Wind of change (2)

Wer heute in Ausbildung, Studium oder erst ein paar Jahre im Beruf ist, wird signifikante Veränderungen erfahren.

Fängt schon beim Studium an: Mit Massive Open Online Courses (MOOC) bieten die meisten namhaften Universitäten längst ihre Kurse online an, selbstbestimmtes Tempo und kostenlos.

Auch wenn mein Studium der Technischen Kybernetik seinerzeit alles andere als stressig war, heute könnte ich tagsüber Surflehrer sein und abends am MIT Informatik studieren, oder Architektur. Und genau die Module wählen, die mich weiterbringen. Also nicht Technische Mechanik, was mir damals ein Grauen war.

Traumhaft.

Wenn Roboter alle möglichen Arbeiten ausführen, bleiben aus meiner Sicht drei Möglichkeiten seinen Lebensunterhalt zu verdienen und dabei Spaß zu haben:

  • Kreative Tätigkeiten
  • Investments
  • Persönliche Dienstleistungen

Erfolgreich zu sein, bedeutet aber zuerst eines: unternehmerisch denken. Nicht irgendein Arbeitgeber ist für mich verantwortlich, sondern ich selbst. Auch als Angestellter bin ich mein eigenes „Unternehmen“ und agiere auch so.

Kreativität meint das Schaffen von etwas Neuem und Nützlichem. Und Kreativität ist dass, wo uns Roboter nicht so bald übertreffen werden.

  • forschen und lehren – Vorgehensweise um die Welt zu verstehen
  • Kunst erschaffen- etwas das uns erfreut
  • Produkte entwickeln – etwas das uns nützt
  • Konzepte entwerfen – gedanklicher Rahmen für etwas das wir planen

In allen vier Feldern spielt ein Begriff heute eine wichtige Rolle: Software.

„Software is eating the world“ hat Marc Andreesen, ein Vorreiter in Sachen Internet und Investor in den erfolgreichsten Internet-Unternehmen, vor Jahren schon prognostiziert.

Software ist es, die z.B. ein Smartphone oder Tablet zum Universalgerät macht, so universell, dass ich den Platz hier nicht mit einer Aufzählung verschwenden will.

Software-Entwickler sind im Silicon Valley zu den bestbezahlten Angestellten aufgestiegen. Und da Software alle Branchen durchdringt, kann man seine persönlichen Interessen damit bestens kombinieren. Ein Ticket für die Zukunft.

Mit 3-D-Druck wird das Produzieren zum Kinderspiel. Ein gefragtes Produkt entwerfen, die zugehörige Software für den 3-D-Drucker schreiben und dies weltweit vermarkten. Ein weiteres Beispiel, wie man seine Zukunft auch ohne 9-bis-17-Uhr-Arbeitsplatz gestalten kann.

Oder aus leidvoller Erfahrung mit schlechten Produkten und Dienstleistungen kann man einen eigenen Ansatz finden. Idee –> Umsetzung –> Vermarktung. Crowdfunding ermöglicht die Umsetzung und hat mehrere Vorteile:

  • das Echo auf ein Projekt zeigt das Interesse
  • die Anlaufkosten werden gedeckt, ohne Darlehen aufzunehmen (Bank) oder Anteile abzugeben (Venture capital)
  • die Geldgeber sind zugleich die ersten Kunden

Kreativität ist was uns stark beeindrucken, zutiefst zufriedenstellen und uns zu einem Leben verhelfen kann, das lebenswert ist.

Und jetzt werde ich nochmal „Wind of change“ auflegen und den Hut ziehen vor Menschen, die solches erschaffen.

 

 

 

 

 

 

Wind of change (1)

Heute früh liefen im Autoradio die Scorpions mit „Wind of change“. Was Anfang der Neunziger auf gesellschaftliche Veränderungen im Ostblock anspielte, kann man heute auf die rasante technische Entwicklung beziehen.

Natürlich lief das Lied nicht im Autoradio, sondern wurde per Bluetooth vom Smartphone in das Entertainment-System des Autos eingespielt. Wind of change …

Staub saugen, Gras mähen, Autos montieren – das tun Roboter schon seit geraumer Zeit. Und demnächst werden solche Maschinen, mit künstlicher Intelligenz ausgestattet, uns Menschen bei vielen Tätigkeiten überlegen sein.

Boston Dynamics Atlas

„Super, wenn ein Robot meine Arbeit macht … aber was mache ich denn dann?“

Da schlägt die große Stunde der Befürworter von staatlichem Grundeinkommen und möglicherweise gibt es sowas dann ja auch.

In seinem Buch „The Singularity & Socialism“ hat der Autor C. James Townsend schon den interessanten Gedanken geäußert, dass die linke Bewegung ihren Vordenker Karl Marx komplett falsch verstanden hat.

Der Kapitalismus mit seiner unvergleichlichen Produktivitätsentwicklung hätte nach Marx nicht bekämpft werden, sondern in Ruhe sich entwickeln sollen. Am Tag X, wenn er dank technischen Fortschritts in ein Zeitalter des Überflusses geführt hätte, wäre automatisch die Idee des Sozialismus, dass jeder nach  seinen Bedürfnissen bekommen soll und kann, erfüllt.

Klassenkampf als Sabotage an Marx’schen Ideen – das gefällt mir.

Zurück zur persönlichen Lebensplanung. Schrittweise, und nur gelegentlich bewusst registriert, hat sich unser Leben bereits massiv positiv verändert.

Ganz klar auch nicht zu Lasten anderer, sondern technologischer Fortschritt hat den „Kuchen“ größer gemacht, Armut weltweit seit 1990 von 19% auf 10,8% massiv reduziert.

Kein schlechtes Gewissen also, auch wenn uns das Bücher wie „Wie viele Sklaven halten Sie?“ gern einreden wollen. Stattdessen empfehle ich zur Einstimmung Ayn Rand’s zeitlosen Klassiker „Atlas shrugged“ zu lesen. („Der Streik“ in deutscher Ausgabe)

Das Thema des nächsten Posts wird „Kreativität“ sein. Das hat ganz viele Facetten und alle haben damit zu tun, wie wir in der überschaubaren Zukunft ein gutes Leben leben können.

Sie kommen wieder her? Ich freue mich darauf.

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