Die Panama Papers Hysterie

Kaum war das auf einem Datendiebstahl beruhende Panama Papers Projekt online, hatten sich mit Gysi und Giegold schon reflexartig die Kapitalismus-am-liebsten-Abschaffer zu Wort gemeldet. Geschenkt.

Kaum ein Beitrag zum Thema vergisst zu erwähnen, dass Offshore-Firmenkonstrukte in der Tat nicht illegal sind. Warum aber dann all die als Tatsachen dargestellten Vermutungen und Aufbauschungen, die Unterstellungen und hysterische Wortwahl?

Es gibt offensichtlich interessierte Kreise:

  • die Presse, die unter rückläufigen Einnahmen und schwindender Glaubwürdigkeit leidet
  • die Regierungen hochverschuldeter Länder, die stetig ihre Steuerbasis verbreitern müssen
  • die rot-grüne Antikapitalismus-Bewegung, die 25 Jahre nach dem Crash des Sozialismus wieder im Kommen ist

Wozu werden offshore-Firmen genutzt?

In erster Linie zum Schutz von Vermögenswerten, geschäftlich und privat.

  • Unternehmen trennen seit jeher Vermögensgegenstände vom operativen Geschäft. Damit wird im Insolvenzfall oder bei gerichtlichen Auseinandersetzungen der Kern des Geschäfts geschützt. Das ist nicht nur legitim, sondern zwingend notwendig. Wer das als Unternehmer nicht tut, handelt unverantwortlich.
  • Vermögende Privatpersonen tun dasselbe, um ihr Vermögen vor dem berechtigten oder unberechtigtem Zugriff von Gläubigern zu schützen. Das ist nicht nur legal, sondern höchst sinnvoll.

Eine solche asset protection company wird vorzugsweise dort installiert, wo Errichtung und Betrieb unkompliziert und preisgünstig sind. Keine deutsche GmbH. An dieser Stelle kommen oft kleine Länder zum Zug, die weder Bodenschätze noch Industrie haben und stattdessen solche Dienstleistungen fördern und anbieten.

Wenn Sie heute in Panama ein Haus oder Apartment kaufen, rate ich Ihnen dringend, es in einer Panama Corporation zu halten. Es schützt Ihr neu erworbenes Eigentum und die Übertragung von Firmenanteilen statt Immobilien ist hier legal steuerfrei.

Sie werden dann beim nächsten Mal in den Panama Papers auftauchen, aber sind unschuldig wie ein Neugeborenes.

Solche Firmen brauchen weder Schreibtische noch Angestellte, noch muss der Eigentümer sich in fremder Jurisdiktion als Direktor angreifbar machen. Genau dafür gibt es nominee directors, die standardmäßig von der Gründungskanzlei gestellt werden. Legal und zweckmäßig.

Bankkonten wird diese Firma in Panama und nahezu überall in der Welt heutzutage nicht bekommen, ohne wirtschaftlich Berechtigte und Herkunft des Geldes offenzulegen.

Die offshore services Industrie ist für viele Inselstaaten und kleine Länder, wie auch US-Staaten, mangels Alternativen eine wichtige Einnahmequelle. Gab und gibt es Missbrauch? Natürlich. Offshore-Firmen sind dabei aber nur ein Instrument, nicht die Ursache.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über jaypacific
Verbringe dein Leben in einer ewigen Glückseligkeit der Vorfreude, etwas zu erhoffen, zu erwarten, zu planen oder zu erträumen. ... Könnte von mir sein, ist aber von Kai Krause in "Das Wissen von morgen"

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