El niño

Es sieht nicht gut aus im Fischmarkt dieser Tage.

Das als El Niño bekannte Wetterphänomen drückt warmes Wasser in den östlichen Zentralpazifik, also zu uns, und da ziehen sich die großen Fische zurück. Keine Ahnung wohin, aber in unserem Fischmarkt sind sie nicht.

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Kleine Vertreter der See- und Rotbarsche sind da, Shrimp und Langusten auch, aber die Prachtexemplare fehlen unentschuldigt.

Und noch was hat sich geändert. Mehr Wolken am ansonsten ausschließlich blauen Himmel und in den letzten Tagen sogar ein Regenschauer. Die sind sonst nicht vor Ende April, Anfang Mai angesagt.

Na gut. Wir passen uns an.

 

Alles anders

Nach drei Wochen Deutschland zurück in der neuen Heimat und alles ist anders. OK, nicht so dramatisch wie es klingen mag.

Erwartungsgemäß hat die Regenzeit begonnen und damit ist das verordnete Energiesparen beendet. So wie die Stauseen im Osten und Westen des Landes sich füllen, die Turbinen wieder laufen, können die Büros wieder auf Kühlschranktemperatur gekühlt und warme Arbeitskleidung angezogen werden. Man kommt ja in Panama in Shorts in keine Behörde. Dachte ursprünglich,dass das eine reine Formfrage wäre, aber möglicherweise ist es ja, um die Besucher vor dem Erfrieren zu bewahren. Nette Geste.

Mit der hiesigen Tourismusbehörde müsste mal geredet werden, um den irreführenden Begriff Regenzeit abzuschaffen. Anderswo wird ja von Grüner Zeit geredet, ein genialer Marketing-Schachzug.

In der Hauptstadt, in den Bergen und an der Karibikküste mag das mit der Regenzeit ja zutreffend sein. Entlang der Pazifikküste, dem wichtigsten Tourismus-Standort, ist es eher geschäftsschädigend. Drei- oder viermal pro Woche bekommen wir derzeit einen viertelstündigen Schauer ab und die teilweise Bewölkung während des Tages ist besser, als 12 Stunden pralle Sonne während der Trockenzeit von Dezember bis April, die wiederum ihren Namen zu Recht trägt.

War der Wetterwechsel erwartet worden, so war es der Ausgang der Präsidentschaftswahlen nicht. Der Kandidat von Präsident Martinelli’s Cambio Democratico war als Favorit gehandelt worden und lag auch in den Prognosen vorn. Grund dafür war sicher die beispiellose Infrastrukturentwicklung der letzten 5 Jahre. Das Volk scheint aber nach vielen Jahren der Diktatur sehr sensibel geworden zu sein, wenn eine Person, Partei, Gruppierung zu mächtig wird und wählt dann eben anders. Nicht die von Venzuela’s Maduro empfohlene PRD, erst recht nicht die wahrscheinlich von dort finanzierte FAD, sondern die mehr in der Mitte angesiedelten Panamenistas. Da auch die CD unverändert stärkste Kraft im Parlament ist, sind keine dramatischen Änderungen in Panama abzusehen. Gut so.

Ehrlich gesagt will ich mich mit Details der hiesigen politischen Landschaft nicht befassen müssen. Ich bin beeindruckt von der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Potential, sehe aber auch, dass Korruption, eine nicht unabhängige Justiz sowie ein suboptimales Bildungssystem erhebliche Hindernisse darstellen.

Mit 365 Tagen Sonne, Strand und Meer kann man das alles aber ziemlich tranquilo nehmen.

Wetter in Panama

Während der Wetterbericht in Deutschland zur täglichen Lektüre gehört, interessiert mich das in Panama eigentlich nur, wenn es ums Fliegen geht.

Die langfristigen Statistiken sagen:

– von Dezember bis Ende April regnet es faktisch nicht

– von Mai bis November regnet es jeden zweiten Tag, Höhepunkt im Oktober.

Letzteres klingt wesentlich schlimmer als es ist, weil Regenwetter bei 25 bis 30°C einfach besser zu ertragen ist, als bei 8 oder 12°C. Hinzu kommt, dass „Regentage“ eigentlich immer nur stundenweisen Regen bedeutet, nachdem der Tag freundlich begonnen hat und nach dem Regen meist auch freundlich weitergeht.

