Venezuela, Nicaragua …

und wenn es nach Einschätzung eines deutschen Polizisten geht, den ich vor einiger Zeit hier in Panama getroffen habe, steht dort schon bald Deutschland. Hoffentlich nicht.

 

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Allerdings frage ich mich, was dieser Polizist und seine Kollegen angesichts untenstehender Zitate von der Veranstaltungsempfehlung ihres Bundespräsidenten halten. Die Polizisten nämlich, die u.a. beim G20-Gipfel in Hamburg ihren Kopf hingehalten haben und von denen dabei mehr als 200 verletzt wurden,

 

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Nochmal zu den Fakten: Am Rande eines Volksfestes wird ein Chemnitzer Bürger von illegalen Migranten abgeschlachtet, zwei seiner Freunde schwer verletzt.

Gegen eine Politik, die das ermöglicht, wird berechtigt protestiert.

Und gegen solchen Protest findet jetzt ein vom Bundespräsidenten empfohlenes Konzert statt.

Absurd.

Noriega – ein Diktator weniger

Der Mann der Panama von 1983 bis 1989 als Diktator unter seinen Stiefeln und schon Jahre vorher als Geheimdienstchef Einfluss auf mehrere Präsidenten hatte, ist gestern verstorben.

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Quelle: La Prensa

Das Flugfeld von Rio Hato nebenan war damals einer der Schauplätze der Operation Just Cause, bei der die Amerikaner seiner Herrschaft ein Ende gemacht haben.

Und bis vor einem Jahr stand auch noch Noriega’s zerschossene Strandvilla nur wenige Kilometer von hier entfernt.

Ein panamesischer Rechtsanwalt meinte vor geraumer Zeit, dass Panama erst seit Ende 1989 eine wirkliche Republik ist. Recht hat er.

Und was Diktatoren so anrichten sieht man an den Castros in Kuba, sowie Chavez und seinem Nachfolger Maduro in Venezuela.

Zeit zum Abtreten.

 

Venezuela – Das verlorene Paradies

Ein uralter DDR-Witz ging so: Was passiert wenn man in der Sahara den Sozialismus einführt? Erst lange nichts und dann wird der Sand knapp.

18 Jahre Bolivianische Revolution haben in Venezuela ein ähnliches Ergebnis gebracht. Chavez‘ großmäulig angekündigter Sozialismus des 21. Jahrhunderts ist krachend gescheitert, vorhersehbar. Eine Katastrophe für die 30 Mio. Einwohner.

Das Land sitzt auf den größten Vorkommen an Erdöl und kann, bei 180% Inflation im Dezember 2015, inzwischen nicht einmal Papier zum Gelddrucken importieren.

Supermärkte und Apotheken sind leer, Warentransporte werden überfallen, Caracas ist zur „Mörder-Hauptstadt“ der Welt geworden.

Die Chavez-Freunde sind verstummt. Noch 2012 hatte die linke Rosa-Luxemburg-Stiftung getönt: „In den letzten zwölf Jahren wurden bedeutende Fortschritte hin zu einer gerechteren, inklusiveren und partizipativeren Gesellschaft gemacht.“ 

 

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In Wirklichkeit haben seit Chavez‘ Machtübernahme ca. 1 Mio. Menschen das Land verlassen, vor allem Jugendliche und Unternehmer.

Allein der lächerliche Gini-Koeffizient, der die Ungleichheit innerhalb eines Landes bewertet, dürfte sich für Venezuela deutlich verbessert haben: alle gleich arm, mit Ausnahme der Genossen an der Spitze. Glückwunsch.

Aufgrund der wirtschaftlichen Situation und der Sicherheitslage wird ab Mitte Juni auch Lufthansa die bisherigen drei Direktflüge pro Woche nach Caracas unbefristet aussetzen.

 

Die Trans-Panama-Pipeline

Es war Ende der 70er, als Rohöl aus Alaska in großen Mengen anfiel und zwecks Verarbeitung zu den Raffinierien an der Golfküste transportiert werden musste, wo 7 der 10 größten US-Raffinierien angesiedelt sind.

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Die Very Large Crude Carriers (VLCC) konnten und können auch nach Erweiterung den Panamakanal nicht passieren. Ihre Ladung wurde daher ab 1979 auf der Pazifikseite am Terminal von Charco Azul (südlich von Puerto Armuelles) gelöscht und auf mehrere kleinere Tanker verteilt.

In 1980 schlug das Unternehmen PetroTerminal Panama der Regierung vor, eine Pipeline zur Karibikküste bei Chiriqui Grande zu bauen und das Rohöl auf diesem Weg zu transportieren. Die 132 km lange Pipeline ging 1982 in Betrieb und transportierte bis 1996 insgesamt 2,7 Mrd. Barrel Rohöl. Dann waren die Quellen in Alaska weitgehend erschöpft, kein Bedarf mehr für die Pipeline, die jetzt nur noch gewartet wurde.

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In 2003 wurde die Pipeline wiedereröffnet, um zunächst Rohöl aus Ecuador zur Golfküste zu transportieren. In 2005 begann Venezuela Gespräche mit dem Ziel die Förderrichtung umzukehren und auf diesem Weg venezolanisches Rohöl nach China liefern zu können. Das von Chavez und Maduro total abgewirtschaftete Land hat Milliardenkredite von China aufgenommen, die mit Rohöllieferungen zu tilgen sind. In 2014 waren dafür 500,000 bbl pro Tag vereinbart.

In 2008 sicherte sich auch BP langfristig Transport- und Speicherkapazitäten, was zum Ausbau der Terminal-Standorte an beiden Küsten führte.

Das Pipeline-Unternehmen PetroTerminal Panama gehört zu 40% der Republik Panama und es gibt Bestrebungen, das auf 100% aufzustocken.

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IWF zu Lateinamerika in 2016: Panama an der Spitze

Mit prognostizierten 6% Wachstum liegt Panama einsam an der Spitze der lateinamerikanischen Länder, für die Region insgesamt werden -0,3% erwartet.

Chile und Kolumbien als stabile Volkswirtschaften müssen sich auf einen Preisrückgang ihrer Produkte und bei Zinserhöung in den USA auf steigenden Kapitalabfluss einstellen.

Brasilien ist von einem Korruptionsskandal erschüttert, der erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft hat. Das einst reiche Venezuela ist nach 16 Jahren „Bolivarischer Revolution“ am Ende: 10% Schrumpfen der Wirtschaft und 200% Inflation suchen in der Welt ihresgleichen.

Mexiko baut seinen produktiven Sektor aus und teil-privatisiert schrittweise die Petrol-Industrie, Panama profitiert von der Kanalerweiterung in 2016, die zu einer Verdopplung der Kapazitäten und der Einnahmen führen wird.

Quelle: ACP

Quelle: ACP

Gute Aussichten für Panama. Dazu kommt, dass die derzeitige Regierung Varela massiv gegen die Korruption des Vorgängers Martinelli angeht. Es ist zu hoffen, dass dies ein permanenter und erfolgreicher Kampf gegen Korruption in Panama wird.

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