama.

Wirtschaft und Luftverkehr

Gerade habe ich gelesen, dass die EU insgesamt für 2013 mit einem „Wachstum“ von -0,4% rechnet und mit 11% Arbeitslosenquote.

Wollte die EU nicht ein prosperierender Wirtschaftsraum werden? Und war man nicht sogar so euphorisch vorherzusagen, dass der Euro bald den Dollar als Leitwährung ablösen würde?

Szenenwechsel: Panama wird 2012 mit mehr als 10% Wachstum und Vollbeschäftigung abschließen. Das Defizit im Staatshaushalt beläuft sich auf 2,6% und damit weniger als die per Gesetzt genehmigten 2,9%.

Im Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt liegt Panama jetzt mit $15.695 laut Weltbank auf Platz 3 in Lateinamerika, hinter Chile und Argentinien, hat Mexiko und Uruguay überholt.

Eine beeindruckende Aufholjagd und kein Ende ein Sicht. Stichworte:Erweiterung Panama-Kanal, Gold/Kupferförderung und Freihandelsabkommen mit den USA.

Diese Erfolgsstory bleibt nicht unbemerkt. Derzeit liegen Anfragen von Air Canada, JetBlue und Southwest, von All Nippon sowie von Lufthansa und Air France für weitere Direktverbindungen bei der Luftfahrtbehörde.

Es ist nur eine Frage der Zeit, dass immer mehr junge Leute und unternehmungslustige Leute sich umschauen und neu orientieren.

Immer Sonne, immer Meer … und erschwingliche Immobilien.

Panamana …

 

Pressekonferenz Merkel – Martinelli in Berlin

BK’in Merkel: Meine Damen und Herren, ich freue mich sehr, dass heute der panamaische Präsident Martinelli zu seinem ersten offiziellen Besuch in Deutschland ist. Er wird auch an den Lateinamerika-Tagen in Mainz teilnehmen. Wir freuen uns, dass wir unsere Beziehungen zu Panama auf diesem Wege intensivieren können. Der Bundesaußenminister und der Bundeswirtschaftsminister waren in Panama, aber wir haben noch sehr viel Spielraum, unsere Beziehungen zu entwickeln.

Panama ist ein Land mit einem sehr dynamischen Wirtschaftswachstum. Deshalb haben wir in unserem Gespräch vor allem auch darüber geredet, wie wir die Wirtschaftsbeziehungen intensivieren können. In dieser Hinsicht gibt es zum einen den Willen Panamas, einen starken Ausbau seiner Infrastruktur vorzunehmen. Daran können sicherlich eine Reihe deutscher Firmen arbeiten. Eine Kooperation gibt es schon, nämlich mit der Firma Herrenknecht, die natürlich gerade auch für den Bau von U-Bahnen bekannt ist.

Wir können uns vorstellen, sehr viel enger im Bereich der regenerativen Energien zusammenzuarbeiten. Dazu wird es auch im Rahmen der deutsch-panamaischen Handelskammer eine Reise von Experten der Exportinitiative Erneuerbare Energien der Bundesregierung geben.

Der Präsident hat noch einmal deutlich gemacht, dass es ein großes Interesse an einer engeren Kooperation auch im Luftfahrtbereich gibt – hierbei insbesondere mit der Lufthansa – und dass es gut wäre, wenn zwischen Deutschland und Panama auch ein Doppelbesteuerungsabkommen ausgehandelt werden würde.

In den kulturellen Beziehungen verfügen wir bisher noch nicht über so ein dichtes Netz. Deshalb reden wir über eine deutsche Schule in Panama und haben abgemacht, dass Panama dafür auch ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellen könnte und wir dann ein Schulabkommen verhandeln könnten, gerade auch im Hinblick auf die Fachkräfteausbildung, die natürlich von größter Bedeutung ist.

Wir haben über das EU-Zentralamerika-Assoziierungsabkommen gesprochen, das von großer Bedeutung ist. Wir haben uns sehr gefreut, dass Panama jetzt Teil dieses Abkommens ist. Ich konnte berichten, dass der Handelsteil dieses Abkommens, der für Panama von ganz besonderer Bedeutung ist, jetzt auch sehr schnell vom Europäischen Parlament verabschiedet werden wird, nämlich noch im November. – Das waren die Themen.

Wir haben uns dann natürlich auch über die Situation in der Region unterhalten. Wir haben seitens der Bundesregierung ein ganz immenses Interesse daran, unsere Beziehungen zu intensivieren, insbesondere im wirtschaftlichen Bereich. Ich glaube, es gibt auch ein großes Potenzial dafür. Noch einmal ganz herzlich willkommen hier in Deutschland!

