Hoch zwischen den Meeren

Es ist immer wieder faszinierend, die Inselwelt Panamas von oben zu sehen und wo kann man das schon innerhalb weniger Stunden in zwei Ozeanen? Faszinierend.

Der Las Perlas Archipel ist uns vertraut, liegt er doch nur ca. 120 km von unserem Zuhause entfernt im Golf von Panama, ist per Flugzeug direkt oder per Expressfähre aus der Hauptstadt einfach zu erreichen. Er besteht aus einer Vielzahl felsiger und dicht bewachsener Inseln. Nur drei davon (Contadora, Saboga, Isla del Rey) sind von insgesamt weniger als 3.000 Einheimischen besiedelt, einige andere sind Ziel von Tourismusinvestitionen auf unterschiedlichem Niveau. Dazu zählen Isla Pedro Gonzalez (Pearl Island), Isla de San Jose und Isla Viveros.

Die andere Inselwelt, San Blas, erstreckt sich über 200 km an Panama’s Nordküste im Karibischen Meer und gehört zum Autonomen Gebiet der Ureinwohner vom Stamm der Kuna Yala. Eine einzige Straße führt über die Berge nach Carti, weiter geht es nur per Boot, oder gleich per Flugzeug zu einem der 17 Landestreifen zwischen El Porvenir und Puerto Obaldia, an der Küste oder auf den Inseln. „Landestreifen“, weil die meisten nicht länger als 400 m sind und 8 m breit.

Es ist die Welt der Korallenatolle, Segelboote und Hängematten im Schatten von Palmen. Ein karibisches Paradies, was zugleich eine gute und nicht so gute Nachricht ist.

Und genau diese will ich mir näher von oben anschauen. Zielgebiet ist die Küste zwischen El Porvenir und Playon Chico, eine Strecke von 45 nautischen Meilen (80 km). Von da geht es noch weiter bis zur kolumbianischen Grenze, aber ich will iinsgesamt nicht länger als 3 Stunden unterwegs sein und werde diesen Teil separat in Angriff nehmen.

Das Wetter ist gut über ganz Panama und hier ist der Plan:

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Ich fliege vom Chame Airport ab, melde mich bei Panama Advisory und darf fliegen wie ich will. Auf 5500 ft bin ich über einer aufgelockerten Wolkenschicht, im Norden vorbei an Panama City mit der Kanaleinfahrt.

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Als die ersten Atolle östlich von El Porvenir in Sicht kommen, sinke ich in einer großen Schleife bis auf 2.500 ft. Unter mir liegen viele Yachten und genießen den Tag im Paradies. Die Farben sind einfach überwältigend.

Ein Stück geht es an der Küste entlang und ich steige wieder. Nach kurzer Zeit ist Playa Chicon erreicht. Einige kurze Schnappschüsse beim Steigen auf 9.000 ft, um genug vertikalen Abstand zu den Wolken zu haben.

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Da oben sind es nur noch 13°C (56F) und ein wunderschöner Ausblick. Es geht mit 115 kt über Grund in Richtung West (256°).

Die Wolkenschicht hat an der Karibikküste begonnen und endet genau an der Pazfikküste, unter mir die Flüsse des Darien Dschungels und voraus kann ich im Dunst schon Las Perlas sehen.

Ich stelle eine moderate Sinkrate ein und nehme Kurs auf Scarlett Martinez, den internationalen Flugplatz bei uns zu Hause. Nördlich von Las Perlas und immer noch zwischen 9.000 und 7.500 ft kreuze ich direkt den Kurs auf Tocumen, den Hauptstadtflughafen. Und schon meldet sich Panama Advisory bei mir:

„HP-1708, we have some airliners lined up for Taboga VOR. Could you turn to 240 and descend to 4000 ft?“. Das tut man dann besser auch, wenn man nicht mit einer Boeing 737 auf Kollisionskurs sein will.

„Affirmative. Turning 240, descending 4000. HP-1708.“

Kurz danach setze ich sanft auf MPSM’s Runway 17 auf. Feierabend. Schön war’s.

 

 

 

 

 

 

Golf von Panama – die große Badewanne

Südlich vor Panama City, begrenzt durch die Halbinsel Azuero im Westen und den Darien-Dschungel im Osten liegt der Golf von Panama.

 

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Ca. 30.000 km² groß, im Durchschnitt 50 Meter tief und 28°C warm, eine Riesenbadewanne.

Kreißsaal und Kindergarten der mächtigen Buckelwale zwischen Juli und Oktober.

