Atlantikbrücke Panamakanal

Ein weiteres bedeutendes Infrastruktur-Projekt nimmt Gestalt an: nur 3 Kilometer vor den Kanalschleusen auf der Atlantikseite entsteht gerade eine neue spektakuläre Brücke. 530 Meter Spannweite, 212 Meter hohe Pylonen und 75 Meter Durchfahrthöhe, völlig ausreichend auch für die Schiffe der Neopanamax-Klasse.

Begonnen hat die französische VINCI Gruppe im Januar 2013 und die Bauzeit war auf 3,5 Jahre veranschlagt. Ich habe sie heute, nach 4,5 Jahren, mal inspiziert:

 

atlantic_canal_4586

(C) 2017 Panaviacion Corp.

Wenn diese Brücke fertiggestellt ist, wird das nicht nur das Tor zum Kanal, sondern auch zu 250 km bisher völlig unerschlossene Karibikküste bis nach Bocas del Toro an der Grenze zu Costa Rica sein. Das bedeutet Ansiedlungs- und Tourismusentwicklung für die nächsten 20 Jahre und darüber hinaus.

atlantic_west_4581

(C) 2017 Panaviacion Corp.

In den Bildern sieht man außer der Brückenbaustelle die Atlantikschleusen, rechts die alten, links die neuen mit ihren riesigen Wassersparbecken. Dahinter schließt sich der Lake Gatun an, der Wasserweg zum Pazifik.

gatun_4590 (1)

(C) 2017 Panaviacion Corp.

Und für alle Luftfahrt-Interessenten hier noch die Streckenführung:

foreflight_0572

Screenshot Foreflight

Start war um 1335 UTC in Scarlett Martinez (MPSM), dann hoch zur Karibikküste (VUMAN als Navigationspunkt), nach Osten drehen und an der Küste entlang bis Colon, von da in Richtung Pazifik, über den Navigationspunkt SAMSU und von dort zum Flugplatz in Chame (MP24).  Beim Fliegen nach Sichtflugregeln, sind die Navigationspunkte nur zur groben Orientierung gedacht, zumal man ja gelegentlich Wolken ausweichen muss. Ab MPSM wurden diese auf 4500 ft überflogen, zur Karibik hin und ab VUMAN konnte dann auf 2500 ft weitergeflogen werden. Die Fotos wurden also aus ca. 850 Meter Höhe aufgenommen. Landung in Chame gegen 1505 UTC.

 

Wochenende in der City

Ein kleines Jubiläum bringt uns von Sonntag bis Dienstag in die Hauptstadt. Einfach mal was anderes sehen und ausprobieren.

Sonntag mittag, bevor die allgemeine Rückreise aus der Provinz beginnt, sind wir auf der Panamericana. Erstes Ziel ist Gamboa, da wo Rio Chagres, Lake Gatun und Gaillard bzw. Culebra Cut zusammenkommen. Das ist die engste Stelle in der Kanalpassage und da brummeln die Schiffe keine 100 Meter entfernt vorbei. Machen wir öfter mal und nach einer Stunde haben wir 4 oder 5 in Richtung Pazifik fahren sehen.

IMG_4320

Weiter in die Stadt, vorbei an Pedro-Gonzalez– und Miraflores-Schleusen, am Flughafen Marco A. Gelabert (MPMG) und an der Albrook Mall, der größten Shopping Mall außerhalb Asiens. Unser Ziel ist der Amador Causeway, der drei kleine Inseln entlang der Kanaleinfahrt verbindet und gerade erst 4-spurig ausgebaut wurde.  Immer wieder erholsam, dort ein paar Schritte zu gehen und über einen der Yachthäfen zur Skyline zu schauen.

IMG_4347

Normalerweise buchen wir hier das Country Inn & Suites am Panamakanal, die haben uns aber vor wenigen Wochen enttäuscht und so haben wir dieses Mal das Riu Plaza mitten im Zentrum gebucht. Ein moderater Aufpreis bringt uns in den Executive floor, 32. Etage mit Blick über das Häusermeer und auf den Pazifik. Im Blickfeld finden sich schon wieder sieben neue Hochhäuser im Bau.

IMG_4329

IMG_4330

IMG_4331

Ein sehr schönes und geräumiges Zimmer, Parken, Frühstück, WiFi alles inklusive und es ist offensichtlich auch das bevorzugte Hotel der Airline-Crews. Wir sehen die gelben Halstücher der Lufthansa, die blassblauen Kostüme der zumeist blonden KLM-Stewardessen ( war das jetzt sexistisch?) und noch zwei weitere Gesellschaften. Lobby, Restaurants, Pool, Bars – alles sehr gediegen.