Diese kurzen Regenschauer oder Gewitter haben es allerdings in sich. Da stehen innerhalb weniger Minuten die Straßen unter Wasser und führen regelmäßig zu Unfällen. Gewitter sind von einer Intensität, wie man sie in Deutschland selten erlebt.

Drittens hängt das alles vom Aufenthaltsort ab. Karibikküste, Gebirge und auch die Hauptstadt haben wesentlich mehr Regen, als die Pazifikküste.

Hier eine Aufstellung der langjährigen Mittelwerte:

Klima Panama

(Quelle: http://www.weather.com)

Überraschend sind für mich die aufgeführten Minima. Weniger als 23°C habe ich auf Meereshöhe hier noch nicht registriert. Und schon das kommt einem saukalt vor.

Fehlender Regen bringt Panama in den Ausnahmezustand

Normalerweise setzt hier um den 15. April die Regensaison ein, mit heftigen Regenfällen insbesondere im Gebirge, das Panama auf voller Länge durchzieht.

In diesem Jahr ist das noch nicht passiert, hier an der Pazifikküste haben wir letzte Woche mal für 2 Stunden den ersten Schauer dieses Jahres gehabt.

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Nach 4 Monaten Trockenzeit sind aber die Wasserspeicher weitgehend leer: Lago Bayano im Osten und der Fortuna-Stausee im Westen des Landes.

 

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(Bild: http://www.panama-guide.com)

Dramatische Auswirkungen hat das derzeit auf die Stromerzeugung, weil ca. ein Drittel mittels Wasserkraft erzeugt wird. Und die Stausseen sind fast leer.

Kein Wunder, dass Präsident Martinelli beim Lateinamerika Gipfel vor 2 Wochen US-Präsident Obama um die Lieferung von Flüssiggas zu den aktuell sehr niedrigen Preisen gebeten hat. Damit kann bezahlbare und saubere Energie erzeugt werden, mit erschwinglichen Investitionen.

Noch kein Problem gibt es mit der Trinkwasserversorgung und dem Kanal, der sozusagen von Regenwasser gespeist wird.

Mal so, mal so – Regenzeit in Panama

Schlechtes Wetter in Panama bedeutet nicht Nebel, Nieselregen und niedrige Temperaturen, sondern immer noch 28°C und kurze aber heftige Regengüsse. Und die Wetterlage ändert sich schnell.

Hier ein Beispiel, wie ein richtig schlechter Tag im Satellitenbild aussieht:

 

 

Panama ist das, was wie ein nach links springender Tiger voll unter der oberen Wolkenformation zu sehen ist.

Und hier ein Tag später:

 

 

Das sieht schon wieder besser aus, oder?

Unwetter über Panama

Nein, es gibt keine Hurricanes oder Tornados hier.

Was nicht heisst, dass es keine Unwetter gibt. Der gestrige Sonntag war ein gutes Beispiel. Das Satellitenbild vom Nachmittag zeigt ein großes Unwettergebiet vor der Pazifikküste, das sich über mehrere hundert Kilometer erstreckt. Die Karibikküste im Norden des Landes ist nahezu wolkenfrei.

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Am Boden sieht das dann etwa so aus.

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Die schlechte Bildqualität ist der Dunkelheit geschuldet. Die zahlreichen Blitze am Himmel kommen nie synchron zur Aufnahme.

Die Meldungen dazu:

– Mehr als 20 Bäume in Panama City entwurzelt.

– Landebahnbeleuchtung am Flughafen Tocumen teilweise ausgefallen.

– Zehn Flüge zum Flughafen Panama Pacifico umgeleitetet, weitere nach Cartagena in Kolumbien.

In der Regenzeit, von März bis November, fängt der Tag meist sonnig an. Über dem Gebirge bauen sich dann Gewitterwolken auf, die sich ausbreiten. Am späten Nachmittag oder Abend kommt es dann zu heftigen Gewittern, über Land oder draußen auf dem Pazifik. Und es kühlt deutlich ab – auf 24 oder 25°C. Der tropische Thermostat in Aktion.

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