Beziehungen zu China aufgenommen

Vor wenigen Wochen hat Panama diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik aufgenommen. Dies wird die bereits bestehenden ökonomischen Aktivitäten erheblich ausweiten:

  • Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern betrug 1,1 Mrd. USD in 2016
  • China ist der zweitgrößte Kunde bei Kanalpassagen
  • China baut derzeit einen eigenen Hafen an der Atlantikeinfahrt (Margarita Isl.)
  • China Construction America baut das Kongresszentrum in Panama City
  • 20% der Immobilien-Käufer in Avenida Balboa/Punta Pacifica in 2017 waren Chinesen (5% in 2016)
  • das Panama City Büro der Bank of China finanziert solche Käufe.

 

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Quelle: shanghaidaily.com.cn

 

China hat in ganz Lateinamerika bereits erhebliche Investitionen getätigt und Panama wird mit dieser Entscheidung künftig zu den Empfängern und Profiteuren chinesischer Auslandsinvestitionen gehören.

Immobilienwirtschaft und Tourismus werden als erste profitieren. Eine Erhöhung der im Vergleich moderaten Immobilienpreise ist in Sicht, aber hoffentlich nicht dem Beispiel von Vancouver folgen.

Quelle

 

 

 

Die Trans-Panama-Pipeline

Es war Ende der 70er, als Rohöl aus Alaska in großen Mengen anfiel und zwecks Verarbeitung zu den Raffinierien an der Golfküste transportiert werden musste, wo 7 der 10 größten US-Raffinierien angesiedelt sind.

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Die Very Large Crude Carriers (VLCC) konnten und können auch nach Erweiterung den Panamakanal nicht passieren. Ihre Ladung wurde daher ab 1979 auf der Pazifikseite am Terminal von Charco Azul (südlich von Puerto Armuelles) gelöscht und auf mehrere kleinere Tanker verteilt.

In 1980 schlug das Unternehmen PetroTerminal Panama der Regierung vor, eine Pipeline zur Karibikküste bei Chiriqui Grande zu bauen und das Rohöl auf diesem Weg zu transportieren. Die 132 km lange Pipeline ging 1982 in Betrieb und transportierte bis 1996 insgesamt 2,7 Mrd. Barrel Rohöl. Dann waren die Quellen in Alaska weitgehend erschöpft, kein Bedarf mehr für die Pipeline, die jetzt nur noch gewartet wurde.

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In 2003 wurde die Pipeline wiedereröffnet, um zunächst Rohöl aus Ecuador zur Golfküste zu transportieren. In 2005 begann Venezuela Gespräche mit dem Ziel die Förderrichtung umzukehren und auf diesem Weg venezolanisches Rohöl nach China liefern zu können. Das von Chavez und Maduro total abgewirtschaftete Land hat Milliardenkredite von China aufgenommen, die mit Rohöllieferungen zu tilgen sind. In 2014 waren dafür 500,000 bbl pro Tag vereinbart.

In 2008 sicherte sich auch BP langfristig Transport- und Speicherkapazitäten, was zum Ausbau der Terminal-Standorte an beiden Küsten führte.

Das Pipeline-Unternehmen PetroTerminal Panama gehört zu 40% der Republik Panama und es gibt Bestrebungen, das auf 100% aufzustocken.

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Nochmal zum Nikaraguakanal

Wer ein Hochhaus mit 57 Stockwerken in 19 Tagen komplett errichtet, schafft auch eine 50-Mrd.-Infrastruktur in 5 Jahren zu bauen: den Nikaragua Canal. China.

Meine bisherigen Kommentare zum Projekt waren ja eher verhalten, abwartend, skeptisch. Inzwischen gehe ich davon aus, dass es funktionieren wird.

Warum?

  1. China verfügt über 4 Billionen (trillions) in Devisen, die bisher überwiegend in US-Staatsanleihen investiert wurden. Direktinvestitionen im Ausland bringen in Niedrigzins-Phasen jedoch mehr Profit und befördern zusätzlich den Handel.
  2. China hat im Inland ein riesiges Infrastruktur-Programm absolviert und exportiert diese Fähigkeit längst in Entwicklungsländer rund um den Globus.
  3. Der Initiator des Kanals, die HKND mit Investor Wang Jing stehen zwar im Brennpunkt, können auf jede Unterstützung bauen, da das Projekt für China strategische Bedeutung hat.
  4. Der neue Kanal bringt Wettbewerb und billigere Transporte, bedient Superschiffe, die sogar für den erweiterten Panamakanal zu groß sind.
  5. Zum Kanal gehört Infrastruktur, wie Häfen, Flugplätze, Freihandelszonen, Versorgung, Beherbergung. Also  noch mehr Geschäft.
  6. Für Nikaragua ist das Projekt das Ticket in die Zukunft. Man wird alles daran setzen, es zum Erfolg zu führen. Vom zweitärmsten Land Lateinamerikas mit an die Spitze, in ein oder 2 Dekaden.