Für den Sonntagabend haben wir uns ein Dachterassen-Restaurant in der Altstadt ausgesucht. Das Lazotea hält was es verspricht: nette Atmosphäre, Blick über die Bucht zur Skyline und exzellentes Essen bei einer Flasche Rose. Hin und zurück kommen wir anstandslos per Uber. Alles neue Privatautos  und freundliche Fahrer* (* dieser Sammelbegriff schließt bei mir sämtliche autofahrenden Geschlechter ein). Was für ein Unterschied zu den vielen vergammelten Taxen, deren Betreiber auch massiv aber erfolglos dagegen protestieren.

IMG_4400

Am Montagmorgen wird in Ruhe gefrühstückt und dann mit eigenem Auto wieder zum Amador gefahren. Wir sind früh und bestaunen ein Schiff mit auffälliger Fracht in Richtung Kanal.  Ein Mitarbeiter der Kanalbehörde klärt uns auf: die Ladung sind Containerkräne für den Rodman Port, der sich direkt hinter der Brücke der Amerikas befindet und von der Singapore Ports Authority (PSA) ausgebaut wird. Um unter der Brücke passieren zu können, sind die Kräne eingefahren und Niedrigwasser gewählt worden.

IMG_4345

Dann ist es Zeit, an Bord der Taboga-Expressfähre zu gehen, die uns in knapp 30 Minuten über ca. 8 Seemeilen zur Isla Taboga bringt. Dort haben wir im Restaurant La Vista für Mittag gebucht: Seelachs und medium-rare gebratener Tuna – schwer zu toppen das Essen. Man hat uns extra avisiert und so bekommen wir noch eine kleine Tour durch die Villa Caprichosa, ein erst 10 Jahre altes und exklusives Anwesen im italienischen Stil. Sehr luxuriös und geschmackvoll.

IMG_4374IMG_4378

Zu Fuß gehen wir nun in Richtung Strand, vorbei an den Häusern in denen der Pirat Francisco Pizarro und der Maler Paul Gaughin gewohnt haben, nicht ohne der im Jahr 1524 erbauten Kirche einen Besuch abzustatten. Wir dürfen uns sogar auf den Turm quälen, was wirklich nicht einfach ist. Nicht hoch, aber sehr eng und die Treppen sind heftig abgelatscht im Laufe der fast 500 Jahre. Egal, wo kann man das schon wieder?

IMG_4385

Nach Schwimmen und Sonnenbaden am Strand geht es um 16 Uhr mit der Fähre zurück ins Hotel, duschen, Kaffee trinken. Und jetzt wollen wir die 32. Hoteletage noch toppen und fahren, wieder per Uber, zum Trump Ocean Club, dort in die 66. Etage des Ocean Sun Casino.

IMG_4397

Das Panaviera hat die beste Aussicht der Stadt, insbesondere zu dieser Tageszeit, und einen kleinen Infinity-Pool, direkt an der Kante. Dazu passen Corona-Bier, Chips und Guacamole. Ein angenehmer Tagesausklang.

Dienstag früh, Frühstück am Hotel-Pool, noch zwei Wege in der Stadt erledigt und gegen 13 Uhr sind wir wieder zu Hause. Ein sehr angenehmer Ausflug ist zu Ende.

IMG_4377

„Silvia“ wird geliftet, ein „Einhorn“ eingefädelt – neue Schleusen in Aktion

Hochbetrieb an der neuen Agua Clara Schleuse des Panamakanals: MSC Silvia kommt auf ihrem Weg von der US-Ostküste nach Asien aus dem Atlantik. Sie wird auf das Niveau des Lake Gatun angehoben, um 26 Meter in 3 Schleusenkammern. Silvia ist 300 Meter lang und 48 Meter breit, ein Schwergewicht. Allerdings nur halb voll mit Containern.

Und kaum hat Silvia die obere Schleusenkammer verlassen, wird die unter taiwanesischer Flagge fahrende Unicorn der chinesischen Yang Ming Reederei auf ihrem Weg von Shanghai nach New York in die Schleusenkammer eingefädelt. Sie ist 333 Meter lang und 43 Meter breit. Perfekte Choreographie.

Anders als Silvia ist die Unicorn voll beladen. Sieht aus, wie ein Symbol für die Handelsbilanz zwischen den USA und China.

 

Sie wollen das mit eigenen Augen sehen? Easy.

Mit Lufthansa non-stop von Frankfurt nach Panama City. Übernachten in einem der vielen erstklassigen Hotels mit Blick über den Pazifik.

Tag 1: Stadtrundfahrt mit Besuch der (alten) Miraflores-Schleuse.

Tag 2: Mit Uber nach Colon (1 Stunde), Besuch von Freihandelszone und neuer AguaClara Schleuse. Mittagessen an der Schleuse, zurück in die City.