P Martinelli: Herzlichen Dank, Frau Bundeskanzlerin! Sehr verehrte Journalisten, wie die Frau Bundeskanzlerin gesagt hat, haben wir verschiedene Themen von beiderseitigem Interesse angesprochen, dabei unter anderem den Bau einer deutschen Schule in Panama.

Es geht auch darum, die Beziehungen im Bereich des Flugverkehrs zu vertiefen. Condor reist schon nach Panama. Wir haben auch Interesse daran, dass Deutschland in anderer und engerer Weise mit Panama und Lateinamerika verbunden wird. Von daher ist es so, dass Lufthansa und Copa Airlines, die panamaische Fluggesellschaft, gemeinsam in der Star Alliance sind und es vielleicht eine gute Ergänzung wäre, wenn deutsche oder lateinamerikanische Passagiere öfter und mit besseren Verbindungen zwischen beiden Kontinenten reisen könnten.

Wir haben auch darüber gesprochen, dass es sinnvoll wäre, wenn mehr deutsche Unternehmen Panama als Investitionsstandort nutzen würden, aber auch als Tor zur Karibik und zu Zentralamerika. Heute ist es so, dass in Panama gerade der größte Flughafen Lateinamerikas gebaut wird. Panama verfügt über die größten Häfen in der Region und über die größte Freihandelszone der Welt. Ein Land wie Panama kann also für die deutsche Wirtschaft das Tor nach Lateinamerika sein. Es ist eine Region, in der Deutschland noch viel Investitionsspielraum hat.

Wir haben der Bundeskanzlerin auch dargelegt, dass Panama auch ein VN-Standort ist. Wir haben im Namen der Vereinten Nationen um eine Unterstützung von deutscher Seite gebeten. In Panama werden 16 Untergruppierungen der Vereinten Nationen für Lateinamerika ihren Standort haben. Es gibt in Panama darüber hinaus auch das Zentrum des Internationalen Roten Kreuzes für Katastrophenhilfe. Das hat damit zu tun, dass Panama eine sehr gute geographische Lage hat. Hervorzuheben ist, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Panama immer besser werden.

Wir haben auch über das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union gesprochen.

Wir haben auch angesprochen, dass in der Zukunft ein Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet werden kann, sodass deutsche Unternehmen in Panama und panamaische Unternehmen hier auch bessere Investitionsmöglichkeiten haben.

Sie können sicher sein, Frau Bundeskanzlerin, dass Panama ein guter Partner für Deutschland in der Region ist. Wir bieten uns deutschen Unternehmen, die sich in Panama ansiedeln wollen, und Menschen aus Deutschland, die in Panama leben wollen, als sicherer Ort mit Wirtschaftswachstum an. Wir empfangen Menschen aus aller Welt mit offenen Armen, insbesondere die Deutschen. Herzlichen Dank!

Frage: Ich habe eine Frage an den Präsidenten zum Euro und anschließend auch eine Frage an die Frau Bundeskanzlerin.

Herr Präsident, wie beurteilen Sie die Lage des Euro im Moment, insbesondere die Bemühungen Deutschlands zur Euro-Rettung?

Frau Bundeskanzlerin, sind Sie ähnlich wie Bundesfinanzminister Schäuble der Ansicht, dass ein Staatsbankrott und ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone ausgeschlossen werden können?

P Martinelli: In Panama ist der US-Dollar die Währung, die frei zirkuliert. Ich habe der Bundeskanzlerin dargelegt, dass wir gerade nach Mechanismen suchen, damit auch der Euro als weitere Währung in Panama frei zirkulieren kann und der Markt quasi auch ein Euro-Markt sein kann. Wir wären damit der weltweit einzige Markt, in dem es zwei Währungen gibt, nämlich den Dollar und den Euro.

Ich vertraue dem Euro, der deutschen Wirtschaft und der europäischen Wirtschaft zutiefst. Ich bin sicher, dass die gegenwärtige Situation der möglichen Krise eine momentane Situation ist, die überwunden werden kann. Ich bin davon überzeugt, dass die Fähigkeiten Deutschlands und der europäischen Bevölkerung, die Wirtschaftsfähigkeit und die kreative Fähigkeit dieses großartigen Kontinents dafür sorgen werden, dass Europa auf wirtschaftlichem Gebiet vorankommen kann. Ich habe volles Vertrauen in den Euro, in Europa und in Deutschland.

Quelle: http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2012/10/2012-10-15-bkin-martinelli.html

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