Rückholungen im Gange

Flightradar24 zeigt derzeit gerade einmal 7.100 aktive Flugbewegungen weltweit an, wo es sonst um diese Tageszeit 12.000 bis 14.000 waren. Darunter sind außerplanmäßige Flüge, um Urlauber und andere Personen zurückzuführen, die gestrandet sind.

So hat Copa dieser Tage schon mehr als 400 Argentinier nach Haus gebracht und gerade jetzt ist eine Boeing 747 der Lufthansa von Frankfurt unterwegs nach Panama City.

Wir wünschen allen eine gute Reise und hoffen, dass auch ein Teil unserer Familie morgen gesund aus down under zurückkommt.

Panama am 23. März 2020

Wer Familie oder Freunde in Panama hat oder selbst das Land als potentielles Auswanderungsziel in Betracht zieht, wird genau wissen wollen, wie es dort aussieht und wie die Lage sich entwickelt.

Wir, die wir hier leben, schauen erst recht mit Spannung darauf, wie unsere neue Heimat mit dieser Herausforderung umgeht.

Gleich zu den Fakten: Panama meldet heute 345 bestätigte Infektionsfälle, 5 Tote und eine genesene Person. Das ist seit dem 20.3. eine durchschnittliche tägliche Steigerungsrate von ca. 30%, was aber angesichts der kurzen Zeit noch nicht relevant sein kann.

Seit einer Woche sind Flüge aus Europa und Asien gestoppt, seit dem Wochenende haben ausländische Touristen und auch viele Residenten das Land verlassen.

Restaurants, Bars, Strände sind ebenso geschlossen, wie Unternehmen, die nicht für die Versorgung mit Lebensmitteln und Dienstleistungen wichtig sind. Ebenso wurde ein Cordon Sanitaire um die Hauptstadt eingerichtet.

Ab morgen gilt zunächst landesweit eine Ausgangssperre von 17 Uhr bis 5 Uhr und es wurde schon bekanntgegeben, wie Lebensmitteleinkäufe während einer totalen Ausgangssperre ablaufen sollen.

Zwischenbilanz: Bis jetzt sieht das alles geordnet und professionell aus. Wir hoffen, dass die Maßnahmen greifen und die Zahlen nicht aus dem Ruder laufen. Gemessen werden muss der Erfolg in Panama City und angrenzenden Orten (San Miguelito, Arraijan, La Chorrera), wo sich die Hälfte der Bevölkerung des Landes ballt.

Wir haben am heutigen Sonnentag wieder eine Runde gedreht: über Rio Hato und Anton in die Berge bis El Valle, über die Panamericana zurück nach Hause. Ruhig, friedlich, tranquilo eben.

Geruhsame Rundfahrt

Heute sind von unserem lokalen Flugplatz in Rio Hato die letzten Urlauber in Richtung Kanada ausgeflogen worden. Hotels schließen und es wird ruhig hier.

Wir beschließen eine Erkundungsfahrt in Richtung Hauptstadt zumindest bis zum ersten Kontrollpunkt zu unternehmen. Also los.

Die Panamericana in Richtung Osten ist ungefähr so belebt, wie nachts um 3 Uhr. Was für ein Unterschied. Wir passieren San Carlos, Coronado und Chame, fahren meine Lieblingsrennstrecke mit ihren Kurven hinauf, aber es sind kaum Wettbewerber unterwegs. Wie langweilig.

Und dann geht es nur noch ein paar Kilometer: kurz vor Capira befindet sich der erwartete Kontrollpunkt. Frei in Richtung Panama City, aber ein langer Stau in Richtung Westen. Da werden Temperaturen gemessen und Papiere kontrolliert, wohl um die Badeorte an der Küste vor den versifften Hauptstädtern zu schützen … nur ein Scherz.

Wir haben genug gesehen und drehen um. Morgen werden noch einige Kontrollpunkte hinzukommen und unseren Bewegungsspielraum weiter einschränken. Ab Montag sind alle internationalen Flüge ausgesetzt und Betriebe werden geschlossen, wobei es eine lange Liste von Ausnahmen gibt, um das Land am Laufen zu halten.

Panama meldet heute abend ca. 200 Infektionen und wir hoffen, dass all diese Maßnahmen zur Verlangsamung beitragen.

Corona Sunset anstatt Tequila Sunrise.

Corona Journal Tag 18. März

Es sieht so aus, als ob es in den kommenden Wochen und Monaten viel Zeit zum Schreiben geben wird. Das ist also der erste Beitrag zum Thema Coronavirus in Panama. Vielleicht sollte ich ihn aber auch Wuhan- oder China-Virus nennen. Das haben die Leute in der KP Chinas nicht gern, die sein Auftreten über Wochen verheimlicht und damit Menschenleben auf dem Gewissen haben.

