„Silvia“ wird geliftet, ein „Einhorn“ eingefädelt – neue Schleusen in Aktion

Hochbetrieb an der neuen Agua Clara Schleuse des Panamakanals: MSC Silvia kommt auf ihrem Weg von der US-Ostküste nach Asien aus dem Atlantik. Sie wird auf das Niveau des Lake Gatun angehoben, um 26 Meter in 3 Schleusenkammern. Silvia ist 300 Meter lang und 48 Meter breit, ein Schwergewicht. Allerdings nur halb voll mit Containern.

Und kaum hat Silvia die obere Schleusenkammer verlassen, wird die unter taiwanesischer Flagge fahrende Unicorn der chinesischen Yang Ming Reederei auf ihrem Weg von Shanghai nach New York in die Schleusenkammer eingefädelt. Sie ist 333 Meter lang und 43 Meter breit. Perfekte Choreographie.

Anders als Silvia ist die Unicorn voll beladen. Sieht aus, wie ein Symbol für die Handelsbilanz zwischen den USA und China.

 

Sie wollen das mit eigenen Augen sehen? Easy.

Mit Lufthansa non-stop von Frankfurt nach Panama City. Übernachten in einem der vielen erstklassigen Hotels mit Blick über den Pazifik.

Tag 1: Stadtrundfahrt mit Besuch der (alten) Miraflores-Schleuse.

Tag 2: Mit Uber nach Colon (1 Stunde), Besuch von Freihandelszone und neuer AguaClara Schleuse. Mittagessen an der Schleuse, zurück in die City.

Tag 3: Tagestour nach Isla Taboga, abends Rückflug nach Frankfurt.

Besonders zu empfehlen ist eine solche Reise auch den Journalisten des NDR. Daraus könnte dann ein Bericht über das richtige Panama entstehen, nicht nur Zerrbilder ala Panama Papers und Finca Bayano.

 

Gute Nachrichten von Moody’s

Pünktlich zum Jahresanfang hat Moody’s das Rating für Panama auf Baa2 angehoben, den Ausblick von Stabil auf Positiv verbessert. Nicht überraschend angesichts einer Dekade mit durchschnittlich 7,9% Wirtschaftswachstum.

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Und das ist erst der Anfang:

– Freihandelsabkomme mit den USA tritt jetzt in Kraft

– Panamakanal-Erweiterung verdoppelt ab 2015 die Kapazität und Einnahmen

– Freihandelszone in Colon und Sonderwirtschaftszone Panama Pacifico machen das Land zum Weltmarktführer in Logistik.

Gute Aussichten für 2013.

Kanalerweiterung beeinflußt Welthandel

Seit am 15. August 1914 die SS Ancon als erstes Schiff den Panamakanal durchquert hat, sind ihr mehr als 1 Million Schiffe gefolgt und haben 5% des Welthandels bewegt. Die heutigen Panamax-Schiffe können bis zu 5 Tausend 20-Fuß-Container transportieren. In 2011 waren es 6,6 Mio. Container.

Wenn in 2014 sozusagen die dritte Spur eröffnet wird, wird das die Kapazität des Kanals mehr als verdoppeln. Die schon dafür im Bau befindlichen Schiffe werden dann 13.200 Container befördern können, oder das doppelte Trockengewicht bei Schüttgütern. Diese neuen Schiffe werden wesentlich breiter, damit sicherer sein und bis zu 16% weniger Treibstoff verbrauchen.

Klingt wenig spektakulär, ist es aber: Es beeinflusst Häfen und Verladestationen an der US-Atlantikküste, Highways in Texas, Kohlereviere in Kolumbien, Sojafarmer in Brasilien, Flüssiggas-Produzenten auf Trinidad & Tobago, US-Agrarexporteure, Werften in Südkorea … nur um ein paar Beispiele zu nennen.

Das kleine Panama mit nicht mehr als 3,5 Mio. Einwohnern hat mit der Kanalerweiterung ein kühnes und weitreichendes Projekt begonnen, und die Aussichten sind exzellent. Bis 2025 will man damit jährlich bis zu $4 Mrd. einnehmen. Und Panama will zunehmend Umschlagplatz und Endmontage für Güter sowie Dienstleister für die Werftindustrie werden.

Schon heute ist die Freihandelszone in Colon die zweitgrößte in der Welt. Schon heute hat Panama als Hub für fünf große Glasfaser-Kabel die beste Interkonnektivität nach den USA, und schon heute fliegt die panamesische Fluggesellschaft Copa 29 Länder an, mehr als jede andere Airline der Region.

Es ist spannend, solche bedeutenden Entwicklungen aus der Nähe zu verfolgen. Es ist spannend in einem Land zu leben, das Visionen hat und sie auch umsetzt.

(Quelle)

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