Satire bei n-tv, nur ein Beispiel

„Donald Trump verachtet … den politischen Diskurs, der geprägt sein sollte vom gegenseitigen Zuhören und vom Respekt vor der Meinung Anderer“, lese ich gerade auf n-tv. Ernsthaft.

President Elect sollte sich doch mal ein Beispiel nehmen an Deutschland, wo

  • die Euro-Rettungspolitik
  • die Energiewende
  • die Migrationspolitik

in einem breiten langanhaltenden Diskurs, geprägt vom gegenseitigen Zuhören und vom Respekt vor der Meinung Anderer ungeachtet deren Rasse, Hautfarbe, politischer Überzeugung, Geschlecht, sexueller Orientierung usw. besprochen und alternativlos beschlossen worden sind. Und nicht ohne Einbeziehung einer Ethik-Kommission.

Gut, dass die Bundeskanzlerin ihm diesbezüglich schon ein paar Hinweise gegeben hat.

Nun kann man sich bei Youtube in den letzten Tagen ein Bild machen, wie einige Leute das Zuhören und den Respekt einfach vergessen, stattdessen erkannte Trump-Anhänger auf offener Straße tätlich angreifen und unter wehenden mexikanischen (!) Fahnen durch US-amerikanische Städte jagen. Mob in Aktion.

 

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Quelle: nbcbayarea.com

Hier in Panama ist gerade der „Monat des Vaterlandes“. Alles erstrahlt in Blau-Weiss-Rot. Keine mexikanischen, keine türkischen und keine IS-Flaggen weit und breit.

Paradiesisch.

 

IWF zu Lateinamerika in 2016: Panama an der Spitze

Mit prognostizierten 6% Wachstum liegt Panama einsam an der Spitze der lateinamerikanischen Länder, für die Region insgesamt werden -0,3% erwartet.

Chile und Kolumbien als stabile Volkswirtschaften müssen sich auf einen Preisrückgang ihrer Produkte und bei Zinserhöung in den USA auf steigenden Kapitalabfluss einstellen.

Brasilien ist von einem Korruptionsskandal erschüttert, der erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft hat. Das einst reiche Venezuela ist nach 16 Jahren „Bolivarischer Revolution“ am Ende: 10% Schrumpfen der Wirtschaft und 200% Inflation suchen in der Welt ihresgleichen.

Mexiko baut seinen produktiven Sektor aus und teil-privatisiert schrittweise die Petrol-Industrie, Panama profitiert von der Kanalerweiterung in 2016, die zu einer Verdopplung der Kapazitäten und der Einnahmen führen wird.

Quelle: ACP

Quelle: ACP

Gute Aussichten für Panama. Dazu kommt, dass die derzeitige Regierung Varela massiv gegen die Korruption des Vorgängers Martinelli angeht. Es ist zu hoffen, dass dies ein permanenter und erfolgreicher Kampf gegen Korruption in Panama wird.

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Kurztrip nach Baja California Sur

Ein erfreulicher Anlass bringt uns für einige Tage erneut nach Mexiko. Schon immer hat mich interessiert, wie es auf dieser Verlängerung von Kalifornien wohl aussehen mag: Baja California.

Wir fliegen von Panama City 3 Stunden nach Mexico City, eine scheinbar endlose moderne Großstadt mit 20 Mio. Einwohnern, am Fuß des Popocatepetl.

Mecixo City

Von da sind es nochmal 2 Stunden nach Los Cabos International, am Südzipfel der Halbinsel. Unser Hotel ist 40 Minuten entfernt und so haben wir ausreichend Gelegenheit , die Landschaft zu studieren: hohe Berge, wilde Flusstäler, badlands mit Sträuchern und Kakteen.

Und dann öffnet sich der Blick zum Pazifik, mit goldfarbenen Sandstränden und weitläufigen Hotelanlagen. Wilde Natur und ziemlich luxuriöse Zivilisation nebeneinander.

Cabo beach rocks

Cabo San Lucas

Rock homes

Rock homes

Hier, in Baja California Sur, ist mit viel Ideen, Kapital und Energie ein kleines Paradies entstanden und die Gegend um Cabo San Lucas und San Jose del Cabos ist nicht umsonst sehr beliebtes Urlaubsziel. Der Human Development Index der Region liegt mit am höchsten in Mexico.

Der Südzipfel der Halbinsel ist ca. 1600 km von San Diego entfernt. Und jetzt stellen wir uns mal vor, Energie aus fossilen Quellen wäre gebannt, wie es ja viele heute fordern, um die Welt zu retten. Wie sähe das Leben in Baja California Sur aus, wenn man von Solar- und Windenergie abhängig wäre? Naturnaher Eco-Tourismus? Wohl kaum, da es weder Straßen noch Flugplätze gäbe, niemand dort hinkommt und auch 24 Stunden Sonne und Wind nicht ausreichen, um felsiges Land in lebenswerte Städte umzuwandeln. (siehe „The Moral Case for Fossil Fuels“ von Alex Epstein, das es hoffentlich bald in deutscher Übersetzung gibt) 

  

Nach 4 Tagen geht es zurück. Wir haben wieder ein paradiesisches Fleckchen kennengelernt. Tourismus hat in Mexiko einen hohen Stellenwert und der Service ist deutlich professioneller als in Panama.