Die hiesige Regierung hat in der vergangenen Woche erste Maßnahmen beschlossen, die jetzt schrittweise umgesetzt werden. Das geschieht ziemlich professionell und wird auch diszipliniert befolgt. Nun wohnen wir 120 km von der Hauptstadt entfernt und da mag alles entspannter aussehen, als in den Ballungszentren.

In einem ersten Schritt wurden überall Desinfektionsmittelspender angebracht, eher zu viele als zu wenige. Und nein, hier klaut die niemand.

Zugang zum Supermarkt wird so gesteuert, dass nicht mehr als eine überschaubare Zahl an Kunden im Geschäft ist und die kurze Schlange mit Abstand steht. Alles passiert ruhig und gelassen, keiner in Sicht, der wie verrückt einkauft. Deshalb bleiben die Regale auch weitgehend ordentlich gefüllt. Ausnahmen gibt es allerdings schon seit Tagen bei desinfizierenden Tüchern und vergleichbaren Produkten, aber es gibt Alternativen. Aus Europa bekannte Mangelartikel, wie Toilettenpapier, gibt es hier genug.

In der kurzen Schlange vor dem Super99 treffen wir auf einen Deutschen. Im Gespräch erwähnt er, dass es eine Website mit dem Titel besserpanama gäbe … Ich oute mich und wir vereinbaren, das Gespräch demnächst beim Bier fortzusetzen. Interessante Leute gibt es.

Gut dass wir das Bier schon eingekauft haben, denn am nächsten Tag sind die Alkoholregale gesperrt, alle. Und unsere Vorräte reichen höchstens 14 Tage!

Am Montag nachmitag heisst es Abschied nehmen von unserer Lagune. Die wird, wie alle Pools, Strände, Restaurants und social areas geschlossen. Das ist ein echter Verlust für uns.

Heute nachmittag wollten wir mal besonders schlau sein. „Die können ja nicht immer alle abgelegenen Strände absperren und bewachen.“

Wir setzen uns ins Auto und fahren nach Punta Chame, ganz ans Ende. Weit und breit kein Absperrband und keine Menschenseele in Sicht. Als wir das Auto abgeschlossen und uns 20 Meter in Richtung Meer bewegt haben, ertönt eine lautes knarrendes Geräusch, dass man nur vom US Highway oder aus Gangsterfilmen kennt. Ein weißer Pickup mit dem Symbol von Aeronaval (Küstenschutz) hat sich unbemerkt von hinten genähert und über Lautsprecher werden wir aufgefordert den Strand zu verlassen.

Wir gehen zurück, steigen ein und drehen um. Auf gleicher Höhe mit ihnen sehe ich, dass es die Jungs vom Stützpunkt am Flugplatz Chame sind, meine Nachbarn sozusagen. Wir grüßen uns kurz und das war’s.

Ansonsten werden bis zum Wochenende hier alle Hotels geräumt, unsere kanadischen Freunde und andere Urlauber fliegen morgen und Freitag zurück und neue Gäste kommen nicht mehr ins Land. Wer jetzt als Einheimischer oder Resident aus dem Ausland zurück nach Panama kommt, wird zu 2 Wochen häuslicher Quarantäne verpflichtet.

In den nächsten Tagen werde ich mal die relevanten Zahlen zur Epidemie hier bringen und bewerten. Ich hoffe, dass sie niedrig bleiben. Bisher gibt es einen Toten.

Mein Appell an meine Leser: Passt auf euch auf, bitte.

Schwarze Listen heute

Diese kleine Notiz fand ich gerade:

Uruguay schließt wegen der Coronavirus-Pandemie seine Grenzen für Reisende aus Deutschland und anderen „Risikoländern“. Präsident Luis Lacalle Pou (46) kündigte am Freitag an, Reisende aus neun „Risikoländern“ für zwei Wochen unter Quarantäne zu stellen. Betroffen sind nach Angaben von Gesundheitsminister Daniel Salinas Reisende aus China, Südkorea, Japan, Singapur, Iran, Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland.

Da lebe ich doch lieber in einem Land, das wegen seiner Niedrigsteuern auf einer Schwarzen Liste der EU steht, als in einem, das wegen seines inadäquaten Umgangs mit einer Pandemie zu den wenigen Risikoländern zählt.

#Langbesserlebigkeit – Mit der Einstellung fängt es an

Ich liebe es schon immer antizyklisch zu agieren, gegen den Strom zu schwimmen. Was gibt es also besseres, als mitten in einer Pandemie über #Langbesserlebigkeit zu philosophieren?

