Energierevolution und Panamakanal

Gestern früh passierte der LNG-Tanker „Maran Gas Apollonia“ die erweiterten Schleusen des Panamakanals und eröffnete damit ein neues Zeitalter, nicht nur für den Kanal. Ein Novum ist nämlich auch, dass dieses Monstrum mit 289 m Länge und 45 m Breite von Sabine Pass an der texanischen Golfküste nach Gulei in China unterwegs ist: die USA als Energie-Exporteur.

marineinsight

Quelle: ACP

 

Über viele Jahrzehnte war das Land nicht nur größter Verbraucher sondern auch größter Importeur von Erdöl und Erdgas. Diese Abhängigkeit prägte nachhaltig die Außenpolitik, galt es doch, die Energieversorgung der größten Volkswirtschaft der Welt zu sichern.

Mit den stark zunehmenden Fördermengen dank hydraulic fracturing sind die USA inzwischen in der Lage, selbst Erdgas zu exportieren. Das hat geopolitische Konsequenzen. Wenn das Land in absehbarer Zeit energieautark sein wird, werden z.B. europäische Länder die Energieversorgung ihrer Volkswirtschaften selber sichern müssen.

Und ist es nicht merkwürdig, dass eine Technologie, die soeben den globalen Energiemarkt umkrempelt, in Deutschland von vornherein ausgeschlossen wird? In einem Land, das bereits Kernenergie und Kohle abschafft, alles im Namen der „Großen Dekarbonisierung“.

Als Cheniere’s Sabine Pass Werk in 2009 fertiggestellt war, sollte es importiertes LNG wieder in den gasförmigen Zustand überführen und in das US-weite Pipelinesystem einspeisen.

Genau zu dieser Zeit aber drehte sich mit der breiten Anwendung von hydraulic fracturing der Gasmarkt in den USA komplett. Shale-Gas wurde in großen Mengen verfügbar, Import überflüssig. Die Investoren fürcheten um ihre Milliardeninvestition.

Letztlich wurden den vorhandenen Einrichtungen wie Rohrleitungen, Tanks, Piers und Pumpen eine Verflüssigungsanlage hinzugefügt und aus dem LNG-Import- wurde ein LNG-Export-Terminal. Statt ihr Investment abschreiben zu müssen, werden die Shareholder in den kommenden Jahrzehnten wohl satte Gewinne einfahren.

 

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Quelle: Cheniere

 

Satte Gewinne bringen solche LNG-Tanker, als völlig neues Marktsegment, auch der Panamakanal-Behörde und der Republik Panama.

Die Roundtrip-Passage für ein Schiff dieser Klasse kostet derzeit um die $600.000, spart gegenüber der Strecke um Cap Horn oder durch den Suezkanal aber $3 Mio. ein. Und so soll die jährliche Anzahl der LNG-Transits innerhalb der nächsten 5 Jahre auf bis zu 550 ansteigen.

 

Über jaypacific
Verbringe dein Leben in einer ewigen Glückseligkeit der Vorfreude, etwas zu erhoffen, zu erwarten, zu planen oder zu erträumen. ... Könnte von mir sein, ist aber von Kai Krause in "Das Wissen von morgen"

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