Betrug: Banistmo-Geldautomat in Tocumen

Viele, die in Tocumen International Airport ankommen, führt ihr erster Weg zu einem Geldautomaten (ATM) um sich mit US-Dollar einzudecken. So auch ich, als wir am 15. Mai gelandet waren.

Gleich rechts in der Ankunftshalle stehen bequemerweise 2 solche „Geldspucker“. Ich nehme den ersten, der Banistmo gehört, schiebe meine Karte ein und gebe nach Aufforderung Pin und Wunschbetrag ein. Schon beginnt das vertraute Geräusch des Scheineabzählens in der Kiste, aber es klingt irgendwie anders, leer. Und dauert deutlich länger als sonst.

Die Meldung lautet dann sinngemäß: „Wir können Ihren Auszahlungswunsch derzeit nicht erfüllen.“

banistmo_logo

Karte entnehmen, den Nachbar-ATM von Davivienda benutzen und die gewünschten $500 in Empfang nehmen. Alles in Ordnung. Bis ich zu Hause bin und mein Konto checke.

Dort stehen $500 von Bansistmo und $500 von Davivienda zu Buche, zuzüglich Gebühren. Und das macht mich natürlich wütend. Wie kann dieser Automat mir erzählen, dass er mich nicht bedienen kann und trotzdem abbuchen?

Zwei Wochen später sitzen wir mit Besuchern aus Deutschland beim Bier. Günter und Maike erzählen uns, dass sie 2 Jahre zuvor in Tocumen International Airport auf einen manipulierten Geldautomaten hereingefallen waren.

Ich muss schon grinsen. War es der erste von 2 ATM, die da in der Ankunftshalle standen? Ja, der war es. Und damit können wir den Verdacht des manipulierten Geldautomaten ad acta legen. Es ist schlicht der erste ATM, den jedermann zuerst nutzt und der deshalb zuerst leer ist und offensichtlich nicht ausreichend oft gefüllt wird.

Die eigentliche Schweinerei ist jedoch, dass auch zwei Jahre später in schöner Regelmäßigkeit von Banistmo die Karten belastet werden, obwohl kein Geld ausgezahlt wurde. Ich möchte nicht wissen, wie viele Ausländer ohne Banistmo-Karte das nicht korrigiert bekommen und Banistmo damit ein nettes Zusatzgeschäft ermöglichen.

Moral der Geschichte: an frequentierten öffentlichen Orten und speziell in Tocumen niemals den ersten ATM benutzen. Und in ganz Panama möglichst keinen von Banistmo.

muchmoney

 

Korrektur: Es ist noch schlimmer

Die Redakteure von Welt Online scheinen dieses Blog zu lesen. Einen Tag nach meinem Posting zum Thema Umsatzsteuerbetrug gibt es dort einen Artikel dazu:

In der EU erschwindeln sich Betrüger jährlich 170 Milliarden Euro durch Tricksereien mit der Mehrwertsteuer. Jetzt will die EU-Kommission gegensteuern. Kann sie der Steuermafia das Handwerk legen?

Nachdem dieses betrügerische System sich über nunmehr 23 Jahre entwickelt hat, kündigte EU-Kommissisons-Vizepräsident Valdis Dombrovskis jetzt an:

„Die Kommission hat bereits mit den von ihr vorgeschlagenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Steuervermeidung durch Unternehmen Entschlossenheit demonstriert, und beim Mehrwertsteuerbetrug werden wir ähnlich entschieden vorgehen“

Wie beeindruckend!

EU: 100 Mrd. EUR Schaden jährlich

Seit langem werden die EU-Mitgliedsstaaten Jahr für Jahr im Umfang von ca. 100 Mrd. EUR durch eine einzige Betrugskategorie geschädigt. Eine Studie von Schwarzthal Kapital nennt für 2014 konkret 94 Mrd.

Die Masche heißt Umsatz-/Vorsteuerbetrug und ist perfekt organisiert.

