Abgeschaltet

Nur wenige Wolken am blauen Himmel bei 32°C und wir beschließen, den Stand der Energieversorgung in Panama vorsorglich zu erkunden.

Nicht am weit entfernten Fortuna-Stausee in den Bergen von Chiriqui sondern am Madden Damm, nur 40 Autominuten nordöstlich der Hauptstadt. Wie man im Bild sehen kann, ist alles in Ordnung, das Wasser fließt und erzeugt Energie. Gut für Panama.

Anderswo, in der alten Heimat, sieht es nicht so gut aus: In Ba-Wü wird die Bevölkerung ersucht, zwischen 14 und 15 Uhr Strom zu sparen, und das bevor der Winter überhaupt begonnen hat.

Ein Blick auf die Historie der ehemals 3 KKW in Ba-Wü (Quelle) zeigt, warum der Strom knapp wird.

Das Kernkraftwerk Obrigheim wurde aufgrund des 2002 beschlossenen Atomausstiegs im Mai 2005 endgültig abgeschaltet und wird seit 2008 abgebaut. Die Kernkraftwerke Neckarwestheim I (GKN I) und Philippsburg 1 (KKP 1) wurden aufgrund des Moratoriums im März 2011 abgeschaltet und haben ihre Berechtigung zum Leistungsbetrieb am 6. August 2011 endgültig verloren. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat die Stilllegungsgenehmigungen für diese beiden Kernkraftwerke im Februar (Neckarwestheim I) beziehungsweise April 2017 (Philippsburg 1) erteilt. Somit befinden sich in Baden-Württemberg aktuell drei Kernkraftwerke im Abbau. Das Umweltministerium überreichte der EnBW am 19. Dezember 2019 die Stilllegungs- und Abbaugenehmigung für Philippsburg 2. Die Anlage wurde zum 31. Dezember 2019 endgültig abgeschaltet.

Das Kernkraftwerk Neckarwestheim II darf noch betrieben werden. Die Laufzeit der Anlage endet spätestens Ende 2022.

Wenn es nur Ba-Wü wäre. Der Plan ist ja, die Energieversorgung des ehemaligen Industrielandes Deutschland demnächst komplett ohne Kernkraft und fossile Brennstofe zu betreiben. Nur Gas darf als Brückentechnologie noch eine Weile benutzt werden. Welches Gas?

Der Atomausstieg, das wichtigste Projekt der Grünen, wurde schon in 2002 von einer rot-grünen Regierung beschlossen und seitdem umgesetzt, unter Merkel zuerst ent- und dann verschärft.

Manfred Haferburg ist Kernkraftwerks-ingenieur, hat Jahrzehnte in dieser Branche gearbeitet und inspiziert noch heute im Auftrag der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA Kernkraftwerksanlagen in aller Welt.

Er beschreibt in diesem spannenden Beitrag, wie „technisch ahnungslose Politiker“ diese lebenswichtige Branche über Jahrzehnte zum „Spielball“ gemacht und mutwillig zerstört haben. Eine Industrie, in der Deutschland technologisch und sicherheitstechnisch führend war, die uns heute und morgen eine Menge Probleme bis hin zum möglichen Blackout ebenso erspart hätte, wie nunmehr exorbitante CO2-Emissionen.

Es ist eine wunderschöne Vollmondnacht in Panama. Deutschland ist 9.000 km entfernt, die deutschen Wähler und die staatstragenden Konzerne haben in Überzahl genau diese Energiepolitik gewählt.

Also alles in Ordnung da drüben. Und hier auch.

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