Tempolimit und Statistik

Mit dem Elektroauto wird ein ur-grüner Traum wahr: Das Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Nicht per Verbot, sondern per Reichweitenbegrenzung.

Schafft ein Tesla im 70 mph Normalbetrieb auf US-Highways angenommen 400 km bevor wieder nachgeladen werden muss, so werden das auf deutschen Autobahnen bei 200 km/h vermutlich nur noch 200 km sein. Das führt automatisch dazu, dass weniger schnell gefahren wird.

Passend zum Thema war heute diese Grafik in der FAZ:

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Ziemlich alberne Überschrift. Tesla macht gerade 1/58 des VW-Umsatzes und hat prozentual 3 mal so viel F/E Ausgaben. In absoluten Zahlen:

VW investiert in F/E $15 Mrd. Tesla investiert in F/E $708 Mio.

Also damit kann Tesla niemand das Fürchten lehren. Das macht man eher mit einem disruptiven, unkonventionellen Ansatz: Ein Auto komplett mit E-Antrieb, mit Update per Software und dem Ziel weitgehend autonomen Fahrens.

Das bei letzterem Unfälle passiert sind und passieren werden, ist kein Argument. Autonomie wird definitiv zu deutlich weniger Unfällen führen, weil menschliches Versagen mit weitem Abstand die Hauptunfallursache ist.

Reichweitentechnisch sind die Tesla ideale Autos für Panama: Maximal 100 km/h auf dem Pan-American Highway, von der Hauptstadt zur Metropole David im Westen des Landes nur knapp über 400 km, wenige Berge und allzeit Temperaturen um 30°C. Es kann also nur die Klimatisierung sein, die an der Reichweite knabbert.

Bin gespannt, wann die ersten hier im Straßenbild auftauchen, zu Lasten von Porsche Cayenne und BMW X6.

 

 

Grüner Schwindel

VW wird beim Tricksen ertappt, verliert massiv an Börsenwert und den wichtigen US-Markt. Die anderen deutschen Hersteller verlieren an Glaubwürdigkeit und am meisten entrüstet tun die, die uns alle sowieso am liebsten Rad fahren lassen würden.

Wie hier beim Abgastest geschummelt wurde, ist dumm und unentschuldbar. Ebenso albern sind seit Jahren die veröffentlichten Verbrauchswerte unserer Kraftfahrzeuge, die nichts mit den wahren Verhältnissen zu tun haben.

Und wenn wir einmal beim Aufräumen sind, sollten wir den größten Schwindel auch gleich beim Namen nennen: ZEV.

Das sind sog. Zero-Emission Vehicles, auf deutsch Null-Emissions-Fahrzeuge, also Elektroautos. Wer sich diesen Namen ausgedacht hat, glaubt auch, dass Strom aus der Steckdose kommt.

Er kommt natürlich aus Kraftwerken und die Bruttostromerzeugung beinhaltete in 2014 nur ca. 14,8% Solar- und Windenergie. Ich habe keine Statistik gefunden, ob das auch die Verteilung im Stromverbrauch ist, eher nicht, denn Wind und Solarstrom fallen ja bekanntermaßen nicht gerade dann in Massen an, wenn sie benötigt werden.

Dazu kommt, dass Elektroautos in der Herstellung eine ungünstigere Umweltbilanz haben, als konventionelle Fahrzeuge. Die Batterien enthalten Unmenge von Kobalt, Kupfer und Lithium, deren Gewinnung flächen-, energieintensiv und schmutzig ist. Unterm Strich ist die Umweltbilanz eines Elektroautos auch nicht besser als die eines … VW-Dieselmodells.

Spiegelgrün

Da ich schon vor Jahren einen Hybridantrieb gefahren habe, bin ich ziemlich sicher, dass Fahrzeuge mit Elektroantrieb in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden. Was nervt ist allerdings, wie unausgereifte Technologien unter der Überschrift „Wir retten das Klima und damit die Welt“ mit Halbwahrheiten unters Volk gebracht werden sollen. Da diese Fahrzeuge zunächst mal überhaupt nichts retten, kann man getrost abwarten, wie die Technologie reift und zu gegebener Zeit ihre Vorteile am Markt ausspielen kann.

Heute habe ich von einem neuen Gesetz gelesen, aufgrund dessen man ab demnächst für Elektrofahrzeuge ein spezielles Kennzeichen bekommen kann und Gemeinden sogar Parkgebühren erlassen dürfen.

Das ändert natürlich alles.

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