Reisen in Coronazeiten

Am 24. August sind wir von Panama via Amsterdam nach Frankfurt geflogen und haben 3 Wochen in Deutschland mit family & friends verbracht. Am 14. September ging es auf dem gleichen Weg zurück.

Was waren unsere Eindrücke?

Mit KLM haben wir vor einigen Wochen den Trip PTY – AMS mit einer Boeing 777, AMS – FRA auf einer Embraer, und genauso zurück gebucht. Alle Segmente auf den gleichen Plätzen: 1A und 1C. Alle Abflug- und Ankunftszeiten wurden planmäßig eingehalten.

Panama City – Tocumen. Das war ein sehr ungewohntes Bild: wir waren ziemlich früh in die Stadt gefahren und außer uns saß genau ein Reisender ganz verloren in einem völlig geleertem Flughafen. Die ca. 15 sichtbaren Angestellten waren mit Temperaturcheck und Ermahnungen zum Maskentragen beschäftigt. Keinerlei Gastronomie oder Verkauf, keine Lounges. Zwei Stunden vor Abflug trudelten insgesam ca. 100 weitere Passagiere ein und der normale Check-in begann.

Nicht normal war die Ausrüstung einiger chinesischer Passagiere, die wohl zuerst nach Amsterdam und von dort, in einem weiteren 10-Stunden-Flug nach Hause wollten. Solche Ausstattung kannte ich nur von Filmen wie Outbreak oder aus meiner kurzen Militärzeit, als es um Schutz vor ABC-Waffen ging (atomar/biologisch/chemisch). Nicht umsonst haben die Chinesen persönliche Schutzausrüstung in aller Welt aufgekauft, bevor die WHO eine Pandemie verkünden durfte.

Amsterdam Schiphol. Beinahe business as usual. Alle Shops und Imbiss-stände geöffnet, Hinweise zum Maskentragen und Abstand halten. Wir hatten 4 Stunden Zeit für Essen, Trinken und Shoppen. Normale Immigration, keinerlei Fragen, keine besonderen Massnahmen.

Mit 1100 km/h über den Atlantik

Im Flieger nach Frankfurt wird ein Papier ausgehändigt, dass uns mehr oder weniger unverbindlich auf Test und Quarantäne hinweist. Einreise aus Amsterdam, Schengen-Raum, ohne jede Kontrolle. Durchmarsch zum Gepäckkarussell. Hinweise auf CoVid-19-Testzentren am Fernbahnhof haben wir ignoriert.

Stattdessen zum Sixt-Schalter und das vorbestellte Auto abholen. Ich buche regelmäßig die Audi A3/BMW 3er/ Mercedes C-Kategorie und versuche dann ein Upgrade zu kriegen. Spätestens mit moderatem Aufpreis klappt das dann meist. So auch dieses Mal und wir machten uns in einem A6 mit Diesel V6 auf die Autobahn. Gute Maschine!

Unterwegs setzte dann gelegentlich das MMI komplett aus, also Navigation und Musik, kam nach einigen Minuten zurück. 200 km weiter wurde das Nachfüllen von 1 l Motorenöl angefordert, was ich schon nicht mehr lustig fand.

Am nächsten Tag schnurstracks zu Sixt in Erfurt und reklamiert. „Das Öl können wir nachfüllen“, aber ich wollte nicht auf unseren Touren ohne Navigation und Musik unterwegs sein. Also Auto wechseln, in der Hoffnung noch ein besseres zu bekommen. Klappte nicht, ein anderer A6 stand zur Verfügung. Na gut.

Wenige Ampelkreuzungen später war klar, dass mir jetzt ca. 100 PS fehlten und der Blick unter die Haube bestätigte, dass ich von V6 auf vier Zylinder abgestiegen war. Nicht mit mir.

Am nächsten Tag wieder bei Sixt angeklopft. Natürlich war mir klar, dass ich eine Fahrzeugkategorie und nicht ein spezielles Triebwerk gebucht hatte. Die Leute hinter dem Tresen verstanden aber mein Problem und versprachen, am Nachmittag wieder einen V6 für mich zu haben. Genau so kam es und deshalb werde ich auch nicht beklagen, dass kein Waschwasser im Vorratsbehälter war und ich nach 2.000 km selbst Öl nachfüllen musste. Alles gut und Dank an Sixt in Erfurt.

Bestes Sommerwetter, alle Restaurats in der wunderschönen Erfurter Altstadt hatten ihre Sitzmöbel auf dem Bürgersteig platziert und alles war voll besetzt. Frohe Menschen, gutes Essen ud beste Laune.

In Kaufhäusern, Supermärkten und sonstigen öffentlichen Einrichtungen war Maskentragen vorgeschrieben, ansonsten keinerlei Stress.

Alltag mit family & friends, alles fast wie immer.