Zeit Online am 25.11.2010: »Nach meiner Einschätzung ist der Schaden für den Staat bei der Umsatzsteuer höher als bei den Kapitalerträgen«, sagt Konrad Vetter, Leitender Regierungsdirektor in der Oberfinanzdirektion (OFD) Karlsruhe und dort für die Steuerfahndung und Strafsachen zuständig.

Hier werden nicht fällige Steuerzahlungen verkürzt, sondern die EU-Finanzverwaltungen zahlen Jahr für Jahr 100 Mrd. EUR an Betrüger aus!

100 Milliarden Jahr für Jahr, Ihre Steuergelder von denen man Kindergärten und Schulen, Straßen und Brücken bauen könnte. Oder so ähnlich …

Schon wieder diese Offshore-Firmen aus Panama! Nicht? Damit die Masche läuft, müssen die Firmen in der EU ansässig sein? Hmmm …

Wer hätte denn gedacht, dass man auch ohne Offshore-Firma betrügen kann. Und das in der perfekt durchregulierten EU, mit ihren hochwirksamen Maastricht-, Schengen-, Dublin- und anderen Abkommen.

Aufschrei in der Presse und bei den verantwortlichen Politikern? Ich habe nichts gehört.

 

 

 

Grüner Schwindel

VW wird beim Tricksen ertappt, verliert massiv an Börsenwert und den wichtigen US-Markt. Die anderen deutschen Hersteller verlieren an Glaubwürdigkeit und am meisten entrüstet tun die, die uns alle sowieso am liebsten Rad fahren lassen würden.

Wie hier beim Abgastest geschummelt wurde, ist dumm und unentschuldbar. Ebenso albern sind seit Jahren die veröffentlichten Verbrauchswerte unserer Kraftfahrzeuge, die nichts mit den wahren Verhältnissen zu tun haben.

Und wenn wir einmal beim Aufräumen sind, sollten wir den größten Schwindel auch gleich beim Namen nennen: ZEV.

Das sind sog. Zero-Emission Vehicles, auf deutsch Null-Emissions-Fahrzeuge, also Elektroautos. Wer sich diesen Namen ausgedacht hat, glaubt auch, dass Strom aus der Steckdose kommt.

Er kommt natürlich aus Kraftwerken und die Bruttostromerzeugung beinhaltete in 2014 nur ca. 14,8% Solar- und Windenergie. Ich habe keine Statistik gefunden, ob das auch die Verteilung im Stromverbrauch ist, eher nicht, denn Wind und Solarstrom fallen ja bekanntermaßen nicht gerade dann in Massen an, wenn sie benötigt werden.

Dazu kommt, dass Elektroautos in der Herstellung eine ungünstigere Umweltbilanz haben, als konventionelle Fahrzeuge. Die Batterien enthalten Unmenge von Kobalt, Kupfer und Lithium, deren Gewinnung flächen-, energieintensiv und schmutzig ist. Unterm Strich ist die Umweltbilanz eines Elektroautos auch nicht besser als die eines … VW-Dieselmodells.

Spiegelgrün

Da ich schon vor Jahren einen Hybridantrieb gefahren habe, bin ich ziemlich sicher, dass Fahrzeuge mit Elektroantrieb in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden. Was nervt ist allerdings, wie unausgereifte Technologien unter der Überschrift „Wir retten das Klima und damit die Welt“ mit Halbwahrheiten unters Volk gebracht werden sollen. Da diese Fahrzeuge zunächst mal überhaupt nichts retten, kann man getrost abwarten, wie die Technologie reift und zu gegebener Zeit ihre Vorteile am Markt ausspielen kann.

Heute habe ich von einem neuen Gesetz gelesen, aufgrund dessen man ab demnächst für Elektrofahrzeuge ein spezielles Kennzeichen bekommen kann und Gemeinden sogar Parkgebühren erlassen dürfen.

Das ändert natürlich alles.

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