Noriega – ein Diktator weniger

Der Mann der Panama von 1983 bis 1989 als Diktator unter seinen Stiefeln und schon Jahre vorher als Geheimdienstchef Einfluss auf mehrere Präsidenten hatte, ist gestern verstorben.

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Quelle: La Prensa

Das Flugfeld von Rio Hato nebenan war damals einer der Schauplätze der Operation Just Cause, bei der die Amerikaner seiner Herrschaft ein Ende gemacht haben.

Und bis vor einem Jahr stand auch noch Noriega’s zerschossene Strandvilla nur wenige Kilometer von hier entfernt.

Ein panamesischer Rechtsanwalt meinte vor geraumer Zeit, dass Panama erst seit Ende 1989 eine wirkliche Republik ist. Recht hat er.

Und was Diktatoren so anrichten sieht man an den Castros in Kuba, sowie Chavez und seinem Nachfolger Maduro in Venezuela.

Zeit zum Abtreten.

 

Amerika-Gipfel in Panama

Ende letzter Woche war Panama City das Ziel für Regierungsdelegationen aus 35 amerikanischen Staaten, von denen die meisten durch ihre Regierungschefs vertreten waren.

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Gut für die Hauptstadtbewohner, weil wegen unvermeidlicher Straßensperrungen am Freitag und Samstag arbeitsfrei war. Entsprechend besucht waren die Pazifikstrände.

Politischer Höhepunkt war zweifellos die Fortführung der Annäherung zwischen den USA und Kuba. Heute hat Washington dann auch Kuba von der Liste der Terror-unterstützenden Staaten gestrichen.  Dies hatte ja neben dem jahrzehntelangen Embargo erhebliche Auswirkungen auf den Inselstaat in der Karibik. Normalität ist angesagt und insbesondere den Menschen in Kuba wird die Entspannung gut tun.

Neben Politikern sind immer auch Unternehmer im Tross dabei. Mark Zuckerberg, Chef von Facebook, nutzte die Gelegenheit, um mit Präsident Varela sein Projekt internet.org vorzustellen und Panama einzubeziehen.

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Ziel dabei ist, der Bevölkerung in Entwicklungsländern den kostenlosen Zugang zu ausgewählten Netzinhalten zu ermöglichen. Eine gute Idee, auch wenn Panama schon in vielen Landesteilen kostenlose öffentliche Hotspots in Betrieb hat. In den Ballungszentren und Strandressorts hat man seit Jahren schon schnellen Breitbandanschluss.

Sonst wären wir nicht hier …

Die kurze Reise der Chong Chon Gang

Als Chong Chon Gang kann man getrost die Besatzung des gleichnamigen nordkoreanischen Frachters bezeichnen, die nach Aufbringung des Schiffes versucht hat, die Kräne und andere Einrichtungen unbrauchbar zu machen. Eine ziemlich alberne Aktion.

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Nach nur 1.500 km war die Fahrt des schon einschlägig bekannten Schiffs zu Ende und Panama’s Präsident Martinelli eilte selbst nach Colon, zur Atlantikeinfahrt des Panama-Kanals, verbreitete erste Fotos der verdächtigen Fracht über seinen Twitter-Account:

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Während Kriegsschiffe jeglicher Nationalität den Kanal passieren dürfen, ist der undeklarierte Transport von Waffen in Frachtschiffen verboten, wie auch eine UN Embargo jegliche Waffentransporte nach Nordkorea untersagt.

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Ob die panamesischen Behörden das Schiff ursprünglich tatsächlich wegen Verdachts auf Drogenschmuggel gestoppt haben, sei mal dahingestellt. So miserabel sollten die einschlägigen Dienste nicht gearbeitet haben.

Eher muss man über den Optimismus der Auftraggeber dieser Fracht staunen. Glaubte man wirklich, neben Tausenden Säcken Zucker auch Container mit Rakenteilen, Radar-Ausrüstung und ganzen MIGs in Kuba(!) unbemerkt auf ein einschlägig bekanntes nordkoreanisches (!) Schiff laden zu können?

Das ist so naiv, dass man schon wieder darüber nachdenken muss, wovon diese Aktion denn ablenken soll. Keiner der Beteiligten kann im Ernst geglaubt haben, dass das gut geht.

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