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Quelle: bbc.com

Was bedeutet es für Panama?

  • Mehr Wettbewerb und langfristig sinkende Einnahmen
  • Die Notwendigkeit, Alternativen zu entwickeln

Die Welt von morgen hat für mich 2 Schwerpunkte:

  • die USA, unverändert als Quelle innovativer Technologien, basierend auf IT
  • China, die hochmoderne Infrastruktur in alle Welt exportieren, sich im Gegenzug Absatzmärkte sichern.

Europa? Da sehe ich noch nicht einmal eine Vision.

Noch ein Ranking – Top Ten der „klimafreundlichsten“ Länder

Präsident Obama hat den Klimawandel zur größten Bedrohung der Menschheit erklärt. Wirklich. Alle Staaten sind aufgefordert, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren und wollen das beim Pariser Klimagipfel in Vertragsform bringen.

Hier schon mal die Top Ten der Länder mit den vorbildlich niedrigsten CO2 Emissionen:

10. Guinea

9. Äthiopien

8. Eritrea

7. Zentralafrikanische Republik

6. Burkina Faso

5. Mali

4. Lesotho

3. Republik Kongo

2. Tschad

1. Burundi

Um das Klima zu schützen, finanziert die US-dominierte Weltbank diesen und anderen Ländern auch keine Kraftwerke auf fossiler Brennstoffbasis mehr, sondern nur noch regenerative Energiequellen.

Rette das Klima, egal wie viele Menschenleben es kostet.

Was für eine menschenverachtende Politik. Diese Länder brauchen schnellstmöglich billige Energie. Menschen sterben dort, weil zum Kochen Dung verbrannt werden muss und weil die wenigen Krankenstationen keine stabile Stromversorgung haben.

Hilfe ist in Sicht: China hat die Asiatische Infrastruktur-Investmentbank AIIB initiiert und selbst Länder wie Kanada und Großbritannien sind dabei, trotz der Warnungen aus Washington.

Es ist davon auszugehen, dass die AIIB Infrastruktur-Projekte ohne Klima-ideologische Scheuklappen vergeben wird.

China weitet damit seinen Einflussbereich in Asien und Afrika weiter aus, die USA verlieren.

Blick in die Region – Mexiko

 

Panama liegt in Mittelamerika, was geografisch südlich von Mexiko beginnt. Und Mexiko ist heute hauptsächlich wegen der blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Drogenkartellen untereinander und mit der Staatsgewalt in den Schlagzeilen.

Weniger bekannt ist die ökonomische Entwicklung des Landes. Mexiko ist beim Bruttoinlandsprodukt die Nr. 14 in der Welt, direkt hinter Australien und vor Südkorea. Und Nr. 2 in Nordamerika, vor Kanada. (Quelle: OECD)

Historisch gesehen war Mexiko einst auf dem Weg das stärkste Land Nordamerikas zu werden.

Manche wissen, dass mit Carlos Slim ein Mexikaner derzeit reichster Mensch der Welt ist.

Im Bruttosozialprodukt pro Kopf lag Mexiko 2010 nur auf Platz 62 in der Welt. Zum Vergleich: China liegt auf Platz 91.

Mexiko ist mit 30% des Bruttoinlandprodukts (GDP) ebenso exportorientiert wie China. Hinzu kommt, dass der Erlös aus dem Drogenhandel in etwa ebenso hoch ist, wie der aus dem regulären Export.

Demgegenüber ist die Ungleichheit im Land extrem.  50% der Bevölkrerung leben unter der Armutsgrenze und 15% in extremer Armut. Ein hohes Potential für Instabilität. (Quelle: Stratfor)

Die mexikanische Regierung geht gegen den Drogenhandel vor, ohne ihn wirklich Erfolgsaussichten zu haben. Stattdessen versucht man, trotzdem solides ökomomisches Wachstum zu erzielen und die Gewalttätigkeiten vom Kernland fernzuhalten. Ein Weg, der bisher funktioniert.

Panama hat noch deutlich bessere Wachstumsraten als Mexiko, ist aber von der Bevölkerungszahl her viel kleiner und damit weniger bedeutsam.  (115 Mio. gegen 3 Mio. ) Die Auswirkungen des Drogenhandels bekommt Panama als Transitland zu spüren: Drogen werden nach Norden geschmuggelt, das eingenommene Geld nach Süden. In den letzten Jahren hat Panama jährlich ca. 50 Tonnen beschlagnahmt, geschätzte 10% des Gesamtvolumens auf diesem Weg. Der überwiegende Teil der Schwerkriminalität findet in diesem Milieu statt und beeinträchtigt nicht den Alltag. Die konzertierten Bemühungen der USA und betroffenen Länder haben bereits dazu geführt, dass Transportwege um Panama herum genutzt werden.

 

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