Energy Highway

Dieses Bild zeigt den LNG Tanker KITA LNG bei der Durchfahrt unter der noch im Bau befindlichen Atlantikbrücke über die Panamakanal-Einfahrt und zeigt symbolisch neue Entwicklungen im Welthandel.

Gas im Überfluss dank hydraulic fracturing und der erweiterte Panamakanal sorgen dafür, dass Asien ausreichend und bezahlbare Energie bekommt.

Die Wirtschaftsmacht Japan hat keinerlei Öl- oder Gasvorkommen, sondern ist komplett auf Importe angewiesen. Flüssiggas von der US-Golfküste vermindert die Abhängigkeit von arabischen und russischen Lieferanten.

 

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Der Tanker hat Liquified Natural Gas, auf 25 kPa komprimiert und bei -162°C, nach Japan gebracht und ist auf dem Heimweg von Oita nach Beaumont-Port Arthur, Texas.  Mit seiner Breite 44 m bei einer Länge 294,2 m passt das Schiff nur durch die neuen Schleusen und ist auch genau dafür ausgelegt.

Details zu der im Bau befindlichen Brücke habe ich hier und hier gegeben.

 

 

Kanalerweiterung – Bilanz eines Jahres

Seit am 26. Juni 2016 die neuen erweiterten Schleusen von Cocoli (Pazifik) und Agua Clara (Atlantik) den Panamakanal für noch größere Schiffe passierbar machten, ist genau ein Jahr vergangen – Zeit für eine erste Bilanz.

Alle Angaben stammen vom Betreiber ACP, der panamesischen Kanalbehörde.

  • mehr als 1500 Neo-Panamax-Schiffe haben den Kanal passiert
  • davon waren 51,3% Containerschiffe, 31,5 LPG- und 9,1% LNG-Tanker
  • Transit-Tonnage um 22,2% erhöht
  • 15 von 29 Liniendiensten haben bereits Neo-Panamax-Schiffe in Dienst gestellt, insbesondere für den Verkehr zwischen Asien und der US-Ost/Golfküste
  • täglich passieren durchschnittlich knapp 6 Schiffe die neuen Schleusen, mehr als doppelt so viel wie erwartet
  • 90% der weltweiten LNG-Flotte kann nun den Kanal passieren
  • das Wachstum bei LPG-Transporten verläuft exponentiell
  • kürzere Wege und größere Schiffe haben CO2-Emissionen um 17 Mio. Tonnen reduziert

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Die Vienna Express – ein Neo-Panamax-Containerschiff 

Mehr gute Nachrichten?

  • Panama wächst in 2017 mit 6,2%.
  • S&P bewertet das Bankensystem Panamas als stabil
  • Panama City als eine von 7 Global Cities of the Future benannt (hier)

Energierevolution und Panamakanal

Gestern früh passierte der LNG-Tanker „Maran Gas Apollonia“ die erweiterten Schleusen des Panamakanals und eröffnete damit ein neues Zeitalter, nicht nur für den Kanal. Ein Novum ist nämlich auch, dass dieses Monstrum mit 289 m Länge und 45 m Breite von Sabine Pass an der texanischen Golfküste nach Gulei in China unterwegs ist: die USA als Energie-Exporteur.

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Quelle: ACP

 

Über viele Jahrzehnte war das Land nicht nur größter Verbraucher sondern auch größter Importeur von Erdöl und Erdgas. Diese Abhängigkeit prägte nachhaltig die Außenpolitik, galt es doch, die Energieversorgung der größten Volkswirtschaft der Welt zu sichern.

Mit den stark zunehmenden Fördermengen dank hydraulic fracturing sind die USA inzwischen in der Lage, selbst Erdgas zu exportieren. Das hat geopolitische Konsequenzen. Wenn das Land in absehbarer Zeit energieautark sein wird, werden z.B. europäische Länder die Energieversorgung ihrer Volkswirtschaften selber sichern müssen.

Und ist es nicht merkwürdig, dass eine Technologie, die soeben den globalen Energiemarkt umkrempelt, in Deutschland von vornherein ausgeschlossen wird? In einem Land, das bereits Kernenergie und Kohle abschafft, alles im Namen der „Großen Dekarbonisierung“.

Als Cheniere’s Sabine Pass Werk in 2009 fertiggestellt war, sollte es importiertes LNG wieder in den gasförmigen Zustand überführen und in das US-weite Pipelinesystem einspeisen.

Genau zu dieser Zeit aber drehte sich mit der breiten Anwendung von hydraulic fracturing der Gasmarkt in den USA komplett. Shale-Gas wurde in großen Mengen verfügbar, Import überflüssig. Die Investoren fürcheten um ihre Milliardeninvestition.

Letztlich wurden den vorhandenen Einrichtungen wie Rohrleitungen, Tanks, Piers und Pumpen eine Verflüssigungsanlage hinzugefügt und aus dem LNG-Import- wurde ein LNG-Export-Terminal. Statt ihr Investment abschreiben zu müssen, werden die Shareholder in den kommenden Jahrzehnten wohl satte Gewinne einfahren.

 

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Quelle: Cheniere

 

Satte Gewinne bringen solche LNG-Tanker, als völlig neues Marktsegment, auch der Panamakanal-Behörde und der Republik Panama.

Die Roundtrip-Passage für ein Schiff dieser Klasse kostet derzeit um die $600.000, spart gegenüber der Strecke um Cap Horn oder durch den Suezkanal aber $3 Mio. ein. Und so soll die jährliche Anzahl der LNG-Transits innerhalb der nächsten 5 Jahre auf bis zu 550 ansteigen.

 

Glückliche Umstände – Shalegas und Panamakanal

Als die Erweiterung des Panamakanals in 2007 begonnen wurde, waren die USA noch ein Importeur von Flüssiggas (LNG, LPG).  Es gab nur ein einziges LNG Exportterminal, in Kenai/ Alaska und 44 Jahre alt.

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Die Bedeutung des Transports dieser Güter durch den Kanal war dementsprechend gering (14,7% in 2012).

Noch heute ist die sog. Panamax-Klasse die Obergrenze für Schiffe, die den Kanal passieren können. Es entspricht einer Tonnage von 70 bis 80.000 dwt (deadweight tons). Sowohl in der existierenden als auch im Bau befindlichen Tankerflotte überwiegen aber Post-Panamax-Schiffe, auch als Suezmax, Aframa und VLGC kategorisiert.

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Mit der Erweiterung des Kanals können ab 2015 dann 80% der LNG-Tankerflotte den Kanal passieren.

Parallel dazu verschieben sich gerade die LNG-Handelsströme, basierend auf dem Fakt dass die USA dank Shalegas-Revolution vom Importeur zum Exporteur werden.

LNG-Terminalprojekte sind im Zuge dieser Entwicklung weltweit schon storniert und neu konzipiert worden. Mit LNG-Exportterminals an der Golfküste und dem erweiterten Panamakanal wird der Export in Richtung Asien attraktiv. Bedarf hoch, Kosten aufgrund der größeren Tanker um 25% niedriger.

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Knapp 100 Jahre ist es her, dass der Panamakanal vom US-Ingenieurskorps gebaut und in Betrieb genommen wurde. Die derzeit laufende Erweiterung ermöglicht nicht nur höheren Durchsatz, sondern die zeitliche Koinzidenz mit der US-LNG-Exportoffensive eröffnet dem Betreiber PCA bisher unterschätztes Umsatzpotential. Gut für Panama.

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Quelle: www.rigzone.com

Mehr dazu: www.pancanal.com

 

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