Mitten drin befindet sich der Las Perlas Archipel, nur 70 km von der Haupstadt entfernt, ein beliebtes Ausflugsziel zum Wochenende. Isla Contadora ist bebaut mit Villen, kleinen Hotels, Bed&Breakfast. Isla San Jose (Pearl Island) und Isla Viveros werden zu Luxusdestinationen entwickelt. Die größte, Isla del Rey, ist noch weitgehend unberührt.

Vom südlichen Rand sind es nur 800 km zum Äquator, 1.400 km zu den Galapagos-Inseln und zur eisigen Küste von Antarctica beruhigende 9.000 km.

Vom südlichen Rand aus fällt der Meeresboden innerhalb von 50 km auf mehr als 3.000 Meter ab.

Frequentiert wird der Golf von Panama auch von mehr als 14.000 Handelsschiffen jährlich, die den Panamakanal passieren. Wer die Gegend überfliegt wird davon erstaunlich wenig sehen. Nur um Isla Taboga, unweit der Kanaleinfahrt, liegen stets zwischen 30 und 40 Schiffe und warten auf ihre Passage.

 

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Quelle: Panaviacion

 

 

 

Die „gefährlichste Traumstraße der Welt“?

Es sind nicht nur die vielen Schreibfehler, die mich immer wieder an der Professionalität der Mainstream-Journalisten zweifeln lassen. Mehr noch ist es der fachliche Unsinn, der geschrieben wird. So hat ja wohl die Tagesschau gestern in ihrer Meldung zum zweiten Jahrestages des Fukushima-Unfalls den Eindruck erweckt, als ob die vielen tausend Toten auf den Atomunfall zurückzuführen seien. Eine Steilvortlage für Frau Roth, die schon mal als „fleischgewordene Schnappatmung“ bezeichnet worden ist.

Der Fokus titelte letzte Woche wie oben geschrieben. Und weiter …

„Sie hat schon viele Opfer gefordert: bei Unfällen, Überfällen und auch bei Mordanschlägen, vor allem im Grenzgebiet zwischen Panama und Kolumbien….“

Zu blöd, dass es genau da keine Panamericana gibt, sondern eine 100 km lange Lücke, die der Verfasser auch im Absatz davor noch ausdrücklich erwähnt:

„Im Darien-Nationalpark im Süden Panamas endet die Straße im Busch … Weiter geht die Panamericana erst nach knapp 100 Kilometern in Kolumbien.“

Im Darien lauern andere Gefahren, nicht für Autofahrer. So hat die kolumbianische FARC im Grenzgebiet Lager unterhalten, entlang der Küste verlaufen Schmuggelrouten für Kokain und es gibt Tiere, die man nicht unterschätzen sollte.

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Diese 5 Meter lange Boa constrictor hat wohl einen Menschen in Gänze verschlungen. Die Meldung ist nicht bestätigt worden, aber das Bild ist ziemlich eindeutig.(Quelle: http://www.panama-guide.com)

Die Panamericana ist die Straßenverbindung von Alaska durch Nord-, Mittel- und Südamerika bis hinunter nach Patagonien.

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Die gesamte Strecke beträgt ca. 26.000 km, teils mehrspurig wie durch die USA und Kanada, teils als Schotterstrecke durch weite Teile Südamerikas.

In Panama führt sie von der Grenze zu Costa Rica im Westen bis hinter Yaviza im Darien-Dschungel. Das Schließen der Lücke ist nicht geplant. Es bleibt ein Puffer, als Naturpark und Sicherheitszone. Möglicherweise wird die angedachte Erdölförderung vor der karibischen Küste Kolumbiens und Panamas eines Tages zum Umdenken führen.

Durch Panama führt die Panamericana als ausgebaute und bestens unterhaltene Straße über 780 Kilometer. 4-spurig zwischen Santiago und Panama City, sonst zweispurig. Es ist die Hauptverkehrsschlagader des Landes und darüber hinaus von Bedeutung. Entsprechend ist der Verkehr. Große Mack-Trucks, mit Containern von und zu den Kanalhäfen, Tieflader mit schweren Baufahrzeugen für Infrastruktur und Minen, Überlandbusse, SUV und Pickups voll mit Obst und Gemüse oder den Freizeitgerätschaften der Panamesen, wie Jetski, ATV oder Motorboot. Kleinbusse und Taxen, die den Verkehr von der Hauptstraße in die Provinz verteilen. Und nicht zu vergessen, die Biertransporter für „Balboa“, „Atlas“ und „Panama“.

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Entlang der Pazifikküste gehen immer wieder Stichstraßen ab zu den Strandressorts.

Für uns ist die Panamericana keine gefährliche Straße, obwohl natürlich immer wieder Unfälle vorkommen, insbesondere infolge der heftigen tropischen Regenfälle zwischen September und November.

Fahren Sie doch selbst mal ein Stück auf der  „gefährlichsten Traumstraße der Welt“.

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