“Damit muss ich mich nicht mehr befassen” ist ein Spruch, den man manchmal schon von 50-jährigen zu hören bekommt. Meine regelmäßige Rückfrage lautet dann “Du schraubst wohl schon an deiner Holzkiste?”

Wer 100 und mehr Jahre werden will, überlegt nicht jeden Tag, was er alles noch rechtzeitig regeln muß. Das blockiert nicht nur, sondern wird ganz schnell auch zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Schluss damit.

Aktiv bleiben, Pläne machen, alles andere als altersgerecht agieren, ohne dabei kindisch zu werden.

Es gibt ernsthafte Bestrebungen, bis hin zur WHO, das Altern als Krankheit zu klassifizieren, also etwas, das man medizinisch behandeln kann. 

Altern behandeln, etwa gar rückgängig machen? 

Ja, und bei Mäusen wird das schon erfolgreich praktiziert. Deren DNA gleicht der menschlichen übrigens zu 97,5%. Zum Vergleich: bei unseren nächsten Verwandten, den Schimpansen, beträgt die Übereinstimmung 98,5%. 

Unterstellen wir einfach mal, dass die Annahme stimmt und eines nicht allzu fernen Tages der Alterungsprozess gestoppt und sogar partiell umgekehrt werden kann. 

Das wirft eine Vielzahl ethischer, gesellschaftlicher, demoskopischer und ökonomischer Fragen auf. Darüber können wir zwar hochtrabend debattieren, aber das ist reine Zeitverschwendung. 

Was wir beeinflussen können und müssen, ist unser persönlicher Umgang mit dem Thema, wenn es Wirklichkeit wird. Oder besser noch, was wir heute tun müssen, um eines Tages davon profitieren zu können, wenn wir es denn wollen.

Frage: Wenn heute ein Medikament angeboten würde, das den biologischen Alterungsprozess zumindest stark verzögert oder gar stoppt, keine Nebenwirkungen hat und erschwinglich ist, welche unmittelbare Reaktion löst das bei Dir aus? 

Wie immer werden manche es als große Chance, andere als Bedrohung empfinden und viele werden das Thema einfach ignorieren.  

Betont werden muss, dass wir hier nicht von ScienceFiction reden. Die Zellbiologen haben solide Erkenntnisse darüber, was genau uns auf Zellebene altern lässt. Das hat bereits zu zugelassenen Medikamenten geführt (New Dietary Ingredients), die schrittweise verbessert werden.  

Der Markt ist riesig, weshalb erhebliches Kapital in diese Forschung investiert wird. (Markt Nahrungsergänzungsmittel in 2018 weltweit $115 Mrd.) 

Ich gehe von drei Seiten an das Thema heran:

  • Zustandserfassung und erste Schritte
  • Dauerhafte Optimierung von Lebensstil und Ernährung
  • Nutzung aktueller Forschungsergebnisse

Bei diesen Themen kommt “Dr. Internet” und insbesondere Youtube ins Spiel, wo erfahrene Ärzte und Coaches ihre eigenen Kanäle betreiben, aktuelle Forschungsergebnisse vorstellen, zeitnah praktische Ratschläge ableiten. 

Das kann der Hausarzt von nebenan einfach nicht leisten. Ab sofort bist Du deshalb Gesundheitsmanager in eigener Sache, wählst Informationsquellen und Dienstleister nach Deinem Bedarf aus.

Hier sind die Links zu den früheren Beiträgen zum Thema:

Neues Thema: #Langbesserlebigkeit

Was #Langbesserlebigkeit mit Panama zu tun hat

Flugbeschränkungen in Kraft

Mein Freund Georg hat heute kritisch angemerkt, dass ich in diesem Blog nur positive Nachrichten über das Land am Kanal bringen würde.

Ich kann auch anders!

Soeben verlassen die letzten Maschinen von Iberia, KLM und Lufthansa, etwas später auch Air France und Air Europa den Hauptstadtflughafen Tocumen. Ab Mitternacht wird der Flugverkehr von und nach Europa und Asien (Air China via Houston, Turkish Airlines von Bogota und direkt nach Istanbul) für vorerst 30 Tage ausgesetzt.

Für die ohnehin schwach ausgelasteten Hotels der Hauptstadt sowie für alle, die vom Tourismus leben, ist das ein ernsthaftes Problem und man kann nur wünschen, dass sich die Situation bald wieder entspannt.

Ihr werdet es hier zuerst lesen und dann sollte Panama das perfekte Urlaubsziel für die „Überlebenden“ sein.

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