Ein Ausflug nach Potsdam zum Treffen mit ehemaligen Kommilitonen verlief ebenso unangestrengt: Dampferfahrt, Bustour mit Besichtigung der historischen Stätten. Maske in der Hosentasche und bei Anforderung aufgesetzt. Kein Problem.

Gegen 23 Uhr kam unsere Gruppe ehemaliger Studenten ins Hotel zurück, das erste Haus am Platz. Alle hatten noch Durst, aber Restaurant und Bar waren geschlossen. Ein freundliches Gespräch mit der Rezeption ergab, dass es in deren Kühlschrank noch einen Vorrat an Bier gab und wir in der Lobby Platz nehmen durften. Nach weiteren 2 Stunden hatten dann alle die nötige Bettschwere.

Kompliment an das hilfreiche und professionell agierende Personal im Mercure.

Wenige Tage vor dem geplanten Rückflug absolvierten wir einen PCR-Test und der wurde in Frankfurt dann auch benötigt, um unseren Zubringer nach Amsterdam besteigen zu können. Von da an lief alles planmäßig.

Da wir schon früh um 6 Uhr am Frankfurter Flughafen waren, kann man die Situation nicht einschätzen. Wir fanden in Halle B genau einen guten Kaffeestand und freundlichen Service.

Das Kabinenpersonal der KLM tat sein Bestes, um trotz der Restriktionen akzeptablen Service zu bieten und das gelang auch. Im Gespräch merkte man, wie diese Profis es bedauern, nicht den vollen Service bieten zu können. Hoffentlich bald wieder.

Bilanz:

Fernreisen in Coronazeiten sind möglich, wenn auch nicht so vergnüglich, wie vorher.

Der Alltag in Deutschland war aufgrund der Infektionszahlen deutlich entspannter, als in Panama.

Seit unserer Abreise hat sich die Situation hier im Land deutlich verbessert. Es bleibt abzuwarten, wie sich die aktuelle weitgehende Öffnung auswirkt und ob tatsächlich ab 28. September der normale Flugverkehr und Tourismus wieder starten kann. Ich bin optimistisch.

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Sixt sucht Streit

Nach etwas mehr als 10 Stunden landet unser Flieger gegen 13 Uhr in Frankfurt. Koffer dauern etwas länger und dann geht es zur Abholung Mietwagen bei Sixt.

Die junge Frau am Schalter schaut in den Computer und meint: „Sie hatten das Auto für 12 Uhr bestellt und nach einer Stunde haben wir es weggegeben. Wir haben ganz große Nachfrage und keine Autos mehr.“

Das ist ein ganz schlechter Scherz, erwidere ich und sie bekräftigt „Nein, im Ernst. Aber ich will mal sehen, ob wir noch ein Auto für Sie finden.“

Oh, wie gnädig. Als sie nach gefühlten 10 Minuten zurückkommt, sieht es nicht gut aus. Man warte auf Wagen die zurückkommen und dann fertig gemacht würden. Da platzt mir der Kragen.

„Wir haben den vollen Mietpreis vor 7 Wochen bezahlt und Sixt gibt unser reserviertes Fahrzeug nach 1 Stunde weg? An einer Flugplatzstation, wo niemand seine Ankunft auf die Stunde genau vorhersagen kann?“

Sie verschwindet wieder im Büro und ich versuche zwischenzeitlich bei Hertz ein Auto zu finden. Das sieht gut aus, aber bevor ich mich entschieden habe, hat man bei Sixt gute Nachrichten: „Wir haben einen A4 Automatik und der ist auch abholbereit.“

So nimmt das Ganze noch ein versöhnliches Ende, aber das Image von Sixt hat erheblichen Schaden erlitten.

Wie kann man ein bereits bezahltes Fahrzeug nach einer Stunde anderweitig vergeben?

Und wie kann man dem Kunden solchen Blödsinn erzählen, statt ihm einen Kaffee anzubieten und im Hintergrund alle Hebel in Bewegung setzen um ein passendes und möglichst noch besseres Auto herbeizuzaubern?

Kurz nach dieser Einlage sind wir auf der Autobahn und ich erfreue mich an Speedpilot und automatischer Abstandsregelung. Geht doch.

HERTZlicher Kundenservice

Über viele Jahre habe ich, wo auch immer, Hertz als bevorzugte Mietwagenfirma gewählt und nebenbei den wohlklingenden Gold Plus Rewards Five Star Status erreicht.

hertzlogo

Für eine geplante Deutschland-Reise im Frühjahr brauche ich gerade ein Automatik-Fahrzeug für 19 Tage. Da kommt mir eine aktuelle Hertz-Werbung ganz gelegen, die einen Jubiläumsrabatt von bis zu 25% verspricht. Also anmelden und meine Wunschdaten angeben. Vorgeschlagen wird mir ein 3er BMW für € 937. Na gut.

