Drogenjagd im Golf von Panama


Kolumbien hat in 2016 geschätzte 700 t Kokain produziert und versandt. (Quelle)

Der Straßenpreis in New York City liegt wohl um die $30 pro Gramm (!), ein lohnendes Geschäft entlang der gesamten Logistikkette.

Panama hat aufgrund seiner geografischen Lage nicht nur für den Welthandel eine herausgehobene Position, sondern ist auch Transitland für diese spezielle Ware und das damit verdiente Geld.

Das führt zu einem permanenten Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Spediteuren und ihren Jägern.

In diesem speziell konstruierten und schnellen low-profile Boot haben kolumbianische und panamesische Grenzsicherungskräfte mit US-Unterstützung vor wenigen Tagen 920 Pakete „verdächtiger Substanzen“ gefunden, sichergestellt und die 3 Besatzungsmitglieder verhaftet.

Quelle: SENAN

Man kann annehmen, dass es sich um 1-lb-Pakete handelt, ca. 414 kg, was im New Yorker Straßenhandel mehr als 12 Mio. USD einbringen würde.

Der Verlust dieser Ladung ist also kein Pappenstiel, sondern durchaus schmerzhaft.

3. November – Panama’s Unabhängigkeitstag

Schon der zweite, um präzise zu sein.

padoodle

Zuerst erklärte Panama am 28. November 1821 seine Unabhängigkeit von Spanien und wurde eine Provinz von Gran Colombia, das aus Kolumbien, Venezuela, Ecuador und Panama bestand.

Wer sich die Geographie anschaut wird feststellen, dass es zwischen Kolumbien und Panama keine Straßenverbindung gibt. Der Darien-Dschungel trennt beide Länder noch heute. Keine vorteilhafte strategische Konstellation, um eine Provinz zu halten. In Folge entwickelten sich dann auch Rivalitäten zwischen den Federalisten und Centralisten.

In 1846 schlossen Kolumbien und die Vereinigten Staaten ein Abkommen, das letzteren Transitrechte durch das panamesische Territorium gab, im Gegenzug aber strikte Neutralität verlangte.

Nichtsdestotrotz annektierten die USA in 1885 die Stadt Colon, heute die Atlantik-seitige Einfahrt zum Panamakanal. Im Gegenzug wurde ein chilenisches Kriegsschiff entsandt, um Panama City zu besetzen und eine mögliche Okkupation der Provinz Panama durch die USA zu verhindern.

Zwischen 1899 und 1902 zerstörte ein als 1000-Tage-Krieg bekanntgewordener Bürgerkrieg Kolumbien und seine Provinzen.

Ein Angriff auf die Redaktion der Zeitung El Lapiz sorgte dafür, dass die panamesischen Liberalisten das Vertrauen in die Zentralregierung in Bogota verloren. Sie schlossen sich nun mehrheitlich den Separatisten an.

Parallel zu diesen Ereignissen hatten die USA von Frankreich für 40 Mio. Dollar das erfolglos abgebrochene Kanalprojekt übernommen und planten den Kanal zu bauen. Als am 12.August das kolumbianische Parlament den dazu ausgearbeiteten Hay-Herran-Vertrag ablehnte, wandten sich die USA den Separatisten zu und unterstützten massiv die Abspaltung Panamas von Groß-Kolumbien.

Daraus entwickelten sich dann die Ereignisse, die am 3./4. November 1903 zur Abspaltung der Provinz und Ausrufung der Republik Panama führten. Aus heutiger Sicht ein Glücksfall, für das Land und die globale Wirtschaft.

Herzlichen Glückwunsch, Panama.

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Erdbeben 7,3 in Kolumbien – und in Panama?

Um die Mittagszeit saß ich am Computer und hatte auf einmal das Gefühl, dass mein Arbeitstisch sich zart bewegt. Hin und her, schön gleichmäßig und nicht zu schnell. Ein irritierendes Gefühl. Ich stehe auf, trete auf die Loggia zu meiner Frau und merke nichts mehr. Wieder an den Arbeitsplatz und es rüttelt immer noch ein wenig.

Zu viel Alkohol gestern abend? Zu wenig getrunken heute früh? Alles negativ und das leichte Rütteln ist vorbei.

Wenig später habe ich eine abonnierte Meldung in der Inbox: USGS meldet Erdbeben mit 7,3 in Kolumbien. (http://earthquake.usgs.gov/earthquakes/eventpage/us2012gdap#dyfi)

Verdammt, das war nicht eingebildet. Als ich es jetzt meiner Frau erzähle, meint sie, das auch gefühlt, aber nicht ernst genommen zu haben.

Die USGS Website zeigt, dass in der betroffenen Region die meisten von schwachen bis leichten Erdstößen, wenige von moderat berichten. Das liegt wohl daran, dass der Herd in einer Tiefe von 162 km lag.

Die US Geographical Society spricht vom „Ergebnis normaler Faltung tief unten in der Nazca Platte“ …na also, kein Grund zur Besorgnis.

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