Blick in die Region – Mexiko

 

Panama liegt in Mittelamerika, was geografisch südlich von Mexiko beginnt. Und Mexiko ist heute hauptsächlich wegen der blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Drogenkartellen untereinander und mit der Staatsgewalt in den Schlagzeilen.

Weniger bekannt ist die ökonomische Entwicklung des Landes. Mexiko ist beim Bruttoinlandsprodukt die Nr. 14 in der Welt, direkt hinter Australien und vor Südkorea. Und Nr. 2 in Nordamerika, vor Kanada. (Quelle: OECD)

Historisch gesehen war Mexiko einst auf dem Weg das stärkste Land Nordamerikas zu werden.

Manche wissen, dass mit Carlos Slim ein Mexikaner derzeit reichster Mensch der Welt ist.

Im Bruttosozialprodukt pro Kopf lag Mexiko 2010 nur auf Platz 62 in der Welt. Zum Vergleich: China liegt auf Platz 91.

Mexiko ist mit 30% des Bruttoinlandprodukts (GDP) ebenso exportorientiert wie China. Hinzu kommt, dass der Erlös aus dem Drogenhandel in etwa ebenso hoch ist, wie der aus dem regulären Export.

Demgegenüber ist die Ungleichheit im Land extrem.  50% der Bevölkrerung leben unter der Armutsgrenze und 15% in extremer Armut. Ein hohes Potential für Instabilität. (Quelle: Stratfor)

Die mexikanische Regierung geht gegen den Drogenhandel vor, ohne ihn wirklich Erfolgsaussichten zu haben. Stattdessen versucht man, trotzdem solides ökomomisches Wachstum zu erzielen und die Gewalttätigkeiten vom Kernland fernzuhalten. Ein Weg, der bisher funktioniert.

Panama hat noch deutlich bessere Wachstumsraten als Mexiko, ist aber von der Bevölkerungszahl her viel kleiner und damit weniger bedeutsam.  (115 Mio. gegen 3 Mio. ) Die Auswirkungen des Drogenhandels bekommt Panama als Transitland zu spüren: Drogen werden nach Norden geschmuggelt, das eingenommene Geld nach Süden. In den letzten Jahren hat Panama jährlich ca. 50 Tonnen beschlagnahmt, geschätzte 10% des Gesamtvolumens auf diesem Weg. Der überwiegende Teil der Schwerkriminalität findet in diesem Milieu statt und beeinträchtigt nicht den Alltag. Die konzertierten Bemühungen der USA und betroffenen Länder haben bereits dazu geführt, dass Transportwege um Panama herum genutzt werden.

 

Wir treffen Willi aus Weimar

Gerade haben wir unser Mittagessen im Balboa Yacht Club eingenommen und fahren vom Parkplatz, da steht am Straßenrand ein großes Auto mit norddeutschem Kennzeichen. Der Besitzer schaut entspannt aus dem Fenster. Das wollen wir genauer wissen.

„Hurra Deutschland“ und schon steht er auf der Straße. Großes Hallo und in kurzer Zeit erfahren wir eine Menge. Willi stammt aus Weimar, war Mitglied der pazifistischen Schwerter-zu-Pflugschare-Bewegung und wurde deshalb in den 80ern aus der damaligen DDR ausgewiesen. Er hat dann in Norddeutschland gelebt und nun schon seit Jahren in Mexiko. Seine supernette mexikanische Ehefrau ist auch dabei. Und Hund und Katze. Das Auto ist ein umgebauter Mercedes-Krankenwagen, womit die beiden schon alles zwischen Alaska und Feuerland bereist haben. Abenteuerlich.

 

 

Willi gefällt Panama nicht so gut. Zu heiss, zu schwül, zu teuer – jedenfalls wenn man seine Haustiere über die Grenze bringt. Er erzählt mit Begeisterung von den bolivianischen Anden und einem Gebirge im Süden Kolumbiens. Die beiden haben unendlich viel gesehen und erlebt.

Wir empfehlen ihm in Bouquete vorbeizuschauen, was in der Nähe des Vulkan Baru in den panamesischen Bergen liegt und europäisches Frühlingsklima haben soll. Zu kalt für uns.

Willi muss ein paar Tage warten, bis die deutsche Botschaft in Panama City seinen abgelaufenen Pass ersetzt haben wird. Und dann geht es wieder heim nach Mexiko. Doch vorher werden wir die beiden nächste Woche am Strand von Santa Clara treffen und uns sicher gut unterhalten.

Die Welt ist ein Dorf.

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