Spaßeshalber such ich das gleiche Fahrzeug mal als Gast ohne Status, und siehe da, es soll € 936 kosten. Sehr eigenartig. Ich beschließe, das mit dem Kundendienst zu besprechen und lerne eine Menge dazu:

  • Das Rabattangebot gilt nur, wenn man bis Ende Februar bucht und bis Ende März mietet
  • Five Star bedeutet, dass man bei jeder 5. Anmietung ein kostenloses Upgrade bekommt
  • Meine angesammelten Meilen würden ca. eine Wochenmiete ausmachen

Na gut. Ich bedanke mich artig und beschließe die Reservierungs-Hotline anzurufen. Und da wird es erst richtig lustig:

Eine junge Frau, der Stimme nach, geht ganz engagiert an die Aufgabe heran. Daten, Fahrzeugwunsch, Meilennutzung … und schon geht es los.

„Die Meilen können wir nur in der Fahrzeugkategorie D und E einsetzen und da kann ich als Upgrade-Wunsch ein Automatik-Fahrzeug eintragen und das klappt manchmal auch.“

„Aber nicht bei mir.“ „Sie könnten ihre Meilen in den USA oder in Frankreich einsetzen, aber nur bei Corporate Stationen.“

„Da will ich jetzt aber nicht hin. Was ist Kategorie D oder E?“ „Golf oder Opel.“ 

„Kann ich keinen Automatik-BMW buchen und meine Meilen einsetzen?“ „Nein, das geht nur in D oder E“

„Warum?“ „Weil das die meistgebuchten Klassen sind.“

„Macht doch keinen Sinn.“ „Doch, weil sonst würde ja jeder mit seinen Meilen nur Luxusautos anmieten.“ 

Das war dann der Punkt, an dem ich dieses sinnlose Gespräch beendet und bei Sixt gebucht habe. Ein Fahrzeug meiner Wahl. Ohne Punkte und € 100 besser als bei Hertz.

sixtlogo

 

Weiter mit Isaac

Freitagabend 23 Uhr sind wir am Condor-Schalter, als einzige, weil alle anderen schon morgens um 10 Uhr eingecheckt hatten. Als Abflugzeit steht da 0.15, was später auf 1.15 korrigiert wird. In Wirklichkeit kommt die Maschine um 2 Uhr früh von Santo Domingo und fliegt um 4 Uhr ab.

Der Kapitän erklärt uns, dass man wegen des tropischen Sturms erst 10 Stunden später in Frankfurt losgeflogen sei, nach zwei Stunden Flug wegen eines technischen Problems wieder umkehren und die Maschine wechseln musste.

Auch der Weiterflug von Santo Domingo war wegen Unwetter verzögert und wir würden jetzt einen Umweg fliegen müssen. Der Anflug wird dann aber ziemlich unspektakulär, auch wenn der Himmel dunkel und es ziemlich windig ist.
Wir müssen aussteigen und es dauert 2 Stunden bis die Maschine sich voll besetzt auf den Weg nach Frankfurt begibt. Zwischen Panama City und Santo Domingo war das Wetterradar unserer Boeing 767 ausgefallen und musste ersetzt werden.
Problem war, dass in Frankfurt neuerdings ab 23 Uhr ein Nachtflugverbot gilt, wir schon eine Sondergenehmigung zur Landung bis 24 Uhr hatten. Dank des Jetstreams waren wir zeitweise mit mehr als 1.100 km/h unterwegs und landeten 10 Minuten vor Mitternacht.

Mit etwas weniger Rückenwind hätten wir das zeitlich nicht geschafft und wären dann wahrscheinlich zu einem anderen Flugplatz umgeleitet worden. Und das mit Passagieren, die jetzt schon 18 Stunden länger unterwegs waren als geplant, Anschlussflüge und Termine verpasst hatten. Nicht zuletzt setzt das natürlich auch die Piloten unter Druck.

Die Nachtruhe der Anwohner ist ja sicher wichtig, aber die Folgen solcher Regelungen können dann doch ziemlich einschneidend sein. Bei solch wichtigen interkontinentalen Drehkreuzen wie Frankfurt ist ein Nachtflugverbot meines Erachtens völlig inakzeptabel.

Zum Glück hat der Mietwagenschalter auf uns gewartet und nicht um Mitternacht geschlossen. Geschafft … denken wir. Aber an der Position im Parkhaus steht leider nicht der weiße BMW, dessen Schlüssel wir in Händen halten. Und Personal ist nicht mehr da. Die Sixt Hotline ist hilflos und es dauert eine Stunde, bis wir unser Auto auf einem anderen Parkhauslevel endlich finden.

Die Autobahn ist zu dieser Stunde frei und wir sind um 3 Uhr früh im Bett.
Danke, Isaac.

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