Venezuela, Nicaragua …

und wenn es nach Einschätzung eines deutschen Polizisten geht, den ich vor einiger Zeit hier in Panama getroffen habe, steht dort schon bald Deutschland. Hoffentlich nicht.

 

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Allerdings frage ich mich, was dieser Polizist und seine Kollegen angesichts untenstehender Zitate von der Veranstaltungsempfehlung ihres Bundespräsidenten halten. Die Polizisten nämlich, die u.a. beim G20-Gipfel in Hamburg ihren Kopf hingehalten haben und von denen dabei mehr als 200 verletzt wurden,

 

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Nochmal zu den Fakten: Am Rande eines Volksfestes wird ein Chemnitzer Bürger von illegalen Migranten abgeschlachtet, zwei seiner Freunde schwer verletzt.

Gegen eine Politik, die das ermöglicht, wird berechtigt protestiert.

Und gegen solchen Protest findet jetzt ein vom Bundespräsidenten empfohlenes Konzert statt.

Absurd.

Nochmal zum Nikaraguakanal

Wer ein Hochhaus mit 57 Stockwerken in 19 Tagen komplett errichtet, schafft auch eine 50-Mrd.-Infrastruktur in 5 Jahren zu bauen: den Nikaragua Canal. China.

Meine bisherigen Kommentare zum Projekt waren ja eher verhalten, abwartend, skeptisch. Inzwischen gehe ich davon aus, dass es funktionieren wird.

Warum?

  1. China verfügt über 4 Billionen (trillions) in Devisen, die bisher überwiegend in US-Staatsanleihen investiert wurden. Direktinvestitionen im Ausland bringen in Niedrigzins-Phasen jedoch mehr Profit und befördern zusätzlich den Handel.
  2. China hat im Inland ein riesiges Infrastruktur-Programm absolviert und exportiert diese Fähigkeit längst in Entwicklungsländer rund um den Globus.
  3. Der Initiator des Kanals, die HKND mit Investor Wang Jing stehen zwar im Brennpunkt, können auf jede Unterstützung bauen, da das Projekt für China strategische Bedeutung hat.
  4. Der neue Kanal bringt Wettbewerb und billigere Transporte, bedient Superschiffe, die sogar für den erweiterten Panamakanal zu groß sind.
  5. Zum Kanal gehört Infrastruktur, wie Häfen, Flugplätze, Freihandelszonen, Versorgung, Beherbergung. Also  noch mehr Geschäft.
  6. Für Nikaragua ist das Projekt das Ticket in die Zukunft. Man wird alles daran setzen, es zum Erfolg zu führen. Vom zweitärmsten Land Lateinamerikas mit an die Spitze, in ein oder 2 Dekaden.

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Quelle: bbc.com

Was bedeutet es für Panama?

  • Mehr Wettbewerb und langfristig sinkende Einnahmen
  • Die Notwendigkeit, Alternativen zu entwickeln

Die Welt von morgen hat für mich 2 Schwerpunkte:

  • die USA, unverändert als Quelle innovativer Technologien, basierend auf IT
  • China, die hochmoderne Infrastruktur in alle Welt exportieren, sich im Gegenzug Absatzmärkte sichern.

Europa? Da sehe ich noch nicht einmal eine Vision.

Konkurrenz für den Panama-Kanal?

Nur mittels eines Tricks wurde Anfang des letzten Jahrhunderts der US-Kongress dazu gebracht, der Kanalroute durch Panama statt durch Nikaragua zuzustimmen.

Jetzt sieht es so aus, als ob Nikaragua doch noch zu seinem Kanal kommt: Am Donnerstag haben Präsident Daniel Ortega von Nikaragua und Wang Ching, CEO der HK Nicaragua Canal Development Investment (HKND-Group) einen Vertrag geschlossen, der den Chinesen die Konzession für Bau und Betrieb von Kanal, Eisenbahnlinie, Häfen und Freihandelszonen für zunächst 50 Jahre erlaubt. Der Gesamtumfang soll sich auf 40 Mrd. USD belaufen, viermal das Bruttosozialprodukt des armen Landes.

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Konkurrenz für den Panama-Kanal?

Nun, zumindest für die Reeder ist Wettbewerb gut, kann Panama doch derzeit seine Passage fast nach Belieben preisen. Wobei Maersk schon verkündet hat, künftig aus Kostengründen in Richtung Asien den Suez- statt den Panama-Kanal zu nutzen.

Welche Chancen hat das Nikaragua-Projekt? Da gibt es mehrere Fragezeichen.

Das o.g. Unternehmen ist angesiedelt auf Grand Cayman, hat keinerlei Erfahrung oder gar Referenzen in Bauprojekten. Der CEO ist Inhaber einer Telekommunikationsfirma, die letztens Rechte für ein Mobilfunknetz im Land bekommen hat.

Das Projekt geniesst vermutlich nicht die Unterstützung der chinesischen Regierung, weil Nikaragua diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhält, ein no-go für Peking.

Nicht zuletzt gibt es aktuell Streitigkeiten über die Wirtschaftszonen im Atlantik zwischen Nikaragua und Kolumbien, deren San-Andres-Inseln in einem Bereich liegen, den Nikaragua beansprucht.

Klar könnte der Kanal für Nikaragua den ersehnten ökonomischen Aufschwung bringen. Einen Zeitplan hat aber noch niemand gesehen und Investoren wollen dafür erst gefunden werden.

Konkurrenz für Panama-Kanal?

Innerhalb von 10 Jahren und mit Kosten von 30 Mrd. US-Dollar will Nikaragua einen 200 km langen Kanal durch das Land bauen und damit die zweite Wasserstraße, die in Mittelamerika Atlantik und Pazifik verbindet. Ein Kanal durch Nikaragua soll ohne aufwändige Schleusenbauten auskommen, verläuft durch den Nikaragua-See und will die Durchfahrt für noch größere Schiffe ermöglichen.

Nikaraguas Parlament hat grünes Licht gegeben und Präsident Ortega die Bildung einer Kanalbaubehörde initiiert. Finanzierungszusagen gibt es aus Russland, China, Japan, Brasilien, Südkorea und insbesondere Venezuela.

Der Plan ist mehr als hundert Jahre alt. Nur durch einen Trick haben die Befürworter der Panama-Route seinerzeit die Entscheidung des Kongresses für Panama statt Nikaragua erreicht: Jedem Kongressabgeordneten wurde vor der Abstimmung eine nikaraguanische Briefmarke mit dem Bild eines rauchenden Vulkans zugeschickt, um zu suggerieren, dass dies eine Bedrohung für die Nikaragua-Variante sein würde. Das Ergebnis ist bekannt.

Wenn ein riesiges Infrastrukturprojekt heute mit 10 Jahren Dauer und 30 Mrd. Koste angekündigt wird, wissen wir mittlerweile alle, was passiert: Es dauert eher 20 Jahre und kostet mindestens 60 Mrd. US-Dollar. Dazu kommt, dass Nikaragua nach Haiti das zweitärmste Land der Region ist, noch ein Fakt, der Fachleute an der Durchführbarkeit zweifeln lässt. Andererseits würde ein solches Projekt natürlich erheblich zur Entwicklung des Landes beitragen.

Der Chef der panamesischen Kanalbehörde sieht der Konkurrenz gelassen entgegen. Noch bevor der Bau dort beginnt, wird Panama u.a. in Folge der Erweiterung seines Kanals zu einem der reichsten Länder Lateinamerikas aufgestiegen sein.

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