Tag 3: Tagestour nach Isla Taboga, abends Rückflug nach Frankfurt.

Besonders zu empfehlen ist eine solche Reise auch den Journalisten des NDR. Daraus könnte dann ein Bericht über das richtige Panama entstehen, nicht nur Zerrbilder ala Panama Papers und Finca Bayano.

 

Von Downtown in Dschungel in 30 Minuten

Wer in Panama’s Finanzdistrikt steht, kann sich kaum vorstellen, dass es von da aus nur 30 Minuten in den Dschungel sind, außerhalb der rush hour natürlich.

Oder um die Kontraste noch klarer zu machen: Am Vormittag noch als Kredithai in der City unterwegs, am Nachmittag schon vom Krokodil gefressen.

Und dort, am Lake Gatun, residiert JungleLand Panama, ein etablierter und bei Tripadvisor ausgezeichneter Touranbieter.

 

0f6b64_3e82f69bdef8b618840f5768c38d30f4

Quelle: JungleLandPanama

Und hier ist das sehenswerte Video.

 

2 Ozeane in 2 Stunden besucht

Klingt dramatisch, oder? In Panama ist das nur ein Katzensprung. Was wir für gestern geplant hatten, war aber kein „Rund“flug, sondern annähernd ein Quadrat oder Trapez:

IMG_2212

Wir starten in Chame (MP24), nur wenige Kilometer von der Pazifikküste entfernt. Kurs Nord und steigen auf 5500 Fuß. Wir überfliegen dabei den Lake Gatun, durch den ja ein großer Teil des Panamakanal verläuft. Von oben kann man gut die Schiffe sehen und dann die Gatunschleuse. Die alte und seit 100 Jahren in Betrieb befindlich, darüber die Baustelle der Erweiterung mit neuen großen Schleusentoren.

IMG_2142

IMG_2153IMG_2158

Das ist die Stadt Colon mit der Colon FreeZone, zweitgrößte Freihandelszone der Welt. Dahinter sieht man den Flugplatz von Colon (MPEJ), den wir als Etappenziel haben, aber nur überfliegen.

Jetzt geht es an der Karibikküste entlang nach Osten. Jede der 4 Etappen ist ungefähr 50 Seemeilen lang.

IMG_2187

IMG_2208

 

IMG_2209

 

Auf dem mittleren Bild kann man die Siedlung El Porvenier sehen, unser nächstes Etappenziel und den Flugplatz (MPVR) mit nur 400 m Landebahn. Und so wie im unteren Bild geht es nun 120 km mit Inseln, Sand und Palmen weiter bis nach Kolumbien hinein. Ein karibisches Paradies. Das werden wir demnächst abfliegen, aber dann in  niedriger Höhe und mit 3 oder 4 Zwischenstopps auf Inselfluplätzen.

Heute drehen wir aber nach Süden, steigen wegen der Wolken auf 9.500 Fuß und nehmen Kurs auf den Las Perlas Archipel im Pazifik.

IMG_8060

 

IMG_8065

IMG_2114

IMG_8073

Das Wetter meint es gut mit uns und die Bilder sind wieder traumhaft. Kaum gelandet sitzen wir schon wieder in Gerald’s Gartenrestaurant und sehen den Kolibris beim Naschen zu, bevor unser Fisch auf den Tisch kommt. Dann geht es noch mal für eine gute Stunde zum Baden. Das Wasser ist türkis, traumhaft klar, der Sand schneeweiß.

Fertigmachen für die letzte Etappe: 50 Seemeilen auf 4.500 Fuß zurück nach Chame. Es geht nach Westen, der untergehenden Sonne entgegen, ein vollbeladenes Containerschiff auf dem Weg zum Kanal und im Sinkflug noch ein Bild von Punta Chame.

IMG_8078

IMG_8085

Wir sind 10:40 Ortszeit gestartet, um 12:50 auf Isla Contadora gelandet (OTD/MPRA). Um 15:55 wieder abgeflogen und 16:40 in Chame gelandet. Insgesamt laut Planung 204 Seemeilen oder 378 km zurückgelegt. Zur geplanten Strecke kommen allerdings noch ein paar Schleifen dazu, um Wolken zu umfliegen oder über Las Perlas Höhe abzubauen und Bilder zu machen. Insgesamt eher 450 km.

Von Chame bis kurz vor Contadora sind wir immer unter der Obhut von Panama Advisory, die uns mit den anderen Maschinen im Luftraum um die drei Flugplätze der Hauptstadt auf dem Schirm haben, das sehr gut machen und uns weitgehend freie Hand lassen. Gracias amigos.

 

 

 

%d Bloggern gefällt das: