Energie – Segen und Fluch

Es sind nicht die großen Öltanker, die den Panamakanal in Richtung Asien passieren, aber seit Eröffnung der neuen Schleusen kann man immer wieder die gewaltigen LNG-Tanker beobachten. Manchmal scheinen sie überdimensionale Ostereier zu befördern. In jedem Fall sorgt ihr Inhalt dafür, dass in Asien nicht die Lichter ausgehen, die Autos stehenbleiben, die Montagebänder anhalten und die Chipfabriken ihre Belegschaft nach Hause schicken.

Quelle: ACP

Gerade eben, in diesem Monat, ist die US-Erdölindustrie entlang der Golfküste zum Netto-Exporteur geworden. Gerade dort wird ja nicht nur texanisches Rohöl verschifft, sondern auch Rohöl aus anderen Ländern in großen Raffinerien veredelt. Wer die Highways rund um Houston befährt, bekommt schnell einen Eindruck vom Umfang.

Mit dem massiven Anstieg der Fördermengen im Permian Basin in West-Texas kommt man mit dem Transport, lagern, verarbeiten und verschiffen von Rohöl, Erdgas, Kondensat sowie verarbeiteten Produkten kaum hinterher. Es braucht an allen Ecken neue Infrastruktur.

Diese Situation führt zu Problemen und so brennen seit Tagen in Deer Park, südöstlich von Houston, Tanks der Intercontinental Terminals Co.

Die Rauchwolke ist problematisch für Anwohner und zieht weit über das Land.

Quelle: houstonchronicle.com
Quelle: Google Earth

Hut ab vor den Leuten, die bei einem solchen Ereignis in der ersten Reihe stehen, das Feuer bekämpfen, die Anwohner betreuen und am Ende alles wieder aufbauen.

Die Trans-Panama-Pipeline

Es war Ende der 70er, als Rohöl aus Alaska in großen Mengen anfiel und zwecks Verarbeitung zu den Raffinierien an der Golfküste transportiert werden musste, wo 7 der 10 größten US-Raffinierien angesiedelt sind.

jahreviking-16-wiki-18620

 

Die Very Large Crude Carriers (VLCC) konnten und können auch nach Erweiterung den Panamakanal nicht passieren. Ihre Ladung wurde daher ab 1979 auf der Pazifikseite am Terminal von Charco Azul (südlich von Puerto Armuelles) gelöscht und auf mehrere kleinere Tanker verteilt.

In 1980 schlug das Unternehmen PetroTerminal Panama der Regierung vor, eine Pipeline zur Karibikküste bei Chiriqui Grande zu bauen und das Rohöl auf diesem Weg zu transportieren. Die 132 km lange Pipeline ging 1982 in Betrieb und transportierte bis 1996 insgesamt 2,7 Mrd. Barrel Rohöl. Dann waren die Quellen in Alaska weitgehend erschöpft, kein Bedarf mehr für die Pipeline, die jetzt nur noch gewartet wurde.

alaskachart

In 2003 wurde die Pipeline wiedereröffnet, um zunächst Rohöl aus Ecuador zur Golfküste zu transportieren. In 2005 begann Venezuela Gespräche mit dem Ziel die Förderrichtung umzukehren und auf diesem Weg venezolanisches Rohöl nach China liefern zu können. Das von Chavez und Maduro total abgewirtschaftete Land hat Milliardenkredite von China aufgenommen, die mit Rohöllieferungen zu tilgen sind. In 2014 waren dafür 500,000 bbl pro Tag vereinbart.

In 2008 sicherte sich auch BP langfristig Transport- und Speicherkapazitäten, was zum Ausbau der Terminal-Standorte an beiden Küsten führte.

Das Pipeline-Unternehmen PetroTerminal Panama gehört zu 40% der Republik Panama und es gibt Bestrebungen, das auf 100% aufzustocken.

1170x470-crop-90-images_modules_slider_slide2

%d Bloggern gefällt das: